Solidarisch in der Krise

Südafrika ist für Deutschland ein wichtiger Partner. Doch die Corona-Krise wirkt sich auf die Wirtschaftsbeziehungen aus.

Deutsche  Unternehmen helfen in Südafrika Leben zu retten.
Deutsche Unternehmen helfen in Südafrika Leben zu retten. dpa

Südafrika ist der wichtigste Partner Deutschlands in Afrika südlich der Sahara. Erneuerbare Energien, Wasser und Infrastruktur: Diese Bereiche empfinden deutsche Unternehmen als besonders chancenreich für eine Zusammenarbeit. Etwa 600 deutschen Unternehmen beschäftigen in Südafrika fast 100.000 Personen.

Schwere wirtschaftliche Folgen

Die weltweite Corona-Pandemie hat Südafrika schwer getroffen. Trotz anfangs drastischer Maßnahmen hat sich das Land zu einem neuen Krisenherd der Pandemie entwickelt. Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass die bereits zuvor schwer angeschlagene Wirtschaft durch die Pandemie riesigen Schaden nimmt, von dem sich der einzige Industriestaat in Afrika ohne Hilfe von außen nur schwer wird erholen können.

Die Ende März 2020 verhängte, strikte Ausgangssperre hat sich vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen ausgewirkt. Doch gerade sie sind Südafrikas Jobmotor. „Hunderte, wenn nicht gar Tausende Kleinbetriebe werden pleitegehen – mit verheerenden Folgen für den Arbeitsmarkt“, glaubt der Wirtschaftsberater Dirk de Vos. Viele Analysten befürchten deshalb, dass die bereits zuvor extrem hohe Arbeitslosigkeit am Kap von rund 30 Prozent noch über die derzeitigen 40 Prozent steigen wird –  die mit Abstand höchste in einem Industriestaat. Ein Warnsignal ist, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal um fast 50 Prozent geschrumpft ist.

Starker Rückgang im Handel

Der Absturz hat auch Auswirkungen auf den Handel mit Deutschland: Lag der Austausch zwischen beiden Ländern 2019 noch bei insgesamt fast 20 Milliarden Euro, geht die Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika nach Angaben ihres Leiters Matthias Boddenberg nun für das Gesamtjahr 2020  von etwa 15 Milliarden Euro aus. Ein herber Rückgang, auch wenn Südafrika klar die beliebteste Destination für die deutsche Wirtschaft in Afrika bleibt. Hauptproduktgruppen sind Boddenberg zufolge immer noch Maschinen oder Anlagen, Autos und Zulieferteile (Katalysatoren). Aber auch Chemie und Pharmazie spielen im Zuge von Corona eine wichtige Rolle.

Deutsche Unternehmen helfen Leben zu retten

Aktuell hilft das Engagement deutscher Unternehmen in Südafrika Leben zu retten. Mit Unterstützung der Bundesregierung hat Volkswagen eine alte Fabrik in eine Corona-Klinik umgebaut. Die medizinische Einrichtung in Port Elizabeth in der Provinz Eastern Cape hat Platz für 4.000 Betten. Mercedes produziert zudem Sicherheitskleidung, BMW stellt Krankenhausbetten und Sauerstoff zur Verfügung. Mit Hilfe von Siemens wurden bis Ende August 20.000 Beatmungsgeräte produziert.

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