Coronavirus: Der Liveticker

Impfstoffe lassen sich schnell an neue Corona-Varianten anpassen +++ Hier findest du die wichtigsten Nachrichten zur Ausbreitung der Lungenkrankheit in Deutschland.

Live-Ticker
Biontech

24.02.2021

24.02.2021

24.02.2021: Impfstoffe lassen sich schnell an neue Corona-Varianten anpassen

Düsseldorf (dpa) - Die aktuellen Corona-Impfstoffe können nach Expertenangaben relativ schnell an mögliche neue Virusvarianten angepasst werden. Zumindest bei mRNA-Impfstoffen sei eine Umstellung des Konstrukts innerhalb von sechs Wochen möglich und die Herstellung von Millionen Dosen innerhalb weiterer sechs Wochen, sagte Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Es gebe Vorschläge der EU-Kommission für gesetzliche Regelungen. «Wenn die durchkommen, werden sie so ein, dass man hier keine Neuzulassung braucht.»

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23.02.2021: Von Pest bis Corona: Große Ausstellung über Seuchen

Hildesheim (dpa) - Pest, Cholera, Spanische Grippe: Seit Jahrtausenden werden Menschen von Seuchen heimgesucht. Eine Ausstellung mit dem Titel «Seuchen - Fluch der Vergangenheit, Bedrohung der Zukunft» im Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum beschäftigt sich von Ende August an mit Infektionskrankheiten und ihrer Bekämpfung seit der Antike. Schon 2018 begannen die Planungen, als noch niemand ahnte, dass ein Virus namens Sars-CoV-2 den Lauf der Welt verändern würde. In den kommenden Monaten wird auf mehr als 1800 Quadratmetern die gigantische Schau aufgebaut. Damit ist es die größte Ausstellung, die jemals zu dem Thema gezeigt wurde.

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22.02.2021

22.02.2021: Kassenärzte wollen in Praxen impfen

Berlin (dpa) - Die Kassenärzte wollen auch den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in ihren Praxen verabreichen, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist. Erste Daten hätten gezeigt, dass Transport und Lagerung des Präparats auch bei deutlich höheren Temperaturen möglich sei. «Das wiederum ist die Voraussetzung, um in den Praxen zu impfen. Das heißt, auch Biontech sehen wir als Impfstoff in den Praxen», sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Wann die Ärzte mit den Impfungen in den Praxen beginnen werden, könne man derzeit «schwer präzise festmachen». Noch gebe es keine ausreichenden Impfmengen. «Ich denke, ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen wird uns da mehr Klarheit bringen», betonte Gassen.

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21.02.2021: Studie aus Israel: Biontech-Impfstoff verhindert schwere Verläufe zu 99 Prozent

Tel Aviv (dpa) - Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer verhindert laut Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums nach der zweiten Impfung zu rund 99 Prozent schwere Krankheitsverläufe oder Todesfälle. Eine Corona-Erkrankung wurde zu 95,8 Prozent verhindert, zu 98 Prozent das Auftreten von Symptomen wie Fieber und Atembeschwerden. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Hezi Levi, sagte, die Daten zeigten einen signifikanten Rückgang der Krankheits- und Todesfälle. „Wir sind das erste Land der Welt, das die Wirkung des Corona-Impfstoffs in der realen klinischen Welt nachweisen konnte.“

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20.02.2021: G7 stärken globale Impfkampagne

Berlin (dpa) - Mit zusätzlichen Milliarden für die globale Impfkampagne wollen die sieben großen Wirtschaftsmächte (G7) den Kampf gegen die Corona-Pandemie in armen Ländern vorantreiben. Zum Abschluss ihres virtuellen G7-Gipfels am Freitag sprachen sich die Staats- und Regierungschefs dafür aus, das Jahr 2021 zu einem „Wendepunkt für den Multilateralismus“ machen zu wollen. Es war der erste G7-Gipfel mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden, nachdem sein Vorgänger Donald Trump die Gemeinschaft mit seinen Alleingängen wiederholt torpediert hatte.

Auf dem Gipfel erhöhten die G7 ihre Zusagen für die Impfkampagne in ärmeren Ländern nach eigenen Angaben um mehr als vier Milliarden US-Dollar. Darin sind zwei Milliarden Dollar enthalten, die die USA sofort zur Verfügung stellen. Die EU verdoppelte ihre Hilfe um 500 Millionen Euro. Die Bundesregierung stellt zusätzliche Mittel von 1,5 Milliarden Euro bereit. Deutschland ist damit nun der größte Geber, vor den USA und Großbritannien. Merkel betonte, „dass die Pandemie erst besiegt ist, wenn alle Menschen auf der Welt geimpft sind“.

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19.02.2021: Maas: Gleichberechtigter Zugang zu Impfstoffen auch für Länder in Konflikten

In einer Rede in der Offene Debatte im VN-Sicherheitsrat hat Außenminister Heiko Maas dazu aufgerufen, den gleichberechtigen Zugang zu Impfstoffen gegen COVID-19 auch für Länder in Konflikten sicherzustellen. Er sagte wörtlich: „In jedem Land stellt COVID-19 für die Infrastruktur in den Bereichen Gesundheitswesen, Soziales, Wirtschaft und Sicherheit eine enorme Belastung dar. In Ländern aber, die gerade Konflikte und Krisen durchleben, ist diese Belastung um vieles höher. Menschen und Gesellschaften in solch fragilen Situationen vor den Folgen der Pandemie zu schützen, ist nicht nur von dringlicher gesundheitspolitischer und sozioökonomischer Bedeutung, sondern ein zentraler Beitrag zum  Weltfrieden und zur internationalen Sicherheit.“

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18.02.2021: 48 Prozent der Corona-Positiven ohne Antikörper

Berlin (dpa) - Schützende Antikörper gegen das Coronavirus sind im Blut von ehemals Infizierten nach einiger Zeit oft nicht nachweisbar. Das zeigen neue Studiendaten des Robert Koch-Instituts (RKI). Der Studie zufolge waren das bei 48 Prozent der Getesteten der Fall.  Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass bei ihnen keine Immunität bestehe, teilte das RKI mit. Denn es gibt noch andere Schutzmechanismen des Körpers, wie etwa Gedächtnis-T-Zellen. Das Ergebnis spreche aber einmal mehr für eine Impfung, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Es sei bei Coronaviren generell nicht untypisch, dass der Antikörperschutz schneller erlösche als bei anderen Viren.

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17.02.2021: Gratis-Schnelltests für alle

Berlin (dpa) - Gratis-Schnelltests sollen helfen, das Virus einzudämmen und so mittelfristig mehr Lockerungen zu ermöglichen. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. «Ab 1. März sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können.» Zu bekommen seien sie in Testzentren, Praxen und Apotheken. Vorteil: Die Proben brauchen nicht extra ins Labor zum Auswerten geschickt zu werden, sondern funktionieren ähnlich wie Schwangerschaftstests, wie das Ministerium erklärt: Die Probe kommt auf einen Teststreifen, der mit einer Verfärbung reagiert. Dazu muss man sich aber von geschultem Personal einen Nasen- oder Rachenabstrich abnehmen lassen. Da diese Antigen-Tests aber als nicht so genau gelten, muss ein positives Ergebnis per PCR-Test bestätigt werden.

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16.02.2021

16.02.2021: Forscher: Dritte Welle bei leichten Öffnungen

Berlin (dpa) - Der Braunschweiger System-Immunologe Michael Meyer-Hermann befürchtet bei leichten Öffnungen eine dritte Welle durch ansteckendere Varianten des Coronavirus. «Wir sind aktuell mit mindestens zwei Pandemien konfrontiert», erläuterte der Forscher. «Die alte haben wir mit den aktuellen Maßnahmen unter Kontrolle.» Eine Inzidenz von 35 könne Anfang März erreicht werden. Aber die Mutante B.1.1.7 habe nach konservativen Schätzungen eine um 35 Prozent höhere Übertragungswahrscheinlichkeit. «Sie befindet sich in Deutschland bereits in einer Phase des exponentiellen Wachstums und die aktuellen Maßnahmen reichen nicht, um diese Entwicklung auszubremsen», ergänzte er. «Je mehr man jetzt aufgrund der fallenden Inzidenzen lockert, desto früher wird die dritte Welle mit B.1.1.7 sich entwickeln.»

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15.02.2021

15.02.2021: EU will bis Ende des Sommers allen ein Impfangebot machen

Die Europäische Union will bis Ende des Sommers allen Bürgern, die das wollen, ein Impfangebot unterbreiten. Das sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton dem französischen Fernsehsender BFM. Es sei dazu kein Impfstoff zusätzlich zu den für die EU bereits geplanten Mitteln nötig.

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14.02.2021: Grenzkontrollen in Kraft

Berlin (dpa) - Die verschärften deutschen Einreiseregeln an den Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol sind in der Nacht zu Sonntag in Kraft getreten. Nach Angaben der Bundesregierung dürfen ab Sonntag aus Tschechien und weiten Teilen Tirols nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Tschechien und Tirol gelten als Virusvarianten-Gebiete. Ausnahmen bei der Einreise gibt es für Gesundheitspersonal, Lastwagenfahrer und sonstiges Transportpersonal im Güterverkehr.

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13.02.2021: Corona-Maßnahmen verhindern Grippe

Berlin (dpa) In der laufenden Saison habe die Grippe auch angesichts von Corona-Schutzregeln mit Abstand und Masken so gut wie keine Chance, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). So gebe es derzeit nur 20 bis 30 gemeldete Grippefälle pro Woche statt einer sonst üblichen Größenordnung von einigen Tausend Fällen. Auch seien noch eine Million Impfdosen verfügbar, so dass sich Interessierte weiter gegen Grippe impfen lassen könnten.

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12.02.2021: Biontech entwickelt Software für Impfmanagement

Mainz (dpa) - Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech entwickelt zusammen mit dem Land Bayern eine Software zur besseren Steuerung der Impfstoff-Verteilung. «Der grobe Rahmen dafür steht», sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Das Projekt sei aber noch nicht abgeschlossen. An dem Projekt arbeiten nach Angaben der Biontech-Sprecherin Experten der firmeneigenen IT-Abteilung und eines Partnerunternehmens mit. Es gebe auch Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium darüber. Die Software solle unter anderem die Planungssicherheit der Impfzentren verbessern und helfen, flexibel auf etwaige Änderungen bei den Auslieferungsmengen reagieren zu können. Die Software soll dem Bericht zufolge auch andere Impfstoffe als das Präparat von Biontech und Pfizer erfassen können.

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12.02.2021

11.02.2021:

11.02.2021: Lockdown bis 7. März verlängert

Berlin (dpa) - Bund und Länder (Foto: Bundeskanzleramt) einigten sich am Mittwoch darauf, die geltenden Maßnahmen bis zum 7. März zu verlängern. Einen nächsten Öffnungsschritt könnte es geben, wenn die Zahl der Neuinfektionen weiter sinkt. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bis zum 7. März stabil unter 35 gesunken sein, sollen die Beschränkungen von den Ländern schrittweise gelockert werden können. Eine Ausnahme soll es zuvor für Friseure geben. Sie sollen unter strikten Hygiene-Auflagen bereits Anfang März wieder öffnen dürfen.

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Corona

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10.02.2021: Biontech startet Impfstoff-Produktion in Marburg

Mainz (dpa) - Das Mainzer Unternehmen Biontech hat in dem neuen Werk im hessischen Marburg mit der Produktion seines Corona-Impfstoffs begonnen. Als erster Schritt werde der Botenstoff mRNA hergestellt, teilte das Unternehmen mit. Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer hergestellt werden. Die ersten am Standort Marburg hergestellten Impfstoffe werden voraussichtlich Anfang April ausgeliefert. Biontech will dort bis zu 750 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs jährlich herstellen.

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09.02.2021

09.02.2021: Impfbereitschaft steigt

Hamburg (dpa) - Die Bereitschaft, sich gegen Corona impfen zu lassen, ist in Deutschland einer repräsentativen Umfrage zufolge gestiegen. Ende Januar lag sie bei 62 Prozent, im November hatten 57 Prozent der Befragten ihre Impfbereitschaft bekundet. Das ergab eine Studie des Hamburg Center for Health Economics, wie die Universität Hamburg am Montag mitteilte. «Wir sehen, dass vor allem die bisher unentschlossenen jungen Menschen nun eine Entscheidung getroffen haben», erklärte der Wissenschaftliche Direktor am Hamburg Center for Health Economics, Prof. Jonas Schreyögg. Zudem sei das Vertrauen in die Sicherheit der Impfstoffe seit November gestiegen. In Deutschland glauben 57 Prozent der Befragten, dass die inzwischen verfügbaren Impfstoffe sicher sind.

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08.02.2021: Jeder Zweite gegen Lockerung des Lockdowns

Berlin (dpa) - Jeder zweite Deutsche ist gegen eine Lockerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 37 Prozent für eine Verlängerung der bisherigen Einschränkungen über den 14. Februar hinaus, weitere 13 Prozent sind sogar für eine Verschärfung. Dagegen sind 30 Prozent für eine Lockerung und 13 Prozent für eine komplette Rückkehr zur Normalität. 7 Prozent machten keine Angaben.

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07.02.2021: Steinmeier: Gedenkfeier für Opfer der Pandemie am 18. April

Berlin (dpa) - Die zentrale Gedenkfeier für die Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie soll am 18. April stattfinden. Das sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Das Ziel der Gedenkfeier ist klar: als Gesellschaft innehalten, den Hinterbliebenen eine Stimme geben, in Würde Abschied nehmen von den Toten“, sagte der Bundespräsident. Die Veranstaltung soll live übertragen werden. „Neben Hinterbliebenen wird an diesem Sonntag auch die Staatsspitze teilnehmen. Wegen Corona kann leider nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern dabei sein, und viele Planungen bleiben unsicher.“ In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie 60 000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, weltweit sind es mehr als zwei Millionen Tote.

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06.02.2021: Sorge wegen Virus-Varianten

Berlin (dpa) - Die ansteckenderen Corona-Varianten dürften nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) eine wachsende Rolle in Deutschland spielen. Bislang dominierten sie aber noch nicht das Infektionsgeschehen, wie RKI-Chef Lothar Wieler sagte. Der Anteil der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 liege aktuell bei knapp sechs Prozent der nachgewiesenen Fälle.

In Großbritannien ist die Variante B.1.1.7 inzwischen die bi weitem häufigste in den untersuchten Proben. Der Astrazeneca-Impfstoff wirke auch gegen diese Variante, teilte die Universität Oxford mit, die das Vakzin entwickelt hatte. Der Schutz vor einer symptomatischen Infektion sei laut einer bislang nur im Preprint veröffentlichten Studie ähnlich hoch wie bei der bislang vorherrschenden Virusvariante.

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05.02.2021: Merkel: „Leichtes Licht am Ende des Tunnels“

Berlin (dpa) - Knapp eine Woche vor dem nächsten Corona-Treffen von Bund und Ländern ist die weitere Strategie nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch offen. Was bei den Beratungen am nächsten Mittwoch herauskommen werde, könne sie noch nicht sagen, sagte Merkel am Donnerstagabend in einem Interview der Sender ntv und RTL. «Weil ich mir angucken muss, wie weit ist das britische Virus schon vorgedrungen.» Sie warnte vor «falschen Hoffnungen»: «Ich sehe ein leichtes Licht am Ende des Tunnels, aber es ist eine unglaublich schwere Zeit.» Merkel vertrat die Ansicht, der Scheitelpunkt der zweiten Welle sei überschritten. Die Infektionszahlen gingen deutlich herunter, es werde immer mehr geimpft. Allerdings seien Zielwerte noch nicht erreicht.

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05.02.2021:

04.02.2021

04.02.2021:

04.02.2021: Ethikrat lehnt Privilegien für Geimpfte ab

Berlin (dpa) - Der Deutsche Ethikrat hält es für falsch, die wegen der Corona-Pandemie beschlossenen staatlichen Freiheitsbeschränkungen für Geimpfte früher zu beenden. Ohnehin müsse erst geklärt werden, ob von geimpften Menschen weiterhin eine Ansteckungsgefahr ausgehe oder nicht, sagte die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx (Foto), am Donnerstag in Berlin. «Eine vorherige individuelle Rücknahme nur für Geimpfte» wäre daher nicht richtig. Das Befolgen von Regelungen wie Maske-Tragen oder Abstand halten könne man auch Geimpften weiterhin zumuten, wenn das notwendig sei. Der Ethikrat ist ein Gremium, das mit seinen Stellungnahmen Orientierung für Politik und Gesellschaft geben soll. Seine Mitglieder des Ethikrates werden vom Bundestagspräsidenten ernannt.

