Hier lernt ihr Kunst

Viele Kunsthochschulen in Deutschland bieten eine exzellente Ausbildung und sind oft mit großen Namen verbunden. Eine Übersicht.

Universität der Künste Berlin
Universität der Künste Berlin Matthias Heyde

Wer Bildende Kunst studieren will, hat in Deutschland viele Möglichkeiten. Die größte Auswahl bietet die Universität der Künste Berlin (UdK Berlin). Mit mehr als 70 Studiengängen und etwa 220 Professuren ist sie die größte Kunsthochschule in Europa. Wobei zu den vier Fakultäten neben Bildender Kunst auch Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst gehören. Ihre bis 1696 zurückreichende Geschichte macht die UdK Berlin gleichzeitig zu einer der traditionsreichsten Kunstschulen. Heute ist sie für viele namhafte Künstlerinnen und Künstler bekannt, die dort lehren oder gelehrt haben. Wie etwa Georg Baselitz, Hito Steyerl, Vivienne Westwood oder Ai Weiwei.

Kunstakademie Düsseldorf
Kunstakademie Düsseldorf dpa

Ebenfalls sehr bedeutend ist die Kunstakademie in Düsseldorf. Ihre Geschichte reicht bis 1773 zurück. Ihre erste große Zeit hatte die Akademie im 19. Jahrhundert, als die „Düsseldorfer Malerschule“ dort entstand. Vor allem aber ist die Akademie mit Namen wie Gerhard Richter, Günther Uecker, Otto Piene und vor allem Joseph Beuys verbunden, die in den 1950er- bis 1970er-Jahren dort studierten oder lehrten. In den Neunzigern sorgte die Düsseldorfer Photoschule um Bernd und Hilla Becher für Aufmerksamkeit.

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig dpa

Im Osten Deutschlands genießt die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig einen sehr guten Ruf. An der 1764 gegründeten Kunstschule entstand zur DDR-Zeit die sogenannte Leipziger Schule, zu der Maler wie Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig oder Werner Tübke gehörten. Heute gibt es dort die vier Studiengänge Malerei/Grafik, Buchkunst/Grafik-Design, Fotografie und Medienkunst. Vor allem der Studiengang für Malerei und Grafik genießt hohes Ansehen, was mit der Neuen Leipziger Schule zusammenhängt. Der Begriff wird auf dem Kunstmarkt verwendet, wenn es um Künstler wie Neo Rauch, Tilo Baumgärtel oder Julia Schmidt geht, die seit Ausstellungen Anfang der 2000er-Jahre weltweit bekannt sind.

Vergleichsweise jung und klein ist die Städelschule in Frankfurt am Main. Gestiftet wurde sie vom 1816 verstorbenen Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel. Studieren kann man dort Freie Bildende Kunst, Architektur und Curatorial Studies. Zu ihren bekanntesten Lehrenden und Absolventen gehören Jörg Immendorf, Wolfgang Tillmans, Tobias Rehberger, Peter Weibel, Isabelle Graw und Anne Imhof, die 2017 den Goldenen Löwen in Venedig gewann.