Coronavirus: Der Liveticker

Maas: Pandemien müssen Teil internationaler Sicherheitspolitik werden +++ Hier findest du die wichtigsten Nachrichten zur Ausbreitung der Lungenkrankheit in Deutschland.

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dpa

3. Juli 2020: Maas: Pandemien müssen Teil internationaler Sicherheitspolitik werden

New York (dpa) - Pandemien und andere Gesundheitsrisiken sollen nach dem Willen von Außenminister Heiko Maas mehr ins Zentrum der weltweiten Sicherheitspolitik rücken. Es brauche ein umfangreicheres Verständnis der Begriffe Frieden und Sicherheit, sagte Maas bei einer virtuellen Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Donnerstag. Beim Verfassen der UN-Charta vor 75 Jahren sei vor allem in Militär-Kategorien gedacht worden. «Heute wissen wir, dass ein Virus tödlicher sein kann als eine Schusswaffe, dass ein Cyber-Angriff mehr Schaden anrichten kann als ein Soldat und dass der Klimawandel mehr Menschen bedroht als die meisten konventionellen Waffen.» Die Corona-Krise sei global, sie erfordere deshalb auch globales Handeln. 

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Alles, was ihr über die Coronakrise in Deutschland und die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus wissen müsst:
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02. Juli 2020:

2. Juli 2020: Spahn fordert Lieferfähigkeit von Remdesivir

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert vom Hersteller des Corona-Medikaments Remdesivir trotz eines Großeinkaufs der USA weiterhin Lieferfähigkeit. Er erwarte von der Pharmafirma Gilead Sciences, «dass Deutschland und Europa versorgt werden, wenn es um ein solches Medikament geht», sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-«Morgenmagazin». Den Bedarf für die kommenden Wochen sieht Spahn ohnehin gesichert. In der Zentralapotheke des Bundes gebe es entsprechende Reserven. Remdesivir gilt als eines der aussichtsreichsten Medikamente bei schweren Corona-Symptomen.

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1. Juli 2020: EU hebt Einreisestopp für 14 Länder auf

Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten haben entschieden, dass ab dem 1. Juli 2020 Menschen aus 14 Ländern wieder einreisen dürfen. Dabei handelt es ich um Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay auf der Liste. Zusätzlich wird China genannt - das Land muss aber noch zusagen, dass auch EU-Bürger dort einreisen dürfen. Die Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden.

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01. Juli 2020:

30. Juni 2020: Daten zu Covid-Impfstoff bald erwartet

Mainz (dpa) - Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech bekommt unter anderem durch eine Investition von Singapurs Staatsfonds Temasek frisches Geld. Insgesamt bringe eine Privatplatzierung von Aktien bei Temasek und anderen Investoren 250 Millionen US-Dollar (222 Mio Euro), teilte Biontech am Montag in Mainz mit. Wie viele andere Unternehmen sucht auch Biontech nach einem Impfstoff gegen die Lungenerkrankung Covid-19. Die Mainzer hatten Ende April als erstes Unternehmen in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut die Genehmigung erhalten, einen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen. Erste Ergebnisse werden Ende Juni oder Anfang Juli erwartet.

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29. Juni 2020: Erstes Flughafen-Corona-Testzentrum öffnet in Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - Auch wenn Reisebeschränkungen bereits gefallen sind, muss gerade auf internationalen Strecken in Drittländer häufig ein negativer Coronatest kurz vor dem geplanten Abflug nachgewiesen werden. Am Frankfurter Flughafen öffnet nun das erste Corona-Testzentrum an einem Flughafen in Deutschland. Das Biotechnologie-Unternehmen Centogene startet das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Flughafenbetreiber Fraport und Lufthansa. Das Testzentrum wird am Montag vorgestellt. Dabei wird erläutert, wie die «Walk-through-Tests» funktionieren, die zur «neuen Normalität» bei Flugreisen in Zeiten der Corona-Pandemie beitragen sollen.

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28. Juni 2020: Weitere Milliarden für den Impfstoff

Brüssel/New York (dpa) - Beim internationalen Spendenmarathon für Impfstoffe und Behandlungen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 sind neue Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen. Allein die EU-Kommission und Deutschland sagten am Samstag bei einer virtuellen Geberkonferenz zusammen knapp 5,3 Milliarden Euro zu. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Geberkonferenz zusammen mit der New Yorker Nichtregierungsorganisation Global Citizen organisiert. Zum Abschluss fand am Abend ein großes Online-Konzert mit Stars wie Coldplay und Miley Cyrus statt.

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27. Juni 2020: Maas: Grenzschließungen in Europa nicht mehr ohne Abstimmung

Berlin (dpa) - Bundesaußenminister Heiko Maas schließt nicht aus, dass einzelne Grenzen in Europa bei einem drastischen Anstieg der Corona-Infektionen wieder geschlossen werden müssen. Er betont aber, dass dies nicht wieder ohne Abstimmung passieren dürfe. «Es ist nicht auszuschließen, dass man Grenzen wieder dicht machen muss, wenn das Infektionsgeschehen in einer bestimmten Region der EU deutlich höher ist als in einer anderen», sagte der SPD-Politiker in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das müsse dann allerdings gesamteuropäisch koordiniert werden.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten viele EU-Mitgliedstaaten - auch Deutschland - Grenzen im Alleingang geschlossen. Inzwischen sind fast alle Grenzen in der Europäischen Union und im grenzkontrollfreien Schengen-Raum wieder offen. Einzige Ausnahmen sind Norwegen und Finnland, die ihre Grenzen erst Mitte Juli wieder öffnen wollen.

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26. Juni 2020: Umfrage: Urlaub zu Hause oder in Deutschland

Berlin (dpa) – Die meisten Deutschen planen keine Sommerreise oder bleiben in Deutschland,  wie der am Donnerstagabend vorab veröffentlichte neue Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin zeigt. Von denjenigen, die sich mit Blick auf den Sommerurlaub schon festgelegt haben, gibt mehr als die Hälfte (51 Prozent) an, zu Hause zu bleiben. Ein gutes Drittel (35 Prozent) plant, eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands anzutreten. 17 Prozent haben demnach vor, ins europäische Ausland zu reisen. Lediglich 2 Prozent können sich vorstellen, ihren Urlaub außerhalb von Europa zu verbringen.

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25. Juni 2020: Corona-Warn-App fängt an zu wirken

Berlin (dpa) - Die Corona-Warn-App des Bundes wird inzwischen von rund 15 Prozent der Menschen in Deutschland verwendet. Am Mittwoch lag die offizielle Downloadzahl bei 12,6 Millionen, teilte das Robert Koch-Institut auf Twitter mit. Nach Einschätzung von Experten ist ab einer Nutzungsquote von 15 Prozent mit einem spürbaren Effekt bei der Eindämmung der Pandemie zu rechnen. Die Schwelle von 15 Prozent wurde bei 83,2 Millionen Einwohnern in Deutschland bei 12,48 Millionen Downloads überschritten.

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24. Juni 2020:

24. Juni 2020: Regionaler Lockdown in zwei Landkreisen in Nordrhein-Westfalen  

Düsseldorf (dpa) - Nach dem massiven Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb von Tönnies ist das öffentliche Leben in zwei Landkreisen von Nordrhein-Westfalen wieder eingeschränkt. Um Mitternacht traten im Landkreis Gütersloh und im Nachbarkreis Warendorf erneut strenge Auflagen in Kraft. Betroffen sind insgesamt rund 640.000 Einwohner. Das Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh gilt als Ausgangspunkt des Ausbruchs, auch im Raum Warendorf wohnen viele Tönnies-Mitarbeiter. Die Vorschriften für die neuen Einschränkungen gelten zunächst für eine Woche bis zum 30. Juni.

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23. Juni 2020:

23. Juni 2020: „Night of Light“ wirbt für Veranstalter in Corona-Krise

Berlin (dpa) - Mit leuchtenden Mahnmalen hat die Veranstaltungsbranche am Montagabend auf ihre Lage in der Corona-Krise hingewiesen. Dafür wurden in zahlreichen Städten wichtige Bauwerke in rotes Licht getaucht. «Die Veranstaltungswirtschaft steht auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen», hieß es zur Begründung. Deutschlandweit wurden zahlreiche Gebäude angestrahlt, in Berlin das  Brandenburger Tor.

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22. Juni 2020: Auto und Urlaub werden Gewinner der Corona-Krise sein

Hamburg (dpa) - Nach dem Ende des Corona-Lockdowns erwartet der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski (79) eine Reisewelle auf den deutschen Straßen und Autobahnen. „Eine Explosion des Autotourismus kündigt sich an“, sagte Opaschowski der Deutschen Presse-Agentur. Der Urlaub mit dem eigenen Fahrzeug werde zur neuen Normalität, weil Flugreisen und Kreuzfahrten weniger möglich und wünschenswert seien. Zudem drohten Abstandsgebote und Maskenpflicht zum „Atmosphärekiller“ im Flug-, Kreuzfahrt- und teilweise auch beim Bahntourismus zu werden.

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21. Juni 2020: Bundesbankpräsident: „Es geht wieder aufwärts“

Frankfurt/Main (dpa) - In der Corona-Krise sieht Bundesbankpräsident Jens Weidmann die deutsche Wirtschaft auf einem guten Weg. «Wir haben in den vergangenen Monaten den schärfsten Wirtschaftseinbruch in der Geschichte der Bundesrepublik erlebt», sagte Weidmann der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Die gute Nachricht ist: Der Tiefpunkt dürfte mittlerweile hinter uns liegen, und es geht wieder aufwärts.» Weidmann sagte, auf den deutlichen Einbruch der deutschen Wirtschaft folge aber nur eine «vergleichsweise allmähliche Erholung».

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20. Juni 2020: Merkel: „Diese App verdient Ihr Vertrauen“

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft in ihrem neuen Podcast die Bürgerinnen und Bürger zur Nutzung der Corona-Warn-App auf. Die App könne zum „Begleiter und Beschützer“ werden und bei der Unterbrechung von Infektionsketten helfen. Seit Dienstag ist die kostenlose Corona-Warn-App zum Download in den App-Stores von Google und Apple verfügbar. Sie freue sich darüber, dass schon in dieser ersten Woche Millionen Menschen die App heruntergeladen haben, so Merkel.

