Dynamisch in die Zukunft

Positive Signale In herausfordernden Zeiten: Deutsche Unternehmen in der Türkei zeigen sich zuversichtlich.

MAN-Bus: erfolgreiche Produktion in der Türkei
MAN-Bus: erfolgreiche Produktion in der Türkei MAN

Es ist ein Spitzenwert: Noch nie zuvor war das Ergebnis so positiv, seitdem der „World Business Outlook“ der Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) die Stimmung der Mitgliedsunternehmen in der Türkei erhebt: Die geschäftliche Lage wird laut der Anfang Juni 2021 veröffentlichten Umfrage von 69 Prozent der Befragten als gut eingestuft. Die Deutsch-Türkische Industrie- und Handelskammer (AHK Türkei) macht deutlich: „Obwohl die Corona-Pandemie noch nicht überstanden ist, profitieren deutsche Unternehmen in der Türkei vom globalen wirtschaftlichen Aufschwung. Zudem ist es den Unternehmen gelungen, sich an die neuen Marktgegebenheiten anzupassen und verbesserte Schutzmaßnahmen gegen die wirtschaftlichen als auch gesundheitlichen Auswirkungen und Risiken der Pandemie zu treffen.“

Positiver Trend bei Beschäftigten und Investitionen

62 Prozent der Unternehmen erwarten ein gleichbleibendes Niveau der Beschäftigtenzahlen. 29 Prozent planen, in den kommenden zwölf Monaten mehr Beschäftigte einzustellen. 10 Prozent der Unternehmen gehen von einem Stellenabbau aus. Erstmals seit dem Beginn der Corona-Pandemie zeichnet sich ein Plus bei den Investitionen ab: Während 44 Prozent der Unternehmen ihr Investitionsniveau halten wollen, planen 25 Prozent höhere Ausgaben.

Fortschritte beim Impfen gegen das Corona-Virus sind ein Schlüssel für hohes wirtschaftliches Wachstum.

Markus C. Slevogt, Präsident der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer

Abwertung der Lira als größtes Risiko

86 Prozent der Unternehmen sehen in der Wechselkurs-Entwicklung der türkischen Lira das größte Risiko, gefolgt von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (67 Prozent). „Neben der Schaffung stabiler Rahmenbedingungen sind gegenwärtig insbesondere Fortschritte beim Impfen gegen das Corona-Virus der Schlüssel für hohes wirtschaftliches Wachstum“, sagt Markus C. Slevogt, der Präsident der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer.

Zollunion 2.0 als Ziel

Modernisierungsbedarf sehen die Unternehmen bei der Zollunion von Türkei und Europäischer Union (EU), die seit über 25 Jahren die Handelsbeziehungen erleichtert, insbesondere mit Deutschland, dem nach wie vor wichtigsten Handelspartner. Jeweils deutlich über die Hälfte der befragten Unternehmen sehen verbesserte, stärker digitalisierte Zollverfahren (63 Prozent) und die Reduzierung des hohen bürokratischen und administrativen Aufwands (58 Prozent) als Hauptanliegen einer Reform der bestehenden Zollunion.

Im Fokus: Energie für die Zukunft

Unabhängig vom jüngsten „World Business Outlook“ blickt die AHK Türkei auch auf die Zukunft der deutsch-türkischen Zusammenarbeit im Energiebereich. Am 3. Juni richtete die Kammer eine Wirtschaftsrunde zum Thema „Grüner Wasserstoff“ aus. Deutschland setzt im Rahmen seiner Wasserstoff-Strategie auf die umweltfreundliche Energiequelle; die Türkei gilt als wichtiger Partner in diesem Feld. In der AHK-Wirtschaftsrunde hob Hasan Aksoy, Forschungsleiter des Istanbuler SHURA Energy Transition Center, hervor: „Der Aufbau einer Wasserstoff-Industrie wird zu einem wichtigen energiestrategischen Ziel der Türkei.“

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