Coronavirus: Der Liveticker

Merkel: Keine Aussage möglich zum Ende der Beschränkungen +++ Hier findest du die wichtigsten Nachrichten zur Ausbreitung der Lungenkrankheit in Deutschland.

Live-Ticker
dpa

2.04.2020: Merkel: Derzeit keine Aussage möglich zum Ende der Beschränkungen

Berlin (dpa) - In der Corona-Krise stellt Bundeskanzlerin Angela Merkel kein Ende der Einschränkungen in Aussicht. „Ich kann zu dieser Frage, wie lange das noch dauern wird, keine Aussagen machen zum jetzigen Zeitpunkt“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch nach telefonischen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Die Länder hätten die Einschränkungen des öffentlichen Lebens gemeinsam beschlossen und wollten sie auch gemeinsam beenden, wenn es so weit sei.

Die Behandlung schwerer Covid-19-Fälle auf der Intensivstation liege im Durchschnitt bei deutlich über zwei Wochen und dauere damit länger als erwartet. Deshalb müsse es dazu kommen, dass sich die Zahl der Erkrankten erst alle „12, 13, 14 Tage“ verdopple, sagte Merkel. «Wir wollen eine Überforderung vermeiden», sagte sie mit Blick auf das Gesundheitssystem. „Deshalb können wir immer nur von Schritt zu Schritt, von Datum zu Datum vorgehen.“ Die Lage solle am Dienstag nach Ostern erneut bewertet werden.

„Ich glaube, die Menschen im Lande – darauf hoffe ich, und darauf stütze ich auch meine Erwartungen - verstehen das und wollen nicht, dass wir da in eine schwierige Lage kommen. Gerade für die Gruppen, die wir besonders beschützen müssen – nämlich die Älteren, die Behinderten, die Vorerkrankten“, sagte Merkel. „Und dieses Verständnis, dafür danke ich. Das zeichnet unsere Gesellschaft aus. Der Artikel 1 unseres Grundgesetzes heißt ´Die Würde des Menschen ist unantastbar´, und das wird gelebt im Augenblick, und dafür bin ich sehr dankbar, und so müssen wir uns auch weiter verhalten.“

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2.04.2020:  An deutschen Flughäfen fliegt fast niemand mehr

Berlin/Frankfurt (dpa) - An den größeren deutschen Flughäfen gibt es wegen der Corona-Krise kaum noch Starts und Landungen. In der letzten März-Woche (23.-29.3.) ist die Zahl der abgefertigten Passagiere auf nur noch knapp 206 000 gesunken, wie der Flughafenverband ADV am Donnerstag berichtete. Das entspricht noch 5 Prozent des Wertes aus dem Vorjahr. Deutlich geringer fiel der Rückgang bei der Fracht aus, deren Volumen in der genannten Woche nur um 20,4 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

Zur öffentlichen Daseinsvorsorge würden dennoch alle Flughäfen im Betrieb gehalten, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Dringend benötigte Krankentransporte sowie Fracht- und Rückholflüge könnten weiterhin problemlos abgewickelt werden. Beisel mahnte bei der Bundesregierung finanzielle Unterstützung an: „Ein Flughafenbetrieb ohne Einnahmen lässt sich nicht lange durchhalten. Liquiditätshilfen und Kostenübernahmen sind dringend erforderlich.“

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1.04.2020: Von der Leyen kündigt europäischen Plan für Kurzarbeitergeld an

Brüssel (dpa) - In der Corona-Krise könnten die EU-Staaten für Kurzarbeiterhilfen demnächst Geld aus Brüssel bekommen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch eine Initiative namens «Sure» an, die am Donnerstag vorgestellt werden soll. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es nicht um Zuschüsse an die nationalen Arbeitslosenversicherungen, die üblicherweise durch Sozialabgaben von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden. Eric Mamer, den Chefsprecher der EU-Kommission, sprach vielmehr von «Hilfe zur Finanzierung nationaler Kurzarbeiterprogramme». Zur Finanzierung des europäischen Programms könnten nach dpa-Informationen Instrumente der in der Euro-Schulden-Krise aufgelegten Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität EFSF genutzt werden. Die EFSF wurde 2010 als Vorläufer des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM gegründet und konnte eigene Anleihen ausgeben, für die die Eurostaaten anteilig haften.

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1.04.2020: Corona-Krise macht Wettervorhersagen unsicherer

Genf (dpa) - Weil der Flugverkehr wegen der Corona-Krise weitgehend eingestellt ist, werden Wettervorhersagen und Klimabeobachtungen schwieriger. Für die Wettermodelle fehlen Daten, die normalerweise von Sensoren an Flugzeugen stammen. «Wenn noch weniger Wetterdaten von Flugzeugen geliefert werden und dies über einen längeren Zeitraum, dürfte die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen abnehmen», sagte Lars Peter Riishojgaard, Fachgruppenleiter bei der Weltwetterorganisation (WMO), am Mittwoch in Genf.

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31.03.2020: Luft wegen Corona-Ausgangssperren in deutschen Städten sauberer

Brüssel (dpa) - Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat im Zuge der Corona-Ausgangsbeschränkungen bereits deutlich abgenommen. Dies zeigt ein Vergleich von Satellitenbildern aus den vergangenen Tagen mit jenen ein Jahr zuvor, die die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit EPHA am Montag veröffentlichte. Das ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen für Gesundheits- und Umweltschutz.

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31.03.2020: Masken statt Kostüme: Theaterwerkstätten stellen um

Berlin (dpa) - Mehrere Theaterwerkstätten helfen in der Corona-Krise und fertigen während der Bühnenschließung einfache Schutzmasken. Erste Aufträge hat zum Beispiel der Berliner Bühnenservice, der normalerweise für Opernhäuser und das Staatsballett arbeitet. Rund 300 Masken seien für ein Alten- und Pflegeheim genäht worden, sagte Geschäftsführer Rolf D. Suhl der Deutschen Presse-Agentur. Rund 300 weitere sollen für ein zweites Heim entstehen. Auch Arztpraxen, Apotheken und eine Klinikgesellschaft hätten angefragt.

