Deutschland in den Vereinten Nationen

Am 18. September 1973 wurde die Bundesrepublik in den Kreis der Vereinten Nationen aufgenommen – ebenso wie die DDR.

dpa/R4200 - United Nations Campus Bonn

Es war ein später Start unter schwierigen Bedingungen: Zwei deutsche Staaten fanden am 18. September 1973 Aufnahme bei den Vereinten Nationen (UN) – neben der Bundesrepublik war seit jenem Tag auch die DDR in der Vollversammlung in New York vertreten. Nur durch einen schmalen Gang saßen die Delegationen der Mitgliedsländer Nummer 133 und 134 im Saal voneinander getrennt, und doch lagen zwischen ihnen Welten. In den kommenden Jahren der doppelten Mitgliedschaft sollte es genau eine gemeinsame Initiative geben – zur Einrichtung eines deutschen Übersetzungsdienstes.

In seiner Rede vor der Vollversammlung hatte Walter Scheel als damaliger Außenminister der Bundesrepublik ausdrücklich betont, die Mitgliedschaft beider deutscher Staaten bedeute nicht, dass man die Teilung anerkenne. Dennoch vergingen 17 Jahre, ehe Deutschland bei den Vereinten Nationen mit einer Stimme sprechen konnte. Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde die Bundesrepublik eines der wirtschaftlich und bevölkerungsmäßig stärksten europäischen Länder im Kreis der UN-Nationen, was die Frage nach ihrer künftigen Rolle aufwarf.

Deutschland engagiert sich in den Vereinten Nationen heute auf vielfältige Weise, die Mitarbeit in der Organisation zählt zum Kern der Außenpolitik. Zum deutschen Engagement bei den UN gehört auch, auf Strukturreformen hinzuwirken. Deutschland sei bereit, „mehr Verantwortung zu übernehmen“, sagte Außenminister Guido Westerwelle 2012 in einer Rede vor der Vollversammlung. In den Jahren 2011 und 2012 war die Bundesrepublik zum wiederholten Male nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat. Der Sicherheitsrat ist das einzige UN-Gremium, das völkerrechtlich bindende Beschlüsse fassen kann.

Auch in Deutschland selbst sind die Vereinten Nationen sichtbar: Den 2006 eröffneten UN-Campus in Bonn nutzen 19 der 27 in Deutschland ansässigen Büros der Organisation. In anderen Städten finden sich ebenfalls UN-Einrichtungen. Hamburg ist Sitz des Internationalen Seegerichtshofes. In Berlin gibt es unter anderem Büros des Hohen Flüchtlingskommissars, der Internationalen Arbeitsorganisation und des Welternährungsprogramms. Die Finanzmetropole Frankfurt am Main beherbergt eine Gesellschaft der Weltbankgruppe.

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