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Was ihr übers Wohnen in Deutschland wissen müsst

Von Wohngemeinschaften über Mülltrennung bis zur Nachtruhe: Hier findest du bemerkenswerte Fakten zur deutschen Wohnkultur.

Luca Rehse-KnaufLuca Rehse-Knauf, 08.04.2026
In Deutschland leben 30 Prozent der Studierenden in einer Wohngemeinschaft.
In Deutschland leben 30 Prozent der Studierenden in einer Wohngemeinschaft. © Robert Kneschke / Adobe Stock

Vier Millionen Mitbewohner 

Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland teilen sich Bad und Küche mit Menschen, die nicht zu ihrer Familie gehören. Die Wohngemeinschaft, kurz WG, ist seit den 1960er-Jahren fester Bestandteil der deutschen Wohnkultur. Damals begannen junge Menschen, mit Nicht-Verwandten zusammenzuleben – auch Männer und Frauen gemeinsam. Heute ist die WG unter Studierenden die beliebteste Wohnform, jede oder jeder Dritte wohnt auf diese Weise, auch aus Kostengründen. Aber auch Senioren oder Berufspendler schließen sich häufig zusammen. Putzpläne und gemeinsames Kochen gehören meist dazu – sind aber natürlich keine Pflicht.  

Wo ist die Küche? 

Deutsche Mietwohnungen beinhalten nicht automatisch eine Küche. Für viele Expats in Deutschland ist das eine Überraschung. Wer umzieht, nimmt die Küche oft mit – oder verkauft sie an den Nachmieter.  

Unten ist noch Platz 

Typisch deutsch sind getrennte Abstellräume im Keller, auch wenn man zur Miete wohnt. Dort wird alles gelagert, was oben keinen Platz findet: Fahrräder, Winterreifen, Bücher, Erinnerungsstücke aus der Kindheit.  

Mülltrennung gehört dazu 

Wer in Deutschland wohnt, kommt an der Mülltrennung nicht vorbei. Meist gibt es mehrere Tonnen und Sammelbehälter: für Restmüll, Bioabfall, Papier sowie Verpackungen (oft „Gelber Sack“ oder „Gelbe Tonne“). Glas wird vielerorts zusätzlich an öffentlichen Containern nach Farben getrennt entsorgt. Welche Regeln genau gelten, ist von Stadt zu Stadt verschieden – in vielen Hausfluren hängt ein sogenannter Abfallplan.  

Putzpflicht 

Ordnung und Sauberkeit gehören in der Nachbarschaft nicht nur zum guten Ton, sondern sind meist klar geregelt. So ist etwa in Süddeutschland die sogenannte Kehrwoche verbreitet, bei der Bewohner von Mehrfamilienhäusern im wöchentlichen Wechsel Treppenhaus, Gehweg oder Hof reinigen.  

Pssst! 

Auch Ruhezeiten spielen eine wichtige Rolle: Die Nachtruhe gilt in den meisten Gemeinden von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, an Sonn- und Feiertagen ganztägig. Wer in diesen Zeiten bohrt, staubsaugt oder laut Musik hört, riskiert Ärger mit den Nachbarn. Deutschland regelt die Nachtruhe sogar per Gesetz – im Bundes-Immissionsschutzgesetz.