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03.02.2021: Curevac will mit Glaxosmithkline Impfstoff gegen Varianten entwickeln

Tübingen/London (dpa) - Der deutsche Impfstoffhersteller Curevac will gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern Glaxosmithkline weitere mRNA-Impfstoffe entwickeln, die vor mutierten Varianten des Coronavirus schützen. «Diese neue Kooperation baut auf unseren bestehenden Verbindungen mit Curevac auf», sagte Glaxosmithkline (GSK)-Chefin Emma Walmsley laut einer Mitteilung von Mittwoch. «Sie steht dafür, dass wir unsere wissenschaftliche Expertise in mRNA und der Impfstoffentwicklung vereinen, um die Entwicklung von neuen Covid-19-Impfstoffen zu beschleunigen.»

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02.02.2021:

02.02.2021: Bundeswehr startet Corona-Nothilfe für Portugal

Berlin (dpa) - Mit Sanitätern und Beatmungsgeräten will die Bundeswehr von Mittwoch an dem weitgehend abgeriegelten Portugal in der Corona-Pandemie beistehen. Es sei geplant, dem EU-Partner zunächst 26 Sanitätskräfte sowie 150 Feldkrankenbetten und insgesamt 50 Beatmungsgeräte zu stellen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Hilfe solle in einem Krankenhaus erfolgen.

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01.02.2021

01.02.2021: Biontech will 75 Millionen Impfdosen mehr liefern

Mainz (dpa) - Vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern kündigte der deutsche Impfstoffhersteller Biontech an, im zweiten Quartal bis zu 75 Millionen zusätzliche Dosen seines Vakzins an die Europäische Union auszuliefern. Möglich sei das durch höhere  Produktionskapazitäten. Auch der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca will im ersten Quartal mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern als angekündigt. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu, also insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit. Das ist die Hälfte der ursprünglich anvisierten Menge von 80 Millionen Dosen.

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31.01.2021: Spahn im Fall von EU-Zulassung offen für Impfstoffe aus Russland und China

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich im Falle einer erfolgreichen EU-Zulassung offen für den Einsatz von Corona-Impfstoff aus Russland und China in Deutschland. „Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, egal in welchem Land er hergestellt wurde, dann kann er bei der Bewältigung der Pandemie natürlich helfen“, sagte Spahn der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Entscheidend sei eine reguläre Zulassung nach europäischem Recht. Russland hatte am Freitag angekündigt, die EU im zweiten Quartal mit 100 Millionen Dosen des Impfstoffes Sputnik V versorgen zu können. Damit könnten 50 Millionen Menschen geimpft werden. Ein Antrag auf Zulassung sei bereits bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eingereicht worden.

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30.01.2021: Einreisesperre für Corona-Mutationsgebiete

Berlin (dpa) - Für Länder, in denen sich besonders ansteckende Varianten des Coronavirus stark ausgebreitet haben, gilt in Deutschland ab Samstag, 30. Januar, eine weitreichende Einreisesperre. Betroffen sind die Länder Brasilien, Großbritannien, Irland, Portugal und Südafrika; am Sonntag kommen noch die afrikanischen Staaten Eswatini und Lesotho hinzu. Das vom Kabinett beschlossene Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen gilt bis zum 17. Februar, sieht aber zahlreiche Ausnahmen unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr vor.

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29.01.2021: Erlaubnis für Biontech-Werk in Marburg

Darmstadt/Mainz (dpa) - Das Mainzer Unternehmen Biontech hat auch die arzneimittelrechtliche Erlaubnis zur Herstellung von Corona-Impfstoff in seinem Werk im hessischen Marburg erhalten. Das teilte das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt am Donnerstag mit. Vor zwei Wochen hatte Biontech bereits die Genehmigung zum Betrieb seiner Anlage für die Produktion des Mittels bekommen - in dem Fall war das RP Gießen zuständig. Nach Angaben eines Sprechers der Darmstädter Behörde steht noch ein weiterer formaler Schritt an: Um den in Marburg hergestellten Impfstoff in der Europäischen Union vermarkten zu können, sei noch eine Genehmigung der EU-Arzneimittelagentur EMA nötig. Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden.

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28.01.2021: Inzidenz erstmals seit Oktober unter 100

Berlin (dpa) - Erstmals seit Ende Oktober liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) unter der Schwelle von 100. So wurden in Deutschland binnen einer Woche 98 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an die Gesundheitsämter übermittelt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Damit hat sich die Zahl der innerhalb von 7 Tagen gemeldeten Neuinfektionen seit dem Höchststand kurz vor Weihnachten - die 7-Tage-Inzidenz lag am 22. Dezember bei 197,6 - in etwa halbiert. Das politische Ziel ist eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50.

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27.01.2021: Sanofi will 125 Millionen Biontech-Dosen produzieren

Paris (dpa) - Der französische Pharmakonzern Sanofi will ab Sommer mehr als 125 Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs für die Europäische Union liefern. Sanofi wolle dem Mainzer Unternehmen Biontech Zugang zu seiner Produktionsinfrastruktur gewähren, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Ziel sei es, «Fertigungsschritte der späten Phase» zu übernehmen, um die Lieferung des Covid-19-Impfstoffs zu unterstützen. Die ersten Lieferungen sollen im Sommer 2021 aus den Produktionsanlagen von Sanofi in Frankfurt geliefert werden.

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26.01.2021:

26.01.2021: Zahl der Neuinfektionen sinkt weiter

Berlin (dpa) - Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6408 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Vergangenen Dienstag hatte das RKI 11.369 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. Der Höchststand von 33.777 Neuinfektionen war am 18. Dezember gemeldet worden. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,95 (Vortag 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

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25.01.2021: Deutschland kauft Antikörper-Medikament

Berlin (dpa) - Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Aussicht gestellte Covid-19-Behandlung mit Antikörpern soll erwachsenen Patienten mit milden oder moderaten Symptomen und einem Risiko für schwere Verläufe zugute kommen. Eine Anwendung erfolge nach individueller Nutzen-Risiko-Abschätzung der behandelnden Ärzte, teilte das Bundesministerium für Gesundheit auf Anfrage mit. Spahn hatte in der "Bild am Sonntag" mitgeteilt, 200.000 Dosen entsprechender Präparate für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. In den USA gibt es für diese Arzneimittel eine Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA, in der Europäischen Union sind die Mittel bisher nicht zugelassen.

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24.01.2021: Strengere Einreiseregeln in Kraft

Berlin (dpa) - Für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen gelten seit Sonntag strengere Regeln bei der Einreise nach Deutschland. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. Wer von dort einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test (PCR-Test oder Labor- oder Schnelltests vergleichbarer Qualität) vorweisen können.

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23.01.2021: Steinmeier plant zentrale Gedenkfeier nach Ostern

Berlin (dpa)- Mit einer zentralen Gedenkfeier nach Ostern in Berlin will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Erinnerung an die Toten der Corona-Pandemie wach halten. Gemeinsam mit den anderen Verfassungsorganen wolle er damit „ein Zeichen setzen, dass wir als Gesellschaft gemeinsam trauern, dass wir die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen“, teilte das Bundespräsidialamt am Freitag mit. Zugleich rief Steinmeier alle Bürger zu einem Zeichen des stillen Gedenkens auf: Bis zu dem geplanten Trauerakt sollten sich möglichst viele Menschen an einer Aktion #lichtfenster beteiligen, ein Licht in ihre Fenster stellen und auch ein Bild davon mit dem Hashtag #lichtfenster in den sozialen Medien teilen. Im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, werde gut sichtbar ein Licht im zentralen Fenster über dem Portal leuchten.

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

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22.01.2021:

22.01.2021:

22.01.2021: Merkel: „Harte Einschnitte zahlen sich aus“

Berlin (dpa) - Es seien «gute Nachrichten», dass die täglichen Neuinfektionen und die Belegung der Intensivstationen endlich zurückgingen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel Politikerin am Donnerstag in Berlin. «Das zeigt, dass die harten Einschnitte, die die Menschen in Deutschland seit Wochen auf sich nehmen müssen, sich auszuzahlen beginnen.»  Die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sank nun auf 119 und damit den niedrigsten Wert seit 1. November, wie das RKI am Donnerstag bekannt gab. Trotz sinkender Corona-Zahlen warb Merkel eindringlich für den längeren Lockdown bis in den Februar. Man dürfe nicht warten, bis sich eine neue, wohl ansteckendere Virus-Variante ausbreite. «Dann wäre es zu spät, um eine dritte Welle der Pandemie und gegebenenfalls eine noch heftigere als jemals zuvor zu verhindern.»

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21.01.2021: Längerer Lockdown hat kaum Auswirkungen auf Arbeitsmarkt

Berlin (dpa) - Die Verlängerung des Lockdowns hat nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) nur geringe Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. «Die Unternehmen halten an ihren Fachkräften fest - wahrscheinlich, weil sie fürchten, dass sie sie im Sommer nicht wiederbekommen, wenn sie ihre Leute jetzt entlassen würden», sagte BA-Chef Detlef Scheele dem Nachrichtenportal «t-online». Die Arbeitgeber blickten nach seinem Eindruck derzeit relativ optimistisch in die Zukunft.

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Corona

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20.01.2021: Leichter Optimismus bei Intensivmedizinern

Berlin (dpa) - Mediziner sehen mit Blick auf die Zahl der Covid-Intensivpatienten einen leicht rückläufigen Trend. „Wir sind vorsichtig optimistisch“, sagte ein Sprecher der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Mittwoch. Es habe keinen großen Anstieg der Patientenzahlen als Folge von Weihnachten und Silvester gegeben. Von dem Höchststand mit 5700 Patienten am 3. Januar ist die aktuelle Zahl auf 4930 Patienten am 19. Januar gesunken.

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Corona-Lockdown bis 14. Februar verlängert

Berlin (dpa) - Der bis Ende Januar befristete Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland wird bis zum 14. Februar verlängert. Diese und weitere Maßnahmen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag vereinbart. „Wir müssen jetzt handeln“, sagte Merkel mit Blick auf die neuen Virus-Mutationen. Es sei nun noch Zeit, der Gefahr vorzubeugen.

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19.01.2021: Längerer Lockdown mit strengerer Maskenpflicht geplant

Berlin (dpa) - Vor den Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise zeichnen sich längere Beschränkungen bis in den Februar hinein ab. Dazu könnten zusätzliche Vorgaben zu besser schützenden Masken etwa in Bussen, Bahnen und Geschäften kommen. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten wollen an diesem Dienstag erneut beraten - der kürzlich verschärfte Lockdown ist vorerst bis Ende Januar vorgesehen.

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18.01.2021: Biontech-Impfstoff jetzt noch einfacher einsetzbar

Berlin (dpa) - Bei den Corona-Impfungen in Deutschland kann das Präparat der Hersteller Biontech und Pfizer künftig einfacher eingesetzt werden. Wie aus aktualisierten Handlungsempfehlungen von Biontech hervorgeht, kann der Impfstoff auch schon als fertige Dosis in der Spritze bis zu sechs Stunden bei 2 bis 8 Grad transportiert werden. Das hätten neue Daten zur Stabilität des Impfstoffes ergeben.

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17.01.2021: Freies Reisen mit EU-Impfpass?

Brüssel (dpa) - Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber, ist für ein EU-Zertifikat für Corona-Geimpfte, das freies Reisen im Schengen-Raum ermöglicht. «Wenn die Menschen geimpft sind, müssen sie mit einem entsprechenden Papier in der EU reisen können», sagte der CSU-Politiker. Die EU-Staaten müssten schnell handeln und bereits bei ihrem Videogipfel nächste Woche (21. Januar) eine Orientierung geben. Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) hat sich am Wochenende für mehr Freiheiten für Geimpfte ausgesprochen.

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16.01.2021: Weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen möglich

Berlin (dpa) - Aus Sorge wegen der kritischen Corona-Lage in Deutschland ziehen Bund und Länder ihre Beratungen über mögliche schärfere Beschränkungen auf kommenden Dienstag vor. Angesichts einer zu hohen Zahl der Neuinfektionen und einer neuen, wohl ansteckenderen Virus-Variante mehren sich Forderungen nach zusätzlichen Maßnahmen – ein bereits verschärfter Lockdown ist vorerst bis 31. Januar 2021 vorgesehen. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, müsse noch mehr getan werden, um Kontakte zu reduzieren. Dazu gehöre eine stärkere Nutzung von Homeoffice. Auch im öffentlichen Nahverkehr mit Bussen und Bahnen gehe es darum, Wege zu finden, wie Kontakte unter Fahrgästen ausgedünnt werden könnten.

Unterdessen sicherte der deutsche Impfstoffhersteller Biontech der EU zu, trotz einer zwischenzeitlichen Produktionssenkung die für dieses Quartal zugesagte Menge an Corona-Impfstoff zu liefern.

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15.01.2021

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15.01.2021: Impfbereitschaft steigt deutlich

In der Corona-Pandemie steigt die Impfbereitschaft in Deutschland. Inzwischen sagen 67 Prozent, dass sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Ende November des vergangenen Jahres lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. 22 Prozent sind sich noch nicht sicher. Im November zögerten 29 Prozent. Zehn Prozent – statt vorher 20 Prozent - wollen sich nicht impfen lassen. Diese Zahlen veröffentlichte das „ZDF-Politbarometer“ am Freitag.

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14.01.2021:

14.01.2021: RKI-Chef: Wegen Mutationen nicht verreisen

Berlin (dpa) - Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die Menschen in Deutschland auch wegen neuer Coronavirus-Varianten zum Verzicht auf nicht notwendige Reisen aufgerufen. «Wer nicht unbedingt muss, sollte im Moment nicht verreisen», sagte Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Mit Stand Mittwoch seien alle aktuell bekannten Fälle, in denen die neuen Varianten nachgewiesen wurden, von Reisenden nach Deutschland gebracht worden.

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13.01.2020:

13.01.2021: Merkel warnt eindringlich vor verändertem Corona-Virus

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eindringlich dazu aufgerufen, alles zur Eindämmung der in Großbritannien aufgetauchten veränderten Variante des Coronavirus zu tun. Das Virus könne in sehr kurzer Zeit «die Führerschaft gegenüber dem alten Virus» übernehmen, sagte Merkel am Dienstag. Man müsse mit einer ganz anderen Aggressivität dieses Virustyps rechnen. Würde diese Virusvariante in Deutschland die Oberhand bekommen, wäre man wieder mitten im exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen. «Deshalb ist also aller-, allerhöchste Vorsicht geboten», sagte die Kanzlerin.

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12.01.2021: Biontech will dieses Jahr zwei Milliarden Impfdosen liefern

Mainz/New York (dpa) - Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen 2021 bis zu zwei Milliarden Dosen ihres Corona-Impfstoffs herstellen. Das geht aus  Unterlagen von Biontech an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Bislang hatten die Firmen 1,3 Milliarden Dosen angepeilt. Bedingung für die höhere Produktion seien Verbesserungen und Vergrößerungen an den bisherigen Standorten sowie weitere Lieferanten und Vertragspartner für die Herstellung.

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11.01.2021

11.01.2021: Moderna-Impfstoff kommt Montag, Verteilung Dienstag

Berlin (dpa) - Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna soll nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch an diesem Montag an einen zentralen Punkt in Deutschland geliefert werden und am Dienstag an die Bundesländer gehen. Dann könnten die Impfzentren beginnen, auch dieses Präparat zu impfen, sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Spahn betonte, dass sich das Impfen mit der Öffnung der Impfzentren beschleunigen werde. Wenn ausreichend Impfstoff vorhanden sei, könnten auch die Hausärzte Impfungen vornehmen.

