Katastrophen aus dem All verhindern

Sie messen die Wasservorkommen und bekämpfen Waldbrände aus dem All: Wir stellen zwei spannende Weltraumprojekte vor.

 Mit Satelliten lassen sich klimatische Veränderungen analysieren.
Mit Satelliten lassen sich klimatische Veränderungen analysieren. aapsky - stock.adobe.com

Die Wasservorräte der Erde im Blick

Veränderungen im Grundwasser, schmelzende Gletscher, kältere, feuchtere oder trockenere und wärmere Luft – alles hat Einfluss auf die Erdanziehungskraft. An Stellen mit mehr Masse ist sie geringfügig stärker als an anderen.

Diesen Unterschied machen sich das „Gravity Recovery and Climate Experiment“ (GRACE) von 2002 bis 2017 sowie das Folgeprojekt „GRACE-Follow-On“ (GRACE-FO) ab 2018 zu nutze. Die Satelliten des Kooperationsprojektes zwischen NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sammeln Daten über das Gravitationsfeld der Erde. Diese schicken sie an Forschende des Jet Propulsion Laboratory im US-amerikanischen Pasadena, der Universität von Texas in Austin und des  Deutschen GeoForschungsZentrums in Potsdam. Dort lesen die Forschenden aus den Gravitationsdaten, wie sich die Erde wandelt: Steigen die Meeresspiegel? Verändert sich das Grundwasservorkommen? Schmelzen die Gletscher?

So wurde deutlich, dass das Eisschild Grönlands schrumpft – mit zunehmender Geschwindigkeit. In den vergangenen 20 Jahren hat die grönländische Eisdecke bereits 4,7 Billionen Tonnen Eis verloren. Eine Folge: Der Meeresspiegel steigt jährlich um 0,55 Millimeter an.

Waldbrände aus dem All bekämpfen

Ein Frühwarnsystem für den Ausbruch von Waldbränden: Das Münchener Startup Ororatech. Schon während ihres Studiums haben die vier Gründer Björn Stoffers, Florian Mauracher, Thomas Grübler und Rupert Amann das auf Künstlicher Intelligenz basierte System entwickelt, das mit Hilfe von Wärmebildern aus dem All Waldbrände frühzeitig erkennt. Dafür nutzten sie zunächst Bilder aus bestehenden Weltraumprogrammen wie dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus.

Als sie Beobachtungslücken feststellten, entwickelten sie ihren ersten Mini-Satelliten, der seit Januar 2022 die Erde umkreist. Er macht hochauflösende Wärmebilder von der Erdoberfläche und wertet sie mit Hilfe von KI aus. Eindeutige Waldbrände erfasst die KI sofort und meldet sie zur Erde. So reduziert sich die Zeitspanne zwischen Ausbruch eines Brandes und dem Alarm auch in kaum besiedelten, unwegsamen Gebieten wie etwa Nationalparks auf wenige Minuten.

Perspektivisch möchte das Münchener Startup neben dem Ausbruch von Waldbränden auch andere Vorgänge auf der Erde erfassen, zum Beispiel das Verdunsten von Wasser am Boden oder die Stärke von Ölfilmen auf Wasser. Dafür sollen bis Ende 2022 weitere Satelliten starten.

© www.deutschland.de

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