Karrieren ehemaliger Jugend-forscht-Teilnehmer

Der Schülerwettbewerb „Jugend forscht“ fördert den naturwissenschaftlichen Nachwuchs.

picture-alliance/dpa -Daniel Gurdan
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Gerade einmal 16 Jahre alt war Carina Lämmle, als sie zum ersten Mal vor Studierenden der Hochschule Biberach in Baden-Württemberg stand. Souverän erklärte sie den einige Jahre älteren Semestern, wie man ein Massenspektrometer bedient – ein Gerät, das chemische Teilchen nach Gewicht sortiert und zählt. Mit der Technik war sie bestens vertraut: Im Schülerforschungszentrum Südwürttemberg hatte sie einige Jahre zuvor ihr Interesse für genau diesen Bereich entdeckt. Mit einem selbst entwickelten Gerät untersuchte sie mit zwei Projektpartnern ein chemisches Verfahren, das Stoffgemische in ihre einzelnen Bestandteile trennt. Die Ergebnisse übertrugen sie auf ihren Apparat und verbesserten damit den Trennungsprozess. Mit dieser Leistung bewarben sie sich 2011 bei „Jugend forscht“. Die Nachwuchsforscher beeindruckten die Jury und wurden Bundessieger in der Kategorie „Beste interdisziplinäre Arbeit“. Kurze Zeit später nahm Carina Lämmle an einer Führung durch die Hochschule Biberach teil, wo der Dekan für Pharmazeutische Biotechnologie sie kurzerhand zur Mitarbeit einlud.

 

Mehr als 200.000 Jugendliche forschten

 

Genau das ist die Idee von „Jugend forscht“: Junge begabte Menschen so früh wie möglich zu fördern, sie mit neuesten Methoden vertraut zu machen und ihnen einen Weg in Forschung oder Wirtschaft zu bahnen. Der Wettbewerb war 1965 vom damaligen Chefredakteur der Zeitschrift „Stern“, Henri Nannen, ins Leben gerufen worden. Heute wird er auch von der Bundesregierung, von Schulen und der Wirtschaft unterstützt. An dem ausschließlich für naturwissenschaftliche Fächer ausgeschriebenen Wettbewerb haben in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 200.000 Jugendliche teilgenommen. Die Mehrheit hat später ein naturwissenschaftlich-technisches, mathematisches oder medizinisches Studium aufgenommen und viele haben im Forschungs- und Entwicklungsbereich Karriere gemacht. Manche gründen mit ihrer bei „Jugend forscht“ siegreichen Idee sogar ein Unternehmen. Einer von ihnen ist Daniel Gurdan. Mit sieben eingereichten Projekten ist er einer der erfolgreichsten Teilnehmer des Wettbewerbs. Er entwickelte beispielsweise einen Hobby-Quadrocopter – einen kleinen Hubschrauber mit vier Rotoren. 2006 gründete er gemeinsam mit anderen ehemaligen Jugend-forscht-Teilnehmern die Firma Universal Flying Objects. Bereits ein Jahr später folgte Ascending Technologies GmbH ein weiteres Unternehmen, das kleine Fluggeräte für Universitäten und professionelle Anwender aus dem Fotografie-, Industrie- und Forschungsbereich entwickelt und verkauft.

 

www.jugend-forscht.de

 

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