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10.01.2021: Über eine halbe Million Geimpfte

Berlin (dpa) - In Deutschland wurden inzwischen 532.878 Impfungen beim RKI erfasst (Stand Samstag 11.00 Uhr). Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (15,6), die wenigsten für Sachsen (4,4). Bundesweit liegt der Wert bei 6,4. In absoluten Zahlen kommt laut RKI Nordrhein-Westfalen auf den höchsten Wert mit 98.950 Geimpften. Mehr als 260.000 Personen wurden aus beruflichen Gründen geimpft, etwa Mediziner und Pflegekräfte. Mehr als 206.000 Bewohner in Pflegeheimen haben ebenfalls eine Impfung erhalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, das Tempo beim Impfen werde jetzt zunehmen.

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09.01.2021: Impfkommission: Zweite Dosis nicht aufschieben 

Berlin (dpa) - Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung soll nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) nicht vergrößert werden. Das teilte die Stiko in einer Aktualisierung ihrer Impfempfehlung am Freitag mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Behörde prüfen lassen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist, um mit den derzeit begrenzten Impfstoff-Mengen möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen zu können. Hintergrund ist, dass ein gewisser Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung bereits nach der ersten Impfung gegeben ist.

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08.01.2021

08.01.2021: Impfstoffentwickler Curevac kooperiert mit Bayer 

Berlin (dpa) - Der deutsche Pharmakonzern Bayer und der Tübinger Impfstoffentwickler Curevac haben einen Kooperations- und Servicevertrag mit dem Ziel geschlossen, mehrere hundert Millionen Impfdosen weltweit zu vermarkten. Der neue Impfstoff soll ab dem dritten Quartal einsetzbar sein. Curevac ist seit längerem mit der Entwicklung eines Impfstoffes befasst. Bayer soll die für die Zulassung nötige Studie unterstützen und die Lieferketten im Blick haben. Möglicherweise übernimmt Bayer auch Teile der Produktion.

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07.01.2021: Zweiter Impfstoff in EU zugelassen – Lieferung ab nächster Woche

Amsterdam/Brüssel/Berlin (dpa) - Als zweiter Corona-Impfstoff ist ab sofort das Mittel des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union zugelassen. Dies entschied die EU-Kommission am Mittwoch auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte in Berlin an: «Wir gehen von einem Start der Lieferung von ersten Dosen in der nächsten Woche aus.» Auch Moderna kündigte an, dass es erste Lieferungen an europäische Länder voraussichtlich nächste Woche geben solle.

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06.01.2021

06.01.2021: Lockdown wird verschärft - Bewegungseinschränkungen in Hotspots

Berlin (dpa) - Auf die Menschen kommen in der Corona-Pandemie schärfere Einschränkungen zu. Ziel ist es, die Zahl der Infektionen mit dem Virus zu senken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder einigten sich am Dienstag auf eine Verlängerung der ursprünglich bis zum 10. Januar vereinbarten Lockdown-Regeln bis zum Monatsende. Zudem sollen künftig Treffen nur noch mit einer Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, möglich sein. Die Länder sollen für Kreise, in denen sich binnen sieben Tagen mehr als 200 Menschen pro 100.000 Einwohner neu infiziert haben, den Bewegungsradius der Bürger auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzen.

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Die Maßnahmen im Überblick:

KONTAKTE: Die Kontaktbeschränkungen werden verschärft. Künftig sind Treffen jenseits des eigenen Haushalts nur noch mit einer weiteren Person erlaubt.

BETRIEBSKANTINEN: Betriebskantinen dürfen allenfalls noch Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten.

MOBILITÄT: In Landkreisen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden, sollen sich Menschen ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen. „Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar.“

IMPFUNGEN: Bis spätestens Mitte Februar sollen sich alle Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen impfen lassen können. Bis zum 1. Februar sollen etwa vier Millionen Impfdosen ausgeliefert worden sein.

KINDERKRANKENGELD: Normalerweise erhält jedes Elternteil pro Jahr für bis zu zehn Arbeitstage Kinderkrankengeld, Alleinerziehende für bis zu 20 Tagen. Vorübergehend soll der Zeitraum auf 20 beziehungsweise 40 Tage steigen. Der Anspruch gilt auch, wenn das Kind wegen Corona nicht in die Schule oder Kita gehen kann.

EINREISEN: Wer aus einem ausländischen Risikogebiet einreist, muss sich künftig bei der Einreise testen lassen oder in den 48 Stunden davor. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, die ab dem fünften Tag durch einen negativen Test beendet werden kann, bleibt bestehen.

Weiterhin gilt:

EINZELHANDEL: Der Einzelhandel bleibt geschlossen. Ausnahmen gelten für Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken. Dazu zählen: Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte; Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Tierbedarf, Futtermittelmärkte, Weihnachtsbaumverkauf und Großhandel.

SCHULEN: Schulen bleiben grundsätzlich geschlossen, oder die Präsenzpflicht bleibt ausgesetzt. Es wird eine Notfallbetreuung sichergestellt und Distanzlernen angeboten. Für Abschlussklassen können gesonderte Regelungen gelten.

KITAS: Auch Kindertagesstätten bleiben grundsätzlich geschlossen. Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen.

ARBEITSPLATZ: Arbeitgeber werden dringend gebeten zu prüfen, ob Unternehmen entweder durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösungen geschlossen werden können.

ALKOHOL: Das Trinken alkoholischer Getränke im öffentlichen Raum wird untersagt. Verstöße werden mit einem Bußgeld belegt.

FRISEURE: Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe sind zu schließen.

NOTWENDIGE BEHANDLUNGEN: Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege bleiben möglich.

GOTTESDIENSTE: Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind nur zulässig, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt werden kann. Es gilt Maskenpflicht auch am Platz, der Gemeindegesang ist untersagt. Wenn volle Besetzung erwartet wird, sollen sich die Besucher anmelden.

ALTENPFLEGE: Das Personal in stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen muss mehrmals pro Woche getestet werden. In Regionen mit erhöhten Fallzahlen müssen Besucher einen negativen Coronatests vorweisen.

NÄCHSTE SCHRITTE: Am 25. Januar wollen Bund und Länder erneut beraten.

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05.01.2021: Umfrage: Große Mehrheit für Verlängerung des Lockdowns

Berlin (dpa) - Eine große Mehrheit der Deutschen ist für eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich fast zwei Drittel der Befragten dafür aus, die Einschränkungen mindestens in der bisherigen Härte über den 10. Januar hinaus fortzuführen. 41 Prozent sind für eine unveränderte Beibehaltung, weitere 24 Prozent sogar für eine Verschärfung. Dagegen befürworten nur 17 Prozent eine Lockerung des Lockdowns und nur jeder Zehnte (11 Prozent) ist für eine komplette Aufhebung aller Einschränkungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt an diesem Dienstag in Berlin mit den Ministerpräsidenten der Länder zusammen, um über eine Verlängerung des Lockdowns zu beraten.

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04.01.2021: Handel fürchtet Pleitewelle bei längerem Lockdown

Berlin (dpa) - Der Handel rechnet nicht mit einem raschen Ende der coronabedingten Ladenschließungen in Deutschland und befürchtet das Aus für Zehntausende Geschäfte. «Ich fürchte, dass die Läden am 10. Januar noch nicht wieder öffnen dürfen. Denn das Ziel, die 7-Tage-Inzidenz bundesweit auf unter 50 zu senken, wird bis dahin wohl nicht zu erreichen sein», sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. Am Dienstag fällt die Entscheidung über die Verlängerung der Beschränkungen.

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03.01.2021: Bundesländer einig: Lockdown soll verlängert werden

Berlin (dpa) - Eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen über den 10. Januar hinaus scheint sicher zu sein - offen ist indes die Dauer und vor allem die Frage, was mit Kitas und Schulen passiert. Dieser Stand zeichnete sich bei einer Schaltkonferenz der Staatskanzlei-Chefs am Samstag ab. Am Dienstag will Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Verlängerung entscheiden. Die Besprechung der Staatskanzlei-Chefs diente der Vorbereitung.

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02.01.2021: Tui rechnet nach Impfstart mit Tourismus-Boom

Hannover (dpa) - Europas größter Tourismuskonzern Tui rechnet mit einer kräftigen Wiederbelebung des in der Corona-Krise eingebrochenen Reisemarkts in diesem Jahr. „Wir erwarten einen schon weitgehend normalen Sommer“, sagte Tui-Vorstandschef Fritz Joussen der Zeitung „Rheinische Post“. Man werde aber „nur rund 80 Prozent so viele Flugreisen anbieten wie in den Jahren vor der Corona-Krise, um eine optimale Auslastung zu erreichen.“ Das Unternehmen biete die meisten Reisen zwar zu den gleichen Preisen wie 2020 und 2019 an, doch die Urlauber würden bei den Buchungen mehr für Reisen ausgeben.

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01.01.2021: Merkel ganz persönlich: Noch nie so viel Hoffnung

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auch für das neue Jahr 2021 zu Zusammenhalt im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen und die Hoffnung durch schrittweise Impfungen hervorgehoben. „Es wird noch eine ganze Zeit an uns allen liegen, wie wir durch diese Pandemie kommen“, sagte die CDU-Politikerin laut vorab verbreitetem Text in ihrer  Neujahrsansprache. „Die neben dem Impfstoff wirksamsten Mittel haben wir selbst in der Hand, indem wir uns an die Regeln halten, jeder und jede von uns.“ Die Kanzlerin machte auch eine „persönliche“ Anmerkung dazu, dass dies „aller Voraussicht nach“ ihre letzte Neujahrsansprache sei. Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 tritt sie nicht erneut an. „Ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Nie in den letzten 15 Jahren haben wir alle das alte Jahr als so schwer empfunden – und nie haben wir trotz aller Sorgen und mancher Skepsis mit so viel Hoffnung dem neuen Jahr entgegengesehen“, sagte Merkel im Rückblick auf ihre Amtszeit.

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31.12.2020: Biontech-Chef: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

Mainz (dpa) - Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass das Unternehmen Ende Januar Klarheit über die weiteren Produktionsmengen für den Corona-Impfstoff haben wird. „Wir versuchen, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für uns produzieren. Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten“, sagte Sahin (55) dem Spiegel: „Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.“

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30.12.2020: Schäuble: Ärmeren den Impfstoff nicht wegschnappen

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet damit, dass die Menge des in Deutschland zur Verfügung stehenden Corona-Impstoffs in den ersten Monaten des neuen Jahres deutlich wachsen wird. Er begründete dies mit der Zulassung weiterer Präparate und erweiterten Produktionskapazitäten. Spahn verwies im ZDF-«Morgenmagazin» auf eine Anlage der Schweizer Pharmafirma Novartis in Marburg, die vom Mainzer Unternehmen Biontech übernommen wurde. Nach Angaben von Biontech sind in Marburg einige Umstellungen nötig, bevor es auch dort mit der Produktion des Covid-19-Impfstoffs losgehen kann. Diese solle im Februar anlaufen, wie eine Sprecherin des Unternehmens sagte. Die Freigabe des ersten dort produzierten Impfstoffs peilt das Unternehmen den Angaben zufolge für Ende März an. Im ersten Halbjahr 2021 sollen dort 250 Millionen Impfdosen hergestellt werden. Als Gesamtmenge einer Jahresproduktion strebt das Mainzer Unternehmen 750 Millionen Dosen an.

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29.12.2020: Spahn erwartet deutsche Impfstoff-Produktion

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet damit, dass die Menge des in Deutschland zur Verfügung stehenden Corona-Impstoffs in den ersten Monaten des neuen Jahres deutlich wachsen wird. Er begründete dies mit der Zulassung weiterer Präparate und erweiterten Produktionskapazitäten. Spahn verwies im ZDF-«Morgenmagazin» auf eine Anlage der Schweizer Pharmafirma Novartis in Marburg, die vom Mainzer Unternehmen Biontech übernommen wurde. Nach Angaben von Biontech sind in Marburg einige Umstellungen nötig, bevor es auch dort mit der Produktion des Covid-19-Impfstoffs losgehen kann. Diese solle im Februar anlaufen, wie eine Sprecherin des Unternehmens sagte. Die Freigabe des ersten dort produzierten Impfstoffs peilt das Unternehmen den Angaben zufolge für Ende März an. Im ersten Halbjahr 2021 sollen dort 250 Millionen Impfdosen hergestellt werden. Als Gesamtmenge einer Jahresproduktion strebt das Mainzer Unternehmen 750 Millionen Dosen an.

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28.12.2020

28.12.2020: Zukunftsforscher: Achterbahn der Gefühle und ein Wahltrend

Hamburg (dpa) - Mit Blick auf das neue Jahr erleben die Deutschen nach Einschätzung des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski eine Achterbahn der Gefühle. Einer repräsentativen Umfrage zufolge dominiert bei 83 Prozent der Bevölkerung sowohl die Sorge vor der Ungewissheit als auch die Freude über Fortschritte in der Corona-Krise. Die Hälfte der Befragten sei pessimistisch, die andere Hälfte vorsichtig optimistisch, sagt Opaschowski über die Ergebnisse der Umfrage, die sein Institut im November in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchführte. Krisengewinner seien eindeutig die regierenden Politiker. Nach Jahren der Abkehr vertrauten ihnen die Bürger wieder viel mehr,  hat Opaschowski beobachtet. Für die Bundestagswahl im September bedeute dies gute Chancen für die regierenden Parteien.

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27.12.2020: Corona-Impfungen starten bundesweit

Berlin (dpa) - Die Impfungen gegen das Coronavirus sind bundesweit angelaufen. In Berlin bekam am Sonntagmorgen eine 101 Jahre alte Seniorin in einem Pflegeheim eine Spritze mit dem Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer. Zuerst sollen Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden. Dazu werden vor allem mobile Impfteams unterwegs sein. Die mehr als 400 Impfzentren werden größtenteils erst in den nächsten Tagen in Betrieb genommen.

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26.12.2020: Corona-Impfstoff wird an die Bundesländer verteilt

Düsseldorf/München (dpa) - Die Vorbereitungen für den Impfstart in Deutschland laufen auf Hochtouren. Am Samstagmorgen sind die ersten Impfstoffdosen in einzelnen Bundesländern eingetroffen. Ins bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen wurden zunächst 9750 Dosen geliefert und in ein geheimes Zentrallager gebracht. Auch Bayern erhielt 9750 Impfdosen. Am Sonntag sollen die ersten mobilen Impfteams ausrücken, um vor allem in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern zu impfen.

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25.12.2020: Zwei Drittel der Deutschen wollen sich gegen Corona impfen lassen

Berlin (dpa) - Etwa zwei Drittel der Deutschen wollen sich laut einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen. Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent hat aber auch Angst vor möglichen Nebenwirkungen der Impfung. Am kommenden Sonntag sollen die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland starten.

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24.12.2020: Impfstoff-Entwickler will auch andere Krankheiten besiegen

Mainz (dpa) - Der Erfolg bei der Herstellung eines wirksamen Corona-Impfstoffes zeigt nach Einschätzung von Biontech das «bahnbrechende Potenzial» der auf dem Botenmolekül mRNA beruhenden Technik. Der Erfolg mit dem Corona-Impfstoff erlaube es Biontech, diese Forschungen auf vielen Gebieten beschleunigt voranzutreiben, sagte Firmenchef Ugur Sahin (Foto). «Unser Ziel ist es, auch eine Behandlung gegen Krebs auf den Markt zu bringen, die auf die medizinischen Bedürfnisse von einzelnen Patienten eingeht», sagte Sahin.

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23.12.2020: Auslieferung des Impfstoffs beginnt

Berlin (dpa) - Nach der am Montag erfolgten EU-Zulassung sollen erste Auslieferungen des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech an diesem Mittwoch starten. Deutschland bekommt am Samstag die erste Lieferung. Insgesamt sollen bis Jahresende mehr als 1,3 Millionen Dosen an die Länder geliefert und an die Impfteams verteilt werden.  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bekräftigte, dass die Impfungen am Sonntag losgehen sollen. 

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22.12.2020:

22.12.2020: Impfstoff wohl auch bei Mutation wirksam

Berlin/Mainz (dpa) - Deutschland rüstet sich für den Start der Impfkampagne gegen das Coronavirus. Am Sonntag soll es losgehen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Biontech-Chef Ugur Sahin (Foto) zeigten sich zuversichtlich, dass der Impfstoff auch gegen die in Großbritannien entdeckte neue Mutation des Virus wirkt. Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Wahrscheinlichkeit dafür hoch, sagte Sahin. «Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert.»

