Die Pflanzen des Jahres 2016

Für das Jahr 2016 haben Naturschutzorganisationen wieder einzelne Arten zur „Pflanze des Jahres“ gekürt, um auf ihre besondere Situation hinzuweisen.

picture alliance/Arco Images - Wiesenschlüsselblume

Baum des Jahres 2016: Winterlinde. Für einen anspruchslosen Star hat sich das „Kuratorium Baum des Jahres“ entschieden: Die Winterlinde, zierliche Schwester der Sommerlinde, ist neben der Kastanie und der Eiche der beliebteste Baum der Deutschen. Sie inspirierte Dichter und Musiker, duftet betörend und verlangt dafür nicht viel: An Straßen ist sie ebenso zuhause wie in gepflegten Parks. Die Blüten des Baumes, der ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen kann, helfen darüber hinaus seit Jahrhundert als Tee gegen Erkältungskrankheiten.

Blume des Jahres 2016: Wiesenschlüsselblume.  Ihr botanischer Name Name Primula veris bedeutet „erste Blume im Frühling“. Doch leider wird die Wiesenschlüsselblume als Frühlingsbote in Deutschland immer seltener. Die intensive Nutzung von Wiesen und Weiden, deren Düngung und Verbuschung haben die lichtliebende Schlüsselblume verdrängt. Von der Loki Schmidt-Stiftung wurde die bedrohte Wiesenschlüsselblume ausgewählt, um für ihren Schutz  zu werben.

Heilpflanze des Jahres 2016: Kubebenpfeffer. Er wirkt entzündungshemmend, antiallergisch und führt laut Hildegard von Bingen „zu einem fröhlichen Geist, einem scharfsinnigen Verstand und zu reinem Wissen“: Die Heilpflanze des Jahres 2016 ist der in Indonesien beheimatete Kubebenpfeffer. Mit der Wahl dieser Pflanze möchte der NHV Theophrastus auf ihre medizinische Wirkung bei Kopfschmerzen, Stockschnupfen und Harnwegserkrankungen hinweisen.

Arzneipflanze des Jahres 2016: Echter Kümmel. Eltern kennen ihn als letzte Hoffnung bei Bauchweh des Babys: den echten Kümmel. Er macht nicht nur als Gewürz fette Speisen verträglicher, sein Öl kann wissenschaftlich erwiesen Krämpfe lösen und Blähungen vertreiben. Kümmelöl in magensaftresistenten Kapseln ist auch die erste Wahl bei Reizdarmbeschwerden. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg hat die Heilpflanze gekürt, um ihre wissenschaftliche Bedeutung als wirksame Medizin stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Staude des Jahres 2016: Schwertlilie. Von niemand geringerem als der griechischen Regenbogengöttin Iris hat die elegante Schwertlilie ihren wissenschaftlichen Namen. Im Frühsommer wogt noch am Bodensee ihr blaues Blütenmeer. Zehntausende blauviolette Sibirische Schwertlilien stehen dann für kurze Zeit in voller Blüte. Abseits dieser Pracht gilt die Schwertlilie in Deutschland als stark gefährdet und wird nach Bundesartenschutzverordnung geschützt.

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