Die Masken werden aus kochfestem Baumwollstoff genäht. Ähnliche Initiativen gibt es auch in anderen deutschen Städten, etwa Mainz und Leipzig. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, fallen seit Längerem die Vorstellungen an Theatern aus. Am Berliner Maxim Gorki Theater nähen 15 Mitarbeiter nun Masken für Mund und Nase, auch am Deutschen Theater in der Hauptstadt gibt es solche Pläne. Am Theater an der Parkaue sind sechs Mitarbeiter damit beschäftigt. „Die Kollegen freuen sich, dass sie einen Beitrag leisten können“, sagte Sprecher Julius Dürrwald.

Stoffmasken schützen vor allem andere Menschen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen.

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30.03.2020:

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30.03.2020: Ökonomen warnen vor Rezession, zeigen aber auch Zuversicht

Berlin/Wiesbaden (dpa) - Die «Wirtschaftsweisen» halten eine schwere Rezession in Deutschland durch die massiven Folgen der Coronavirus-Krise für unvermeidbar. Das Gremium ist ein in Deutschland wichtiger Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die deutsche Wirtschaft werde 2020 deutlich schrumpfen, heißt es in einem am Montag vorgelegten Sondergutachten der Fachleute. Wie schlimm es genau kommt, sei derzeit wegen großer Unsicherheiten unklar. «Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung dürfte sein, ob es gelingt, die Ausbreitung des Corona-Virus effektiv zu bekämpfen, sodass die verschiedenen Einschränkungen sozialer und wirtschaftlicher Aktivitäten schnell aufgehoben werden können», schreiben die Ökonomen in ihrem Gutachten. Der Sachverständigenrat als Beratergremium der Bundesregierung legt drei denkbare Szenarien zugrunde. «In allen drei Szenarien beendet die Ausbreitung des Corona-Virus die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung abrupt, sodass eine Rezession im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland nicht zu vermeiden sein wird.» Als derzeit wahrscheinlichste Entwicklung sehen die Ökonomen eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage über den Sommer, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter dem Strich in diesem Jahr um 2,8 Prozent schrumpft. In den beiden ungünstigeren Szenarien wäre aus Sicht der Wirtschaftsweisen ein tieferer Einbruch 2020 denkbar, dem unter Umständen eine nur sehr schleppende Erholung 2021 folgt

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30.03.2020: Bundesregierung nimmt bei Rückholflügen gestrandete EU-Bürger mit

Mit einer beispiellosen Rückholaktion bringt die Bundesregierung weltweit gestrandete Reisende nach Hause. Auch hier denkt die Bundesregierung europäisch: Auf fast allen Rückholflügen wurden auch durch das Coronavirus gestrandete europäische Bürgerinnen und Bürger mitgenommen. Auf jedem von der Bundesregierung gecharterten Flug reisen im Durchschnitt 17 EU-Bürger mit. Insgesamt kamen so schon 1.750 nichtdeutsche EU-Staatsbürger nach Hause. Auch mit weiteren Drittstaaten wird kooperiert. Dabei sprechen sich die EU-Botschaften im Ausland eng ab und koordinieren gemeinsam mit der örtlichen EU-Delegation die Ausreise. In den vergangenen Tagen stand der deutsche Außenminister Heiko Maas mit seinen europäischen Amtskollegen in besonders engem Kontakt, um die Ausreise europäisch voranzubringen und um freie Kapazitäten noch besser zu nutzen.

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29.03.2020: Keine schnelle Normalisierung in Sicht – Sorge ums Gesundheitssystem

Berlin (dpa) - In der Corona-Krise gibt es auch in Deutschland Sorgen, ob die Kapazitäten zur Versorgung schwerkranker Patienten ausreichen. „Wir müssen jedenfalls damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar“, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Es sei nicht auszuschließen, dass es mehr Patienten als Beatmungsplätze gebe. „Ob es so kommt, ist Spekulation“, sagte Wieler.

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29.03.2020: Regierung will schnelleren Nachschub an Schutzmasken und -kitteln

Um den Mangel an Schutzmasken und -kitteln einzudämmen, versucht die Bundesregierung den Ankauf zu beschleunigen. Dafür hat sie ein Verfahren gestartet, in dem Lieferverträge ohne weitere Verhandlungen über den Kaufpreis zustande kommen. Zuerst hatte die Zeitung Welt am Sonntag darüber berichtet. Das sogenannte Open-House-Verfahren sieht vor, dass Anbieter mindestens 25.000 OP-Masken, Schutzkittel oder FFP2-Mundschutze anbieten können und der Bund diese zu einem von ihm selbst festgelegten Preis kauft – das ist einfacher und schneller als das sonst geltende Vergaberecht mit Ausschreibungen.

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29.03.2020: Wirtschaft: Corona-Hilfen erreichen Mittelstand nicht

Handwerk und Reisebranche beklagen eine Förderlücke. „In dieser Extremlage brauchen neben den kleinen Betrieben auch solche mit mehr als zehn Mitarbeitern Soforthilfen“, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Ähnlich äußerte sich der Deutsche Reiseverband: „Die Bundesregierung muss dringend Maßnahmen für mittelständische Unternehmen bewilligen“, forderte Präsident Norbert Fiebig. Wirtschaftsminister Peter Altmaier stellte weiteren staatlichen Anschub für die Zeit nach der Krise in Aussicht.

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29.03.2020: Bundeswehr zieht Soldaten aus dem Irak wegen Corona teilweise ab

Berlin (dpa) - Wegen der Coronavirus-Pandemie zieht die Bundeswehr einen Teil der im Irak eingesetzten Soldaten zurück nach Deutschland ab. Es sei mit der Verlegung von deutschen Soldaten begonnen worden, die für den Grundbetrieb derzeit nicht zwingend erforderlich seien, teilte das Einsatzführungskommando am Sonntag den Obleuten im Verteidigungsausschuss des Bundestages mit. Die ersten Soldaten seien am Sonntag in Deutschland gelandet.