21.12.2020:

21.12.2020: EMA empfiehlt Zulassung für Impfstoff

Amsterdam (dpa) - Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer in der EU. Das teilte die Behörde am Montag in Amsterdam mit. Im nächsten Schritt muss die EU-Kommission über die Verwendung des Präparats für alle Mitgliedsländer entscheiden - das gilt als Formsache. Dann kann mit den Impfungen begonnen werden.

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21.12.2020:

20.12.2020: Mehrheit will sich impfen lassen

Berlin (dpa) - 35 Prozent der Menschen in Deutschland wollen sich «definitiv» impfen lassen,  32 Prozent «wahrscheinlich». Das ist das Ergebnis einer repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts Kantar. 69 Prozent der Menschen in Deutschland stimmten der Aussage «voll und ganz» oder «eher» zu, dass Impfstoffe sicher sind. In Frankreich (62 Prozent) und den USA (65 Prozent) ist der Anteil etwas niedriger, in Italien (70 Prozent) und Großbritannien (75 Prozent) etwas höher.

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19.12.2020: Berlinale plant für 2021 um

Berlin (dpa) - Die Pandemie zwingt nun auch die Filmfestspiele in Berlin zum Umdenken: Die Berlinale wird im nächsten Jahr nicht wie geplant im Februar stattfinden. Stattdessen soll es im März einen digitalen Branchentreff geben, im Juni seien dann Filmvorführungen fürs Publikum geplant, sowohl in Kinos als auch Open Air. „Mit der Veränderung des Festivalformats 2021 haben wir die Möglichkeit, die Gesundheit aller Gäste zu schützen und den Neustart der Kinobranche zu unterstützen“, teilte Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek mit. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigen Filmfestivals der Welt.

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Corona

 

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18.12.2020:

18.12.2020: Spahn stellt Impfplan vor

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Foto) hat kurz vor seiner Unterzeichnung der Impfverordnung die darin geregelte Prioritätensetzung mit dem größten Effekt für diese Gruppen begründet. Die Menschen, die als erstes geimpft werden sollen, seien in drei Gruppen eingeordnet, sagte er am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin». Angefangen werde bei jenen, für die der Impfschutz zusätzliche Gesundheit und Lebensjahre bringe. «Wir fangen jetzt mit den Über 80-Jährigen, den Höchstbetagten, den Pflegebedürftigen und denjenigen, die sie pflegen und betreuen, an.» Voraussichtlich beginnen die Impfungen am 27. Dezember.

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17.12.2020: Schäuble dankt Pflegekräften für Arbeit „an der Belastungsgrenze“

Berlin (dpa) - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat den vielen Menschen in Heim- und Pflegeberufen für ihren Einsatz in der Corona-Pandemie gedankt. Sie leisteten „auch in den kommenden Weihnachtstagen in Krankenhäusern, in Heimen und in Privathaushalten überlebenswichtige Hilfe“, sagte der CDU-Politiker zum Beginn der letzten Bundestagssitzung dieses Jahres. Dabei arbeiteten sie „an der physischen wie psychischen Belastungsgrenze“ und seien einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt.

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16.12.2020: Bundesweit bis zu 440 Impfzentren und zehntausende Helfer

Berlin (dpa) - Messehallen, Sportzentren, Hotels: Für einen baldigen Start von Corona-Impfungen sind in ganz Deutschland regionale Zentren eingerichtet worden, über die Impfungen zunächst gebündelt anlaufen sollen. Bis zu 440 Standorte sollen dafür genutzt werden können. Zehntausende Ärztinnen, Ärzte und weitere Helfer haben sich für Einsätze gemeldet, die Personalrekrutierung läuft demnach aber teils noch. Die Kapazitäten sollen so ausgelegt werden, dass in den Ländern jeweils mehrere Tausend Impfungen am Tag möglich wären.

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15.12.2020: Entscheidung über Zulassung von Impfstoff am 21. Dezember

Amsterdam (dpa) - Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Unternehmen Biontech und Pfizer vorlegen - acht Tage früher als zuletzt geplant. Das teilte die Behörde am Dienstag in Amsterdam mit. Die Zustimmung der EU-Kommission gilt als sicher. Der Impfstoff könnte so noch vor Weihnachten für die EU zugelassen sein.

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15.12.2020: Spahn: Ende des Sommers könnten 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger geimpft sein

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bis Ende Sommer 2021 rund 60 Prozent der Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. Das sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-«heute-journal». Laut Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie nötig. Spahn weiter: «Unser Ziel ist, dass es noch vor Weihnachten eine Zulassung gibt.» Entscheiden müsse am Ende die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema). Spätestens am 29. Dezember soll das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen.

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14.12.2020:

14.12.2020: Steinmeier: „Die Lage ist bitterernst“

Berlin (dpa) - Kurz vor Beginn des harten Lockdowns in Deutschland hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Menschen zu Zusammenhalt und Zuversicht trotz der Einschränkungen aufgerufen. «Ich bin sicher, die Verantwortung, die wir jetzt zeigen, die Lasten, die wir jetzt und noch eine Zeit tragen müssen, sind nicht vergeblich», sagte Steinmeier am Montag in Berlin. Steinmeier nannte die Lage «bitterernst». Das Infektionsgeschehen drohe außer Kontrolle zu geraten. «Wir kommen an einschneidenden Maßnahmen nicht vorbei.» Er sagte aber auch: «Ich bin ganz sicher: Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht rauben. Wir werden diese Krise überwinden.»

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13.12.2020: Harter Lockdown ab Mittwoch

Berlin (dpa) - Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen verhängt Deutschland einen harten Lockdown ab Mittwoch.Der Handel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf wird vom 16. Dezember bis zum 10. Januar geschlossen. Im gleichen Zeitraum gelten deutliche Kontakteinschränkungen an den Schulen und Kindertagesstätten. Für die Tage vom 24. bis 26. Dezember sind «Treffen mit 5 Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahre im engsten Familienkreis» zugelassen. Für Silvester und Neujahr (1. Januar) gilt ein bundesweites An- und Versammlungsverbot. Der Verkauf von Feuerwerk  wird in diesem Jahr generell verboten.

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12.12.2020: Bundestag beschließt „Corona“-Etat 2021 mit hohen Schulden

Berlin (dpa) - Der Bund darf im kommenden Jahr fast eine halbe Billion Euro ausgeben und im Kampf gegen die Corona-Krise erneut hohe Schulden machen. Der Bundestag beschloss mit den Stimmen der Regierungskoalition den Haushalt für das kommende Jahr. Insgesamt will Finanzminister Olaf Scholz etwas weniger ausgeben als im laufenden Jahr. Mehr als ein Drittel der Bundesausgaben soll durch neue Kredite über fast 180 Milliarden finanziert werden. Geplant sind wegen der anhaltenden Krise Zuschüsse für Unternehmen über rund 39,5 Milliarden Euro.

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11.12.2020:

11.12.2020: Harter Lockdown vor Weihnachten? Sonntag Entscheidung

Berlin (dpa) - Deutschland steuert auf einen bis zu drei Wochen dauernden harten Lockdown noch vor Weihnachten zu. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (Foto, links), der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, sagte am Donnerstagabend, es zeichne sich ab, «dass ab 20. es doch erhebliche Einschnitte gibt» und der Einzelhandel «deutlich» heruntergefahren werde. Die Schulferien hätten dann ohnehin begonnen, viele Menschen gingen nicht mehr arbeiten und im Nahverkehr werde es ruhiger. «Zwischen dem 20. Dezember und 10. Januar haben wir praktisch drei Wochen massiver Einschränkungen, die auch mit Sicherheit dazu führen werden, dass die Inzidenzen runtergehen», sagte Müller in der ZDF-Sendung «Markus Lanz». Am Sonntag könnte die Entscheidung fallen. Da findet der nächste Corona-Gipfel mit den 16 Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel statt.

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10.12.2020

10.12.2020: Kostenlose FFP-2-Masken für 27 Millionen Bundesbürger

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus will die Bundesregierung mehr als 27 Millionen Bundesbürger mit Mund-Nasen-Masken ausstatten. Menschen ab 60 oder mit Vorerkrankungen sollen ab Mitte Dezember jeweils 15 FFP2-Masken erhalten. Die Ausgabe starte noch im Dezember, um in der Weihnachtszeit das Infektionsrisiko zu verringern, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (Foto) am Mittwoch in Berlin. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft. Bei Tests müssen sie mindestens 94 Prozent von Testaerosole herausgefiltert haben.

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09.12.2020:

09.12.2020: Merkel: Familien unter besonderem Stress

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Leistungen von Familien in der Corona-Pandemie gewürdigt. «Die Familien stehen unter einem besonderen Stress, unter einer besonderen Herausforderung in diesen Zeiten», sagte sie am Mittwoch in der Generaldebatte im Bundestag. Man müsse sich diesen Stress immer wieder vor Augen halten. «Jeder ahnt, was jetzt los ist in den Familien, wenn man morgens nicht weiß, hat das Kind Schnupfen, kann es in die Schule gehen, was ist in der Schule los, was wartet auf uns.» Die Regierung habe aber vieles für Familien getan, sagte Merkel. Sie verwies auf die Erhöhung des Kindergeldes ab dem kommenden Jahr, auf steuerliche Entlastungen für Alleinerziehende, den Abbau des Solidaritätszuschlags und die Erhöhung der Kinderkrankentage.

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08.12.2020: Leopoldina empfiehlt weitgehenden Lockdown

Berlin (dpa) - Angesichts anhaltend hoher Neuinfektionen fordert die deutsche Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Corona-Maßnahmen drastisch zu verschärfen. Die Schulpflicht sollte bis zu den Weihnachtsferien aufgehoben und Kontakte „auf das absolute Mindestmaß reduziert“ werden. „Ab dem 24. Dezember 2020 bis mindestens zum 10. Januar 2021 sollte in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten.“ Hierfür sollten alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs geschlossen, die Weihnachtsferien in den Bildungseinrichtungen verlängert und das Home-Office, wenn möglich, gestattet werden. Die Leopoldina begründet ihre Forderungen mit der hohen Zahl an täglichen Todesfällen und der derzeit enormen Belastung des medizinischen Personals in Krankenhäusern.

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07.12.2020: Forderungen nach härteren Maßnahmen 

Berlin (dpa) - Politiker von Bund und Ländern fordern härtere Beschränkungen für Hotspots mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen. Auch ein weiteres Treffen von Bund und Ländern noch vor Weihnachten steht im Raum. Bislang ist eine neue Ministerpräsidentenkonferenz für den 4. Januar geplant. Kanzleramtschef Helge Braun (Foto) bekräftigte am Sonntagabend das Ziel, unter die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche zu kommen. Braun sagte im «Bild»-Talk «Die richtigen Fragen», man werde «mindestens in den Hotspots nochmal richtig deutliche Verschärfungen machen müssen». Wenn es von Länderseite die Bereitschaft gebe, etwas gemeinsam gegen die Hotspots zu tun, dann sei die Bundesregierung sofort dabei, sagte Braun.

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06.12.2020: Nikolaus ist auch zu Corona-Zeiten unterwegs

Am am 6. Dezember kommt traditionell der Nikolaus und füllt den Kindern die Stiefel mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken. Auch in Corona-Zeiten wird in Deutschland an vorweihnachtlichen Traditionen festgehalten – wegen der Kontaktsperren aber in ungewohnter Form. In Rettenberg im Oberallgäu verteilte der Nikolaus in einem Drive-in per Rutschbahn seine Päckchen, in Walsrode gab es einen kleinen Drive-in-Weihnachtsmarkt (Foto), andernorts verteilten Nikoläuse ihre Geschenke an haltende Autos an den Straßenrändern oder auf Parkplätzen. In Teilen von Nordrhein-Westfalen sorgten Landwirte mit Hunderten von weihnachtlich beleuchteten Treckern für Lichtblicke in der Pandemie.

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05.12.2020: Deutsche Industrie geht gestärkt in Corona-Winter

Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Industrie geht gestärkt durch ein unerwartet kräftiges Auftragsplus in die zweite Welle der Corona-Pandemie. Im Oktober überschritt der Auftragseingang erstmals das Niveau vor der Krise, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Demnach gingen im Oktober gegenüber dem Vormonat nach Angaben der Wiesbadener Behörde 2,9 Prozent mehr Bestellungen ein. Analysten hatten einen etwa halb so starken Anstieg von im Schnitt 1,5 Prozent erwartet. Zudem wurde der Zuwachs im Vormonat September nachträglich von 0,5 auf 1,1 Prozent angehoben. Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die Aufträge im Oktober 1,8 Prozent höher. In der großen Automobilindustrie lagen die Bestellungen 6,0 Prozent über dem Vorkrisenniveau.

Damit wächst die Hoffnung, dass die neuen Einschränkungen in Deutschland und in vielen anderen Industrieländern zur Eindämmung der Pandemie weniger hart auf die deutsche Konjunktur durchschlagen als im Frühjahr.

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04.12.2020:

04.12.2020: Umfrage: Lieber Lockerungen zu Weihnachten als zu Silvester

Berlin (dpa) - Eine knappe Mehrheit der Bundesbürger findet es einer Umfrage zufolge richtig, die Corona-Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten zu lockern. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den ARD-«Deutschlandtrend» im Auftrag der «Tagesthemen» ergeben. 53 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die geplante Lockerung an den Weihnachtstagen für eher richtig halten. 44 Prozent sagten, dies sei eher falsch. Eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen zu Silvester hingegen sehen zwei Drittel kritisch: 68 Prozent finden das eher falsch, 30 Prozent eher richtig. Grundsätzlich stimmen die Deutschen den staatlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie der Umfrage zufolge weiterhin mehrheitlich zu.

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03.12.2020:

03.12.2020: Teil-Lockdown bis zum 10. Januar verlängert

Berlin (dpa) - Der wegen der Corona-Pandemie verhängte Teil-Lockdown mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen wird bis zum 10. Januar verlängert. Das beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch. Am 4. Januar wollen Bund und Länder dann darüber beraten, wie es anschließend weitergehen soll.

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02.12.2020: Biontech und Pfizer: Großbritannien lässt Corona-Impfstoff zu

London (dpa) - Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat nach Angaben des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff BNT162b2 erteilt. Damit bekommen die Briten früher einen Impfstoff als die EU und die USA. Zudem ist es die erste Zulassung für BNT162b2 weltweit. Die ersten Lieferungen sollen schon in wenigen Tagen im Vereinigten Königreich eintreffen, teilten beide Unternehmen mit. „Die erste Notfallzulassung für einen Covid-19-Impfstoff ist ein bahnbrechender wissenschaftlicher Meilenstein“, hieß es. Die Zulassung in der EU war am Dienstag beantragt worden.

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01.12.2020: Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Mainz/New York (dpa) - Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Wenn die Ema den Impfstoff geprüft hat, könnte er noch vor Ende 2020 an die freiwillige Bevölkerung in Europa verimpft werden. Am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

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01.12.2020:

30.11.2020: Bund plant Nationale Gesundheitsreserve

Berlin (dpa) - Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte: «Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen.» Die Reserve solle im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat. Mit den Plänen soll sich am Montag das Corona-Kabinett befassen.

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29.11.2020: Bundespräsident macht Mut: „Pandemie wird uns Zukunft nicht nehmen“

Berlin (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Bevölkerung zum Beginn der Adventszeit Mut zugesprochen. Obwohl wegen der Corona-Krise zunächst weiter Verzicht gefragt sei, könne Deutschland voller Zuversicht sein, schrieb das Staatsoberhaupt in einem Gastbeitrag für die «Bild am Sonntag». Denn die Fortschritte der medizinischen Forschung gäben Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft den Alltag beherrsche. «Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen», schrieb er. Aktuell sei aber aus Gründen des Infektionsschutzes Verzicht gefragt auf vieles, was die dunklen Tage normalerweise zum Leuchten bringe: «Der Besuch des Weihnachtsmarktes, das Beisammensein mit lieben Menschen, Weihnachtsfeiern im Verein, gemeinsames Singen... Der Verzicht auf all das fällt schwer - auch mir persönlich!»

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28.11.2020: Hälfte der Deutschen zu Impfung bereit

Gut die Hälfte der Deutschen will sich einer Erhebung zufolge gegen das Coronavirus impfen lassen. In einer Umfrage im Auftrag der Krankenkasse Barmer sagten 53 Prozent, sie wollten dies tun, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichteten. Insgesamt wurden dem Bericht zufolge gut 2000 Menschen befragt. 15 Prozent sagten demnach, sie wollten sich „vielleicht“ impfen lassen, neun Prozent „eher nicht“ und 13 Prozent „sicher nicht“. Zehn Prozent der Befragten waren unentschieden.