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19. Juni 2020:

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19. Juni 2020: Blutgruppe beeinflusst Schwere von Covid-19-Verlauf

Boston/Kiel (dpa) - Während eine Covid-19-Erkrankung bei manchen Menschen zu Atemversagen bis hin zum Tod führt, spüren andere kaum Symptome. Die Ursachen für die sehr unterschiedlichen Verläufe sind noch weitgehend unklar, doch ein wichtiger Faktor könnte die Blutgruppe sein, wie ein internationales Forscherteam im «New England Journal of Medicine» berichtet. Demnach haben Menschen mit der in Deutschland häufigsten Blutgruppe A ein um knapp 50 Prozent höheres Risiko für einen schweren Infektionsverlauf als solche mit anderen Blutgruppen. Menschen mit Blutgruppe 0 haben der Studie zufolge eine um etwa 50 Prozent geringere Gefahr für eine ernste Covid-19-Erkrankung. Das Team um den Molekularbiologen Andre Franke von der Universitätsklinik Kiel hatte seine Ergebnisse bereits zuvor als sogenanntes Preprint veröffentlicht - also ohne Begutachtung durch unabhängige Wissenschaftler. Nun ist die Studie in einem renommierten Fachjournal erschienen.

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18. Juni 2020: Zweite Genehmigung für Corona-Impfstoffstudie erteilt

Langen (dpa) - Das Tübinger Unternehmen CureVac darf nun mit klinischen Tests seines Impfstoffkandidaten beginnen. Die Genehmigung dafür sei erteilt, hieß es am Mittwoch vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen. Noch im Juni sollen im Rahmen der Phase-1-Studie erste Probanden geimpft werden. Nach der Mainzer Firma Biontech ist CureVac das zweite Unternehmen in Deutschland, das einen Impfstoff testen darf. Weltweit laufen nach PEI-Angaben 130 Impfstoffprojekte, zehn Kandidaten befinden sich bereits in klinischer Prüfung, zwei in den fortgeschrittenen Phasen 2 und 3.

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18. Juni 2020: Erneut großer Corona-Ausbruch in Fleischfabrik  

Rheda-Wiedenbrück/Berlin (dpa) - Mit mindestens 657 Infizierten gibt es erneut einen folgenreichen Corona-Ausbruch in einer deutschen Fleischfabrik. Die Produktion in dem Schlachtbetrieb in Westfalen wurde vorübergehend eingestellt, der Kreis Gütersloh schließt Schulen und Kitas und stellt gut 7000 Menschen unter Quarantäne.

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17. Juni 2020: Studie: Kinder wohl keine Treiber der Ausbreitung

Stuttgart (dpa) - Kinder stecken sich einer Studie aus Baden-Württemberg zufolge wohl seltener mit dem Coronavirus an als ihre Eltern. Sie seien daher nicht als Treiber der Infektionswelle anzusehen, sagte Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Ulm, zum Ergebnis der Untersuchung, die am Dienstag in Stuttgart vorgestellt wurde. Die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Virus spielt eine entscheidende Rolle bei der Wiedereröffnung von Kitas und Grundschulen.

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16. Juni 2020:

16. Juni 2020: Corona-Warn-App steht zum Download bereit

Berlin (dpa) - Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes steht zum Download bereit. Sie kann im Google Play Store (http://dpaq.de/KwuPk) für Android-Smartphones und im App Store von Apple (http://dpaq.de/27C0T) für iPhones heruntergeladen werden. Die App hat die Aufgabe, Personen frühzeitig zu warnen, die mit Infizierten in Kontakt standen, und soll dabei helfen, die Infektionsketten zu erkennen und zu durchbrechen. Sie schützt die Anwender aber nicht davor, selbst mit dem Virus infiziert zu werden.

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Corona

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15. Juni 2020:

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15. Juni 2020: Über 300 Millionen Impfdosen bestellt

Berlin (dpa) - Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben mit einem Hersteller einen Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus geschlossen. Profitieren sollen alle EU-Staaten, die dabei sein wollen. Der Vertragspartner AstraZeneca nannte sogar eine Größenordnung von «bis zu 400 Millionen Dosen». Das Pharmaunternehmen hatte zuvor schon ähnliche Vereinbarungen unter anderem mit Großbritannien, den USA und Indien über insgesamt 1,7 Milliarden Impfdosen abgeschlossen. Dabei geht es um den an der britischen Universität Oxford entwickelten Covid-19-Impfstoff AZD1222. Er soll in den kommenden Monaten in einer Studie, die im Mai begonnen hat, an insgesamt gut 10.000 Erwachsenen geprüft werden.

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15. Juni 2020:

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14. Juni 2020: Corona-Grenzkontrollen enden

Berlin (dpa) - Die in der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen der deutschen EU-Binnengrenzen enden um Mitternacht in der Nacht auf Montag (15. Juni). Die Mitte März verhängten Kontrollen werden bereits seit dem vergangenen Mittwoch zurückgefahren. Damit dürfen Personen aus Deutschlands Nachbarländern wieder ohne besonderen Grund einreisen. Die Kontrollen für Ausländer, die mit dem Flugzeug aus Spanien kommen, enden allerdings erst am 21. Juni.

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13. Juni 2020: Hilfsfonds für internationale Kulturinstitutionen

Berlin (dpa) - Mit einem deutschen Hilfsfonds sollen internationale Kulturinstitutionen in Corona-Zeiten unterstützt werden. Dafür haben sich Institutionen für internationale Kulturzusammenarbeit auf Initiative von Goethe-Institut und Auswärtigem Amt zusammengeschlossen. Der Fonds richte sich „an Organisationen im Ausland, deren Engagement eine große Bedeutung für künstlerische Freiheit und eine pluralistische Gesellschaft hat“, hieß es in einer Mitteilung.

Kurzfristig sollen Projekte gefördert werden, die vor allem der Existenzsicherung der Institutionen dienen. Das Auswärtige Amt hat zunächst drei Millionen Euro Grundfinanzierung bereit gestellt, das Goethe-Institut soll die Vergabe der Mittel koordinieren. Mit dabei sind auch das Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD), die deutsche Unesco-Kommission, die S. Fischer Stiftung, die Stiftung Mercator, die Robert Bosch Stiftung und die Siemens Stiftung. Weitere Institutionen sollen folgen. Gefördert werden mit bis zu 25.000 Euro Einrichtungen jenseits der Europäischen Union, in denen es keine anderweitigen Fördermöglichkeiten gibt.

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12. Juni 2020: Corona beflügelt den Gartenboom

Berlin/Offenbach/Köln (dpa) - In der Corona-Zeit hat das mehr oder weniger große Stück Grün für viele Menschen eine ganz neue Bedeutung bekommen. «Alle wollen plötzlich gärtnern. Gärtnern ist das neue Kochen», sagt etwa die Berliner Gartenbloggerin Carolin Engwert (Foto). «Vor Corona hatte mein Blog rund 30.000 Leser pro Monat, jetzt sind es 120.000 Leser», erzählt sie. Kleingärten seien bundesweit seit Beginn der Corona-Krise besonders gefragt, heißt es auch beim Bundesverband der Kleingärtner. Es gebe mindestens eine Verdopplung der Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr. In Berlin, Hamburg oder München habe sich die Nachfrage teilweise sogar vervierfacht.

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11. Juni 2020: Reisewarnung für mehr als 160 Länder bis Ende August verlängert

Berlin (dpa) - Deutschland hat seine Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängert. In der vergangenen Woche hatte das Bundeskabinett beschlossen, die Reisewarnung für 31 europäische Länder aufzuheben. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen erst später, weil dort noch Einreisesperren gelten. Für die anderen mehr als 160 Länder gilt die Reisewarnung nun zunächst bis zum 31. August. Dazu zählen auch Hauptreiseländer der Deutschen, allen voran die Türkei als drittbeliebtestes Urlaubsland.

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10. Juni 2020:

10. Juni 2020: Handwerk steigert Umsätze trotz Corona-Krise

Wiesbaden (dpa) - Die Handwerker in Deutschland haben trotz Corona-Krise im ersten Quartal insgesamt gute Geschäfte gemacht. Die Erlöse aus den sieben Gewerbegruppen stiegen in Summe um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Nur das Handwerk für den privaten Bedarf, zu der zum Beispiel Friseurinnen und Friseure zählen, beendete das Quartal mit einem Umsatzminus von 3,2 Prozent. Das Statistische Bundesamt teilt die handwerklichen Tätigkeiten in sieben Gruppen auf: Bau, Ausbau, Handwerke für den gewerblichen Bedarf, Kraftfahrzeuggewerbe, Lebensmittelgewerbe, Gesundheitsgewerbe und Handwerke für den privaten Bedarf.

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09. Juni 2020: Beispielloser Exporteinbruch von mehr als 30 Prozent

Wiesbaden (dpa) - Der deutsche Export ist im April in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das war der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950.

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08. Juni 2020: Spahn: Corona-Warn-App wird nächste Woche vorgestellt

Berlin (dpa) - Gesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, dass die Corona-Warn-App in der kommenden Woche vorgestellt werden soll. «Diese Zeit brauchten wir für die Entwicklung, weil wir hohe Anforderungen stellen: Die App muss auf allen Endgeräten genutzt werden können und soll beispielsweise auch dann messen, wenn man mit dem Handy Musik hört», sagte der CDU-Politiker der «Rheinischen Post». Spahn betonte, die App müsse auch strenge Vorgaben beim Datenschutz und bei der Energieeffizienz erfüllen. «Wenn wir in den kommenden Wochen einige Millionen Bürger von der App überzeugen, dann bin ich schon zufrieden», sagte Spahn weiter. «Das Virus einzudämmen, ist ein Teamspiel. Jeder, der die App herunterlädt, hilft dabei.» Die Bundesregierung will mit der sogenannten Tracing-App die Infektionsketten des Coronavirus besser erkennen und dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark ansteigt. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und dieser Status in der App erfasst, sollen die anderen Anwender darüber informiert werden, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

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07. Juni 2020: Merkel: Maßnahmen sind teils langfristig

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Maßnahmen zur Abfederung der Corona-Folgen als Mischung aus klassischem Konjunkturpaket und auf viele Jahre ausgerichtetem Zukunftspaket bezeichnet. Das klassische Konjunkturpaket entfalte seine Wirkung in den Jahren 2020 und 2021. Das länger angelegte Zukunftspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro sei notwendig, weil sich durch den Klimawandel und die Digitalisierung die Art des Wirtschaftens grundlegend ändere, sagte die Politikerin in ihrem Podcast am Wochenende.