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28.03.2020: Kanzleramtschef: Keine Lockerungen der Maßnahmen bis 20. April

Berlin (dpa) - Kanzleramtschef Helge Braun hat betont, dass es vor dem 20. April keine Lockerungen der Einschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geben wird. „Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen. Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen“, sagte Braun der Zeitung Tagesspiegel. Wenn in den nächsten Tagen der Erfolg der Maßnahmen quantitativ zu messen sei und man wisse, „wie sehr wir den Infektionsanstieg verlangsamt haben, dann werden wir auf dieser Grundlage rechtzeitig vor dem 20. April eine Strategie für die Zeit danach erarbeiten“. Oberstes Ziel sei es, das Gesundheitswesen nicht zu überfordern.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Samstag mit einer persönlichen Botschaft aus der häuslichen Quarantäne gemeldet und die Menschen in Deutschland um Geduld in der Corona-Krise gebeten. Der Mensch sei „nun mal auf Kontakt und Nähe eingestellt, und darauf freue ich mich dann auch wieder“, sagte die CDU-Politikerin, die nach Kontakt zu einem infizierten Arzt derzeit zu Hause bleibt, in ihrem Wochenend-Podcast. Klar sei aber: „Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält.“ Noch gebe es keinen Grund, die Regeln zu lockern. „Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig.“

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28.03.2020: Bundeswehr fliegt an Covid-19 erkrankte Italiener nach Deutschland

Berlin (dpa) - Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Corona-Krise bringt die Luftwaffe Patienten zur Behandlung nach Deutschland. Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, flog am Samstag von Köln nach Bergamo, um Patienten zur Intensivbehandlung nach Nordrhein-Westfalen zu bringen. Die Maschine kehrte am Mittag mit sechs schwer erkrankten Italienern an Bord nach Köln zurück, sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur.

„In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunde­n zur Seite stehen“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zu dem Einsatz. „Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten.“

Sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich nimmt zudem die Berliner Charité auf, wie eine Sprecherin des Senats am Samstag mitteilte. Die Infizierten werden den Angaben zufolge per Flugzeug von der Uniklinik Straßburg nach Berlin gebracht, um im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt zu werden.

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27.03.2020: Bundesrat segnet Corona-Hilfen ab

Berlin (dpa) - Nach dem deutschen Parlament hat auch die Länderkammer, der Bundesrat, endgültig das milliardenschwere Hilfspaket gegen Folgen der Coronakrise für Unternehmen, Mieter, Selbstständige und Krankenhäuser beschlossen. Die ersten Gelder sollen damit noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen. Das Finanzministerium rechnet mit Kosten für die Hilfsprogramme von mehr als 122 Milliarden Euro. Zugleich kommen wohl 33,5 Milliarden Euro weniger Steuern rein. Deshalb plant Finanzminister Olaf Scholz eine Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro.

27.03.2020: Fünf Billionen US-Dollar zur Stützung der Wirtschaft eingeplant

Brüssel/Berlin (dpa) - Die Europäische Union und die G20 der führenden Wirtschaftsmächte bereiten umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen vor. Die Staats- und Regierungschefs der EU beschlossen bei einem Videogipfel nach hartem Ringen, binnen zwei Wochen ein neues Modell für einen Rettungsschirm mit Finanzhilfen für verschuldete Staaten auszuarbeiten. Zuvor hatten die Staats- und Regierungschefs der G20 ein gemeinsames Vorgehen in der Krise beschlossen. Insgesamt haben die Mitgliedstaaten und die EU zusammen schon fünf Billionen US-Dollar zur Stützung der Wirtschaft eingeplant.

26.03.2020:

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26.03.2020: Bosch entwickelt COVID-19-Schnelltest 

Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch hat einen Schnelltest zur Erkennung des Covid-19-Virus entwickelt. Die neue Methode bringt Ergebnisse innerhalb von zweieinhalb Stunden.  Üblicherweise müssen Patienten ein bis zwei Tage auf ein Ergebnis warten. Der neu entwickelte Test soll von April an in Deutschland erhältlich sein, weitere europäische und außereuropäische Märkte sollen folgen. „Der COVID-19-Schnelltest trägt dazu bei, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und Infektionsketten schneller zu durchbrechen“, sagte Bosch-CEO Dr. Volkmar Denner.

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26.03.2020: Bürger einverstanden mit Corona-Maßnahmen

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen das Coronavirus rechnen fast zwei Drittel der Deutschen mit weiteren Einschränkungen der persönlichen Freiheit. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur äußerten 64 Prozent die Erwartung, dass die beschlossenen Maßnahmen zur Vermeidung zwischenmenschlicher Kontakte noch einmal verschärft werden. Nur 20 Prozent glauben nicht daran, 16 Prozent machten keine Angaben. Die Akzeptanz der Maßnahmen ist der Umfrage zufolge riesig.

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25.03.2020: Klopapier und Nudeln: Nachfragexplosion im Handel

Wiesbaden/Köln (dpa) - Die Corona-Krise hat in Deutschland in den vergangenen Wochen die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier, aber auch nach Nudeln und Dosentomaten regelrecht explodieren lassen. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Mittwoch veröffentlichte. Danach kauften die Verbraucher in der vergangenen Woche mehr als vier mal so viel Seife und mehr als drei mal so viel Toilettenpapier wie im Durchschnitt der vorangegangenen sechs Monate. Die Statistiker stützten sich auf eine Auswertung digital verfügbarer Kassendaten.

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25.03.2020: Bundestag unterstützt Corona-Hilfen

Berlin (dpa) - Angesichts der Bedrohung durch die Corona-Pandemie haben im deutschen Parlament alle Fraktion das Maßnahmenpaket der Bundesregierung für Gesundheitsschutz und finanzielle Hilfen unterstützt. Vizekanzler Olaf Scholz sagte am Mittwoch in der Generaldebatte zur Lockerung der Schuldenbremse und zum historisch einmaligen Hilfspaket für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise: «Vor uns liegen harte Wochen. Wir können sie bewältigen, wenn wir solidarisch sind.» Scholz dankte Ärzten, Verkäufern, Busfahrern und anderen, die trotz des Infektionsrisikos das öffentliche Leben am Laufen halten: «Sie leisten Großes in diesen Tagen.» Die Schuldenbremse ist ein in der deutschen Verfassung geregelter Mechanismus, damit sich die Bundesrepublik nicht überschuldet. Die nun nötigen Ausgaben könnten Bund und Länder nicht aus dem laufenden Haushalt oder aus Rücklagen stemmen, betonte der Finanzminister. Deshalb brauche es einen Nachtragshaushalt und eine Nettokreditaufnahme von 156 Milliarden Euro. «Das ist eine gigantische Summe» - beinahe die Hälfte eines regulären jährlichen Bundeshaushalts. «Wir können uns das leisten», betonte Scholz.