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27.11.2020: Mehr als eine Million Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie

Berlin (dpa) - Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat die Marke von einer Million überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22 806 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 1 006 394, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 426 auf insgesamt 15 586. Der Anstieg ist der höchste seit Beginn der Pandemie.

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26.11.2020: Ein wenig Lockerung zwischen den Jahren

Berlin (dpa) - Mitten im harten Corona-Winter sollen die Weihnachtstage ein wenig Entspannung bringen: Ab dem 23. Dezember und höchstens bis zum 1. Januar sollen zehn Personen im Familien- und Freundeskreis zusammenkommen können, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt. Doch davor stehen weitere Einschränkungen an. «Wir brauchen noch einmal eine Kraftanstrengung», betonte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend nach mehrstündigen Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder. «Geduld, Solidarität, Disziplin werden noch einmal auf eine harte Probe gestellt.»

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25.11.2020: Drosten: Auch bei milden Symptomen soziale Kontakte meiden

Berlin (dpa) - Zum Vermeiden weiterer Corona-Fälle sollten Menschen mit milden Erkältungssymptomen aus Expertensicht auch dann zu Hause bleiben, wenn der Hausarzt keinen Anlass für einen Test sieht. Dazu hat der Virologe Christian Drosten in der am Dienstag veröffentlichten Folge des «Coronavirus-Update» bei NDR-Info aufgerufen. «Man soll nicht krank und auch nicht kränklich zur Arbeit gehen, selbst wenn der Hausarzt gesagt hat, das testen wir jetzt mal nicht.» Prinzipiell sollten Betroffene sich demnach in der aktuellen Phase der Pandemie auch schon mit einem Kratzen im Hals oder einer laufenden Nase nicht mehr in soziale Situationen begeben. Hintergrund sind auch kürzlich geänderte Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), die angesichts begrenzter Laborkapazitäten auf den Einsatz von Tests vor allem bei Menschen mit deutlichen Symptomen wie Lungenentzündung oder Geruchs- und Geschmacksverlust abzielen.  Menschen, die trotz Symptomen nicht getestet werden können, sollen sich nach RKI-Empfehlung fünf Tage zu Hause isolieren und dies erst nach weiteren 48 Stunden ohne Symptome beenden.

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24.11.2020: Teil-Lockdown wohl bis kurz vor Weihnachten

Berlin (dpa) - Die Verlängerung des Teil-Lockdowns in Deutschland bis kurz vor Weihnachten ist so gut wie sicher. Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Montagabend darauf, dass die bis Ende November befristen Maßnahmen bundesweit zunächst bis zum 20. Dezember fortgeführt werden sollen. Eine endgültige Entscheidung soll es bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ländern am Mittwoch geben. Bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns blieben Gastronomiebetriebe sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen, die seit Anfang November dicht sind, weiter geschlossen.

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23.11.2020 : In den Innenstädten fehlen die Kunden

Berlin (dpa) - Der Teil-Lockdown in Deutschland sorgt laut Einzelhandelsverband HDE weiterhin für weitgehend leere Innenstädte. „Das ist insbesondere im für die Händler für gewöhnlich umsatzstarken Weihnachtsgeschäft für viele Unternehmen existenzbedrohend“, warnte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. Er forderte mehr staatliche Unterstützung für den Einzelhandel. Nach einer aktuellen Umfrage des HDE unter 580 Händlern lag die Kundenzahl in den Stadtzentren auch in der dritten Novemberwoche um 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Umsätze hätten knapp 33 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Im Bekleidungshandel habe das Minus sogar 40 Prozent betragen. „Es geht an dieser Stelle auch um die Zukunft unserer Stadtzentren“, sagte Genth.

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22.11.2020: Kurzarbeit-Sonderregeln werden verlängert

Berlin (dpa) - Mit ausgeweiteter Kurzarbeit soll auch 2021 in Deutschland ein Corona-bedingter Anstieg der Arbeitslosenzahlen bekämpft werden. Der Bundestag verlängerte Sonderregeln zur Kurzarbeit  bis Ende 2021. Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften begrüßten das. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, mit den Mitteln der Kurzarbeit habe man, wie wenige Staaten auf der Welt, Arbeitsplätze in der Krise gesichert. „Die Kurzarbeit ist im Moment unsere stabilste Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal“, sagte Heil.

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21.11.2020: Biontech und Pfizer beantragen Notfallzulassung für Impfstoff

New York/Mainz (dpa) - Das Mainzer Unternehmen Biontech und der amerikanische Pharmakonzern Pfizer haben eigenen Angaben zufolge bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Das bestätigte Pfizer auf Twitter. Biontech und Pfizer waren die ersten westlichen Hersteller, die vielversprechende Studienergebnisse veröffentlicht haben und nun den Weg für eine Notfallzulassung bei der FDA gehen.

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20.11.2020: Umfrage: Junge EU-Bürger leiden finanziell besonders

Brüssel (dpa) - Die Corona-Krise macht laut einer Umfrage besonders jungen Menschen in der EU finanziell zu schaffen. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der EU-Bürger und EU-Bürgerinnen zwischen 16 und 34 Jahren seien in finanzielle Schwierigkeiten geraten, heißt es in einer Umfrage, die das Europäische Parlament am Freitag veröffentlicht hat. Über alle Altersgruppen hinweg lag der Anteil bei 57 Prozent. Fast zwei von fünf Befragten aller Altersgruppen (39 Prozent) gaben an, dass sich die Corona-Pandemie bereits auf ihr persönliches Einkommen ausgewirkt habe. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) erwartet künftige Einbußen. In Deutschland lagen die Werte niedriger (29 und 21 Prozent).

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19.11.2020: RKI: Maßnahmen zeigen Wirkung

Berlin (dpa) - Die Stabilisierung der Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland steht nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Zusammenhang mit den getroffenen Eindämmungsmaßnahmen. Die Stabilisierung der Zahlen auf hohem Niveau sei ein Hinweis, dass man langsam sehen könne, dass die strengen Regeln greifen, sagte die Leiterin des RKI-Lagezentrums, Ute Rexroth. Die Bevölkerung halte sich daran und die Maßnahmen wirkten. Die Fallzahlen seien trotz der leichten Entspannung aber weiter zu hoch. Die Gesundheitsämter haben am Donnerstag 22 609 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

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18.11.2020: Bundestag und Bundesrat stimmen über Infektionsschutzgesetz ab

Berlin (dpa) - Im Schnellverfahren soll die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes an diesem Mittwoch durch Bundestag und Bundesrat gehen. Ziel der Änderung ist es vor allem, bislang von der Regierung per Verordnung erlassene Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung gesetzlich zu untermauern und damit mehr Rechtssicherheit zu schaffen. Um 12.00 Uhr wird der Bundestag in zweiter und dritter Lesung über den Entwurf der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD beraten und anschließend abstimmen. Der Bundesrat wird dann um 15.00 Uhr in einer Sondersitzung ebenfalls darüber entscheiden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird das Gesetz möglicherweise noch am selben Tag ausfertigen, so dass es in Kraft treten kann. Kritiker  der staatlichen Corona-Politik behaupten, damit werde die Demokratie außer Kraft gesetzt.

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17.11.2020: Merkel: „Diese Entscheidungen gehören zu den schwersten meiner Amtszeit“

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat um Verständnis für die starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Pandemie geworben. Die Maßnahmen seien eine «demokratische Zumutung», sagte sie bei einer Konferenz der «Süddeutschen Zeitung». Die Entscheidungen, die gerade getroffen werden müssten, gehörten zu den schwersten ihrer Amtszeit. Doch klar sei: «Wenn wir warten würden, bis die Intensivbetten voll belegt sind, wäre es zu spät.»

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16.11.2020: Merkel: Infektionszahlen stabilisieren sich zu langsam

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Forderung des Bundes nach neuen drastischen Kontaktbeschränkungen mit einer weiterhin zu hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen begründet. Zwar sei durch die seit Anfang November geltenden Einschränkungen eine Stabilisierung erreicht worden, sagte Merkel. Dies sei aber nicht ausreichend. «Die Zahlen stabilisieren sich etwas. Aber zu langsam», wurde die Kanzlerin zitiert. Merkel will am Nachmittag mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Einschränkungen beraten. Unter anderem schlägt der Bund vor, es sollten sich weniger Menschen verschiedener Haushalte treffen dürfen. Auf private Feiern soll bis zum Weihnachtsfest ganz verzichtet werden.

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15.11.2020: Merkel stimmt Bürger auf harte Monate ein

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel hat die Menschen in Deutschland vor der am Montag geplanten Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns auf schwierige Monate wegen der Corona-Krise eingestimmt. „Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen“, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast.

„Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können“, sagte Merkel. Regierungssprecher Steffen Seibert hat bereits am Freitag betont, dass die Regierung noch keine Möglichkeiten für Lockerungen sieht. Freizeiteinrichtungen und Restaurants sind derzeit geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen.

In Deutschland sind am Sonntag 16.947 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Am Wochenende sind die Zahlen immer etwas niedriger, weil weniger getestet wird und nicht alle Gesundheitsämter Zahlen an das Robert Koch-Institut weiterleiten. 

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14.11.2020: Regierung hilft Solo-Selbstständigen

Berlin (dpa/ard) - Die Bundesregierung plant weitere Hilfen für Solo-Selbstständige in der Corona-Krise. Demnach sollen Solo-Selbstständige unter anderem aus dem Kulturbereich einen einmaligen Zuschuss von bis zu 5000 Euro für diesen Dezember und die ersten sechs Monate 2021 erhalten. Damit sollen sie 25 Prozent des vergleichbaren Umsatzes aus dem Jahr 2019 ausgezahlt bekommen, wenn ihr Geschäft wegen der Corona-Pandemie um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist. Neben der Kultur- und Eventbranche sollen auch Reisebüros weitere Unterstützung erhalten. Insgesamt rechnet das Finanzministerium für die Hilfen mit Kosten von mehr als 20 Milliarden Euro.

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13.11.2020: Frankfurter Flughafen wird Impfstoff-Drehkreuz

Frankfurt/Main (dpa) - Am Frankfurter Flughafen laufen die Vorbereitungen zur Verteilung des Corona-Impfstoffes auf vollen Touren. «Wir bereiten uns auf Im- und Export gleichermaßen vor», sagt Flughafen-Manager Max Philipp Conrady. Von der Menge her sei der Corona-Impfstoff keine übergroße Herausforderung, benötige aber als temperatursensible Fracht besonders hohen Aufwand und Sorgfalt. Der Impfstoff der Mainzer Biontech beispielsweise muss dauerhaft bei einer Temperatur von minus 80 Grad gelagert werden. «Very deep frozen» nennen das die Logistiker. Die Lufthansa-Frachtsparte hat eine Task Force errichtet, die sich mit Spediteuren, Pharmaherstellern, weiteren Partnern und den Behörden abstimmt. Die deutsche Airline hatte sich bereits frühzeitig auf den lukrativen Pharma-Markt spezialisiert und an ihrem Drehkreuz Europas größtes Pharma-Umschlagzentrum aufgebaut.

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12.11.2020: Lufthansa startet Probelauf für Corona-Schnelltests

München (dpa) - Die Lufthansa hat auf der Fluglinie München-Hamburg mit dem angekündigten Probelauf mit Corona-Schnelltests für alle Passagiere begonnen. Vor dem Start der ersten Maschine des Tages vom Münchner Flughafen nach Hamburg am Donnerstagmorgen um 9.10 sollten sämtliche Passagiere getestet werden. Die Antigen-Schnelltests weisen nicht den Covid-19-Erreger als solchen nach, sondern mit diesem verbundene Proteine. Die Funktionsweise ähnelt einem Schwangerschaftstest, die Ergebnisse sollen nach 30 bis 60 Minuten vorliegen. Allerdings sind die Tests ungenauer als die üblichen PCR-Tests. Die unter hohen Verlusten leidende Fluggesellschaft hofft, wieder mehr Flugverbindungen insbesondere nach Übersee anbieten zu können.

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11.11.2020: Spahn sieht „Anzeichen für Veränderung“

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht Anzeichen für eine positive Veränderung der Corona-Infektionslage in Deutschland. Die Dynamik des Infektionsgeschehens habe sich in den vergangenen Tagen „deutlich reduziert“, sagte Spahn in einem TV-Interview. „Es steigt noch, aber es steigt weniger stark. Das ist erstmal ermutigend, aber es reicht noch nicht.“ Noch sei es aber zu früh, von einer „Trendwende“ zu sprechen. Nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch wurden innerhalb von 24 Stunden bundesweit 18.487 neue Corona-Infektionen gemeldet.

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10.11.2020: EU-Kommission: Vertrag über Biontech-Impfstoff fertig

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat einen Vertrag zur Lieferung des vielversprechenden Impfstoffs der Pharmafirmen Biontech und Pfizer fertig ausgehandelt. «Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie sind abgeschlossen», bestätigten Kommissionskreise am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. «Der Vertrag ist in trockenen Tüchern.»

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10.11.2020: Deutscher Impfstoffhersteller verspricht 90-prozentigen Schutz

Mainz (dpa) - Als erstes westliches Unternehmen legt der deutsche Impfstoff-Hersteller Biontech Zwischenergebnisse einer großen Studie vor. Demnach biete der Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Schwere Nebenwirkungen seien nicht registriert worden. Biontech und US-Partner Pfizer wollen voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

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09.11.2020: Impfung zuerst für medizinisches Personal und Risikogruppen  

Berlin (dpa) - Nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs sollen in Deutschland Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen zuerst gegen das Virus geimpft werden. Ebenso sollen Menschen in Schlüsselstellungen in der Gesellschaft und für die öffentlicher Ordnung zuerst geimpft werden, also Mitarbeiter von Gesundheitsämtern, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher, wie die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, am Montag in Berlin mitteilte. Die nun auf den Weg gekommenen Empfehlungen seien aber noch keine Entscheidung, wie der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erläuterte. «Die Priorisierung muss von den Verantwortungsträgern der Politik festgesetzt werden.» Alena Buyx zeigte sich zuversichtlich, dass sehr bald ein Impfstoff zur Verfügung stehen werde.

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08.11.2020: Neue Quarantäne-Regeln für Einreisende

Für Einreisende aus Risikogebieten im Ausland treten an diesem Wochenende neue Quarantäneregeln in Kraft. Sie müssen sich dann nur noch 10 statt bisher 14 Tage isolieren. Allerdings können sie sich auch nach fünf Tagen «freitesten» lassen. Bis ein negatives Testergebnis da ist, müssen die Einreisenden zu Hause bleiben. Unter dem Strich dürfte sich das auf etwa eine Woche summieren, weil ein Test 48 Stunden oder auch länger dauern kann.

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07.11.2020: Französische Corona-Patienten nach Deutschland verlegt

Thionville/Saarbrücken (dpa) - Erneut sind Covid-19-Patienten aus der französischen Grenzregion Grand Est nach Deutschland verlegt worden. Wie das Regionalkrankenhaus Metz-Thionville mitteilte, wurden vor dem Wochenende Patienten im kritischen Zustand nach Saarbrücken und Völklingen im Saarland gebracht. Man wolle damit einer kompletten Auslastung der intensivmedizinischen Abteilungen zuvorkommen. Der französische Abgeordnete Christophe Arend schrieb auf Twitter von insgesamt acht verlegten Patienten.

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06.11.2020: Neuer Höchstwert, aber Trendwende in Sicht

Berlin (dpa) - Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen innerhalb eines Tages stieg auf den neuen Höchstwert von 21.506, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Die RKI-Daten zeigen aber auch, dass möglicherweise eine Trendumkehr bevorstehen könnte. Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,81). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Um in eine kontrollierbare Lage zu kommen, müsse die Reproduktionszahl längere Zeit deutlich unter 1 liegen, bei 0,7 oder noch niedriger.