Die Spitzen der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD hatten sich auf ein Maßnahmenpaket im Umfang von 130 Milliarden Euro geeinigt. Merkel nannte als Beispiele für die auf die Zukunft ausgerichteten Maßnahmen die Wasserstoffstrategie des Bundes, eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien und Gebäudesanierungen sowie einen Wandel in der Mobilität. Außerdem würden die Anstrengungen im Bereich der Digitalisierung verstärkt.

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06. Juni 2020: Bundesrat billigt Hilfen für Eltern 

Berlin (dpa) - Berufstätige Eltern, die wegen der Kinderbetreuung in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen länger Geld vom Staat. Der Bundesrat billigte ein entsprechendes Gesetz aus dem Bundestag. Der Lohnersatz wird von bisher 6 auf bis zu 20 Wochen verlängert. Jedes Elternteil bekommt Anspruch auf 10 Wochen Entschädigung, Alleinerziehende auf 20 Wochen. Der Staat zahlt 67 Prozent des Nettoeinkommens, höchstens aber 2016 Euro im Monat.

Mit dem gleichen Gesetz stimmte die Länderkammer auch Entlastungen für Restaurants und Arbeitnehmer in Kurzarbeit zu. Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie sinkt ab Juli für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent. Außerdem bleiben Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei.

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05. Juni 2020: Seehofer will Grenzkontrollen Mitte Juni aufheben

Berlin (dpa) - Die deutschen Grenzkontrollen zu anderen europäischen Staaten sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer Mitte des Monats wegfallen. Einen entsprechenden Vorschlag werde er nächste Woche Mittwoch dem Bundeskabinett vorlegen, sagte der CSU-Politiker am Freitag in Berlin nach Video-Beratungen mit seinen EU-Kollegen. Auch ein Großteil der anderen EU-Staaten wolle die in der Corona-Krise eingeführten Kontrollen Mitte des Monats aufheben. Ein kleinerer Teil der Staaten werde dies Ende Juni tun.

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04. Juni 2020: Umfrage: Mehrheit für normalen Schul- und Kitabetrieb nach den Ferien

Mainz (dpa) - Die Mehrheit der Bundesbürger ist einer Umfrage zufolge für die vollständige Öffnung von Schulen und Kitas nach den Sommerferien. 58 Prozent der Befragten sprachen sich in der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für eine komplette Öffnung der Schulen und Kitas in Deutschland nach den Sommerferien aus, wie der SWR als Auftraggeber der Umfrage am Mittwoch in Mainz mitteilte. Rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) sagten dagegen, der Kita- und Schulbetrieb sollte weiterhin nur teilweise erfolgen.

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04. Juni 2020:

03. Juni 2020:

03. Juni 2020: Immer weniger Corona-Patienten auf Intensivstationen

Berlin (dpa) – Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ist über die vergangenen Wochen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Laut dem DIVI-Intensivregister wurden Stand Dienstag 689 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen betreut, etwa die Hälfte von ihnen wurde beatmet. Mitte April waren es zeitweise noch mehr als 2900 Patienten gewesen. Die Zahl der Neuinfektionen verharrt weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 213 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet.

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02. Juni 2020: Umfrage: Mehrheit für Masken und Impfungen

Berlin (dpa) - Eine klare Mehrheit der Menschen in Deutschland spricht sich für die Maskenpflicht aus. 49 Prozent sagen, die Vorgabe solle in der jetzigen Form beibehalten werden. 13 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten  für eine Ausweitung auf weitere Bereiche. Jeder zweite Deutsche würde sich der Umfrage zufolge gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn es einen Impfstoff gäbe. Jeder Vierte würde dies vielleicht tun. Jeder Fünfte der 2056 Befragten lehnt eine Impfung ab.

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02. Juni 2020:

1. Juni 2020: Code der Corona-Warn-App öffentlich

Berlin (dpa) - Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt. „Über Pfingsten haben wir alle restlichen, noch nicht veröffentlichten Quellcodes für die App auf der Entwickler-Plattform GitHub publiziert“, erklärten Sprecher der Deutschen Telekom und der SAP AG. Damit seien alle Codes der vollständigen App für die Experten-Community einsehbar.

Damit lösen die beiden Konzerne ihr Versprechen ein, die Tracing-App möglichst transparent zu entwickeln. In dem Open-Source-Projekt hätten sich bislang über 65.000 freiwillige Software-Experten die bereits veröffentlichten Quellcodes angesehen und eigene Vorschläge für Verbesserungen gemacht. „Dieses Engagement ist herausragend und das klare Zeugnis einer lebendigen Software-Engineering-Kultur in Deutschland“, heißt es in der Erklärung.

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31. Mai 2020: Milliardenschweres Konjunkturprogramm geplant

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will der rezessionsgeplagten Wirtschaft in der Corona-Krise mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm auf die Beine helfen. Das Volumen könnte bei 75 bis 80 Milliarden Euro liegen, berichtet die „Bild am Sonntag“  unter Berufung auf Regierungskreise. Allerdings sind die Details umstritten. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) drängt vor allem auf drei Maßnahmen: die Verlängerung des Kurzarbeitergelds von einem auf zwei Jahre, einen einmaligen Familienbonus von 300 Euro pro Kind sowie ein Rettungspaket für die Kommunen mit Altschulden-Erstattung und Ausgleich der eingebrochenen Gewerbesteuereinnahmen. Bisher hat die Pandemie den Staat nach einer Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) 287,5 Milliarden Euro gekostet.

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30. Mai 2020: Viele wollen auf Sommerurlaub verzichten

Berlin (dpa) – Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland will laut dem ZDF-Politbarometer in diesem Jahr nicht in Urlaub fahren. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise gaben 37 Prozent der Befragten an, keinen Urlaub zu machen. Etwas weniger als ein Drittel (31 Prozent) möchte in den Urlaub fahren, will diesen aber in Deutschland verbringen. Nur gut jeder Zehnte (13 Prozent) plant den Sommerurlaub im europäischen Ausland. 18 Prozent sind noch unentschieden.

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29. Mai 2020: Umfrage: Große Mehrheit findet Corona-Maßnahmen richtig

Köln (dpa) - Die im März beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bewerten einer repräsentativen Umfrage zufolge fast drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) rückblickend als richtig. Für 15 Prozent der Befragten gingen sie zu weit, wie aus der  Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hervorgeht. Für neun Prozent der Befragten gingen die Maßnahmen demnach nicht weit genug. Die Lockerungen der Corona-Einschränkungen halten den Angaben zufolge 58 Prozent der Deutschen für richtig. Jeder Vierte (25 Prozent) gab dagegen an, die Lockerungen gingen zu weit. Für 15 Prozent gingen sie nicht weit genug.

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28. Mai 2020:

28. Mai 2020: Kräftiger Wirtschaftsaufschwung in 2021

München (dpa) - Das Ifo-Institut erwartet 2020 einen Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung um 6,6 Prozent. Das sagen die Münchner Wirtschaftswissenschaftler in ihrer am Donnerstag aktualisierten Konjunkturprognose voraus. 2021 könnte die Wirtschaft dann von niedrigem Niveau aus um 10,2 Prozent wachsen. Damit rechnen die Ifo-Forscher in diesem Jahr mit einem deutlich gravierenderen Einbruch als während der Finanzkrise 2009. Damals war die Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent geschrumpft.

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27. Mai 2020: Bund und Länder verlängern Kontaktbeschränkungen bis Jahresmitte

Berlin (dpa) - Wegen der Coronavirus-Pandemie müssen sich alle Menschen in Deutschland bei Treffen im Freien mindestens bis zur Jahresmitte weiter stark zurückhalten. Die Kontaktbeschränkungen werden bis zum 29. Juni verlängert, wie Bund und Länder am Dienstagabend vereinbart haben. Schon ab dem 6. Juni können allerdings die Länder weitere Lockerungen gestatten - etwa, dass sich künftig maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen.

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26. Mai 2020:

26. Mai 2020: Wirtschaftminister Altmaier verteidigt Lufthansa-Rettungspaket

Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat das Rettungspaket für die Lufthansa gegen Kritik verteidigt, der Staat hätte sich im Gegenzug für Hilfen über neun Milliarden Euro mehr Mitsprache bei der Airline sichern müssen. Man könne mit dem Paket weit mehr als 100 000 Arbeitsplätze sichern, sagte der CDU-Politiker. Zudem würde ein wichtiges Unternehmen erhalten, das weltweit tätig sei und für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft eine „herausragende Rolle“ spiele.  Die EU-Kommission und der Lufthansa-Aufsichtsrat müssen der Einigung zwischen Unternehmen und Bundesregierung noch zustimmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte im CDU-Präsidium einen „harten Kampf“ an, weil Brüssel die milliardenschwere Rettung nur unter hohen Auflagen genehmigen wolle.

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25. Mai 2020: Deutlich weniger Teilnehmer bei Demos gegen Corona-Regeln

Berlin (dpa) - In zahlreichen deutschen Städten haben am Wochenende wieder Menschen gegen die in der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen demonstriert. Allerdings kamen meist deutlich weniger Teilnehmer als erwartet. In Berlin waren die Versammlungen verteilt über diverse Orte zumeist kleinteilig - der große Ansturm blieb aus. In Hamburg kamen rund 750 Menschen zu einer Veranstaltung unter dem Titel «Mahnwache für das Grundgesetz». In Köln (Foto) versammelten sich etwa 250 Demonstranten zu einer Menschenkette. Die in München groß angekündigte Demonstration gegen die Corona-Politik fiel buchstäblich ins Wasser. Kurz vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung auf der Münchner Theresienwiese fegte ein Gewittersturm über das Gelände, so dass sich die Veranstalter dazu entschlossen, ihre Protestaktion abzusagen.

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24. Mai 2020: Urlaubsreisen bald wieder möglich

Berlin (dpa) - Der Corona-Hotspot Spanien will im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. «Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden», sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag. Noch kurz vor der Bekanntgabe aus Spanien hatte Tui-Vorstandschef Fritz Joussen gesagt, er wolle schon im Juni den Flugverkehr nach Mallorca aufnehmen. Dazu habe die Balearen-Regierung zuvor die Initiative für ein Pilotprojekt mit Tui ergriffen. «Sobald es grünes Licht gibt, sind wir startbereit», sagte er mit Blick auf die aktuelle Ankündigung aus Madrid. Auch in andere Länder will Tui schon bald wieder Reisende bringen. Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien und Bulgarien seien sehr gut vorbereitet, sagte der Tui-Chef der Düsseldorfer «Rheinischen Post». Mit der Türkei befinde man sich in Gesprächen. Zuletzt hatte es bei den Beratungen innerhalb der Europäischen Union zum Abbau der Reisebeschränkungen vor den Sommerferien erste Fortschritte gegeben. Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich nach Videokonferenzen mit den Nachbar- und Urlaubsländern der Deutschen zuversichtlich, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni zumindest für die EU aufgehoben werden kann.

