Neues Verfahren zur Lithium-Gewinnung

Forscher der TU Bergakademie Freiberg haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich das stark nachgefragte Lithium auch aus Altbatterien gewinnen lässt.

dpa/Jörg Schuster - Lithium Recycling

Ist Lithium das neue Öl? Kaum ein Material ist derzeit so gefragt wie der Batterie-Rohstoff. Das Leichtmetall und seine Verbindungen finden sich in jeder Lithium-Ionen-Batterie, die wiederum Mobiltelefone, Laptops, Kameras - und stark zunehmend Autos mit elektrischem Strom versorgen. Folge: Die Preise steigen rasant – von weniger als 6000 US-Dollar 2014 auf über 10.000 US-Dollar je Tonne im zweiten Quartal 2016. Einer Studie der deutschen Rohstoffagentur (DERA) zu Folge könnte  der Bedarf bis zum Jahr 2035 (gegenüber 2013) sogar um den Faktor 200 steigen.

Kostengünstigeres Recycling

In diesem Zusammenhang gewinnt eine aktuelle Entwicklung von Forschern der TU Bergakademie Freiberg an Bedeutung. Sie gewinnen Lithium aus Altbatterien – zu einem Preis unter dem derzeitigen Weltmarktpreis. Das Verfahren ist eine Weiterentwicklung der bereits in Freiberg  entwickelten Methode der „Hybride Lithiumgewinnung“. Der entladene Akkumulator wird zunächst zerkleinert. Anschließend werden die darin enthaltenen Metalle und Kunststoffe von den nichtmagnetischen Schicht- und Elektrolytmaterialien, der so genannten „Schwarzmasse“, abgetrennt. In dieser Fraktion befinden sich neben Kobalt unter anderem noch Kohlenstoff und Lithium. Gegenwärtig kann aus der Schwarzmasse lediglich das Kobalt zurückgewonnen werden, das Lithium geht verloren. Die Freiberger Forscher geben nun CO2 und Wasser als Laugungsmedium hinzu, bevor die Wertkomponente Kobalt ausgeschmolzen wird. Auf diese Weise wird das in der Masse enthaltene Lithium selektiv abgetrennt und in Lithiumcarbonat umgewandelt. Es steht nun für die Herstellung neuer Lithiumakkumulatoren zur Verfügung. Das Verfahren haben sie sich patentieren lassen.

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