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25.03.2020:

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24.03.2020: Deutschland nimmt Corona-Patienten aus dem Ausland auf

Leipzig (dpa) - Eine Gruppe von in Sachsen zu behandelnden Corona-Patienten aus Italien ist in der Nacht zu Dienstag am Flughafen Leipzig-Halle gelandet. Am Montag hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer angekündigt, dass Sachsen Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen will. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. Auch Nordrhein-Westfalen nimmt zehn Corona-Patienten aus dem besonders von dem Virus betroffenen Norditalien auf. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstag in einer Sondersitzung des Landtags.

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24.03.2020: Sportwelt erleichtert: IOC und Japan verlegen Tokio-Spiele auf 2021

Tokio (dpa) - Die Olympia-Macher von Tokio haben sich dem Druck in der Corona-Krise gebeugt und lassen die Sportwelt mit der Verschiebung der Sommerspiele auf 2021 aufatmen. In einer Telefonkonferenz fassten das Internationale Olympische Komitee und die japanischen Gastgeber am Dienstag den längst unausweichlichen Beschluss, die Tokio-Spiele ins nächste Jahr zu verlegen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sei mit dem Vorschlag des IOC «hundertprozentig» einverstanden gewesen», sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Die Sommerspiele sollen auf «ein Datum nach 2020 verlegt werden», aber nicht später als im Sommer 2021 stattfinden, hieß es. «Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung zur Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die gesamte Weltgemeinschaft», sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

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23.03.2020: Erster Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ    

Berlin (dpa) - Beim ersten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. «Das Testergebnis des heutigen Tests ist negativ», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Weitere Tests werden in den nächsten Tagen durchgeführt.

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23.03.2020: Merkel wartet auf Ergebnis des Corona-Tests

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Montag einem Test auf das neuartige Coronavirus unterzogen und wartet nun auf das Ergebnis. «Der Bundeskanzlerin geht es gut», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Merkel habe telefonisch zugeschaltet die Kabinettssitzung geleitet und mache ihre Arbeit vorläufig von Zuhause aus. «Jetzt warten wir das Ergebnis ab und sehen dann, was daraus folgt.» Grundlagen dafür seien die Empfehlungen der Ärzte und des Robert-Koch-Instituts.

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23.03.2020:

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22.03.2020: Kanzlerin Merkel in häuslicher Quarantäne

Berlin (dpa) - Nach der Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel in Berlin wurde bekannt, dass sie sich nun selbst in häusliche Quarantäne begeben muss. Sie sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, teilte ihr Sprecher Steffen Seibert mit. «Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen.»

Merkel hatte zuvor erneut einen dringenden Appell an die Bevölkerung gerichtet, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Familie auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. «Bitte ziehen Sie alle mit», sagte die Kanzlerin. «Zeigen Sie Vernunft und Herz.»

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22.03.2020: Drastische Maßnahmen im Kampf gegen Coronavirus

Berlin (dpa) - Bund und Länder wollen die Ausbreitung des Coronavirus mit weiteren und beispiellosen drastischen Beschränkungen verlangsamen. In der Öffentlichkeit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in ganz Deutschland für zunächst zwei Wochen verboten - ausgenommen werden Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Strafen. Restaurants müssen schließen, ausgenommen ist die Lieferung von Speisen für zu Hause. Friseurläden werden dicht gemacht. Auf diese neuen einschneidenden Maßnahmen einigten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz am Sonntag.

Merkel und die Regierungschefs betonten: «Wir müssen alles dafür tun, um einen unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern und unser Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten.» Die Beschränkungen sollen eine mindestens zwei Wochen gelten. Eine Ausgangssperre, von der in den vergangenen Tagen immer wieder die Rede war, verhängt die Politik ausdrücklich nicht.

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22.03.2020: Supermärkte bauen wegen Corona um

München (dpa) - Abstandsmarkierungen am Boden, Schutzscheiben an den Kassen, bargeldloses Bezahlen sowie Desinfektionsmittel und Handschuhe für Mitarbeiter: Mit vielen Maßnahmen wollen die Supermärkte und Discounter eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und zugleich ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen. Erweiterte Öffnungszeiten, wie sie beispielsweise die neuen Regelungen in Bayern ermöglichen, sind jedoch kaum Thema, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Supermarkt- und Discounterketten ergab - auch das, um die Mitarbeiter zu schonen.

In vielen Filialen würden derzeit Plexiglasscheiben an den Kassen installiert, teilten die jeweiligen Sprecher mit. Dieser Schutz soll die Kassiererinnen und Kassierer vor einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 bewahren. «Als eine von vielen Präventionsmaßnahmen werden kurzfristig zusätzliche Desinfektionsmittel sowie Einmalhandschuhe zum Schutz unserer Mitarbeiter zur Verfügung gestellt», erklärte ein Sprecher. Überall werde den Kunden zudem empfohlen, möglichst ohne Bargeld zu bezahlen, sondern mit Karte - damit es möglichst wenig direkten Kontakt zwischen Menschen gibt.

Damit auch Kunden geschützt werden, lassen die Ketten im Kassenbereich vieler Filialen Fußbodenmarkierungen verkleben, damit die Kunden Abstand halten.