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05.11.2020: Rückstau in Corona-Laboren

Berlin (dpa) - Corona-Labore haben Probleme mit der großen Zahl von Tests in Deutschland. So meldeten laut Robert Koch-Institut (RKI) in der Kalenderwoche bis 1. November 69 Labore einen Rückstau von 98.931 abzuarbeitenden Proben. Zwei Wochen zuvor waren es noch 20.799 Proben gewesen. Es gebe zunehmend Berichte von Laboren, die sich an den Grenzen ihrer Auslastung befänden, heißt es beim RKI.  Pro Woche werden derzeit und 1,6 Millionen Tests untersucht. Am Donnerstag erreichte die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen mit 19.990 Fällen einen neuen Höchstwert.

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04.11.2020: Rettungspaket für Flughäfen?

Berlin (dpa) - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer strebt angesichts der angespannten Lage von Flughäfen in der Corona-Krise ein milliardenschweres Rettungspaket an. Scheuer sagte am Dienstag, es gehe um eine Summe von rund einer Milliarde Euro. Es müssten Strukturen erhalten werden. Scheuer sprach wenige Tage vor einem «Luftverkehrsgipfel» am Freitag von dramatischen Zahlen bei Flughäfen. Der Flughafenverband ADV sieht die Airports im «Überlebenskampf». An den Flughafenstandorten drohe einem Viertel der über 180.000 Arbeitsplätze das Aus.

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Corona

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03.11.2020: Merkel hofft auf einen „erträglichen Dezember“

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am ersten Tag des coronabedingten Teil-Lockdowns die Menschen in Deutschland eindringlich dazu aufgerufen, die neuen Regeln zu befolgen. «Ob diese große gemeinsame Kraftanstrengung etwas bringt im Monat November, das hängt nicht nur von den Regeln ab, sondern vor allem auch davon, ob diese Regeln befolgt werden», sagte Merkel am Montag in Berlin in der Bundespressekonferenz. «Jeder und jede hat es in der Hand, diesen November zu unserem gemeinsamen Erfolg zu machen, zu einem Wendepunkt wieder zurück zu einer Verfolgbarkeit der Pandemie.» Wenn es gelinge, im November die Ausbreitung des Virus zu bremsen, «dann schaffen wir uns die Voraussetzung dafür, einen erträglichen Dezember zu haben, natürlich weiter unter Corona-Regeln, aber wieder mit mehr Freiraum».

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02.11.2020: Ab sofort vier Wochen Teil-Lockdown

Berlin (dpa) - Seit Montag gilt in ganz Deutschland ein - vorerst auf vier Wochen beschränkter - Teil-Lockdown. Bundesweit ist Gastronomen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen die Öffnung ihrer Etablissements nun weitestgehend untersagt. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen in den eigenen vier Wänden. Die Kontaktbeschränkungen sollen verhindern, dass Gesundheitsämter und das gesamte Gesundheitssystem des Landes überlastet werden, insbesondere die Intensivstationen. Anders als im Frühjahr bleiben dieses Mal Kindertagesstätten und Schulen sowie Geschäfte generell geöffnet.

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01.11.2020: Bundeswehr hat inzwischen 5000 Soldaten im Corona-Einsatz

Freital (dpa) - Die Bundeswehr hat inzwischen etwa 5000 Soldaten zur Unterstützung von Ländern und Kommunen in der Corona-Pandemie im Einsatz. In den vergangenen beiden Wochen sei die Nachfrage rapide gestiegen, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, in dessen Regie die Hilfseinsätze laufen. Die Streitkräfte sind demnach für weitere Aufgaben gerüstet. «Wir haben ein Kräftekontingent von 15.000 Soldatinnen und Soldaten seit Frühjahr in Bereitschaft», sagte Schelleis. «Wir sind eingerichtet auf weitere Nachfragen», sagte der General.

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31.10.2020: Bald erste Ergebnisse zu Corona-Impfstoff

Mainz (dpa) - Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech rechnet nach eigenen Angaben mit ersten aussagekräftigen Ergebnissen bei den laufenden Wirksamkeitstests seines Corona-Impfstoffkandidaten in den kommenden Tagen. „Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir den ersten sogenannten Readout haben, wo wir sehen, ob der Impfstoff in der Lage ist zu schützen“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin in einem Interview.

„Bis Mitte November werden wir nicht nur Aktivitäts-, sondern auch Verträglichkeitsdaten haben“, sagte er. Sollten diese Daten positiv ausfallen, würden die Unterlagen bis Mitte November bei der US-Zulassungsbehörde FDA eingereicht. Zudem stehe Biontech bereits mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in einem sogenannten rollierenden Verfahren. „Das bedeutet, wir reichen, immer wenn wir neue Daten haben, bei der Behörde die Daten ein, so dass sie in Echtzeit überprüft werden können.“

Diese Behörden könnten dann basierend auf diesen Ergebnissen über eine Notfallzulassung entscheiden. „Wir haben schon angefangen, Impfstoff zu produzieren. Der lagert bei uns, ist in den Qualitätskontrollen und noch nicht freigegeben.“ Diese Freigabe würde nur dann erfolgen, wenn eine Genehmigung vorliege. „Diese Schritte können prinzipiell noch dieses Jahr erfolgen.“

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30.10.2020: Europäer setzen auf Testen und Warnen - und neue Lockdowns

Brüssel (dpa) - Testen, warnen, impfen: Die EU-Staaten wollen enger zusammenarbeiten, um die zweite Corona-Welle zu brechen. Dies vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen bei einer Videokonferenz. Kurzfristig sehen sich aber immer mehr Länder gezwungen, Kontakte im Alltag auszubremsen. «Wir sitzen alle im selben Boot», sagte EU-Ratschef Charles Michel am späten Donnerstagabend nach der Videoschalte der 27 EU-Staats- und Regierungschefs. Konkret verabredeten die Staats- und Regierungschefs in der rund dreistündigen Sitzung, gemeinsame Test- und Impfstrategien voranzutreiben und die unterschiedlichen Corona-Warn-Apps für Handys zu harmonisieren.

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29.10.2020: Merkel rechtfertigt Teil-Lockdown wegen Corona

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel hat vor dem Bundestag die Verschärfung der Corona-Regeln verteidigt. „Die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, sind geeignet, erforderlich und verhältnismäßig. Wenn wir (…) stattdessen warten würden, bis die Intensivstationen voll sind, dann wäre es zu spät.“ In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Neuinfektionen „deutlich in die Höhe geschnellt“, sagte sie. Viele Gesundheitsämter seien an der Belastungsgrenze. „Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle. Ausnahmslos.“ Die Bürgerinnen und Bürger rief Merkel zu weiterer Vorsicht und Solidarität in der Corona-Krise auf.

Am Mittwoch hatten Bundesregierung und Länder neue Kontaktbeschränkungen beschlossen und entschieden, dass Restaurants wieder schließen und Hotels keine Touristen mehr aufnehmen dürfen.

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28. Oktober 2020: Auf die Bürgerinnen und Bürger kommen massive Einschränkungen zu

Berlin (dpa) - Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Bundesweit sollen Freizeiteinrichtungen und Gastronomie geschlossen, Unterhaltungsveranstaltungen verboten und Kontakte in der Öffentlichkeit sowie Feiern auf Plätzen und in Wohnungen eingeschränkt werden. Das geht aus einem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch hervor. Die Maßnahmen sollen ab dem 2. November deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten.

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27. Oktober 2020: Nürnberg sagt Christkindlesmarkt ab

Nürnberg (dpa) - Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt Nürnberg mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen mit. Auch in anderen Städten wie Düsseldorf, Köln, Erfurt, Freiburg oder Frankfurt wurden viele Märkte bereits abgesagt. Dazu gehört auch der beliebte Berliner Weihnachtszauber am Gendarmenmarkt.

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26. Oktober 2020: Steinmeier warnt bei „World Health Summit“ vor „Impfstoffnationalismus“

Berlin (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Staatengemeinschaft im Kampf gegen Corona und besonders beim Thema Impfstoff zur Zusammenarbeit aufgerufen. «Wenn wir nach der Pandemie nicht in einer Welt leben wollen, in der der Grundsatz "Jeder gegen jeden, und jeder für sich" noch mehr Raum greift, dann brauchen wir die aufgeklärte Vernunft unserer Gesellschaften und unserer Regierungen», sagte er in einer Videoansprache zur Eröffnung der Gesundheitskonferenz «World Health Summit». Die Pandemie müsse mit einem Geist der Zusammenarbeit, nicht im Geist des «Impfstoffnationalismus» überwunden werden. Der mehrtägige «World Health Summit» mit Vorträgen und Diskussionsrunden sollte ursprünglich mit rund 2000 Teilnehmern in Berlin stattfinden. Wegen der Pandemie wurde auch diese Veranstaltung zur einer reinen Online-Konferenz umgewandelt. Die Teilnehmer diskutieren nun per Video miteinander.

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25. Oktober 2020: Krankenhausgesellschaft sieht Kliniken gut gerüstet

Berlin (dpa) - Die Kliniken in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft auf eine steigende Zahl von Covid-19-Patienten vorbereitet. „Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, dem „Mannheimer Morgen“. Zurzeit gebe es mehr als 8.000 freie Intensivbetten. Außerdem müssten nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden. „Die Kapazitäten werden noch lange reichen, ehe es bedenklich wird.“

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24. Oktober 2020: Erste Patienten aus Niederlanden nach Deutschland geflogen

Rotterdam (dpa) - Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie wurden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen in den Niederlanden gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Länder Europas. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten angeboten, Patienten aus den Niederlanden zu übernehmen.

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23. Oktober 2020: Montgomery warnt vor kritischer Marke

Berlin (dpa) - Nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat der deutsche Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, vor einer kritischen Marke gewarnt. Bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerate die Lage außer Kontrolle. «Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen», sagte er der «Rheinischen Post» (Freitag). «Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt.» Zuletzt waren erstmals mehr als 11.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland nachgewiesen worden

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22. Oktober 2020: Gesundheitsminister Spahn mit Corona-Virus infiziert

Berlin (dpa) – Als erstes Mitglied der deutschen Regierung hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Corona angesteckt. Er hat bisher nur milde Symptome und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Das Kabinett als Ganzes soll aber nicht in Quarantäne gehen. Wegen der strengen Hygienemaßnahmen bei Kabinettssitzungen ist es unwahrscheinlich, dass sich weitere Regierungsmitglieder bei Spahn angesteckt haben, erklärte die Bundesregierung.  Familienministerin Franziska Giffey ist bereits mit einem Schnelltest negativ getestet worden. Spahn bedankte sich auf Twitter für die „vielen guten Wünsche“.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages hat am Mittwoch mit 11.287 Fällen erstmals den Wert von 10.000 überschritten.

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21. Oktober 2020: Deutschland sagt Nato-Soldaten für mögliche Covid-19-Einsätze zu

Brüssel (dpa) - Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Corona-Pandemie zu Kriseneinsätzen in andere Nato- und Partnerländer geschickt werden. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, hat die Bundesregierung der Nato Unterstützung für deren Notfallplan «Allied Hand» zugesagt. Demnach würden bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten aus der Truppe für die Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren für Auslandseinsätze bereitgestellt. Aktiviert werden soll der Notfallplan zum Beispiel dann, wenn in Bündnisstaaten oder Nato-Partnerländern wegen sehr hoher Infektionszahlen ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems droht und der betroffene Staat um Unterstützung bittet.

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20. Oktober 2020: Experten warnen vor Konzept der Herdenimmunität

Heidelberg (dpa) - Der bekannte Berliner Virologe Christian Drosten und andere Kollegen stellen sich gegen eine Corona-Strategie mit einer Herdenimmunität als Ziel. «Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen», heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV). Eine unkontrollierte Durchseuchung würde zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen. Denn selbst bei strenger Isolierung älterer Menschen gebe es noch weitere Risikogruppen. «Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ergibt sich beispielsweise bei Übergewicht, Diabetes, Krebserkrankungen, einer Niereninsuffizienz, chronischen Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen, Schlaganfall, nach Transplantationen und während einer Schwangerschaft.» Das Anstreben der Herdenimmunität sei unethisch sowie medizinisch, gesellschaftlich und damit auch ökonomisch hochriskant.

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19. Oktober 2020: Krisenmanagement wird gut beurteilt

Berlin (dpa) - Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung tendenziell zufrieden. 68 Prozent der Befragten beurteilten die Führung in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag von «Bild am Sonntag» als «eher gut». Für 27 Prozent ist sie «eher schlecht». 4 Prozent antworteten mit «weiß nicht». Die Ausweitung der Maskenpflicht auf alle öffentlichen Orte in Risikogebieten, in denen nicht konsequent Abstand gehalten werden kann, finden 89 Prozent der Befragten richtig, 10 Prozent falsch und 1 Prozent antwortete «weiß nicht». Die in Risikogebieten geltende Beschränkung für private Feiern auf zehn Teilnehmer aus maximal zwei unterschiedlichen Haushalten finden 74 Prozent richtig und 22 Prozent falsch. 4 Prozent antworteten «weiß nicht». Eine Sperrstunde in der Gastronomie und ein generelles Ausgabeverbot von Alkohol ab 23 Uhr in Risikogebieten befürworten 70 Prozent. 27 Prozent lehnen diese Maßnahmen ab, drei Prozent antworteten mit «weiß nicht».

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18. Oktober 2020: Impfstoff schon in Produktion

Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech hat einen Durchbruch verkündet. Der Impfstoff mit dem Namen „BNT162b2” funktioniere sehr gut. Sogar die Massenproduktion habe bereits begonnen. Das berichtet theeuropean.de. Man habe jetzt den finalen Genehmigungsprozess beantragt und sei kurz davor, „dieser Pandemie ein Ende zu bereiten“.

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17. Oktober 2020: Aufnahme von Corona-Patienten aus EU

Berlin (dpa) - Einige deutsche Bundesländer haben angesichts stark steigender Infektionszahlen ihre Bereitschaft signalisiert, wieder Corona-Patienten von EU-Nachbarn zur Intensivpflege aufzunehmen. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, gibt es seiner Kenntnis nach bereits vorbereitende Gespräche zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden sowie zwischen Bayern und Tschechien. Auf europäischer Ebene sei man bei der Koordination solcher grenzüberschreitender Verlegungen von coronabedingten Intensivpatienten ebenfalls vorangekommen. Die EU stelle 220 Millionen Euro für grenzüberschreitende Transporte von Patienten, Ausrüstung und Personal zur Verfügung, sagte der Sprecher.

Unterdessen vermeldete das Robert Koch-Institut den dritten deutschen Rekordwert in Folge: Binnen 24 Stunden wurden 7.830 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert.

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16. Oktober 2020:

16. Oktober 2020: „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf.“

Berlin (dpa) - Der Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hat eindringlich vor einem Kontrollverlust bei den Corona-Infektionen gewarnt. «Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf, um das Schiff noch zu drehen», sagte Michael Meyer-Hermann. Deutschland stehe an der Schwelle zu einem exponentiellen Wachstum. Meyer-Hermann arbeitet mit mathematischen Modellen, um den Verlauf der COVID-19-Epidemie vorherzusagen. Er berät die Bundesregierung und empfiehlt, an der Maskenpflicht festzuhalten, auch Bußgelder seien sehr wichtig. Zugleich warnte er in der aktuellen Lage vor Diskussionen über Großveranstaltungen und eine Verkürzung der Quarantänezeit. 

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15. Oktober 2020: Schärfere Regeln für Corona-Hotspots

Berlin (dpa) - Aus Sorge vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung der Corona-Pandemie mit unabsehbaren Folgen für Bürger und Wirtschaft verschärfen Bund und Länder die Gegenmaßnahmen in Hotspots. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten verständigten sich am Mittwoch auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Konkret vereinbarten die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten dieses:

Maskenpflicht: In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

Private Feiern: In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen werden private Feiern künftig generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt. Die Begrenzung gilt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Kontaktbeschränkungen: Übersteigen die Neuinfektionen den 50er Wert dürfen sich künftig nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, wird dies auf bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände verringert.

Sperrstunde: Ebenfalls bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen soll eine Sperrstunde um 23.00 Uhr für die Gastronomie verhängt werden. Bars und Clubs sollen geschlossen werden.

