Gedenkstätte Berliner Mauer

Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete zum 25. Jahrestag des Mauerfalls eine neue Dauerausstellung in der zentralen Gedenkstätte an der Bernauer Straße in Berlin. Ein Interview mit Axel Klausmeier, Leiter der Gedenkstätte.

picture-alliance/dpa - Axel Klausmeier
picture-alliance/dpa - Berlin Wall Memorial

Welche Bedeutung hat die Gedenkstätte Berliner Mauer für die Erinnerungskultur in der Stadt?

Sie ist die größte und inzwischen wichtigste Gedenkstätte zur Geschichte der Teilung des Landes, also nicht nur Berlins. Wir hatten im letzten Jahr rund 850.000 Besucher. Erinnerung braucht authentische Orte, an denen wir Menschen etwas begreifen. Dies ist ein Ort, der uns den Unterschied zwischen Diktatur und Freiheit lehrt. Hier wird sichtbar, was dieses SED-Regime brauchte, um existieren zu können - eben eine Mauer mit einem großen Überwachungs- und Kontrollsystem. Die Gedenkstätte ist wichtig, um zu lernen, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist. Wir haben an diesem Ort sehr viele internationale Gäste, die vieles besser verstehen wollen. Wie hat das hier funktioniert? Wie sah diese Mauer aus? Was steckte dahinter? Insofern ist das ein außerschulischer Lernort, der im Grunde dieses System visualisiert.

Wer sind die Besucher der Gedenkstätte?

Wir haben etwa 60 Prozent internationale Gäste. Unsere Besucher sind überwiegend junge Leute, die jünger sind als 25 Jahre. Also Menschen, die keine eigene Erinnerung mehr an die Mauer haben. Unter der Woche sind es viele Schüler und Schülerinnen, aber am Wochenende sind es auch Familien, die generationenübergreifend auf unserem Gelände lernend und nachdenkend spazieren gehen. Man darf nicht vergessen, dass sich in Berlin in den letzten 25 Jahren seit dem Mauerfall die Bevölkerung zu etwa 60 Prozent ausgetauscht hat. Viele Berliner, die heute in der Stadt wohnen, haben hier nicht mit der Mauer gelebt.

Wie viel Vorwissen haben Ihre jungen Besucher über die DDR. Lernen sie genug in den Schulen?

Das ist sehr verbesserungswürdig. Es ist zum Teil dramatisch, wie wenig Jugendliche über die jüngere Geschichte lernen. Da muss sehr viel mehr in die Lehrpläne. Deshalb ist es so wichtig, dass Schulklassen unsere Gedenkstätte und andere Erinnerungsorte zur deutschen Teilung besuchen.

Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989

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