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21.03.2020:  Arzt: Auch Jüngere sollen sich an Regeln halten

München (dpa) - Auf den Intensivstationen in Deutschland werden auch junge mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt. Das habe sich bereits in Italien gezeigt - und „das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt“, sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. „Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation.“ Wendtner hatte in der Schwabinger Klinik Ende Januar bereits die ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten in Deutschland behandelt. „Auch ein junger Patient ist nicht gefeit davor, einen schweren Verlauf zu haben“, warnte der Mediziner. „Das soll wachrütteln, dass man sich an die Hygienevorschriften und Regelungen hält.“

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21.03.2020: Mehr Menschen gehen auf Wochenmärkte

Berlin (dpa) - In Zeiten der Coronavirus-Krise gehen mehr Menschen auf Wochenmärkte. Das Interesse sei gestiegen, berichtete das Unternehmen Deutsche Marktgilde, das eigenen Angaben zufolge Märkte an 125 Standorten ausrichtet. Es gebe dazu allerdings keine konkreten Zahlen. Der Wochenmarkt sei eine Einkaufsmöglichkeit unter freiem Himmel und daher mit wenig Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr verbunden. Wegen der Corona-epidemie seien die Marktleitungen angewiesen worden, die Stände weiter auseinander zu stellen und Imbisse sollten keine Tische mehr aufstellen.

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20.03.2020: Weitreichende Ausgangsbeschränkungen für Bayern     

München (dpa) - Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

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20.03.2020: Regierung holte rund 1500 Deutsche zurück

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat am Mittwoch mit den ersten sieben Charterflügen ihrer Rückholaktion wegen der Coronakrise rund 1500 Deutsche aus Tunesien, Ägypten, Marokko und Aserbaidschan nach Deutschland zurückgebracht. Am Donnerstag sollten nach Angaben des Auswärtigen Amtes zusätzlich von den Philippinen und der Dominikanischen Republik Maschinen mit deutschen Touristen starten, die dort gestrandet sind. Insgesamt sollen mehrere Zehntausend Menschen mit Sonderflügen ausgeflogen werden. Dafür sollen von Lufthansa, Condor und Tui für 50 Millionen Euro 30 bis 40 Maschinen gechartert werden. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte in der ARD, alle Sonderflüge zusammen einschließlich derer von Reiseveranstaltern hätten alleine am Mittwoch 7500 Passagiere transportiert. Die Aktion betrifft im Moment vor allem die Urlaubsländer in Nordafrika. «Wir werden übers Wochenende alleine aus Ägypten wahrscheinlich 20 000 Touristen zurückbringen», sagte der Außenminister.

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19.03.2020: Länderchefs drohen mit Ausgangssperre

Berlin (dpa) - In Deutschland wächst die Sorge, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus nicht schnell genug eindämmen lässt, weil die Bürger ihr Leben nicht konsequent ändern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) drohten am Donnerstag offen mit Ausgangssperren, falls sich die Menschen nicht an die dringend notwendigen Einschränkungen des sozialen Lebens halten.

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19.03.2020: Hopp macht Hoffnung auf Corona-Impfstoff im Herbst    

Berlin (dpa) - Das Tübinger Pharmaunternehmen CureVac kann nach Einschätzung seines Miteigentümers Dietmar Hopp möglicherweise bereits im Herbst einen Impfstoff liefern. «Bei positivem Verlauf könnten wir ungefähr im Frühsommer mit klinischen Tests beginnen», sagte der SAP-Gründer und Mäzen des Fußball-Bundesligisten Hoffenheim der «Bild»-Zeitung (Mittwoch). Weil der Druck enorm hoch sei, sollte es mit der Genehmigung durch die Behörden schneller gehen als in anderen Fällen. «Wir wären also in der Lage, den Impfstoff im Herbst zu liefern», sagte Hopp.

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18.03.2020:

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18.03.2020: Kanzlerin Merkel hält eindringlichen Appell

Berlin (dpa) - Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen - so hat die Bundesregierung ihr Handeln in der Coronakrise immer wieder begründet. Kanzlerin Angela Merkel unternahm nun ebenfalls einen ungewöhnlichen Schritt und sprach am Mittwochabend in einer Fernsehansprache direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern. Kanzlerin Merkel rief alle Menschen in Deutschland in einem bislang einzigartigen Appell zur Solidarität und Disziplin angesichts der Bedrohung durch das Coronavirus auf. «Das ist eine historische Aufgabe, und sie ist nur gemeinsam zu bewältigen», sagte sie. «Ich glaube fest daran, dass wir diese Aufgabe bestehen, wenn wirklich alle Bürgerinnen und Bürger sie als ihre Aufgabe begreifen», betonte Merkel. «Deswegen lassen Sie mich sagen: Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.» Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es keine Herausforderung an unser Land mehr gegeben, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln angekommen wäre, betonte die Kanzlerin. Es gehe darum, das Virus auf seinem Weg durch Deutschland zu verlangsamen. «Und dabei müssen wir, das ist existenziell auf eines setzen: das öffentliche Leben soweit es geht herunterzufahren.» Alle Menschen müssten voneinander Abstand halten und unnötige Begegnungen vermeiden.

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18.03.2020: RKI: Zehn Millionen Infizierte bei Nicht-Einhalten der Maßnahmen

Berlin (dpa) - Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat vor einem Szenario mit zehn Millionen Coronavirus-Infektionen bis in einigen Monaten in Deutschland gewarnt. Dies könne eintreten, wenn die von der Bundesregierung angeordneten Maßnahmen nicht eingehalten würden, sagte Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. «Wir haben einen exponentiellen Verlauf der Epidemie.» Wieler appellierte an die Menschen, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Das Virus werde nur von Mensch zu Mensch übertragen. Inzwischen habe das RKI knapp 8200 bestätigte Fälle bundesweit gemeldet bekommen, gut 1000 mehr als am Vortag.

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17.03.2020: Von der Leyen will Einreisen in die EU auf Minimum beschränken

Brüssel/Paris (dpa) - Im Kampf gegen das Coronavirus will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Einreisen in die Europäische Union für 30 Tage auf ein Minimum beschränken. Ausgenommen würden neben allen EU-Bürgern und ihren Angehörigen Personen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, Diplomaten, Ärzte, Krankenpfleger, Forscher und Experten, sagte von der Leyen am Montag nach einer Videokonferenz mit den Staats- und Regierungschefs sieben führender westlicher Industriestaaten (G7) in Brüssel. Auch Menschen, die wichtige Güter transportierten, und Pendler in Grenzregionen dürften weiter in die EU kommen. An diesem Dienstag soll der weitgehende Einreisestopp von den 27 Staats- und Regierungschefs bei einer Videokonferenz beschlossen werden.

