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Von E-Mobilität bis Robotik: Wie China in Deutschland investiert

Kein anderes asiatisches Land investiert mehr in Deutschland als China. Thomas König von der Deutschen Industrie- und Handelskammer kennt die Gründe.

Francoise HauserInterview: Françoise Hauser, 18.02.2026
Hier Arbeiten an einer Gasturbine für die Energiewende.
Deutschland, das Land der Ingenieure und Maschinenbauer, ist attraktiv für chinesische Investoren. © AdobeStock | industrieblick

Unter den asiatischen Ländern ist China Deutschlands wichtigster Investitionspartner – mit steigender Tendenz. Warum ist das so? Und wo genau investieren chinesische Unternehmen? Thomas König von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) beantwortet die wichtigsten Fragen.

Deutschland gilt nach wie vor als das Land der Ingenieure, Maschinenbauer und der technischen Innovation.
Thomas König ist Referatsleiter China bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).
Thomas König
Thomas König © Paul Aidan Perry

Warum ist Deutschland für Investoren aus China so attraktiv?  

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Zum einen gilt Deutschland nach wie vor als das Land der Ingenieure, Maschinenbauer und der technischen Innovation – und es steht für Qualität. Auch die geografische Lage mitten in Europa und damit der gute Zugang zu anderen europäischen Märkten spricht für Deutschland. Mehr als die Hälfte der chinesischen Unternehmen, die in Europa investieren, lenken ihre Aktivitäten von Deutschland aus, und ein Drittel steuert zudem von hier aus seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Deutschland gilt als verlässlicher Partner und als rechtssicheres Land mit hoher Lebensqualität. Allerdings muss man auch sagen: Die Arbeitskosten und die regulatorische Komplexität sind aus chinesischer Sicht hoch. 

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In welchen Bereichen investieren Unternehmen aus China? 

Die wichtigsten Bereiche sind der Automobilsektor inklusive E-Mobilität, grünes Bauen, Elektronik und Robotik, aber auch die Digitalisierung. Typisch ist dabei der wechselseitige Wissenstransfer – und das zeigt gut die Neujustierung der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. Heute hat China sein eigenes Know-how ausgebaut und der Wettbewerb zwischen Deutschland und China hat zugenommen. Deutsche Unternehmen sind bereit, sich diesem Wettbewerb zu stellen. Konkurrenz ist willkommen, sofern sie fair ist und unter gleichen Bedingungen arbeitet – dafür setzt sich auch die DIHK ein. Entsprechend sind Investitionen ein wichtiges Vehikel, um wirtschaftlich näher zusammenzurücken.

Wo sehen Sie noch Entwicklungsmöglichkeiten? 

Viel Potenzial gibt es noch in grünen Bereichen, aber auch in der Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft und der modernen industriellen Produktion sowie dem Smart Manufacturing. Nach einer Umfrage der chinesischen Handelskammer in Deutschland und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG Ende des Jahres 2025 erwarten 43 Prozent der chinesischen Unternehmen in Deutschland Umsatzwachstum, 41 Prozent planen Personalaufbau und 30 Prozent wollen ihre Investitionen erhöhen. Unter den asiatischen Ländern ist China bereits jetzt der größte Investor, auf chinesischer Seite sehen wir weiterhin viel Interesse und Kooperationspotenzial.

Zahlen und Fakten

  • • Nach Schätzungen der DIHK belaufen sich die bisherigen Direktinvestitionen aus China in Deutschland in Summe auf rund 16 Milliarden Euro.
     
  • • Die deutschen Direktinvestitionen in China betragen insgesamt rund 100 Milliarden Euro.
     
  • • Nach Angaben der Germany Trade & Invest (GTAI) stand China 2024 bei den Investitions-Neugründungen und Erweiterungsprojekten in Deutschland an dritter Stelle nach den USA und der Schweiz.
     
  • • Im Jahr 2025 gab es in Deutschland laut GTAI 6.800 chinesische Unternehmen (Hauptsitz in China und mehr als 51 Prozent der Firmenanteile) mit 114.200 Angestellten, China steht damit an fünfter Stelle nach der Schweiz, den Niederlanden, den USA und Großbritannien.
     
  • • Bei den chinesischen Bestandsinvestitionen liegen Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen vorne; bei der reinen Zahl der Projekte (ohne Fusionen und Übernahmen) steht laut GTAI Nordrhein-Westfalen mit fast 2.000 chinesischen Unternehmen an der Spitze.
     
  • • Deutschland, Ungarn und Polen sind die Top-3-Ziele für Neuinvestitionen chinesischer Unternehmen in Europa.