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14. Oktober 2020: Erstmals seit April über 5000 Corona-Neuinfektionen

Berlin (dpa) - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit Mitte April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt belief sich die Zahl laut RKI auf 5132. Am Mittwoch hatte die Zahl noch bei 2828 Neuinfektionen gelegen. Der bisherige Höchstwert war mit 6294 am 28. März erreicht worden, damals wurde aber wesentlich weniger getestet und viele Infektionen blieben unbemerkt. Die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation stieg auf rund 620 Covid-Patienten gegenüber 450 in der Vorwoche.

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13. Oktober 2020: Warnung vor Herdenimmunität durch Ansteckung

Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf eine Herdenimmunität durch massenweise Ansteckungen zu setzen. «Niemals in der Geschichte des Gesundheitswesens wurde Herdenimmunität als eine Strategie gegen einen Ausbruch eingesetzt, geschweige denn gegen eine Pandemie», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. So ein Vorgehen wäre ethisch und wissenschaftlich problematisch. Eine Herdenimmunität - also die Schwelle, ab der sich ein Virus nicht mehr in einer Bevölkerung verbreiten kann - müsse ähnlich wie bei den Masern und der Kinderlähmung durch Impfungen, nicht durch Ansteckungen erreicht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich indes optimistisch, eine Herdenimmunität durch Impfung zu erreichen.  «Wir sind sehr, sehr zuversichtlich, dass wir das Ziel einer ausreichend hohen Impfquote freiwillig erreichen.»

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12. Oktober 2020: „Corona ist ein Beschleuniger des Wandels“

Düsseldorf (dpa) - Die Corona-Pandemie verändert den deutschen Einzelhandel wie keine andere Krise der vergangenen Jahrzehnte. Der Internethandel boomt, viele Fußgängerzonen und Shopping-Center sind dagegen deutlich leerer als vor einem Jahr. Während Lebensmittelhandel und Baumärkte Umsatzrekorde verzeichnen, bleiben in Modegeschäften die Kunden aus. Der Wandel in Zahlen: Im 3. Quartal lagen die E-Commerce-Umsätze in Deutschland mit 19,3 Milliarden Euro um satte 13,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für den Geschäftsführer der Handelsberatung BBE, Joachim Stumpf, steht deshalb fest: «Corona ist ein großer Beschleuniger des Strukturwandels im Einzelhandel.»

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11. Oktober 2020: Immer mehr deutsche Städte werden Corona-Hotspots

Berlin (dpa) -  In den großen deutschen Städten steigen die Corona-Fallzahlen schnell an, immer mehr Metropolen überschreiten inzwischen die Grenzwerte. Am Wochenende meldeten Köln und Stuttgart die Überschreitung der wichtigen Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Auch Berlin, Frankfurt, Bremen und Essen liegen über dieser Schwelle. Die Polizei sorgt mit massiven Kontrollen für die Einhaltung der Abstandsregeln und der Maskenpflicht. Mehrere Ministerpräsidenten von Bundesländern richten drastische Appelle vor allem an junge Leute, sich an die Regeln zu halten, damit die Krankheit sich nicht weiter ausbreitet.

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10. Oktober 2020: RKI und Bundeswehr sollen Experten in Corona-Hotspots schicken  

Berlin (dpa) - Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. Das gilt laut einer am Freitag getroffenen Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Bürgermeistern von Großstädten, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert wurden. Spätestens wenn der Wert auf 50 Infektionen steigt, sollen die Städte umfangreichere Beschränkungen einführen. Die Metropolen sollen ihre Ordnungsämter so entlasten, dass sie die Beschränkungen kontrollieren können. Bund und Länder sollen kurzfristig darüber beraten, wie auch Bundespolizei und Länderpolizeien helfen können, die Einhaltung der Regeln zu überwachen.

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9. Oktober 2020: „Die Pandemie wird in den Metropolen entschieden.“

Berlin (dpa) - Sprunghaft steigende Corona-Infektionszahlen in Deutschland alarmieren die Bundesregierung. In der Hauptstadt Berlin und in anderen Städten hat die sogenannte 7-Tage-Inzidenz den kritischen 50er-Wert bereits überschritten. Daher will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Freitag mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der elf größten deutschen Städte in einer Videokonferenz beraten. Zu den Städten gehören Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hatte bereits am Mittwoch im ZDF-«Morgenmagazin» gesagt: «Die Pandemie wird in den Metropolen entschieden.»

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8. Oktober: Minister „beunruhigt“ über Corona-Lage  

Berlin (dpa) – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, haben sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Deutschland „sehr besorgt“ geäußert. „Wir wissen nicht, wie sich die Lage in Deutschland in den nächsten Wochen entwickeln wird. Es ist möglich, dass wir mehr als 10 000 neue Fälle pro Tag sehen. Es ist möglich, dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet.“ Deutschland sei bisher wegen der Schutzmaßnahmen gut durch die Krise gekommen. Nur durch Befolgen der Hygiene- und Abstandsregeln könne man einen großen Teil der Infektionen verhindern.

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Forschungsministerin: Impfung ab Mitte 2021

Berlin (dpa) - Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bleibt bei ihrer Einschätzung, dass Corona-Impfstoffe für viele Menschen bis Mitte 2021 zur Verfügung stehen könnten. „Die Forschung ist im Moment gigantisch schnell“, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Aktuell gehe das Forschungsministerium davon aus, dass Mitte nächsten Jahres breite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten.

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7. Oktober 2020: Deutscher Impfstoff vor Zulassung

Mainz (dpa) - Der vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Corona-Impfstoffkandidat geht in den Zulassungsprozess. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde den Wirkstoff BNT162b2 in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren prüfen, teilten Biontech und das Pharma-Unternehmen Pfizer, das die Entwicklung unterstützt, mit. Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet. Die Entscheidung der EMA, das Verfahren zu beginnen, basiere auf den ermutigenden vorläufigen Daten der präklinischen sowie frühen klinischen Studien bei Erwachsenen. Biontech ist damit das erste deutsche Unternehmen und mit AstraZeneca das zweite insgesamt, das bei der EMA für diesen Prozess zugelassen wurde.

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6. Oktober 2020: Corona bringt neue Risiken für Versicherungen

München (dpa) - Weniger Unfälle, aber mehr Cyber-Attacken: Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Allianz langfristige Auswirkungen auf Versicherungen. Im ersten halben Jahr der Corona-Krise sind in manchen Bereichen des Firmenkundengeschäfts die Sach- und Haftpflichtschäden zurückgegangen, weil es weniger Unfälle gab. Das berichtet die Allianz-Industrieversicherungstochter AGCS in einer am Dienstag in München veröffentlichten Studie. Auf der anderen Seiten steigen die Risiken von Hackerangriffen, wenn viele Arbeitnehmer in vergleichsweise schlecht gesicherten Heimbüros auf Firmennetzwerke zugreifen. Nach einer Schätzung der britischen Versicherungsbörse Lloyd's könnte Covid-19 für die Branche in diesem Jahr weltweit Kosten von 110 Milliarden Dollar bedeuten. Die AGCS selbst hat bislang 450 Millionen Euro für Coronaschäden zurückgestellt. Der Großteil davon entfällt auf die Ausfallversicherung von Filmen, Fernsehproduktionen und Großveranstaltungen, wie AGCS-Vorstandsmitglied Thomas Sepp erläuterte.

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5. Oktober 2020: Kommt der Anspruch auf Homeoffice?

Berlin (dpa) - Einen Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr sollen Arbeitnehmer nach dem Willen des deutschen Arbeitsministers Hubertus Heil künftig haben - sofern keine nachvollziehbaren Gründe dagegen sprechen. Das angekündigte «Mobile Arbeit Gesetz» sieht vor, dass ein Arbeitgeber den Wunsch nach mobiler Arbeit nur dann ablehnen darf, wenn es dafür organisatorische oder betriebliche Gründe gibt, wie die «Bild am Sonntag» berichtete. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus: Arbeitnehmervertretern und Grünen gehen die Vorschläge nicht weit genug, Arbeitgeber und der SPD-Koalitionspartner in der Bundesregierung, die christdemokratische CDU, zeigten sich skeptisch. Der SPD-Politiker Heil begründete seinen Vorstoß auch mit den Erfahrungen der Corona-Zeit. «Das Virus hat uns gelehrt, dass viel mehr mobiles Arbeiten möglich ist als wir dachten.»

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4. Oktober 2020: Sechster deutscher Impfstoff in Testphase

Langen (dpa) - In Deutschland darf ein Corona-Impfstoff an Menschen getestet werden, der auf einem Impfstoff gegen Pocken basiert. Das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Studie genehmigt. Es handelt sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff, mit dem genetisches Material des Covid-19-Erregers in den Körper eingeschleust wird, wie das PEI mitteilte. Er wurde vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH in Dessau entwickelt. Beteiligt sind auch die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Philipps-Universität Marburg und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. In Deutschland sind laut PEI vier sogenannte RNA-Impfstoffe und nun zwei Vektorimpfstoffe in verschiedenen Phasen in der klinischen Prüfung.

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3. Oktober 2020: Deutschland feiert Einheit unter Corona-Auflagen

Deutschland feiert den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit unter Corona-Bedingungen. Zum Auftakt der zentralen Feierlichkeiten in Potsdam nahmen am Samstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble an einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul teil. Wegen der Pandemie durften nur 130 Gäste dabei sein, darunter Bürgerdelegationen der Länder. Gastgeber der Feiern ist Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke als amtierender Präsident des Bundesrats.

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2. Oktober 2020: Merkel: Corona-Einschränkungen erinnerten mich an die DDR

Berlin (dpa) - Die Zeit der starken Corona-Einschränkungen im Frühjahr hat Bundeskanzlerin Angela Merkel an ihr Leben in der DDR erinnert. «Meine Kindheit und Jugend waren mir in diesem Moment sehr präsent», sagte die CDU-Politikerin im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Politik habe im März sehr stark in die Freiheitsrechte der Menschen eingreifen müssen. «Dass ich den Menschen sagen musste, dass man nur als ein Haushalt oder zu zweit auf der Straße sein durfte, dass keine Veranstaltungen stattfinden durften, dass Kinder ihre Eltern im Seniorenheim nicht besuchen durften - das waren gravierende Einschränkungen.

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1. Oktober 2020: Zweiter deutscher Impfstoffentwickler in zweiter Phase

Tübingen (dpa) - Das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac hat die zweite Phase bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten begonnen. Der erste Teilnehmer der Phase-2a-Studie sei geimpft worden, hieß es in einer Mitteilung. Die Studie laufe in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten werden im vierten Quartal erwartet. Danach plant das Unternehmen den Beginn der entscheidenden Phase-III-Studie mit bis zu 30 000 Teilnehmern. Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen.

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30. September 2020: Bund und Länder ziehen Zügel wieder an

Berlin (dpa) - Bund und Länder ziehen angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen unmittelbar vor den Herbstferien die Zügel wieder an. So droht nun ein Bußgeld von mindestens 50 Euro, wenn Restaurantbesucher falsche Angaben zu ihrer Person in Gästelisten machen. «Falsche Personenangaben, das ist kein Kavaliersdelikt», sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Steigen die Infektionszahlen in Landkreisen, soll es vor Ort Beschränkungen bei der Teilnehmerzahl von privaten Feiern geben. Weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen soll es vorerst nicht geben. Merkel nannte die steigenden Infektionszahlen einen Grund zur Beunruhigung. Ein erneuter Shutdown müsse unbedingt verhindert werden. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte vor einem generellen Lockdown im gesamten Land. «Mehr Maske, weniger Alkohol und kleinere Feiern», das sei der «Grunddreiklang», sagte Söder.

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29. September 2020: UN-Chef: Mehr als eine Million Corona-Tote «tragischer Meilenstein»

New York (dpa) - UN-Generalsekretär António Guterres hat die Zahl von mehr als einer Million Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, als «tragischen Meilenstein» bezeichnet. «Es ist eine erschütternde Zahl», sagte Guterres laut Mitteilung in der Nacht zum Dienstag in New York. «Trotzdem dürfen wir nie die einzelnen Leben aus dem Blick verlieren: Es waren Väter, Mütter, Ehefrauen, Ehemänner, Brüder, Schwestern, Freunde und Kollegen.» Guterres rief die Menschen weltweit auf, sich weiter an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten sowie Masken anzuziehen. «Wir können diese Herausforderung überwinden.» Dafür brauche es verantwortungsbewusste Führungsstärke, Wissenschaft und weltweite Zusammenarbeit. Zuvor war aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgegangen, dass seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben sind. Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

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28. September 2020: Hochwirksame Antikörper gegen das Coronavirus identifiziert

Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben hochwirksame Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 identifiziert. Aus dem Blut von Menschen, die eine durch SARS-CoV-2 ausgelöste COVID-19-Erkrankung überstanden hatten, isolierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst fast 600 verschiedene Antikörper. Durch Labortests konnten sie diese Zahl auf einige besonders wirksame Exemplare eingrenzen und diese dann mittels Zellkulturen künstlich nachbilden. Die identifizierten sogenannten neutralisierenden Antikörper binden, wie Strukturanalysen belegen, an das Virus und verhindern damit, dass es in Zellen eindringen und sich vermehren kann. Sie verfolgen nun die Entwicklung einer passiven Impfung.

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27. September 2020: Corona-Krise trifft relativ wenige Haushalte finanziell

Frankfurt/Main (dpa) - Den meisten Privathaushalten in Deutschland bleiben in der Corona-Krise einer Umfrage zufolge finanzielle Einbußen erspart. „Nachdem die Corona-Pandemie ein halbes Jahr gewütet hat, beobachten wir, dass sich die finanzielle Lage der Haushalte nach dem ersten Schock im März 2020 weder weiter signifikant verschlechtert noch deutlich erholt hat“, so Andreas Hackethal vom Frankfurter Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung Safe. „Gemessen an der Lebenswirklichkeit der Leute bestätigt sich daher, dass Deutschland bisher relativ gut durch die Krise gekommen ist.“

Der Erhebung von Anfang September zufolge haben 17 Prozent der 10 800 befragten Haushalte mit Einkommensverlusten zu kämpfen, die große Mehrheit von 83 Prozent sieht aber keine Einbußen oder sogar eine Verbesserung ihrer Situation. Die Daten für das sogenannte Haushaltskrisenbarometer wurden zum siebten Mal erhoben.

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26. September 2020: 60 Millionen Euro Nothilfe für Studierende

Berlin (dpa) - Der deutsche Staat hat in den vergangenen Monaten insgesamt rund 60 Millionen Euro sogenannter Überbrückungshilfe an Studierende gezahlt, die wegen Corona in eine finanzielle Notlage geraten sind. Diese Zahl nannte Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), am Freitag in Berlin. Die Studentenwerke sind zuständig für die Bearbeitung der Anträge auf Nothilfe. 135.000 Anträge wurden demnach bisher positiv beschieden, 80.000 Anträge abgelehnt. In der Coronakrise hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung 100 Millionen Euro für die Nothilfe bereitgestellt – Geld, das nicht zurückgezahlt werden muss.

Unterdessen gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekannt, dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland den höchsten Wert seit April erreicht hat. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2507 neue Corona-Infektionen.

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25. September 2020: Spahn rät von Auslandsreisen in Herbst- und Winterferien ab

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Bürgern angesichts steigender Corona-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. «Man kann ja auch Urlaub im Inland machen», sagte der CDU-Politiker am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin». Es habe sich in der Corona-Pandemie immer wieder gezeigt, dass Reiserückkehrer verstärkt das Virus einschleppten. «Ich finde, für Herbst-, Winter-, Weihnachtsurlaub sollten wir daraus gemeinsam lernen», sagte Spahn. Das sei zwar hart für die Reiseveranstalter, aber in der derzeitigen Lage nicht zu ändern.

24. September 2020: „Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen“

Berlin (dpa) - Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. «Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern», sagte er. «Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen.» Klar müsse auch sein, dass die Zulassung eines Impfstoffs nicht sofort die Lösung des Problems bedeute, sagte Drosten. Zunächst müsse die Priorität bei Risikogruppen liegen. «Neben der zu erwartenden Verteilungskompetition ist es auch gar nicht so einfach, so viele Vakzinedosen in Flaschen abzufüllen und die dann auch zu verimpfen», erklärte er. «Deswegen ist das schon eine Unternehmung fürs ganze Jahr 2021.»

