Die neue deutsche Außenministerin

Deutschland hat neues Gesicht in der Welt bekommen: Annalena Baerbock leitet das Auswärtige Amt.

Annalena Baerbock
Annalena Baerbock pa/dpa

Sie ist die erste Frau und auch die jüngste Leiterin des Auswärtigen Amtes: Annalena Baerbock von den Grünen ist die neue Außenministerin der Bundesrepublik Deutschland. Die erste Kanzlerkandidatin der Grünen erreichte bei der Bundestagswahl gemeinsam mit dem künftigen Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck das bisher beste Ergebnis für ihre Partei bei einer nationalen Wahl: 14,8 Prozent. Vor ihr leitete bereits einmal ein Grüner das Außenministerium: Joschka Fischer von 1998 bis 2005.

Internationale Herausforderung Klimakrise

Die „größte Herausforderung der Zeit" sei die Klimakrise, sagte Baerbock bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages der neuen Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP. Das Thema ziehe sich durch alle Politikfelder, darunter auch die internationale Zusammenarbeit, die Außen- und Sicherheitspolitik. Daher sieht sie das Thema Klimaschutz für die deutsche Diplomatie als zentrale Aufgabe an. „Klimaneutralität können wir nur gemeinsam mit einer globalisierten Welt schaffen“, sagte sie in einem Interview mit dem TV-Sender ARD: „Es ist wichtig, Klimapolitik nicht national zu denken.“

Vertiefte Zusammenarbeit in Europa

Baerbock fordert seit Jahren ein größeres Engagement der Europäischen Union in der Welt. Im Koalitionsvertrag streben SPD, FDP und Grüne eine „echte gemeinsame Außen-, Sicherheits-, und Verteidigungspolitik in Europa“ an – einschließlich einer stärkeren Zusammenarbeit der nationalen Armeen. Europa müsse eine „Friedensrolle“ in der Welt wahrnehmen, hat sie einmal gesagt. Eine Haltung, die schon lange die deutsche Politik prägt. Insofern ist auch von der neuen Außenministerin eine große Kontinuität der deutschen Positionen zu erwarten: das Eintreten für Multilateralismus und Stärkung der Vereinten Nationen, ein striktes Bekenntnis zur Europäischen Union und einer Vertiefung der Gemeinschaft, eine Außenpolitik, die unter dem Primat der Menschenrechte steht.

Annalena Baerbock wurde 1980 in Hannover geboren. Die ehemalige Trampolin-Leistungsturnerin studierte in Hamburg Politikwissenschaften und erlangte einen Master in Public International Law an der London School of Economics and Political Science. Auch ihre wegen der politischen Arbeit abgebrochene Dissertation hatte ein internationales Thema: Sie befasste sich mit Humanitärer Hilfe und Völkerrecht. Die Mutter von zwei Töchtern ist seit 2005 Mitglied der Grünen, seit 2013 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag.

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