Mitfluggelegenheit ins All

Als dritter Deutscher forscht Alexander Gerst an Bord der ISS.

picture-alliance/dpa - Alexander Gerst

Wenn Alexander Gerst aus dem Fenster schaut, betrachtet er die Welt aus einer völlig anderen Perspektive als noch vor ein paar Monaten. In 400 Kilometer Höhe schwebt er über der ­Erde. Der atemberaubende Blick auf die Erdkugel ist allerdings nicht der einzige Grund, warum er ein halbes Jahr im All verbringt. Am 28. Mai 2014 flog der in Baden-Württemberg geborene Gerst als Wissenschaftsastronaut und Flug­ingenieur der Mission „Blue Dot“ in einer russischen Kapsel zur Internationalen Raumstation ISS. Bis November führt 
er mehr als 100 Experimente aus unterschiedlichen Wissenschafts­disziplinen durch.

In einem NASA-Versuch etwa hat der 38 Jahre alte Geophysiker untersucht, wie unterschiedliche Stoffe in Schwerelosigkeit auf Feuer reagieren. Und für ein ESA-Experiment erforscht er das Mischungsverhalten von Emulsionen. Viele seiner Versuche nimmt er am eigenen Körper vor: Unter anderem geht es um die Veränderungen der inneren Uhr, der Körpermasse und der menschlichen Haut im Weltall. Die Lebensdauer von Seifenblasen im Kosmos steht in einem Experiment im Fokus, das er im Auftrag von Schülern umsetzt. Mit ihrer Forschungsidee hatten sie den Wettbewerb „Aktion 42“ für sich entschieden. Fünf „Mitbewohner“ hat der deutsche Astronaut an Bord der ISS: die Raumfahrer Reid Wiseman und Steven Swanson aus den USA sowie die Russen Maxim Surajew, Alexander Skworzow und Oleg Artemjew. Gerst ist nach Thomas Reiter und Hans Schlegel der dritte Deutsche an Bord der Internationalen Raumstation und insgesamt der elfte deutsche Forscher im All.

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