Die Münchner Sicherheitskonferenz

Die Münchner Sicherheitskonferenz versteht sich als offenes Diskussionsforum jenseits des Protokolls.

Kuhlmann/MSC - Wolfgang Ischinger

Seit ihrer Premiere vor 53 Jahren gilt die Münchner Sicherheitskonferenz – nicht nur, aber auch – als wichtiger Ort für Hintergrundgespräche. Präsidenten, Minister, Staatssekretäre und Generäle schätzen die Gelegenheit der inoffiziellen bilateralen Talks, die im Nobelhotel „Bayerischer Hof“ nicht selten auch Konfliktparteien nutzen, die sonst kaum zusammenfänden. Die Konferenz gilt zwar als Dialogveranstaltung ohne Entscheidungsbefugnis ihrer Teilnehmer und Ort der Unverbindlichkeit. Doch reden dafür die hohen Gäste, mitunter fern diplomatischer Floskeln, durchaus auch Klartext.

Sternstunden der sicherheitspolitischen Debatte

Eine Sternstunde der sicherheitspolitischen Debatte erlebte die Konferenz 2003: Kurz vor Beginn der US-Invasion im Irak schleuderte der damalige deutsche Außenminister Joschka Fischer US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in einer emotionalen Rede „I am not convinced!“ entgegen. Die US-Kriegsgründe überzeugten Fischer nicht. Drei Jahre später sorgte Russlands Präsident Wladimir Putin mit seiner Brandrede gegen das angebliche militärische Vormachtstreben der USA in der Welt und mit seiner Ankündigung, Russland werde das nicht ohne weiteres hinnehmen, für Aufregung in den Hauptstädten des Westens. So mancher nutzt die Konferenz aber auch als Plattform, um Ideen in der „Community“ zu streuen und anschließend ihre Wirkung zu testen.

Die Ursprünge der Münchner Sicherheitskonferenz

Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als Kontaktbörse und offenes Diskussionsforum jenseits des Protokolls. Sie wurde 1962 als Münchner Wehrkundetagung ins Leben gerufen und richtete sich anfangs in erster Linie an Nato-Mitglieder. Inzwischen kommen die Gäste aus aller Welt. Initiator und Moderator bis 1998 war Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin, der als Wehrmachts-Offizier zu den Unterstützern der Hitler-Attentäter gehört hatte. Seit acht Jahren führt der ehemalige Diplomat Wolfgang Ischinger den Vorsitz über die Konferenz.

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