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23. Mai 2020: Thüringen will Corona-Beschränkungen beenden

Erfurt (dpa) - Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. Damit würden landesweite Vorschriften zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören An deren Stelle sollen nur noch lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch.

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22. Mai 2020: Bundesregierung und Lufthansa vor Lösung?

Berlin (dpa) - Die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und der Lufthansa über ein milliardenschweres Rettungspaket dauern an. Es wird erwartet, dass am (heutigen) Freitag der maßgebliche Ausschuss des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zusammenkommt, um der Lufthansa dann ein offizielles Angebot über Stützungsmaßnahmen für die angeschlagene Airline zu unterbreiten. Danach müssen sich die Gremien der Lufthansa damit befassen und entscheiden. Auch die EU-Kommission muss zustimmen.

Bundesregierung und Unternehmen hatten deutlich gemacht, sie erwarteten in Kürze eine Entscheidung. Ein Rettungsplan des Bundes sieht Steuergelder von insgesamt neun Milliarden Euro vor, um die Lufthansa durch die schwere Krise zu bringen. Der Bund will sich mit 20 Prozent direkt an der Airline beteiligen. Dies läge unter der sogenannten Sperrminorität, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten. Einige Fragen zum Rettungsplan aber sind noch offen.

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21. Mai 2020: Regierung will Impfstoff-Hersteller vor Übernahmen schützen

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will deutsche Unternehmen, die Arzneimittel und Impfstoffe herstellen, besser vor Übernahmen von Investoren aus Ländern außerhalb der EU schützen. Dazu wird die Außenwirtschaftsverordnung verschärft. Damit kann die Regierung bei geplanten Übernahmen von Firmen im Gesundheitssektor früher und genauer hinschauen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte in Berlin: Die aktuelle Corona-Krise zeigt, wie wichtig medizinisches Know-how und eigene Produktionskapazitäten in Deutschland und Europa in Krisensituationen sein können."

Maas fordert Abstand zu Extremisten auf Anti-Corona-Demos  

Berlin (dpa) - Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die Bürger davor gewarnt, sich auf Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen von Extremisten vereinnahmen zu lassen. „Wenn radikale Extremisten und Antisemiten Demonstrationen benutzen, um zu hetzen und zu spalten, dann sollte jeder deutlich mehr als nur 1,5 Meter Abstand halten“, sagte Maas der „Welt“ angesichts weiterer geplanter Demos am Wochenende. „Wer ohne Maske, ohne Mindestabstand und ohne jede Rücksicht auf andere Verschwörungstheorien in die Welt schreit, der verwechselt Mut mit blinder Wut und Freiheit mit blankem Egoismus.“

Merkel warnt vor „hohem Preis“ wirtschaftlicher Abschottung

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel hat vor wirtschaftlicher Abschottung in der Corona-Krise gewarnt. „Die Antwort auf die Pandemie kann mit Sicherheit nicht sein, alle internationalen Lieferketten jetzt zu renationalisieren", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin. „Dann würden alle einen sehr hohen Preis zahlen.“ Sie äußerte sich nach einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Weltbank.

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20. Mai 2020: Berliner Flughafen Tegel kann im Juni schließen

Berlin (dpa) - In der Corona-Krise geht der wichtigste Flughafen der deutschen Hauptstadt voraussichtlich vom Netz: Der Berliner Flughafen Tegel kann am 15. Juni vorübergehend außer Betrieb gehen. Das beschlossen der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg am Mittwoch in einer Gesellschafterversammlung, wie eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen sagte. Der entsprechende Antrag bei der Luftfahrtbehörde ist schon gestellt. Erholen sich die Passagierzahlen in den nächsten Wochen nicht deutlich, geht der Flughafen in eine zweimonatige Betriebspause. Zuletzt flogen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld nur etwa 2000 Passagiere pro Tag. Der Flughafen Schönefeld an der südöstlichen Stadtgrenze in Brandenburg bleibt in Betreib.

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19. Mai 2020: Auto-Anmeldungen in der EU fallen auf ein Viertel

Brüssel (dpa) - Die Corona-Pandemie hat den weltweiten Autoabsatz drastisch einbrechen lassen. Allein in der Europäischen Union (EU) wurden im April lediglich 270.682 Pkw neu zugelassen und damit 76,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der zuständige Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte. Dem deutschen Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge waren die Rückgänge vor allem in Italien, Spanien und dem nicht mehr zur EU gehörenden Großbritannien dramatisch. Mit Rückgängen zwischen 97 und 98 Prozent kam der Absatz im April in diesen Ländern «nahezu vollständig zum Erliegen».

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19. Mai 2020:

18. Mai 2020:

18. Mai 2020: Außenminister Maas: Urlaub, der sich wie Urlaub anfühlt

Berlin (dpa) - Vor der Beratung mit Kollegen aus beliebten Urlaubsländern dämpft Deutschlands Außenminister Heiko Maas die Erwartungen. «Der Urlaub wird dieses Jahr nicht so sein, wie der, den man aus der Vergangenheit kennt», sagte Maas am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Die Corona-Pandemie sei noch nicht überwunden und man müsse Sicherheitsvorkehrungen schaffen für den Fall, dass die Infektionszahlen wieder steigen. Er hoffe aber sehr, dass der Sommerurlaub im europäischen Ausland möglich sein werde und sich dann auch «wie Urlaub anfühlt». Maas will am Mittag mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen. Die Minister wollen unter anderem über Einreisebestimmungen, Quarantäneregelungen und eine Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden sprechen, sagte Maas. Ziel sei es, aus der weltweiten Reisewarnung, die derzeit in Deutschland gelte, nur noch einen Reisehinweis zu machen. So könnten die Bürgerinnen und Bürger selbst beurteilen, ob und wohin sie verreisen möchten.

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17. Mai 2020: Bundesliga gestartet

Berlin (dpa) - Nach wochenlangen Debatten hat die Fußball-Bundesliga die Rückkehr geschafft. Zum Neustart fanden in der 1. und 2. Liga am Samstag in zehn Stadien „Geisterspiele“ vor leeren Rängen statt. Fast überall hielten sich die Akteure an die Vorgaben der Deutschen Fußball Liga für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs, strenge Beobachter verzeichneten nur kleinere Verstöße gegen die Hygiene-Regeln. Betreuer, Ordner und Medienvertreter mit Masken, viel Abstand auf den Ersatzbänken und oft nur gedämpfter Jubel mit Faustkontakt – so sieht die neue Realität aus.

Die Fans konnten das Geschehen nur am Fernseher verfolgen. Die von Polizei und einigen Politikern befürchteten Fan-Ansammlungen rund um die Arenen blieben aus, selbst beim Revierderby: Dortmund gewann die Partie zuhause gegen Schalke, die normalerweise mehr als 80 000 Menschen ins Stadion zieht, mit 4:0.

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16. Mai 2020: Langsame Rückkehr in die Innenstädte

Berlin/Köln (dpa) - Auch wenn mittlerweile fast alle Einzelhändler und viele Gastronomen in Deutschland wieder geöffnet haben, kehrt das gewohnte Leben doch nur langsam wieder in die Innenstädte zurück. „Die Kunden sind beim Einkaufen in diesen Tagen eher zurückhaltend unterwegs“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, der Deutschen Presse-Agentur.

Gestützt wird diese Einschätzung von Zahlen des auf die Messung von Kundenfrequenzen in den Innenstädten spezialisierten Unternehmens Hystreet. Demnach lagen die Besucherzahlen in wichtigen Einkaufsstraßen in München, Hamburg, Köln, Leipzig und Stuttgart auch in dieser Woche noch deutlich unter dem vor Corona normalen Niveau. Am belebtesten war noch die Hamburger Spitalerstraße, wo zwischen Montag und Donnerstag 53 Prozent der „normalen“ Passantenfrequenz erreicht wurden. Zum Vergleich: In der sonst gerade bei Touristen sehr beliebten Neuhauser Straße in München waren es nur 42 Prozent.

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15. Mai 2020: Einreise-Quarantäne wird gelockert

Berlin (dpa) - Die Bundesländer wollen in den nächsten Tagen ihre wegen der Corona-Pandemie eingeführten allgemeinen Quarantäne-Regeln für Einreisende aus den Nachbarstaaten aufheben. Das Bundesinnenministerium arbeite derzeit an einer neuen Musterverordnung für die Länder, hieß es am Freitag aus dem Ministerium. Die Bundesländer hätten sich am Donnerstag nach Abstimmung mit dem Bundeskanzleramt darauf verständigt.  Derzeit gilt in vielen Bundesländern, dass jeder, der aus einem europäischen Nachbarland nach Deutschland einreist, für 14 Tage in Quarantäne gehen muss.

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15. Mai 2020:

14. Mai 2020: Steuerschätzer legen Prognose vor

Berlin (dpa) - Bund, Länder und Kommunen müssen wegen der Corona-Pandemie mit deutlich weniger Steuergeld auskommen. Wie schlimm es wird, sagen am Donnerstag die Steuerschätzer voraus. Erwartet wird, dass die Einnahmen des Staates zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2009 wieder deutlich sinken - möglicherweise sogar noch drastischer als damals. Berichten zufolge könnten Bund, Länder und Kommunen in diesem Jahr etwa 100 Milliarden Euro weniger einnehmen als bei der vorhergehenden Schätzung im November vorhergesagt.

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13. Mai 2020:

13. Mai 2020: EU-Kommission: Grenzen vorsichtig öffnen

Brüssel (dpa) - Ein vorsichtiges Öffnen der Binnengrenzen in Europa soll den Sommerurlaub nach Empfehlungen der EU-Kommission trotz Corona-Krise ermöglichen. Man schlage einen flexiblen Plan vor mit dem Ziel, die Kontrollen nach und nach aufzuheben, heißt es in einem Papier der Behörde. 

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat aufgrund der bisherigen Entwicklung der Infektionslage entschieden, das Grenzregime zum Ende dieser Woche wie folgt anzupassen:

An den Grenzen zu  Frankreich, Österreich  und der  Schweiz  wird er eine Verlängerung der vorläufigen Binnengrenzkontrollen ab dem 16. Mai 2020 zunächst bis zum 15. Juni 2020 anordnen. Dasselbe gilt für die luftseitigen Grenzen zu  Italien  und  Spanien.

