Wasser sichern: „Das schafft kein Land allein“
Starke Regenfälle, Flutwellen oder Dürren: Internationale Forschende wie Kaushal Chapagain vom ABCD-Centre arbeiten gemeinsam an Lösungen für Wassersicherheit.
Extreme Wetterereignisse und geschädigte Ökosysteme bedrohen weltweit die Wasserversorgung. Am Global Water and Climate Adaptation Centre (ABCD-Centre), einer Initiative des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), entwickeln internationale Forschende Lösungen für zu viel oder zu wenig Wasser. Einer von ihnen ist Kaushal Chapagain.
Zur Person
Der Umweltingenieur Kaushal Chapagain arbeitet für das Asian Institute of Technology in Bangkok, das zum ABCD-Centre gehört. Er beschäftigt sich mit Wassersicherheit und der Wechselwirkung von Wasser, Energie und Nahrungsmitteln.
Herr Chapagain, welche sind die wichtigsten Aufgaben des ABCD-Centre?
Wir suchen nach Antworten auf globale Herausforderungen von Wassersicherheit und beschäftigen uns mit der Anpassung an ein sich veränderndes Klima. Dabei setzen wir auf Forschung, Lehre und den Wissenstransfer in die Praxis. Zum Beispiel bringen wir in Workshops Forschende mit Regierungsbehörden zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Ideen für lokale und regionale Herausforderungen, etwa im städtischen Wassermanagement, beim Hochwasserrisiko, bei der Dürrevorsorge oder beim Küstenschutz. Im internationalen Masterstudium „Water Security and Global Change“ bilden wir Wasserexpertinnen und -experten von morgen aus.
Wie gelingt der Austausch zwischen Forschung und lokaler Politik und Verwaltung?
Neue Forschungsergebnisse müssen dringend den Weg in Politik und Praxis finden! Mein Lieblingsbeispiel ist ein Workshop in Cebu auf den Philippinen. Die Stadt hat mit Taifunen und ihren Folgen wie Überschwemmungen oder unterbrochener Wasserversorgung zu kämpfen. Im November 2025 kamen Regierungsbehörden, Wasserversorger, NGOs und Forschende zusammen. Gemeinsam entwickelten sie einen Aktionsplan. Zum Beispiel soll es mehr naturbasierten Küstenschutz durch die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern geben. Außerdem wurden beim zuständigen Ministerium ein eigenes Referat für Wasserressourcen und eine Behörde zur Wasserregulierung eingerichtet.
Warum braucht es für lokale Wasserprobleme einen globalen Blick?
Die Sicherung der Wasserversorgung und die Anpassung an den Klimawandel ist eine globale Aufgabe, die kein Land allein bewältigen kann. Es ist wichtig, Erfahrungen und Ideen aus möglichst vielen Regionen zusammenzubringen, um bewährte Lösungen an regionale Bedingungen anzupassen. Außerdem finden internationale Netzwerke mehr Gehör in globalen Debatten.
Welche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen?
Das ABCD-Centre profitiert von der Forschungsexpertise der TU Dresden und der RWTH Aachen, zum Beispiel bei der Hochwassermodellierung und bei urbanen Wassersystemen. Es gibt einen intensiven Austausch zwischen Forschenden und Studierenden aus dem Globalen Süden und Deutschland.