Für die Nachwelt erhalten

Fünf faszinierende Orte in Deutschland könnten bald UNESCO-Welterbe sein. Wir zeigen sie euch.

Unesco
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In Deutschland gibt es 46 UNESCO-Welterbestätten. Bald könnten neue hinzukommen, denn vom 16. bis zum 31. Juli 2021 tagt das UNESCO-Welterbekomitee. Es entscheidet auch über fünf Anträge, an denen Deutschland beteiligt ist. Wir zeigen euch, welche Orte das sind: 

 

Mathildenhöhe in Darmstadt

Die Mathildenhöhe in Darmstadt: Der Hochzeitsturm (links) ist das Wahrzeichen der Stadt. Rechts thront die Russische Kapelle.
Die Mathildenhöhe in Darmstadt: Der Hochzeitsturm (links) ist das Wahrzeichen der Stadt. Rechts thront die Russische Kapelle.
Adobe Stock/Branko Srot

Ursprünglich war die Mathildenhöhe ein Weinberg, später wurde ein Park angelegt. Heute befindet sich dort die Darmstädter Künstlerkolonie, ein Ensemble aus Wohnhäusern und Gebäuden, die im frühen 20. Jahrhundert von verschiedenen Künstlern entworfen wurden – vor allem im Jugendstil. Zum Teil wohnten sie auch darin. Zu sehen sind außerdem Skulpturen und Plastiken und die Russische Kapelle. Der 1908 fertig gestellte Hochzeitsturm des Architekten Joseph Maria Olbrich ist das Wahrzeichen Darmstadts. 

www.mathildenhoehe.eu

 

SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz

Vielleicht bald Welterbe: Der jüdische Friedhof Heiliger Sand in Worms
Vielleicht bald Welterbe: Der jüdische Friedhof Heiliger Sand in Worms
dpa

Die am Mittelrhein gelegenen Städte Speyer, Worms und Mainz waren im Mittelalter von großer Bedeutung für das aschkenasische Judentum. Bis heute sind dort wichtige Bauten und eindrucksvolle historische Friedhöfe erhalten. Das Erbe der Städte ist aber auch immateriell: Sie prägten Kultur, Religion und Rechtsprechung mittel- und osteuropäischer Juden. „SchUM“ ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, hebräischen Namen der drei Städte (Schpira, Waw, Mem). Gemeinsam bemühen sie sich nun darum, dass die jüdischen Stätten als Welterbe anerkannt werden.

www.schumstaedte.de

 

Bedeutende europäische Bäder

Im 19. Jahrhundert hatte die Badekultur in Europa Hochkonjunktur. Einige europäische Kurstädte waren international bekannt und wurden so auch zum idealen Ort für geistigen und kulturellen Austausch. In diesen Städten gab es nicht nur eine besondere Bäderarchitektur, sondern es entstanden auch sehenswerte Kurbauten, Villen und Parks. Aus Deutschland bewerben sich Bad Ems, Bad Kissingen und Baden-Baden um den Eintrag als UNESCO-Welterbe.

 

Donaulimes

Der Fluss Donau markierte einst die Grenze des römischen Reichs.
Der Fluss Donau markierte einst die Grenze des römischen Reichs.
dpa

Gesichert mit Kastellen und Wachtürmen bildete die Donau eine Flussgrenze des römischen Reichs. Was von den Grenzanlagen übrig blieb, kann heute noch in verschiedenen Museen besichtigt werden kann. Dabei verlief die Grenze nicht nur auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands: Österreich, die Slowakei, Ungarn und Deutschland stellten gemeinsam den Antrag fürs Welterbe.

 

Niedergermanischer Limes

So kann sie ausgesehen haben, die Grenze des römischen Reichs: ein rekonstruierter Limesturm am Rhein
So kann sie ausgesehen haben, die Grenze des römischen Reichs: ein rekonstruierter Limesturm am Rhein
dpa

Die heutigen Niederlande und die deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz waren einst eine Grenzregion des römischen Reichs. Mit dem Rhein bildete auch hier ein Fluss die Grenze zu Germanien. Daher wird sie auch „nasser Limes“ genannt. Hier waren bis zu 30.000 römische Soldaten stationiert, die Kultur florierte und die Städte des Rheinlands hatten in dieser Zeit eine erste Blüte. Unter Federführung der Niederlande bewirbt sich die Region nun darum, dass der Niedergermanische Limes Welterbe wird.


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