In der  praktischen Ausgestaltung  der Kontrollen an den Landgrenzen wird es allerdings Lockerungen geben. Die Kontrollen erfolgen künftig nicht mehr systematisch, sondern flexibel und risikobasiert. 

Am Erfordernis eines triftigen Einreisegrundes wird im Grundsatz festgehalten, es wird aber zusätzliche Erleichterungen für Reisen aus familiären oder persönlichen Gründen geben.

An der Grenze zu  Luxemburg  enden die Binnengrenzkontrollen mit Ablauf des 15. Mai 2020. 

An der Grenze zu  Dänemark  ist der Bundesinnenminister bereit, die Grenzkontrollen ebenfalls einzustellen. Der Termin wird gemeinsam mit Dänemark festgelegt.

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13. Mai 2020:

12. Mai 2020:

12. Mai 2020: Corona-Reservekrankenhaus in Berlin fertiggestellt

Berlin (dpa) - Auf dem Berliner Messegelände ist innerhalb weniger Wochen ein Corona-Reservekrankenhaus entstanden. Zunächst rund 500 Infizierte und Covid-19-Patienten könnten isoliert und behandelt werden, falls die Berliner Kliniken im Lauf der Pandemie an ihre Grenzen stoßen sollten. «Denn die Bilder aus Italien, Spanien und New York haben uns gezeigt, dass gut aufgestellte Krankenhaussysteme überlastet werden können», teilte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci zur offiziellen Eröffnung des neuen Behandlungszentrums am Montag mit. Insgesamt könnten dort bis zu 1000 Reservebetten entstehen.

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11. Mai 2020:

11. Mai 2020: Studie zu Covid-Medikament kommt voran

Köln (dpa) - Eine Studie zum Medikament Remdesivir zur Bekämpfung der Corona-Erkankung kommt nach Angaben des Kölner Studienleiters voran. Die Studie sei «in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium», sagte der Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Köln, Gerd Fätkenheuer, dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Er leitet den deutschen Teil der Studie eines internationalen Konsortiums zur Erforschung von Remdesivir.

Das Medikament gilt als ein mögliches Mittel zur Behandlung schwerer Coronavirus-Infektionen. Die USA haben eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt. Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass er bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen kann. In Deutschland ist das Mittel innerhalb eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestätigten Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Bislang gibt es keine Impfung gegen das neuartige Coronavirus und auch keine zuverlässige zugelassene medikamentöse Therapie.

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10. Mai 2020: Kanzlerin Merkel will Kultur helfen

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Kulturbranche angesichts der wochenlangen Zwangspause wegen der Corona-Krise weitere Unterstützung zugesichert. Das Ziel sei, dass die breite und vielfältige kulturelle Landschaft auch nach Überwindung der Pandemie weiterexistieren könne, sagte sie in ihrer am Samstag verbreiteten wöchentlichen Videobotschaft. Es sollten nun Konzepte entwickelt werden, wie mit Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen auch Theater, Konzerthäuser, Opern und andere Kulturstätten öffnen könnten. Aus dem Bundestag und der Branche kommen Rufe nach schnellen weiteren Hilfen. „Ich weiß, was wir alles vermissen und wie viele Bürgerinnen und Bürger darauf warten, endlich wieder live Ihre kulturellen Angebote erleben zu können“, sagte Merkel an die Kulturszene gerichtet. „Bis dahin versuchen wir, so gut wie es geht, Sie zu unterstützen durch unsere Hilfsprogramme – aber auch dadurch, dass wir sagen, wie wichtig Sie für uns sind.“

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9. Mai 2020: „Notbremsung“ in einzelnen Landkreisen

Berlin (dpa) - In der Lockerungsphase der Corona-Auflagen müssen die Behörden in drei Bundesländern bereits die Notbremse wegen zu hoher Infektionszahlen ziehen. In drei Kreisen in Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wurde der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten. Vor allem in einem Schlachtbetrieb im Münsterland hatten sich viele Menschen angesteckt. Mehrere vorgesehene Lockerungen im betroffenen Landkreis wurden verschoben. Die Mehrzahl der Landkreise in Deutschland ist aber weit entfernt von dem vereinbarten Grenzwert. 

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8. Mai 2020: Chinas Botschafter: Offen für Suche nach Corona-Herkunft

Berlin (dpa) - China ist nach den Worten seines Botschafters in Berlin, Wu Ken, offen für eine internationale Untersuchung der Herkunft des Corona-Virus Sars-CoV-2. «Wir unterstützen den Forschungsaustausch unter Wissenschaftlern», sagte Wu dem Magazin «Der Spiegel». Chinesische und US-Wissenschaftler arbeiteten bereits gemeinsam an Projekten zur Rückverfolgung des Virus. Wu verwahrte sich gegen Vorwürfe, China habe den Ausbruch der Epidemie zunächst vertuscht, gestand aber Kommunikationsmängel ein.

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8. Mai 2020:

7. Mai 2020:

7. Mai 2020: Bundesliga vor dem Neustart

Berlin (dpa) - Bund und Länder haben die Erlaubnis für eine Wiederaufnahme von Spielen ohne Zuschauer in der Fußball-Bundesliga ab der zweiten Mai-Hälfte erteilt. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch. Damit erhält die Deutsche Fußball Liga als Dachorganisation der 36 Proficlubs der 1. und 2. Liga die lange erhoffte Genehmigung für Geisterspiele. Der Ligaverband hat den Termin auf den 16. Mai festgelegt.

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6. Mai 2020: Prognose: EU vor Rezession historischen Ausmaßes

Brüssel (dpa) - Die Wirtschaft der Eurozone könnte laut der EU-Frühjahrsprognose wegen der Corona-Krise dieses Jahr um 7,7 Prozent schrumpfen und sich auch im nächsten Jahr nicht vollständig erholen. Die EU-Kommission sprach am Mittwoch in Brüssel bei der Vorlage ihrer Prognose von einer Rezession historischen Ausmaßes. «Europa erlebt einen ökonomischen Schock, wie es ihn seit der großen Depression nicht mehr gegeben hat», sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni.

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06.05.2020:

05.05.2020:

5. Mai 2020: Deutschland gibt 525 Millionen Euro für Impfstoffentwicklung

Berlin (dpa) - Deutschland will 525 Millionen Euro für die internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus bereitstellen. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel am Montag bei einer Online-Geberkonferenz, zu der die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen eingeladen hatte. Die Pandemie sei eine globale Herausforderung, die auch nur mit einer weltweiten Zusammenarbeit besiegt werden könne, sagte Merkel. Sie kritisierte, dass in dieser Zeit nicht alle zu einer multilateralen Zusammenarbeit bereit seien. «Es ist eine Stunde der Hoffnung», sagte Merkel. Und: «Deutschland wird sich tatkräftig einbringen.»

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04.05.2020:

4. Mai 2020: Weltweite Allianz für Corona-Impfstoff startet mit Geberkonferenz

Brüssel (dpa) - Im Kampf gegen das Coronavirus will eine weltweite Allianz an diesem Montag mindestens 7,5 Milliarden Euro Anschubfinanzierung für Impfstoffe, Arzneien und Tests sammeln. Ziel ist, die Gegenmittel schnellstmöglich auf den Markt zu bringen und dann preiswert weltweit zugänglich zu machen. Bei einer von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen organisierten Online-Konferenz soll auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen. Merkel hat bereits einen «deutlichen finanziellen Beitrag» aus Deutschland zu gesagt. Weltweit wird derzeit nach Angaben der EU-Kommission an mehr als 70 möglichen Impfstoffen geforscht. Mindestens drei werden inzwischen klinisch getestet.

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3. Mai 2020: Merkel ruft zu Zusammenarbeit für Corona-Impfstoff auf

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt für die Bewältigung der Corona-Krise auch auf mehr Tempo bei der Entwicklung eines Impfstoffes. In ihrer am Samstag veröffentlichen, wöchentlichen Videoansprache rief die deutsche Regierungschefin zu mehr internationaler Zusammenarbeit gegen die Pandemie auf. «Wir wissen, dass sie überall schwere Schäden auch unserem wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen Leben zufügt. Deshalb müssen wir mit Hochdruck und großer Konzentration daran arbeiten, dieses Virus einzudämmen und dann auch zu besiegen, indem wir einen Impfstoff entwickeln», sagte sie. Auf einer Geberkonferenz am 4. Mai, zu der die EU-Kommission eingeladen hat, werde sich Deutschland mit einem «deutlichen finanziellen Beitrag beteiligen». Es fehlten geschätzt acht Milliarden Euro für die Entwicklung eines Impfstoffes.

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2. Mai 2020: Sachsen-Anhalt lockert als erstes Bundesland Kontaktbeschränkungen

Magdeburg (dpa) - Sachsen-Anhalt lockert die seit sechs Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen. Von Montag an dürfen fünf Menschen zusammen unterwegs sein, auch wenn sie nicht in einem Haushalt leben, wie die Landesregierung am Samstag beschloss. Bisher war nur die Begleitung durch einen Menschen oder durch mehr Angehörige des eigenen Haushalts erlaubt. Hintergrund der Lockerungen sind die vergleichsweise geringen Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt.

Die Bundesregierung hatte nach einer Schaltkonferenz von Bund und Ländern am Donnerstag verkündet, dass die strengen Kontaktbeschränkungen aufrecht erhalten bleiben sollen.

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1. Mai 2020: Demos zum „Tag der Arbeit“: Protest nur digital

Berlin (dpa) - Mehr als zehn Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit, und die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise kommen womöglich erst noch: Mit einem vor allem im Internet organisierten Protest haben Gewerkschaften am 1. Mai vor Einschnitten zulasten von Beschäftigten gewarnt. #SolidarischNichtAlleine lautete das Motto, unter dem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ganz digital mit Musik und Videoschalten – auch über den Dächern von Berlin – den „Tag der Arbeit“ beging.

Nur wenige DGB-Vertreter protestieren am Freitagmorgen mit einem großen Banner vor dem Brandenburger Tor. Die Polizei kündigte an, mögliche Demonstrationen und Menschenansammlungen am 1. Mai konsequent auflösen zu wollen. Der Tag stehe ganz im Zeichen des Infektionsschutzes, kündigte Berlins Innensenator Andreas Geisel an. Politische Versammlungen und Ansammlungen von mehr als 20 Menschen auch mit Abständen sind derzeit auf Grund der Corona-Einschränkungen nicht erlaubt.