17.03.2020:

17.03.2020: Fußball-EM wegen Coronavirus um ein Jahr verschoben

Nyon (dpa) - Die Europäische Fußball-Union hat die EM 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr in den Sommer 2021 verschoben. Die Entscheidung traf das UEFA-Exekutivkomitee nach mehreren Krisensitzungen am Dienstag.

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17.03.2020: Bundesregierung spricht weltweite Reisewarnung aus

Berlin (dpa) - Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Das sagte Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten.

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17.03.2020: VW stoppt Produktion wegen Corona-Risiken

Wolfsburg (dpa) - Die Folgen der Coronavirus-Pandemie schlagen jetzt auch in Deutschland und Europa voll auf die Produktion von Volkswagen durch. Der weltgrößte Autokonzern muss nach ersten Unterbrechungen in China auf dem Heimatmarkt ebenfalls die Fertigung in vielen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Erregers vorübergehend aussetzen. An den allermeisten Standorten solle am Freitag (20. März) die letzte Schicht laufen, hieß es aus dem Betriebsrat in Wolfsburg. In den vergangenen Tagen hatte es auch in deutschen Werken erste bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus gegeben, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

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16.03.2020: Deutschland beschließt drastische Einschränkungen

Berlin (dpa) - Bund und Länder wollen mit drastischen Einschränkungen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland bremsen. Eine Vielzahl von Geschäften soll geschlossen, Gottesdienste sowie Treffen in Vereinen verboten und Spielplätze gesperrt werden, wie aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervorgeht. Ziel sei es, soziale Kontakte im öffentlichen Bereich weiter einzuschränken. Die Maßnahmen sollen ab sofort gelten. Ausdrücklich nicht geschlossen werden sollen Supermärkte, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen - aber auch Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte oder der Großhandel. Für diese Bereiche soll vielmehr die Sonntagsverkaufsverbote bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt werden. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. Geschlossen werden sollen dagegen Bars, Clubs, Diskotheken sowie Kneipen, Theater, Opern, Konzerthäuser und Museen - dies ist in einigen Ländern bereits der Fall oder angekündigt. Dicht machen sollen außerdem Messen, Ausstellungen, Kinos sowie Freizeit- und Tierparks, außerdem Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen sowie Bordelle.Auch der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen solle geschlossen werden. Auch Spielplätze sollen gesperrt werden.

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16.03.2020: Robert Koch-Institut: Bitte keine Corona-Partys

Berlin (dpa) - Der Club hat dicht, also steigt die Party zu Hause? Von solchen Überlegungen hat das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Coronavirus-Ausbreitung vehement abgeraten. Nach Hause einzuladen oder zu anderen Festen zu gehen, sei im Sinne der Eindämmungsbestrebungen nicht sinnvoll, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montag in Berlin. «Ich sage das deshalb, weil es inzwischen offenbar bereits sogenannte Corona-Partys gibt, wenn die Clubs geschlossen wurden.» Er appellierte: «Bitte tun Sie das nicht. Bleiben Sie möglichst zu Hause, und schränken Sie ihr Gesellschaftsleben so weit wie möglich ein.» Dem Institut wurden inzwischen mehr als 4800 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2 gemeldet.

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16.03.2020:

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16.03.2020: Diskussion um deutsche Impfstoff-Firma

Berlin/Tübingen (dpa) - In der Coronavirus-Krise gibt es zwischen Deutschland und den USA nach einem Zeitungsbericht Auseinandersetzungen um die Tübinger Impfstoff-Firma CureVac. US-Präsident Donald Trump versuche, deutsche Wissenschaftler mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken oder das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin.

Nach Angaben der Firma käme ein solcher Deal für sie nicht in Frage: „Wir wollen einen Impfstoff für die ganze Welt entwickeln und nicht für einzelne Staaten, sagte der Geschäftsführer Christof Hettich. Mehrheitseigner und SAP-Gründer Dietmar Hopp lehnte einen Verkauf ebenfalls ab. Die Bundesregierung signalisierte ebenfalls, dass sie einem mögliche Verkauf ablehnend gegenübersteht.

Forscher in Deutschland arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus. Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, schloss nicht aus, dass vielleicht schon im Jahr 2021 erste Bevölkerungsgruppen durch eine Impfung geschützt werden könnten.

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16.03.2020: Bayern ruft wegen Corona-Krise Katastrophenfall aus

München (dpa) - Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, dass der Freistaat den Katastrophenfall ausrufen wird. Man werde das tun, weil man eine einheitliche Strategie unter einer einheitlichen Führung brauche, sagte Söder am Sonntagabend im BR Fernsehen.

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls sind in erster Linie organisatorische Fragen verbunden. Diese seien notwendig, damit das Land im Kampf gegen das Coronavirus entsprechende Maßnahmen ergreifen könne, hieß es in Regierungskreisen. Der Katastrophenfall soll zunächst für 14 Tage gelten.

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogeriemärkte, Banken und Tankstellen sollen geöffnet bleiben. Bei der Lebensmittelversorgung werde man sogar noch weitere Einkaufsmöglichkeiten schaffen, die über das bisherige Ladenschlussgesetz hinausgingen, sagte Söder.

Neben den bekannten Schritten wie einer Schließung aller nicht systemrelevanten Geschäfte soll dann auch die Bundeswehr mit ihren Krankenhäusern in die Krisenpläne einbezogen werden. Das Gesundheitsministerium soll - so berichtet die Zeitung - zudem sämtliche Beatmungsgeräte im Land erfassen und ein Notfallkonzept entwickeln, wie sich sogenannte temporäre Krankenhäuser einrichten lassen. Sie sollen demnach in Messe-, Sport- und Konzerthallen entstehen, falls die Zahl der Erkrankten drastisch steigt.