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23. September 2020: Ethikrat lehnt Immunitätsnachweis ab

Berlin (dpa) - In der Debatte um den Umgang mit dem Coronavirus lehnt der Deutsche Ethikrat eine Einführung amtlicher Immunitätsnachweise derzeit klar ab. Grund seien «erhebliche Unsicherheiten» über die Immunität nach einer überstandenen Infektion und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium. Die Ethikrats-Vorsitzende Alena Buyx (Foto) verwies auf die sehr kontroverse gesellschaftliche Debatte über Corona-Immunitätsbescheinigungen. Die einen stellten sich «eine Art Freifahrtschein» vor, mit dem auch in der Pandemie alles wieder möglich sei - andere sähen darin Vorboten einer «immunitätsbasierten Zwei-Klassen-Gesellschaft».

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22. September 2020: Weihnachtsfeiern in Stadien und auf Marktplätzen?

Hannover (dpa) - Angesichts andauernder Einschränkungen wegen der Corona-Epidemie rüstet sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) für Weihnachtsgottesdienste in Fußballstadien und auf Marktplätzen. Auch in Autokinos werde es Gottesdienste geben, teilte die EKD am Dienstag in Hannover mit. Neben dem Einsatz von vielen Ehrenamtlichen werde es Kooperationen mit Feuerwehr und Technischen Hilfswerk geben, um auf zentralen Plätzen sicher feiern zu können.

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21. September 2020: Neue Strategie für die kalte Jahreszeit

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Blick auf die kalte Jahreszeit eine neue Corona-Teststrategie sowie neue Quarantäneregeln angekündigt. So sollen etwa Schnelltests Bestandteil der neuen Teststrategie werden, weil sie mittlerweile auch qualitativ besser seien. Außerdem hat er Pläne zur Einrichtung sogenannter Fieberambulanzen konkretisiert. «Es geht darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstellt, dass sich die Menschen nicht im Wartezimmer untereinander anstecken. Das macht Sinn für Corona und auch bei der Grippe und einer möglichen Grippewelle», sagte Spahn am Montag in Berlin.

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20. September 2020: Spahn: Gesundheitssystem nicht überlastet

Berlin (dpa) - Laut Gesundheitsminister Jens Spahn ist das deutsche Gesundheitssystem derzeit trotz steigender Corona-Infektionszahlen nicht überlastet. Mit fast 2.300 Neuinfektionen an einem Tag sei zwar der höchste Wert seit April erreicht worden, schrieb Spahn auf Twitter. „Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt“, fügte er hinzu. Er appellierte erneut an die Bürger, Abstand zu halten, Mund-Nase-Schutz zu tragen und Hygiene-Regeln zu beachten.

Die Gesundheitsämter in Deutschland hatten am Freitag 2.297 neue Corona-Infektionen registriert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgab. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und ab Juli wieder gestiegen. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen hängt auch davon ab, wie viele Menschen getestet werden.

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19. September 2020: Corona-Pandemie stoppt Karneval

Düsseldorf/Köln (dpa)Den typischen Kölner Rosenmontagszug (Foto von 2019) wird es 2021 aufgrund der Corona-Pandemie nicht geben. Der Sitzungs- und Straßenkarneval im Bundesland Nordrhein-Westfalen fällt in der Saison 2020/21 weitgehend aus. Klassische Karnevalssitzungen soll es nach dem Willen der Landesregierung und der großen Karnevalsvereine zum Schutz der Menschen vor weiteren Infektionen ebenso wenig geben wie Karnevalszüge in bekannter Form.

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18. September 2020: Startbereit: Impfstoffentwickler BioNTech übernimmt Produktionsstätte

Mainz (dpa) - Für die Herstellung eines möglichen Corona-Impfstoffs übernimmt das Mainzer Unternehmen Biontech von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis dessen Produktionsstätte in Marburg. Biontech plant unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung in dem Werk bereits im ersten Halbjahr 2021 bis zu 250 Millionen Dosen des möglichen Impfstoffs herstellen zu können. Der Vertrag wurde am Mittwochabend unterzeichnet.

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17. September 2020: Vertrauen in den Staat stark gestiegen

Berlin (dpa) - Das Vertrauen der Menschen in Deutschland in die politischen Institutionen ist stark gestiegen. Der Anteil der Bürger, die den Staat als fähig zur Erfüllung seiner Aufgaben ansehen, wuchs im Vergleich zum vergangenen Jahr um 22 Prozentpunkte auf 56 Prozent. Das zeigt die neue Bürgerbefragung «Öffentlicher Dienst» des Beamtenbunds dbb. Der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach machte hauptsächlich ein überwiegend positiv beurteiltes Handeln von Staat und öffentlichem Dienst in der Corona-Krise für die Trends verantwortlich.

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16. September 2020: Kommission erwartet mehrere Impfstoffe

Berlin (dpa) - Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neue Coronavirus geben wird. «Angesichts der großen Zahl von potenziellen Sars-CoV-2-Impfstoffkandidaten ist es wahrscheinlich, dass am Ende mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen werden», sagte die Vize-Vorsitzende der Kommission, Sabine Wicker, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen geeignet wären - zum Beispiel für Ältere. Die Bundesregierung erwartet, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland für Teile der Bevölkerung in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Verfügung steht, für die breite Masse aber voraussichtlich erst Mitte des Jahres.

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15. September 2020: Corona könnte Zahl der Einbrüche auf Allzeittief drücken

Berlin (dpa) - Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland könnte nach Beobachtung der Versicherungsbranche wegen der Corona-Pandemie auf ein Allzeittief sinken. «Die Entwicklung des ersten Halbjahrs deutet darauf hin, dass wir die niedrigsten Einbruchzahlen seit Beginn unserer Statistik 1981 sehen werden», teilte Jörg Asmussen, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), mit.

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14. September 2020: Corona beschleunigt Abkehr vom Bargeld

München (dpa) - Die Corona-Krise beschleunigt nach einer Verbraucherstudie die allmähliche Abkehr der Europäer vom Bargeld. Demnach bezahlen in zehn europäischen Ländern im Schnitt nur noch 36 Prozent der Verbraucher am liebsten bar, wie die Finanzexperten der Unternehmensberatung PwC Strategy& in ihrer am Montag veröffentlichten Untersuchung schreiben. Vor einem Jahr waren es mit 43 Prozent noch deutlich mehr. Allerdings gibt es nach wie vor sehr große Unterschiede innerhalb Europas: In Deutschland zahlen 56 Prozent am liebsten bar, in Schweden nur noch 15 Prozent.

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13. September 2020: Patientenschützer: Bundestag bei Impfstrategie einbeziehen

Berlin (dpa) - Bei Festlegungen für die Verteilung eines möglichen Corona-Impfstoffes sollte aus Sicht von Patientenschützern der Bundestag einbezogen werden. Es sei klar, dass ein Impfstoff nicht sofort für alle zur Verfügung stehen werde, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. „Also bedarf es einer Priorisierung, die nicht allein Beamten oder Wissenschaftlern überlassen werden darf.“ Um Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit zu schaffen, solle der Bundestag ethische Leitlinien festlegen. „Nur die Abgeordneten verfügen hier über die demokratische Legitimation.“ Das Parlament sollte dafür sorgen, dass Pflegebedürftige, ihre Angehörigen sowie pflegerisches und medizinisches Personal eine Priorität erhielten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits darauf verwiesen, dass die Impfkommission Vorschläge erarbeite, bei denen einiges schon absehbar sei. «Zunächst werden diejenigen geimpft, die beruflich bedingt einem Risiko ausgesetzt sind – Pflegende, Ärztinnen und Ärzte. Und dann kommen Risikogruppen wie Hochbetagte oder Menschen mit Vorerkrankungen», sagte er Focus Online (Freitag). Er sei optimistisch, dass nach einigen Monaten genügend für alle vorhanden sein könnte - wenn es dann einen Impfstoff gebe. Spahn bekräftigte: „Es wird keine verpflichtende Impfung geben.“

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12. September 2020: Respektvolle Debattenkultur angemahnt

Hannover (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in der Corona-Krise eine respektvolle Debattenkultur angemahnt. Zudem forderte er Kritiker auf, sich nicht in ihre WhatsApp- oder Facebook-Blase zurückzuziehen. Kontroverse Diskussionen seien nötig, die Frage aber sei, wie diese Debatten geführt werden, sagte Spahn am Freitag bei einem Gesundheitsforum in Hannover. Wichtig sei, einen gemeinsamen Nenner zu finden, in der Sache zu streiten und aufeinander acht zu geben. Den Ton der Debatte sollten nicht Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen wie in Berlin vorgeben. „In der Pandemie wünsche ich mir auch, dass wir Deutschen wahrnehmen, was wir zusammen erreicht haben“, sagte Spahn. Dass Deutschland im Vergleich zu Nachbarländern in der Pandemie vergleichbar gut dastehe, sei auch dem Gesundheitssystem zu verdanken und dem Einsatz der Bürgerinnen und Bürger. Es müsse auch ein Stolz für das Erreichte entwickelt werden und am Zusammenhalt festgehalten werden.

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11. September 2020: Keimfreie Rolltreppen

München (dpa) - Die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrsgesellschaft testen keimfreie Rolltreppen. Sechs Rolltreppen im U-Bahnhof Marienplatz werden derzeit mit einer speziellen UV-Desinfektion ausgestattet. Das Ganze funktioniert so: Im  verschlossenen Bereich werden die Handläufe mit UV-Licht bestrahlt. Das soll innerhalb von Sekunden die Mikroorganismen zerstören.

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10. September 2020: Pauschale Reisewarnung endet

Berlin (dpa) - Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums wird am 30. September enden. Danach soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben. Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

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9. September 2020: Gastgewerbe im Krisenmodus

Berlin (dpa) - Allein zwischen März und Juni dieses Jahres verzeichnete das Gastgewerbe im Vergleich zu Vorjahr beim Umsatz Einbußen in Höhe von 17,6 Milliarden Euro, wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga am Dienstag in Berlin  mitteilte. «Unsere Betriebe waren die ersten, die von den Folgen des Coronavirus betroffen waren und wir werden in all unseren Betriebsformen auch diejenigen sein, die zuletzt wieder ans Netz gehen dürfen», sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Er hoffe aber auf unbürokratische  Lösungen. «Wichtig wird sein, dass die Kommunen weiterhin großzügig sind bei der Genehmigung von Außenflächen oder von Windschutz, Wintergärten oder Pavillons sowie im Umgang mit Wärmestrahlern, um die Außengastronomiesaison zu verlängern.»

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8. September 2020: Merkel berät über Zukunft der Autoindustrie

Berlin (dpa) - Mitten in der Corona-Krise berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Autoindustrie über die schwierige Lage der deutschen Schlüsselbranche und zentrale Zukunftsfragen. Schwerpunkte einer Videokonferenz am Abend sollen strategische Fragen sein wie Digitalisierung, Vernetzung und autonomes Fahren. Allerdings belastet die Corona-Krise die Autoindustrie, die Nachfrage ist zurückgegangen. Viele Firmen, vor allem Zulieferer, kämpfen mit großen Problemen. Deswegen sind vor den Beratungen Forderungen nach einer stärkeren Unterstützung aufgekommen. Die Autoindustrie beschäftigt direkt mehr als 800 000 Menschen in Deutschland.

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7. September 2020: Auszahlung des Corona-Kinderbonus startet 

Berlin (dpa) - Von diesem Montag an erhalten die Eltern von rund 18 Millionen Kindern in Deutschland 300 Euro extra pro Kind. Das Geld muss nicht beantragt werden; ausgezahlt wird es automatisch. Voraussetzung: Ein Kind muss mindestens einen Monat im Jahr 2020 Kindergeld bezogen haben. Fast zwei von drei Empfängern wollen den einmaligen Kinderbonus ganz oder teilweise direkt wieder ausgeben. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

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6. September 2020: Bundesregierung hilft Textilindustrie in Entwicklungsländern

Berlin (dpa) - Als Teil eines weltweiten Corona-Sofortprogramms hat Entwicklungsminister Gerd Müller Hilfen für die Textilindustrie in sieben besonders betroffenen Ländern angekündigt. Bangladesch, Indonesien, Kambodscha, Laos, Vietnam, Äthiopien und Madagaskar sollen 14,5 Millionen Euro zur Stabilisierung des Sektors erhalten. Damit werde rund 2 Millionen Menschen geholfen, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). «Globale Lieferketten sind zusammengebrochen. Millionen Menschen haben über Nacht ihre Arbeit verloren», sagte Müller zur Begründung.

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5. September 2020: 5000 neue Stellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst

Berlin (dpa) - Bund und Länder wollen als Konsequenz aus der anhaltenden Corona-Pandemie bis Ende 2022 mindestens 5000 neue und unbefristete Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) schaffen. In einem ersten Schritt solle es bis zum 31. Dezember 2021 mindestens 1500 Stellen für Ärzte, weiteres Fachpersonal und Verwaltungsmitarbeiter geben. Neben den neuen Stellen geht es um eine bessere Digitalisierung der Gesundheitsämter und -behörden. Die 375 Gesundheitsämter in Deutschland spielen etwa beim Verfolgen von Infektionsketten sowie bei Anordnungen von Tests und Quarantäne eine wesentliche Rolle.

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4. September 2020: Verkürzung der Quarantänezeit?

Berlin (dpa) - Gesundheitspolitiker aus mehreren Fraktionen haben sich dafür ausgesprochen, die Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen zu verkürzen. «Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen», sagte der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach der «Welt». «Wir wissen, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der Test noch ein positives Ergebnis ausweist.» Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte für eine Verkürzung plädiert, um die Akzeptanz der Maßnahmen in der Gesellschaft zu erhalten. Menschen mit Verdacht auf eine Infektion sollten sich nur noch fünf statt 14 Tage isolieren müssen. Mit diesem Vorschlag gehe er «bis an die Schmerzgrenze der Epidemiologie», sagte er am Dienstag in seinem NDR-Podcast.

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3. September 2020: Experten erwarten 100.000 Privatpleiten

Hamburg (dpa) - Die privaten Insolvenzen werden nach den Erwartungen des Informationsdienstleisters Crifbürgel in den nächsten Monaten deutlich zunehmen. Bereits jetzt gelten rund 6,8 Millionen Verbraucher in Deutschland als überschuldet. Hinzu kommen Soloselbstständige und Honorarkräfte aus unterschiedlichsten Branchen, die von einem Tag auf den anderen ihr komplettes Einkommen verloren haben und unerwartet in eine finanzielle Schieflage geraten sind. Crifbürgel geht im laufenden Jahr von 85.000 und im nächsten Jahr von 100.000 privaten Insolvenzen aus.

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2. September 2020: Hoffnung für Millionen Covid-Infizierte

Biochemiker und Virologen von Goethe-Universität und Universitätsklinikum Frankfurt haben erstmals ein Gesamtbild der Kommunikation einer Zelle erstellt, die von SARS-CoV-2-Viren befallen ist. Dabei gelang es den Wissenschaftlern in Zellkultur-Experimenten, die Virusvermehrung mit einer Reihe klinisch erprobter Krebs-Medikamenten zu stoppen. Es sind zwar weitere Tests mit Menschen erforderlich. Der Vorteil ist aber, dass zugelassene Medikamente einen großen Entwicklungsvorsprung haben, so dass man auf Grundlage der Ergebnisse und weniger weiterer Experimente sehr schnell mit klinischen Studien beginnen könnte.

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1. September 2020: Zeichen der Entspannung am Arbeitsmarkt

Nürnberg (dpa) - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August erneut gestiegen - allerdings wie im Vormonat in saisonüblicher Höhe. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2,95 Millionen Menschen ohne Job, 45.000 mehr als im Juli und 636.000 mehr als vor einem Jahr. Wie schon im Juli habe es keinen zusätzlichen coronabedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele, am Dienstag in Nürnberg. In Kurzarbeit waren im Juni nach vorläufigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit 5,36 Millionen Menschen in Deutschland. Inzwischen geht nach dem massiven Anstieg im März und April die Zahl der Beschäftigten weiter zurück, für die Unternehmen Kurzarbeit anmelden.

zum Beginn des kommenden Jahres einen oder mehrere Impfstoffe gegen das neue Coronavirus gibt. Es sei allerdings damit zu rechnen, dass nicht von Anfang an genügend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen werde. Deshalb solle die Ständige Impfkommission ein Konzept erarbeiten, wie die Bestände mit dem bestmöglichen Nutzen eingesetzt werden könnten.

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