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Blockchain für die Energiewende

Experten setzen in der zweiten Phase der Energiewende auf die Blockchain-Technologie.

30.11.2016
© dpa/Sebastian Kahnert - Energy transition

Ist die Blockchain-Technologie der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende? Tatsache ist, dass sich der Energiesektor radikal wandelt. Denn Energie wird immer weniger zentral in großen Kraftwerken produziert, sondern zunehmend dezentral in kleinen Erzeugungseinheiten auf Basis erneuerbarer Energien. Im Mittelpunkt stehen Prosumer, die Strom direkt produzieren und verbrauchen. Sie könnten diesen Strom in Zukunft mittels der Blockchain-Technologie verkaufen, ohne dass ein Energieversorger für die Abrechnung notwendig ist. Experten der Unternehmensberatung PwC haben sich mit der Frage befasst und komme zu dem Schluss, dass die im Finanzsektor längst übliche Technologie sich auch im Energiebereich durchsetzen könnte.

Mit dieser Internet-Technologie, heißt es in der Kurzstudie für die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sind Transaktionen im Finanzsektor direkt, also peer to peer möglich, ohne dass Banken oder Börsen eingeschaltet werden müssen. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die Daten einer Transaktion zwischen Anbietern und Kunden speichert und verschlüsselt. Die Transaktionen werden direkt zwischen den Akteuren vermittelt, durchgeführt und dokumentiert. Bekanntes Beispiel ist die Internetwährung Bitcoin, die Anwender ohne eine Bank austauschen können. Damit werden keine Gebühren fällig, die sonst bei Bankgeschäften anfallen. Entsprechend könnten auch im Energiesektor die Strompreise für Verbraucher sinken, weil Stadtwerke, Energieversorger oder Strombörsen für eine Transaktion über Blockchain nicht mehr notwendig sind.

„Vielversprechender Ansatz für die zweite Phase der Energiewende“

Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) unter Führungskräften der Energiewirtschaft bestätigt diesen Trend. Fast zwei Drittel der befragten Entscheider halten eine weitere Verbreitung von Blockchain für wahrscheinlich. 21 Prozent bewerten die Technologie gar als Schlüssel für einen grundsätzlichen Wandel des Marktes, als Gamechanger; weitere 14 Prozent sehen sie zumindest als Nischenlösung. „In der zweiten Phase der Energiewende kommt es darauf an, die vielfältigen Komponenten und Akteure im Energiesystem intelligent miteinander zu verbinden“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Die Blockchain-Technologie bietet dafür einen vielversprechenden Ansatz.“

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