„Endlich wieder im Ring stehen“

Boxerin Nadine Apetz wurde während der Olympia-Qualifikation von Corona-Einschränkungen ausgebremst. Nun will sie neu angreifen.

Boxerin Nadine Apetz
Boxerin Nadine Apetz Marc Niemeyer

Nadine Apetz ist 34 Jahre alt und boxt im deutschen Nationalkader und Top-Team Olympia des Olympiastützpunkts Rheinland in Köln. Über eine Uni-Kurs kam Sie erst mit Mitte 20 zum Boxen – und ist heute in der Gewichtsklasse bis 69 Kilo in Deutschland nahezu konkurrenzlos. Ihr großer Traum ist es, an den Olympischen Spielen teilzunehmen.

„Als in Deutschland im März der Lockdown verhängt wurde, kämpfte ich gerade in London um meine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020. Mein wichtigster Qualifikationswettkampf für Tokio stand kurz bevor, wir Sportler lebten wie in einer Blase, hatten alles ausgeblendet und nichts als die Qualifikation für unseren größten Traum im Kopf.

Wir Sportler lebten wie in einer Blase, hatten nichts als die Qualifikation im Kopf.

Boxerin Nadine Apetz

Als dann die Ansage des Olympischen Komitees kam und die Box-Qualifikation auf Eis gelegt werden musste, traf uns das völlig überraschend. Schon am nächsten Tag waren wir zurück in Deutschland, wo das Leben quasi stillstand. Ich war traurig und frustriert, wir wussten gar nicht, wie es weitergehen würde. Ich musste weiter trainieren, wir konnten aber nicht in die Sporthallen. Das war alles schon sehr schwierig, wir wurden quasi von 100 auf Null gesetzt. Die Verschiebung der Olympischen Spiele auf das Jahr 2021 empfand ich dann fast als Erleichterung.

2021 werde ich wieder angreifen – würden die Spiele auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, bin ich mir nicht sicher. Schließlich schreibe ich gerade eigentlich meine Doktorarbeit in Neurowissenschaften, nach den Olympischen Spielen wollte ich die Arbeit abschließen. Nun verzögert sich alles um mindestens ein Jahr.

Aber ich bin zuversichtlich. Im Oktober 2020 startet das erste internationale Turnier in Köln und ich freue mich wahnsinnig darauf, endlich wieder richtig im Ring zu stehen. Wir hoffen alle, dass die Gesundheitskonzepte ausreichend sind und Sportlerinnen und Sportler aus möglichst vielen Nationen teilnehmen werden können. Denn dieses internationale Miteinander, das ist ja auch der olympische Gedanke.“ 

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