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15.03.2020: Strenge Kontrollen an mehreren deutschen Grenzen und Einreiseverbote

Berlin/Wien/Paris (dpa) - Die sich rapide ausbreitende Coronavirus-Pandemie legt zunehmend das öffentliche Leben in Deutschland lahm. Von Montag an werden Schulen und Kitas geschlossen sein, Kinder müssen dann zumeist zuhause betreut werden. Und wie andere Länder auch hat nun Deutschland beschlossen, an den Grenzen strenger zu kontrollieren. Viele Bundesländer untersagen außerdem größere Veranstaltungen und die Bahn will den Regionalverkehr reduzieren.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat umfassende Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Dänemark und Luxemburg angekündigt. „Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können“, sagte Seehofer am Sonntagabend in Berlin. Die Entscheidung werde am Montag, 16. März 2020, von 8 Uhr an greifen.

„Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen“, sagte Seehofer zu den Restriktionen. Das Gleiche gelte auch für Ausländer mit Aufenthaltsberechtigung und Wohnsitz in Deutschland, erklärte Staatssekretär Hans-Georg Engelke. Ausgenommen seien auch der Warenverkehr und der Verkehr von Pendlern.

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15.03.2020: Deutschland und USA: Diskussion um Tübinger Impfstoff-Firma

Berlin (dpa) – Forscher in Deutschland arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus. Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, schloss nicht aus, dass vielleicht schon im Jahr 2021 erste Bevölkerungsgruppen durch eine Impfung geschützt werden könnten.

Nun gibt es einem Bericht der Zeitung Welt am Sonntag zufolge Auseinandersetzungen um ein Tübinger Unternehmen, das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet. US-Präsident Donald Trump versuche, deutsche Wissenschaftler mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken oder das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur auf Äußerungen, die ein Ministeriumssprecher bereits gegenüber der Welt am Sonntag gemacht habe. „Die Bundesregierung ist sehr daran interessiert, dass Impf- und Wirkstoffe gegen das neuartige Corona-Virus auch in Deutschland und in Europa entwickelt werden“, zitierte die Zeitung den Sprecher. „Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac.“

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15.03.2020: Kramp-Karrenbauer: Bundeswehr bereit für Amtshilfe in Corona-Krise

Berlin (dpa) - Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr in der sich ausweitenden Corona-Epidemie gewährleistet. „Wir planen auf allen Ebenen so, dass wir alle kritischen Bereiche sicher abdecken könnten - auch das, was an Amtshilfe auf uns zukommt“, sagte die CDU-Chefin der Zeitung Welt am Sonntag. „Wir haben gerade auch unsere Reservisten aufgerufen, sich zu melden, um in den Bundeswehrkrankenhäusern und der Sanität mit zu unterstützen. Was immer jetzt gebraucht wird.“

Kramp-Karrenbauer erklärte, dass es in den Reihen der Bundeswehr bis Freitagabend 120 begründete Fälle von Coronavirus-Verdacht und 18 bestätigte Erkrankte gab. Zum Schutz der Menschen verringerte die Bundeswehr teils den Betrieb.

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder forderte, die Bundeswehr mehr für den Kampf gegen die Corona-Epidemie einzusetzen. „Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden. Sie muss mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern mithelfen“, sagte der bayerische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das ist angesichts dieser Krise unabdingbar.“

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14.03.2020: Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschnachrichten

Berlin (dpa) - Das Bundesgesundheitsministerium hat die Bevölkerung vor Falschnachrichten und Panikmache in der Corona-Krise gewarnt. "Achtung Fake News", schrieb das Ministerium am Samstag auf Twitter. "Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen."

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14.03.2020: Empfehlung des Gesundheitsministeriums: Reiserückkehrer in Quarantäne

Ein Sprecherin äußerte sich auch zur Aussage von Minister Jens Spahn, wonach sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz selbst für zwei Wochen in Quarantäne begeben sollten. Dabei handele es sich um eine Empfehlung, erklärte eine Sprecherin.

"Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", hatten Spahn und sein Ministerium am Freitagabend jeweils auf Twitter geschrieben. Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht".

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13.3.2020: Fußball-Bundesliga stellt Spielbetrieb vorerst ein

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Fußball-Bundesliga hat den Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie nun doch sofort unterbrochen und wird an diesem Wochenende nicht mehr spielen. Dies teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Freitagnachmittag mit. «Angesichts der Dynamik des heutigen Tages» habe man beschlossen, «den ursprünglich heute beginnenden 26. Spieltag in beiden Ligen zu verlegen». Am Vormittag hatte es zunächst geheißen, man werde den Spielbetrieb ab kommendem Dienstag bis zum 2. April unterbrechen. Bei dieser Unterbrechung soll es zunächst auch bleiben, allerdings schon ab heute.

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12.3.2020: Einreiseverbot für Europäer in die USA

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12.3.2020: Panikverkäufe drücken Dax unter 10 000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Der Dax büßte gleich zum Handelsstart mehr als 500 Punkte ein und sackte unter 10.000 Punkte. Die bereits strapazierten Nerven der Anleger liegen blank. In nicht einmal einer Handelswoche hat er nun bereits 16 Prozent eingebüßt.

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11.3.2020: Erster Geisterspieltag, erster Fußball-Profi positiv auf Coronavirus getestet

Berlin (dpa) - Das Coronavirus hat nun auch den ersten Fußballprofi in Deutschland erwischt und sorgt zudem für den ersten kompletten Geisterspieltag in der Bundesliga-Geschichte. Zweitligist Hannover gab am Mittwoch die Infektion von 96-Spieler Timo Hübers mit Sars-CoV-2 bekannt. Der 23-Jährige befinde sich in häuslicher Quarantäne, er habe aber seit seiner Infektion bei einer Veranstaltung in Hildesheim keinen Kontakt mit Mannschaftskollegen gehabt. Klar ist seit Mittwoch auch, dass der 26. Bundesliga-Spieltag komplett in leeren Stadien ausgetragen wird, nachdem als letzte Begegnung auch RB Leipzig gegen SC Freiburg zum Geisterspiel erklärt wurde.

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11.3.2020: Wirtschaftliche Hilfen

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10.3.2020: Erste „Drive-In“-Teststationen für Coronavirus in Betrieb

Im Landkreis Esslingen können Einwohner künftig mit dem Auto vorfahren, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Dafür gibt es nun «Drive-In»-Stationen.

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9.3.2020: Spahn: Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern absagen

Angesichts zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. «Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden», sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Von solchen Absagen betroffen könnten unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte sein.

