Gründerin mit Teamgeist

Viele Sportvereine in Deutschland stehen vor großen Schwierigkeiten. Wie ein Social Startup den Breitensport am Laufen hält.

Sportvereine funktionieren nur mit ehrenamtlichem Engagement.
Sportvereine funktionieren nur mit ehrenamtlichem Engagement. Shaiith/Fotolia

Deutschland. Fast 27,5 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglied in einem Sportverein – das ist etwa jeder Dritte. In den Vereinen ist vieles zu organisieren: Finanzen, Trainingsbetrieb, Ausstattung und mehr. Für all das gibt es meist keine festen Mitarbeiter, die Aufgaben übernehmen Ehrenamtliche. Anke Kochenburger kennt die Sorgen der Vereine – und hat Lösungen.

Anke Kochenburger, Gründerin von Verein+
Anke Kochenburger, Gründerin von Verein+ Eric Remann

Das Problem vieler Sportvereine

„Ein Drittel der Vereine in Deutschland hat finanzielle Probleme“, sagt die Juristin Anke Kochenburger, die aus einer sportbegeisterten Familie kommt: „Ich bin im Verein groß geworden.“ Als sie sich vor einigen Jahren beruflich neu orientieren wollte, war klar, dass es um Sport gehen würde. Kochenburger studierte Sportmanagement und wurde Managerin eines großen Vereins. Auch dort erfuhr sie ganz unmittelbar, was die Clubs bewegt. „Es fallen immer mehr Aufgaben etwa bei IT, Fundraising und Freiwilligenmanagement an. Gleichzeitig haben die Förderer der Vereine – vor allem Städte und Gemeinden – immer weniger Geld zur Verfügung.“

Ein Drittel der Vereine in Deutschland hat finanzielle Probleme.

Anke Kochenburger, Gründerin von Verein+

Die Idee

Kochenburger gründete ein Beratungs- und Servicebüro für Vereine: Verein+. „Ich schaue: Wo steht der Verein? Wie kann der Vorstand entlastet werden?“ Gemeinsam überlegen sie und die Verantwortlichen, wie man Aufgaben effizienter erledigen kann oder ob man sie auslagern sollte, zum Beispiel an Verein+. Außerdem organisiert Kochenburger gemeinsame Einkäufe mehrerer Vereine. „Wer 1.000 statt 100 Tischtennisbälle bestellt, bekommt einen besseren Preis.“

Der Weg

Kochenburger stellte ihre Idee bei einem sogenannten Pitch im Social Impact Lab in Frankfurt am Main vor. Gründer bekommen dabei fünf Minuten Zeit, die Jury für ihr Anliegen zu begeistern. Voraussetzung: Die Geschäftsidee muss eine Lösung für ein gesellschaftliches Problem bieten. Kochenburger überzeugte und wurde in ein Förderprogramm aufgenommen. „Das hat mir enorm weitergeholfen. Unter anderem habe ich viele Impulse von anderen Gründern bekommen.“ Mit weiteren Social Entrepreneurs aus dem Sport hat sie einen Verein gegründet: sport support NOW fördert den Austausch und trägt dazu bei, dass Vereine gut auf den gesellschaftlichen Wandel vorbereitet sind, der mit Mangel an sportlichem Nachwuchs und Ehrenamtlichen einhergeht.

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