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30.04.2020: Bund will Spielplätze wieder öffnen. Kontaktbeschränkungen werden verlängert

Berlin (dpa) - Nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie sollen Kinder nach dem Willen der Bundesregierung bald wieder auf die Spielplätze dürfen. Über größere Öffnungsschritte - etwa bei Schulen, Kitas und Vereinssport - soll dagegen erst am 6. Mai entschieden werden. Das geht aus einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder hervor, die am Donnerstagnachmittag begannen. Die bis zum 3. Mai geltenden Kontaktbeschränkungen sollen nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun «sicherlich» erst einmal bis zum 10. Mai verlängert werden.

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29.04.2020:

29.04.2020: Bundesregierung verlängert Reisewarnung bis 14. Juni

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen.

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28.04.2020: Ifo-Institut: Wirtschaft erst Ende 2021 wieder auf Vor-Corona-Niveau

München (dpa) - Die deutsche Wirtschaft dürfte sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts erst Ende nächsten Jahres wieder auf dem Vor-Krisen-Niveau bewegen. «Zurück zum Zustand vor Corona sind wir erst Ende 2021», sagte Timo Wollmershäuser, Leiter der Ifo-Konjunkturforschung, am Dienstag. Die einzelnen Branchen dürften sich nach einem Abbau der Beschränkungen aber in unterschiedlichem Tempo erholen. Nach Auswertung einer Unternehmensumfrage des Ifo-Instituts dürfte die Wirtschaftsleistung im ersten Vierteljahr um 1,9 Prozent gesunken sein und dann im zweiten um 12,2 Prozent einbrechen. Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 6,2 Prozent sinken.

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27.04.2020:

27.04.2020: Berliner Philharmoniker spielen Europa-Konzert in kleiner Besetzung

Berlin (dpa) - Das traditionelle Europa-Konzert der Berliner Philharmoniker am 1. Mai soll trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Das Orchester wird jedoch in kleiner Besetzung spielen. Eröffnet wird das Konzert aus der Berliner Philharmonie mit einem Grußwort von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wie das Orchester am Montag mitteilte. Auf dem Programm unter Leitung von Chefdirigent Kirill Petrenko steht unter anderem Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4 in einer Bearbeitung für Kammerorchester. Wegen der Abstandsregeln und Hygieneanforderungen haben die Philharmoniker das Programm an eine kammermusikalische Besetzung angepasst. Seit 1991 spielen die Philharmoniker zu ihrem Geburtstag am 1. Mai an einem besonderen historischen Ort. In diesem Jahr war das Konzert vor einer Europatournee in Tel Aviv und als Teil des Staatsbesuchs des Bundespräsidenten in Israel geplant. Wegen der Pandemie wurde der Besuch verschoben und die Tournee abgesagt.

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26.04.2020: Merkel zur EU-Präsidentschaft: Klima genau wie Gesundheit auf der Agenda

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel ist Befürchtungen entgegengetreten, dass in der Corona-Krise der Klimawandel von der Agenda der EU verdrängt werden könnte. Die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands werde wegen der Pandemie «anders ablaufen, als wir uns das vorgenommen hatten», sagte die deutsche Regierungschefin in ihrem Podcast. Klimafragen werde man «genauso auf der Tagesordnung haben wie die Gesundheitsfragen». Man müsse sehen, dass man für die «wirtschaftliche Ertüchtigung Europas» und den sozialen Zusammenhalt etwas tue, sagte die Kanzlerin, und «dass wir an die Zukunft denken - und das sind die Klima- und Umweltfragen». Am 1. Juli übernimmt Deutschland erstmals seit 13 Jahren wieder die EU-Ratspräsidentschaft. Themen sollten eigentlich vor allem Klimaschutz und Digitalisierung sein, der Brexit und die mittelfristige Finanzplanung der EU.

 

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25.04.2020: Solidarität mit afrikanischen Ländern im Kampf gegen Covid-19

Berlin (Auswärtiges Amt) - Deutschland steht vielen afrikanischen Ländern mit schnellen und konkreten Maßnahmen gegen die Pandemie zur Seite. Die Bundesregierung unterstützt einerseits globale und multilaterale Maßnahmen, wie die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten.  Andererseits werden gemeinsam mit afrikanischen Partnern auch auf der lokalen Ebene Projekte umgesetzt, nah an den Menschen. Dabei können viele bestehende Projekte an die neue Situation angepasst werden, damit schnell und unkompliziert Hilfe geleistet werden kann, nur einige Beispiele: 

 

  • In Zusammenarbeit  der GIZ und des Roten Kreuz Malawi werden in Malawi Isolationsstationen für Covid-19-Patienten in malawischen Krankenhäuser ausgebaut.
     
  • In Benin engagieren sich deutsche Expertinnen und Experten einer schnell einsetzbaren Expertengruppe dabei, beninisches Laborpersonal zu schulen. Zudem wurde medizinische Ausrüstung für das zentrale Labor in der Hauptstadt Cotonou zur Verfügung gestellt.
     
  • In Ghana wird das Kumasi Center for Collaborative Research in Tropical Research, ein medizinisches Forschungsinstitut, bei Modernisierungsarbeiten sowie der Beschaffung von medizinischen Verbrauchsmaterialien und Reagenzien unterstützt, um die Testkapazitäten zu erhöhen.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung für 2020 in Afrika bereits 363 Millionen Euro für humanitäre Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.  

Mehr Informationen

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24.04.2020 : Merkel: Beschlüsse über Lockerung von Corona-Auflagen erst am 6. Mai

Berlin (dpa) - Bund und Länder werden nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) voraussichtlich erst am 6. Mai über weitere Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen entscheiden. Die Auswirkungen der Geschäftsöffnungen könne man erst 14 Tage später abschätzen, sagte Merkel nach dem EU-Gipfel in Berlin. Andere Lockerungen träten noch später in Kraft. Bisher war erwartet worden, dass über weitergehende Schritte schon Ende April entschieden werden könnte.

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24.04.2020:

EU plant Billionen-Programm gegen Corona-Wirtschaftskrise

Berlin/Brüssel (dpa) – Die Regierungschefs der Staaten der Europäischen Union billigten am Donnerstag abend ein bereits verabredetes 500-Milliarden-Hilfspaket und die Gründung eines Wiederaufbaufonds, über den noch einmal 1000 Milliarden Euro Hilfen ausgegeben werden könnten. Die deutsche EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen wird bis Mitte Mai ein Modell ausarbeiten. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte ihr Nein zu einer gemeinschaftlichen Schulden. Sie sagte aber, dass Deutschland mehr in den EU-Haushalt einzahlen werde – zuletzt waren dies 13,4 Milliarden Euro mehr als Deutschland über EU-Programme zurückbekam.

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23.04.2020:

23.04.2020:

23.04.2020: Merkel stellt Bürger auf lange Zeit der Corona-Einschränkungen ein    

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Bürgerinnen und Bürger darauf eingestellt, dass die Beschränkungen in der Corona-Krise noch lang anhalten werden. «Ich verstehe, dass dieses Leben unter Corona-Bedingungen allen schon sehr, sehr lange vorkommt», sagte Merkel am Donnerstag in ihrer ersten Regierungserklärung zur Corona-Pandemie im Bundestag. Niemand höre es gerne, aber es sei die Wahrheit: «Wir leben nicht in der Endphase der Pandemie, sondern immer noch an ihrem Anfang. Wir werden noch lange mit diesem Virus leben müssen.»

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22.04.2020:

22.04.2020: Bundesregierung stellt mehr Geld für den EU-Haushalt in Aussicht    

Brüssel (dpa) - Die Bundesregierung hat mehr Geld für den nächsten EU-Haushalt in Aussicht gestellt. In den Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen gebe es eine neue Dynamik, und Deutschland sei bereit, «deutlich mehr Finanzmittel zur Verfügung zu stellen», sagte Europa-Staatsminister Michael Roth am Mittwoch vor Beratungen mit seinen EU-Kollegen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel habe signalisiert, dass man bereit sei, «sich in noch stärkerem Maße zu engagieren». Vor dem EU-Gipfel am Donnerstag sagte der Politiker, für den Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise gelte wie schon in der Eurokrise: «Whatever it takes» - was immer nötig ist. «Ebensowichtig ist es, Solidarität zu üben.» Von Deutschland werde man sicher ganz besondere Anstrengungen erwarten können. Es könne Deutschland nicht egal sein, ob die Menschen in Spanien, Italien oder Frankreich arbeitslos werden, sagte Roth.

 

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21.04.2020: RKI: Ohne Impfstoff keine Rückkehr zur Normalität

Berlin (dpa) - Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Dienstag an die deutsche Bevölkerung appelliert, weiter die Anti-Corona-Empfehlungen einzuhalten. «Das Virus ist nicht weg», sagte RKI-Vize-Präsident Lars Schaade am Dienstag in Berlin. Ohne Impfstoff werde es keine Rückkehr zur Normalität geben. Die Situation sei immer noch ernst, auch wenn in Deutschland bei der Bekämpfung einiges erreicht worden sei. Schaade rief die Menschen dazu auf, weiter den Empfehlungen zu folgen: Etwa möglichst viel zu Hause zu bleiben, Abstand von mindestens 1,5 Metern zu halten, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten und zusätzlich, etwa in Geschäften oder im öffentlichen Nahverkehr, eine Maske über Mund und Nase zu tragen.

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21.04.2020:

20.04.2020:

20.04.2020: Merkel kritisiert «Öffnungsdiskussionsorgien» - Rückfallrisiko erhöht    

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Diskussionen über weitergehende Lockerungen der Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus außergewöhnlich scharf kritisiert. Am Montag machte Merkel in einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums deutlich, wie unzufrieden sie sei, dass die Botschaft vorsichtiger Lockerungen in einigen Ländern zu «Öffnungsdiskussionsorgien» geführt habe. Dies erhöhe das Risiko eines Rückfalls sehr stark.