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6.3.2020: EU-Gesundheitsminister beraten über Virus - 400 Fälle bundesweit

Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus kommen die EU-Gesundheitsminister zu einem weiteren Sondertreffen in Brüssel zusammen. Ziel der Beratungen, an denen am Freitag auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilnimmt, ist eine enge Koordinierung. Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC in Europa rund 4200 Infektionen registriert. Besonders betroffen ist Italien mit laut Zivilschutz 148 Toten und mehr als 3800 Infizierten. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher Infektionen bei 400 Menschen nachgewiesen.     

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5.3.2020: Indien schränkt Medikamentenexport ein, auch Deutschland betroffen

Als Belastung für das Gesundheitssystem in Deutschland könnte sich die Entscheidung Indiens herausstellen, den Export von 26 Medikamenten und Wirkstoffen einzuschränken. Aus dem Land kommen viele Nachahmerpräparate. Die Grundstoffe für deren Produktion kämen aus China und wegen der Epidemie würden sie inzwischen nicht mehr geliefert, sagte der Vorsitzende der indischen Exportförderungsbehörde für Arzneimittel, Dinesh Dua. Auch Deutschland sei als größter Abnehmer indischer Generika in der EU von den Exportbeschränkungen betreffen. 

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4.3.2020: Hannover Messe wegen Coronavirus verschoben

Hannover (dpa) - Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Das Branchentreffen mit rund 6000 Ausstellern, das vom 20. bis 24. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant war, soll jetzt vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Dies teilte die Deutsche Messe AG am Mittwoch mit.

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4.3.2020: Bundesregierung verhängt Exportverbot für Schutzausrüstung

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen das neue Coronavirus zieht der Bund den Nachschub dringend benötigter medizinischer Schutzkleidung an sich und unterbindet Ausfuhren in andere Länder. Das Bundesgesundheitsministerium beschafft solche Ausrüstung nun zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden, wie nach Beratungen des Krisenstabs der Regierung am Mittwoch in Berlin mitgeteilt wurde.

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4.3.2020: Chinas Automarkt bricht ein, deutsche Hersteller stark betroffen

Peking (dpa) - Der chinesische Automarkt ist im Februar aufgrund der Folgen des Ausbruchs mit dem neuartigen Coronavirus regelrecht zusammengebrochen. Nach vorläufigen Daten des Branchenverbands PCA (China Passenger Car Association) vom Mittwoch sank der Absatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 80 Prozent und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Für die ersten beiden Monaten des Jahres summiert sich das Minus auf 41 Prozent. Das wegen des Ausbruchs der Lungenkrankheit Covid-19 verlängerte Neujahrsfest sowie länger geschlossene Autohändler führten zusammen mit der Zurückhaltung von Käufern zu einer Verschärfung der Flaute am größten Automarkt der Welt, der auch für die deutschen Konzerne Volkswagen, Daimler und BMW der mit Abstand bedeutendste Einzelmarkt ist.

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3.3.20: Coronavirus in fast allen Bundesländern entdeckt

Berlin (dpa) - In fast allen Bundesländern gibt es seit Montagabend nachgewiesene Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Insgesamt stieg die Zahl der erfassten Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus in Deutschland auf rund 170. Doch nicht jeder Infizierte erkrankt auch. Die große Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen.

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3.3.20: Leipziger Buchmesse wegen Coronavirus-Ausbreitung abgesagt

Leipzig (dpa)Die Leipziger Buchmesse ist wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt worden. Die Stadt Leipzig und die Messeleitung haben die Entscheidung am Dienstag gemeinsam getroffen, wie Stadtsprecher Matthias Hasberg sagte. Es sei eine Maßnahme zur Prävention. Die Frühlingsschau der Buchbranche hätte vom 12. bis 15. März stattfinden sollen. Bundesweit sind wegen der steigenden Zahl von Infektionen bereits mehrere große Messen abgesagt oder verschoben worden, darunter die Tourismusbörse ITB in Berlin, die Pro Wein in Düsseldorf und die Internationale Handwerksmesse in München. Zur Leipziger Buchmesse und ihrem Lesefestival waren voriges Jahr 286 000 Besucher gekommen.

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2.3.20: Erster Corona-Fall in Berlin

Berlin (dpa) - Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus ist bundesweit deutlich gestiegen. Bis Sonntagabend waren es mehr als 130 bestätigte Infektionen, darunter der erste Fall in der deutschen Hauptstadt Berlin. Montagmittag war von 150 Fällen die Rede. Bekannte Infektionen gibt es nun in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Im Saarland und in den neuen Bundesländern wurden bis Sonntagnachmittag keine Coronavirus-Infektionen nachgewiesen - am späten Abend wurde dann der Fall in Berlin gemeldet. In Nordrhein-Westfalen wurden bislang mehr als 70 bestätigte Infektionen mitgeteilt, in Bayern insgesamt 22 und in Baden-Württemberg 20. In einigen deutschen Supermärkten kam es zu Hamsterkäufen - auch in Ländern, in denen noch keine Infektion bestätigt wurde. Kunden griffen vermehrt zu langlebigen Lebensmitteln und Getränken. Auch Regale mit Reinigungstüchern oder Desinfektionsmitteln waren leer. Nach Einschätzung des Handels drohen aber keine Engpässe. Mehrere Veranstaltungen sind abgesagt oder werden verschoben, darunter die weltgrößte Reisemesse ITB in Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der am Montag vor die Presse trat, hält eine Schließung von Grenzen wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland weiter nicht für nötig. Auch die Absage von Großveranstaltungen oder die Schließung von Unternehmen sei nicht generell ratsam, sagte Spahn in Berlin. Dies sei weiter nicht verhältnismäßig und angemessen. Grenzschließungen hätten massive Auswirkungen. Auch gegen eine Einstellung von Direktflügen zwischen China und Deutschland wandte sich Spahn. Ein solcher Schritt könne dazu führen, dass bis zu rund 30 000 Deutsche aus China ausgeflogen werden müssten. Unterdessen hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die Bewertung des neuen Coronavirus für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland leicht heraufgesetzt. Die Risikoeinschätzung sei auf «mäßig» gestellt worden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin. Bisher wurde sie als «gering bis mäßig» eingestuft.