Die DDR im Museum

Die DDR ist Geschichte – das interaktive DDR-Museum in Berlin zeigt den Alltag in der DDR.

picture-alliance/Hubert Link - Trabant

„Steigen Sie ein, drehen Sie den Zündschlüssel, drücken Sie das Gaspedal und tauchen Sie ein in die Vergangenheit.“ So wirbt das DDR-Museum in Berlin für eine weltweit einzigartige Fahrsimulation, eine Trabi-Fahrt durch eine Plattenbausiedlung. Der Trabant, liebevoll „Trabi“ genannt, war das Objekt der Begierde der DDR-Bewohner. Zum Teil warteten sie Jahre auf das bestellte Auto und feierten die Auslieferung wie die Geburt eines Kindes. Und auch die Plattenbauten galten zu DDR-Zeiten als Traum vieler Mieter, versprachen sie doch Komfort mit Schrankwand und Sofa.

Der Trabant wird längst nicht mehr gebaut, viele Plattenbausiedlungen sind abgerissen oder aufwendig renoviert worden. Was bleibt vom Leben in der DDR? Nicht viel. Nach dem Mauerfall vor 25 Jahren stand die Überwindung der Vergangenheit im Vordergrund. Erst Jahre später kam wieder der Wunsch auf, zu sehen und zu zeigen, wie der Alltag in der DDR war. Der Freiburger Ethnologe Peter Kenzelmann gilt als Vater des DDR-Museums. Es heißt, er habe auf einer Berlin-Reise ein Museum zur DDR gesucht – und keins gefunden.

Zum  Alltag gehörte auch das Kaffeeersatzmittel „Im Nu“

Seit 2006 widmet sich nun das frei finanzierte DDR-Museum am Spreeufer dem Leben in der DDR – mit wachsendem Erfolg. Es ist inzwischen eins der meistbesuchten Museen in Berlin und wurde bereits zwei Mal für den European Museum of the Year Award nominiert. Das Besondere: Das Museum bietet Geschichte zum Anfassen. Die Besucher sind aufgefordert, die Ausstellungsstücke zu berühren und zu nutzen. Man kann sich nicht nur in einen „Trabi“ setzen, sondern auch in der Karat-Schrankwand stöbern oder sich von der Staatssicherheit („Stasi“) verhören lassen. Unter den Objekten finden sich Kuriositäten wie das Kaffeeersatzpulver „Im Nu“ oder das Dopingmittel „Oral-Turinabol“.  Das Museum verlassen die Besucher geschichtsbewusst – durch ein Loch in der Mauer. Aber am besten nicht ohne einen Besuch im DDR-Restaurant gemacht zu haben. Denn dort warten die DDR-Klassiker, die auch West-Besucher aus den Transit-Restaurants noch kennen: die russische Fleischsuppe „Soljanka“ oder der „Goldbroiler“, ein halbes Hähnchen.    

Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989

www.ddr-museum.de

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