 

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19.04.2020: Bundesfinanzminister will Gastronomie gezielt helfen

Berlin (dpa) - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellt den von der anhaltenden Schließung in der Corona-Pandemie besonders betroffenen Hoteliers und Restaurantbetreibern finanzielle Unterstützung in Aussicht. „Natürlich schauen wir genau, ob und wo wir gezielt weitere Hilfen benötigen. Wir haben vor allem jene Branchen im Blick, für die es noch nicht so schnell wieder losgeht. Das Hotel- und Gaststättengewerbe gehört sicherlich dazu“, sagte Scholz der „Welt am Sonntag“. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) warnte, den gut 223.000 Betrieben der Branche gingen bis Ende April rund 10 Milliarden Euro Umsatz verloren. Ohne zusätzliche staatliche Unterstützung stehe jeder dritte Betrieb vor der Insolvenz.

 

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18.04.2020: Erstes Bundesland führt Maskenpflicht ein

Dresden (dpa) - Das ostdeutsche Sachsen hat als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. Die Regelung gelte von Montag an, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Dresden. Zur Abdeckung von Nase und Mund müsse es keine teure FFP2-Maske sein, es reiche auch ein einfaches Tuch oder ein Schal, betonte der Regierungschef. Wenn man in so vielen Bereichen zusätzliche Kontakte von Menschen zulasse, sei eine Maskenpflicht „die richtige Antwort“, so Kretschmer. Von Montag an sollen in Sachsen einige Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert werden.

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Gottesdienste sollen trotz Corona wieder möglich werden  

Berlin (dpa) - Gottesdienste sollen in Deutschland bei Einhaltung von Hygiene-Regeln zum Schutz vor Corona schrittweise wieder möglich werden. Dazu soll in den kommenden Tagen ein Konzept erarbeitet werden. Dieses solle dann Grundlage sein für spätere Beschlüsse, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums nach einem Gespräch mit Repräsentanten der katholischen und evangelischen Kirche, der orthodoxen Christen, des Zentralrats der Juden sowie des Koordinationsrats der Muslime. Sachsen will nun schon ab Montag wieder unter bestimmten Bedingungen öffentliche Gottesdienste erlauben. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte im Anschluss, der gefundene Konsens bestehe darin, dass Gottesdienste unter Einhaltung hygienischer Regelungen und Mindestabstände möglichst bald nach dem 30. April wieder erlaubt werden sollten.

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17.04.2020:

17.04.2020: Deutschland fordert mehr Hilfen für ärmste Länder

Berlin (dpa) - Vor der Frühjahrstagung der Weltbank hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in der Corona-Krise weitere Hilfen für die am wenigsten entwickelten Staaten gefordert. Zugleich begrüßte er die Entscheidung führender Wirtschaftsnationen vom Mittwoch, den Schuldendienst für solche Ländern auszusetzen. „Ich erwarte, dass sich auch die Weltbank an dem Schuldenmoratorium beteiligt“, erklärte Müller vor dem Weltbank-Treffen an diesem Freitag, an dem er als deutscher Gouverneur bei der Weltbank per Video teilnehmen wird.

„Globale Lieferketten brechen bereits zusammen. Millionen von Menschen stehen ohne Arbeit und Einkommen vor dem Nichts, was zu Hunger, Unruhen und Gewalt führen kann“, erklärte Müller. Müller nannte mehrere Forderungen: „Mit der Schuldenstundung gewinnen wir kostbare Zeit, aber ich befürchte, dass viele Länder weit mehr Hilfe brauchen. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass wir in einem zweiten Schritt für die ärmsten 47 Länder, die sogenannten Least Developed Countries, einen Schuldenerlass vorbereiten.“ Diese Länder müssten sich verpflichten, eingesparte Zinsen in Gesundheit und soziale Sicherung zu investieren.

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16.04.2020: Die Risiken der Lockerungen 

Berlin (dpa) - Deutschland habe einen «zerbrechlichen Zwischenerfolg» im Kampf gegen die Pandemie erreicht, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch im Zuge der Ankündigung erster Lockerungen bei Corona-Maßnahmen. Sie machte deutlich: Schon vermeintlich kleine Änderungen der sogenannten Reproduktionszahl können erhebliche Folgen haben. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

Bei einem Reproduktionswert von 2 - ein Coronavirus-Infizierter steckt im Durchschnitt zwei weitere Menschen an - würden aus 500 Fällen nach nur zehn Ansteckungsrunden mehr als eine Million Fälle. Schon eine Veränderung von 1,1 auf 1,2 kann bedeuten, dass die Intensivversorgung Monate früher an ihre Kapazitätsgrenzen kommt. Derzeit kommt nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) etwa jeder sechste Infizierte (16 Prozent) wegen schwerer Symptome ins Krankenhaus.

Um eine Epidemie auf natürliche Weise - also ohne Impfstoff - auslaufen zu lassen, müsste der Reproduktionswert über längere Zeit hinweg bei unter 1 liegen, ein Infizierter also im Mittel weniger als einen anderen anstecken. Das gilt nicht nur in Deutschland als derzeit kaum erreichbar - zumal bei fortschreitenden Lockerungen.

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16.04.2020:

15.04.2020:

15.04.2020: Schulstart, Großveranstaltungen, Geschäfte – so geht es weiter

Berlin (dpa) - Der Schulbetrieb in Deutschland soll am 4. Mai beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen wieder aufgenommen werden. Darauf haben sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt.

Eine Einigung gab es in dem Gespräch auch im Hinblick auf Großveranstaltungen. Sie sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden. Betroffen seien auch Fußballspiele. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen demnach von den Länder getroffen werden.

Geplant ist auch die Öffnung von Geschäften bis zu einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern. Die Länder können das unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen genehmigen.

Die seit Wochen geltenden harten Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus sollten grundsätzlich bis zum 3. Mai verlängert werden.

 

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15.04.2020: Rückholaktion vor dem Abschluss 

Berlin (dpa) - Gut vier Wochen nach Beginn der Rückholaktion der Bundesregierung sind mehr als 230 000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandete Deutsche wieder zu Hause. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr, muss jetzt nur noch eine „mittlere vierstellige Zahl“ Reisender ausgeflogen werden, die meisten davon aus Südafrika, Argentinien und Peru. Die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik dürfte damit in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Danach werden sich die Botschaften aber weiter um Einzelfälle kümmern.

Außenminister Heiko Maas hatte die Rückholaktion Mitte März gestartet, um zusammen mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften Reisende aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine regulären Flüge mehr gibt. Das Auswärtige Amt hat dafür auch selbst Flugzeuge gechartert und mit 245 Sonderflügen 62 000 Passagiere transportiert. Darunter waren auch 5000 EU-Bürger und 2000 Bürger aus Staaten außerhalb der Europäischen Union.

 

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14.04.2020

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14.04.2020: Breiter Ruf nach Öko-Konjunkturpaket

Berlin (dpa) - Nach der Corona-Krise muss sich die Wirtschaft erholen - aber bitte nachhaltig: Das fordern Politiker, Unternehmenschefs, Gewerkschaften, Verbände und Experten aus ganz Europa. Am Dienstag veröffentlichten sie einen Aufruf, den auch die deutsche Bundesumweltministerin Svenja Schulze unterzeichnet hat. «Nach der Krise wird die Zeit des Wiederaufbaus kommen», heißt es darin. Die massiven Investitionen und die Pläne für Aufschwung auf allen Ebenen müssten Klimaschutz und den Erhalt der Ökosysteme zum zentralen Teil der Wirtschaftspolitik machen. Gestartet hatte die Initiative der Vorsitzende des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, Pascal Canfin. Schulze sagte, schon jetzt biete sich die Chance, ein neues Wohlstandsmodell zu entwickeln.

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13.04.2020: Leopoldina: Schulen so bald wie möglich wieder öffnen

Halle (dpa) - Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. In der am Montag veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftler heißt es unter anderem, dass es dafür aber eine Voraussetzung sei, dass die Infektionen auf niedrigem Niveau stabilisiert seien und die bekannten Hygieneregeln eingehalten würden. Zudem sprechen sich die Experten für eine Masken-Pflicht etwa in Bussen und Bahnen aus. Der Stellungnahme zufolge könnten auch weitere Teile des öffentlichen Lebens schrittweise unter bestimmten Voraussetzungen wieder normalisiert werden, zunächst etwa der Einzelhandel, das Gastgewerbe und Behörden. Aber auch private und dienstliche Reisen sowie gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Veranstaltungen könnten wieder stattfinden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als „sehr wichtig“ für das weitere Vorgehen bezeichnet. Merkel will an diesem Mittwoch (15. April) mit den Ministerpräsidenten in einer Schaltkonferenz die Lage in der Corona-Krise nach den Ostertagen bewerten.

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13.04.2020: CDU-Chefin dringt auf einheitliches Vorgehen bei Corona-Lockerungen

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer pocht auf ein möglichst einheitliches Vorgehen bei einem schrittweisen Ausstieg aus den harten Corona-Beschränkungen nach den Osterferien. „Es ist wichtig, dass wir möglichst einheitliche Regelungen haben. Alles andere wirft zusätzliche Fragen auf“, sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es gebe auch innerhalb der Ministerpräsidentenkonferenz die feste Vereinbarung, „gemeinsam mit der Bundesregierung ein gutes Gesamtpaket auch vorstellen zu können, mit dem man möglicherweise - das hängt von der Entwicklung der Zahlen über Ostern ab - erste Schritte gehen kann“.

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12.04.2020: Maas: Deutsche EU-Ratspräsidentschaft wird Corona-Präsidentschaft

Berlin (dpa) - Der Kampf gegen das Coronavirus wird nach Worten von Außenminister Heiko Maas das bestimmende Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft werden. "Wir werden sie zu einer 'Corona-Präsidentschaft' machen, um Corona und seine Folgen zu überwinden", schreibt der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung Welt. "Es gilt, Lehren aus der Krise zu ziehen, zum Beispiel, indem wir den EU-Katastrophenschutz und die gemeinsame Beschaffung und Produktion von lebenswichtigen Medizingütern verbessern." Maas schreibt weiter: "Sobald wir über den Berg sind, wird eine der ersten Aufgaben darin bestehen, die Beschränkungen für freies Reisen und den Binnenmarkt schrittweise und koordiniert zurückzuführen." Deutschland übernimmt in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft.

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11.04.2020: Steinmeier mahnt zu Geduld

Berlin (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürgerinnen und Bürger an Ostern zu Geduld, Disziplin und Solidarität in der Corona-Krise gemahnt. In einer Fernsehansprache äußerte sich das Staatsoberhaupt am Samstag optimistisch: Wir können und wir werden auch in dieser Lage wachsen. Steinmeier sagte, es sei gut, dass der Staat jetzt kraftvoll handelt - in einer Krise, für die es kein Drehbuch gab. Zugleich appellierte er an die Menschen in Deutschland: Ich bitte Sie alle auch weiterhin um Vertrauen, denn die Regierenden in Bund und Ländern wissen um ihre riesige Verantwortung. Es war das erste Mal, dass ein Bundespräsident in dieser Form auf ein aktuelles Ereignis eingeht. Normalerweise hält er solche Ansprachen nur jedes Jahr an Weihnachten.

