Investieren in Deutschland
Attraktiver Standort: Hightech-Unternehmen aus den USA, Asien und Europa investieren kräftig in Deutschland – und schaffen starke Cluster.
Die Dynamik ist deutlich gestiegen: Internationale Unternehmen haben 2025 in Deutschland rund 96 Milliarden Euro investiert – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die bundeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) wertet das als klares Vertrauenssignal. Deutschland sei für Firmen aus aller Welt attraktiv, weil stabile Rahmenbedingungen und hohe Rechtssicherheit Investitionen zuverlässig planbar machten, sagt die GTAI-Vorsitzende Julia Braune. Was spricht noch für Deutschland? Eine ganze Menge: Leistungsfähige Verkehrs-, Energie- und Datennetze, eine starke Forschungslandschaft, hoch qualifizierte Arbeitskräfte, gewachsene Industrie-Cluster und nicht zuletzt der Zugang zum EU-Binnenmarkt.
Milliarden für digitale Infrastruktur
Vor allem US-Technologiekonzerne treiben den Ausbau digitaler Infrastruktur voran. Google kündigte Investitionen von 5,5 Milliarden Euro bis 2029 für Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten an. Microsoft investiert 3,2 Milliarden Euro über zwei Jahre in KI- und Cloud-Infrastruktur. Oracle will weitere rund 1,9 Milliarden Euro über fünf Jahre im Raum Frankfurt anlegen. Das Rhein-Main-Gebiet zählt zu den wichtigsten Internetknoten Europas und zieht Anbieter aus aller Welt an. Auch der japanische Konzern NTT Global Data Centers erweitert sein Rechenzentrum im rheinland-pfälzischen Nierstein deutlich.
Starke Cluster
Parallel entstehen neue industrielle Ankerpunkte – häufig dort, wo Forschung, Zulieferer und Abnehmer nah beieinanderliegen. In Dresden baut die von der taiwanesischen TSMC geführte European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) eine neue Chipfabrik mit einem Gesamtvolumen von über 10 Milliarden Euro. Der US-Hersteller GlobalFoundries investiert zusätzlich 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau seiner sächsischen Fertigung. Und der französische Industriegase-Konzern Air Liquide stärkt mit über 250 Millionen Euro die Versorgung der Halbleiterindustrie mit Spezialgasen und Wasserstoff.
Auch die Pharmaindustrie setzt deutliche Impulse: Der US-Konzern Eli Lilly investiert rund 2,3 Milliarden Euro in einen neuen Produktionsstandort im rheinland-pfälzischen Alzey, unter anderem für Medikamente gegen Diabetes und Adipositas. Zudem plant Sanofi bis 2029 ca. 1,3 Milliarden Euro für eine neue Insulinproduktionsanlage in Frankfurt.
Indische Investoren sind ebenfalls in Deutschland aktiv: Tata Consultancy Services baut ein Automotive-Delivery-Center in München und Villingen-Schwenningen auf. Tata Technologies übernimmt die Wolfsburger ES-Tec Group für 75 Millionen Euro. Auch im Stahlsektor ist Bewegung möglich: Jindal Steel International verhandelt derzeit die Übernahme von Thyssenkrupp Steel Europe.