Kooperation in Gefahr

Was der Ukraine-Krieg für die Raumfahrt bedeutet: ein Blick auf beendete Kooperationen und die Situation auf der Raumstation ISS.

Raumstation ISS: Erfolgsmodell internationaler Zusammenarbeit
Raumstation ISS: Erfolgsmodell internationaler Zusammenarbeit aapsky - stock.adobe.com

Eigentlich ist es eine große Erfolgsgeschichte: Kooperationen über Ländergrenzen hinweg haben die internationale Raumfahrt in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend vorangebracht. Der russische Angriff auf die Ukraine stellt aber auch in diesem Bereich vieles in Frage.

Welche Konsequenzen hat der Krieg für die deutsch-russische Zusammenarbeit in der Raumfahrt?

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich eindeutig positioniert. „Im DLR sind Mitarbeitende aus 96 Ländern beschäftigt. Sie stehen für ein friedliches Miteinander aller Nationen und Menschen. Für uns gilt: Gewalt darf kein Mittel zur Durchsetzung von Zielen jedweder Art sein. Wir sehen deshalb mit großer Sorge die Entwicklungen in der Ukraine und verurteilen die kriegerischen Handlungen Russlands“, erklärte das DLR Anfang März 2022, wenige Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Als Konsequenz stoppte es seine Zusammenarbeit mit russischen Institutionen bei laufenden oder in Planung befindlichen Projekten. Auch die Europäische Weltraumorganisation ESA reagierte und stellte ihre Zusammenarbeit mit Russland bei Missionen zur Erforschung von Mond und Mars ein.

Was bedeutet der russische Angriff auf die Ukraine für die Internationale Raumstation ISS?

Bei dem prominentesten Beispiel internationaler Raumfahrt-Kooperation mit Russland, der Internationalen Raumstation ISS, droht ebenfalls eine Ende der Zusammenarbeit. Der Verlust an gemeinsamen Forschungserkenntnissen wäre für Russland und seine langjährigen Partner wie Deutschland gravierend. Russland schloss auch nicht aus, sein Modul von der ISS abzukoppeln. Noch fliegt die ISS unbeschadet von den Konflikten auf der Erde. So absolvierte auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer die letzte Woche seines Einsatzes auf der ISS planmäßig, bevor er Anfang Mai auf die Erde zurückkehrte. Über den Austausch mit seinen russischen Kollegen auf der ISS sagte er: „Oben waren wir alle einer Meinung: Dass wir alle entsetzt und betroffen waren über das, was auf der Erde vorgefallen ist, da gab es keinen Unterschied zwischen uns.“

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