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Wie Design die Demokratie stärken kann

Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet sind World Design Capital 2026. Zahlreiche Events verbinden Gestaltung mit gesellschaftlichen Aspekten. 

Kim BergKim Berg, 16.01.2026
Impressionen vom Auftakt der Lampionfeste, die initiiert vom Deutschen Architektur Museum im Jahr 2025 auf dem Paulsplatz in Frankfurt stattfanden.
2026 ist Frankfurt mit der Rhein-Main-Region Welthauptstadt des Designs. © Ben Kuhlmann

Weiße Fassaden, klare Linien, funktionale Grundrisse: Frankfurt am Main steht für eine Gestaltungstradition, die Architektur als gesellschaftliche Aufgabe versteht. Das Projekt „Neues Frankfurt“ der 1920er-Jahre prägte früh die Idee, dass Design mehr ist als Form, nämlich ein Werkzeug für sozialen Fortschritt. Zuvor hatte sich bereits im rund 30 Kilometer entfernten Darmstadt die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe im Geist des Jugendstils als Experimentierfeld von Kunst, Handwerk und urbanem Leben etabliert.

2026 knüpft die Region an ihre spannende Designgeschichte an: Frankfurt und das umliegende Rhein-Main-Gebiet sind World Design Capital (WDC) — ein internationaler Titel, der alle zwei Jahre von der World Design Organization (WDO) verliehen wird. Er würdigt Städte oder Regionen, die Design und gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Fragen zusammendenken. Damit kommt die Auszeichnung erstmals nach Deutschland.

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Unter dem Motto „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ sollen zahlreiche Events zeigen, wie Gestaltung demokratische Prozesse unterstützen und den Alltag in Städten verbessern kann. „Demokratie ist permanent im Wandel und eine gestalterische Daueraufgabe“, sagt WDC-Geschäftsführerin Carolina Romahn. 

Geplant sind rund 2.000 Veranstaltungen mit etwa 450 Partnern aus Museen, Hochschulen, Initiativen und Unternehmen. Zu den Höhepunkten zählt die Open – Design Week Frankfurt RheinMain im Juni 2026, ein zehntägiges Schaufenster für Installationen, Workshops und Talks. Im August folgt das Module Festival, dessen Ziel es ist, visuelle Kunst und Musik zu vereinen. Neben großen Events stehen viele lokale Initiativen im Fokus – von neuen Grünflächen bis zu partizipativen Stadträumen. „Wir machen die Region zu einer großen Werkstatt des Experimentierens“, so Romahn. 

Begleitet wird das Designjahr von drei internationalen Konferenzen: im Mai in Wiesbaden, im September in Offenbach und im November in Frankfurt. In der Frankfurter Paulskirche soll ein Manifest an politische Entscheidungsträger übergeben werden. Ziel sei es, so Romahn, „dass das WDC 2026 weit über das Jahr hinauswirkt“. 

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