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11.04.2020: Maas spricht sich für Stärkung der WHO aus

Berlin (dpa) - Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich für eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation als Konsequenz aus der Coronakrise ausgesprochen. „Die WHO spielt eine unverzichtbare Rolle in dieser Pandemie. Wir müssen sie jetzt stärken, unterstützen und sie dann für die Zukunft noch besser als bisher aufstellen“, so Maas. „Manöverkritik ist immer zulässig, aber sie muss konstruktiv sein.“

Inzwischen hat sich auch der UN-Sicherheitsrat erstmals mit der Krise befasst. Maas begrüßte das: „Wir können diese Krise nur gemeinsam und solidarisch bewältigen. Dafür brauchen wir starke Vereinte Nationen und einen starken Sicherheitsrat“, sagte er. Maas forderte den Sicherheitsrat auf, sich die Forderung des UN-Generalsekretärs António Guterres nach einer weltweiten Waffenruhe zu eigen zu machen.

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11.04.2020: Deutsche zufrieden mit Krisenmanagement

Berlin (dpa) - Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge zufrieden mit dem bisherigen Krisenmanagement der Bundesregierung in der Coronakrise. In einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bewerteten 66 Prozent das Agieren des Kabinetts unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Krise eher positiv. Vor zwei Wochen waren es noch 54 Prozent. Der Anteil der Unzufriedenen ist in diesem Zeitraum von 38 auf 27 Prozent gesunken.

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10.04.2020: Neue Quarantänepflicht – Bundespolizei informiert am Flughafen

Frankfurt (dpa) - Die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen ist seit dem frühen Freitagmorgen im Einsatz, um Rückreisende über die neue Quarantänepflicht zu informieren. „Als Amtshilfe für das Gesundheitsamt händigen wir seit null Uhr allen einreisenden Passagieren ein Infoblatt aus“, sagte der Sprecher der Flughafen-Bundespolizei, Reza Ahmari. „Darauf steht, dass sie sich direkt in häusliche Quarantäne begeben und bei ihrem örtlichen Gesundheitsamt melden müssen.“

Am Karfreitag seien an Deutschlands größtem Airport mehrere Tausend Reisende betroffen, 80 Prozent davon stünden im Zusammenhang mit den Rückholaktionen des Auswärtigen Amts. Wer aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss als Schutz vor dem Coronavirus künftig zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Die Vereinbarung von Bund und Ländern ist seit diesem Freitag in Kraft und gilt vorerst bis zum 19. April. Ausnahmen gibt es beispielsweise für Personen, die weniger als 24 Stunden im Ausland waren oder für bestimmte Saisonarbeiter.

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10.04.2020: Karfreitags-Gottesdienst im Autokino

Düsseldorf (dpa) - Streng getrennt und doch gemeinsam: In einem Autokino haben mehrere Hundert Christen in Düsseldorf trotz der Corona-Krise einen Karfreitags-Gottesdienst besucht. Nach Angaben des Kinobetreibers waren Besucher in rund 400 Autos auf den Parkplatz an der Messe der Landeshauptstadt gekommen. Per Autoradio konnten sie die ökumenische Feier verfolgen.

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10.04.2020: Wirtschaft für Fahrplan aus dem Corona-Stillstand

Berlin (dpa) - Unternehmensverbände dringen auf ein baldiges Ende des Stillstands in großen Teilen des Geschäftslebens. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert von der Bundesregierung eine Exit-Strategie nach Ostern. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) regt einen gemeinsamen Fahrplan von Politik und Wirtschaft in Richtung Normalität an.

„Fest steht, dass viele Unternehmen um ihr Überleben kämpfen“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Freitag mit Blick auf die nach Ostern anstehenden Entscheidungen von Bund und Ländern über Dauer und mögliches Ende der Ladenschließungen und anderer Einschränkungen. „Ein Signal, wie der Einstieg in eine schrittweise Normalisierung ausfallen könnte, wird für die Planungen und die Existenz der Unternehmen jetzt immer wichtiger.“

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09.04.2020: Bauernverband „erleichtert“ über Einreise von Erntehelfern

München (dpa) - Der Deutsche Bauernverband begrüßt die Einreise von ausländischen Erntehelfern inmitten der Coronavirus-Krise. „Wir sind erleichtert: Durch diese Regelung bleiben unsere Betriebe arbeitsfähig“, sagte Präsident Joachim Rukwied am Donnerstag dem „Bayerischen Rundfunk“. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich darauf geeinigt, 80 000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Die Helfer werden unter anderem dringend für die Spargelernte gebraucht. Am Donnerstag sollen erste Flüge in Düsseldorf und Berlin landen. Rukwied hofft zwar, dass auch Erntehelfer aus Deutschland zum Einsatz kommen können. Allerdings hätten die ausländischen Saisonkräfte mehr Erfahrung: „Ohne die wäre es nicht gegangen.“

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08.04.2020:

08.04.2020

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08.04.2020: RKI-Chef: „Positiver Trend“ durch Corona-Maßnahmen erkennbar

Berlin (dpa) - Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat sich zuversichtlich über die Wirkung der in Deutschland geltenden Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus geäußert. „Es ist auf jeden Fall ein positiver Trend und den bringen wir natürlich zusammen mit den Maßnahmen“, sagte Wieler in einem Interview des Radiosenders „Deutschlandfunk“ am Mittwoch. „Das heißt also: Die Maßnahmen, die von den politischen Entscheidern eingeführt wurden, diese Maßnahmen helfen.“ Er betonte jedoch Entwarnung könne noch nicht gegeben werden. Aktuell liegt die Reproduktionszahl laut Wieler bei 1,3, ein Infizierter steckt also im Schnitt 1,3 gesunde Menschen an. Diese Zahl soll unter 1,0 gedrückt werden. Das Virus wird dann langsam eingedämmt. Für eine Lockerung der Maßnahmen sei aber nicht nur die Reproduktionszahl relevant, sondern auch der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung sowie die Kapazitäten des Gesundheitssystems, erklärte Wieler.

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07.04.2020: Ethikrat für Debatte über Lockerung der Corona-Beschränkungen 

Berlin (dpa) - Der Deutsche Ethikrat hält eine Debatte über die Strategie zur Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise für geboten. Der Vorsitzende des beratenden Gremiums, der Theologe Peter Dabrock, äußerte am Dienstag in Berlin die Befürchtung, dass andernfalls das nötige Vertrauen der Bevölkerung Schaden nehmen könnte. 
Wichtig für Lockerungen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind auch weitere Erkenntnisse über die Ausbreitung der Pandemie. Diese erhofft sich das Robert Koch-Institut (RKI) jetzt aus der Auswertung der Daten von Fitness-Armbändern und Computeruhren. Dafür veröffentlichte das RKI die App «Corona-Datenspende», die auf Daten aus den Geräten zugreifen kann. 

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06.04.2020:

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06.04.2020: Deutschland hat bisher 198 Corona-Patienten aus der EU aufgenommen

Berlin (dpa) - Deutschland hat seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie 198 schwerkranke Patienten aus anderen EU-Staaten zur Behandlung aufgenommen. Derzeit gebe es noch Zusagen für 58 Behandlungsplätze, die nicht in Anspruch genommen worden seien, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Es seien 130 Patienten aus Frankreich, 44 Erkrankte aus Italien und 24 weitere aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht worden.

«Von der italienischen Seite ist es im Moment so, dass ein leichter Rückgang der Zahl der Corona-Intensivpatienten zu beobachten ist. Daher wird aus Italien zunächst kein weiterer Transfer nach Deutschland geplant», sagte der Sprecher. Die Bundesländer seien zu weiterer Hilfe bereit. Auch die Luftwaffe hat sich mehrfach mit dem Spezialflugzeug Airbus A310 MedEvac beteiligt.

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06.04.2020: Umfrage: Viele Bürger in Corona-Krise besorgt bei Geldfragen

Berlin (dpa) - Angesichts der Corona-Krise machen sich laut einer Umfrage viele Bürger Gedanken wegen möglicher finanzieller Nachteile. Wucherpreise für vielleicht einmal knappe Waren wie Hygieneartikel besorgen 38 Prozent sehr oder eher stark, wie die Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ergab. Ein Drittel (33 Prozent) befürchtet stark, dass die private Altersvorsorge an Wert verliert. Die größte Unsicherheit gibt es darüber, wegen fehlender Klinik- oder Arztkapazitäten nicht ausreichend behandelt werden zu können. Dies besorgt 43 Prozent der Befragten stark.

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06.04.2020:

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05.04.2020: Frühlingswetter – Bundesregierung ruft dazu auf, Kontaktverbote einzuhalten 

Berlin (dpa) – Angesichts des Frühlingswetters warnt die Bundesregierung die Bürger, im Kampf gegen das Coronavirus auch über Ostern unbedingt die Kontaktverbote einzuhalten. „Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist“, sagte Außenminister Heiko Maas der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte mahnend hinzu, ein Blick über die Grenzen zeige noch viel dramatischer als in Deutschland, wie tödlich das Coronavirus sei.

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05.04.2020: Kanzleramtsminister: Zeit mit höchsten Infektionszahlen noch vor uns

Berlin (dpa) - Kanzleramtsminister Helge Braun hat mit Blick auf die Corona-Pandemie betont, dass der Höhepunkt der Krise in Deutschland noch bevorstehe. Es sei nun die Aufgabe der Bundesregierung, „uns für unsere Bevölkerung auf den schwierigsten Teil dieser Krise vorzubereiten“, sagte Braun der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Die Zeit mit den höchsten Infektionszahlen liegt noch vor uns.“ Vor Beginn der momentanen Einschränkungen habe es eine Verdoppelung alle drei Tage gegeben. Damit das Gesundheitswesen nicht überfordert werde, seien Verdopplungszeiten von deutlich mehr als zehn Tagen nötig, so Braun. „Wahrscheinlich sogar eher zwölf oder vierzehn Tage.“

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05.04.2020: Von der Leyen fordert Marshall-Plan für Europa

Berlin (dpa) – Europa müsse mehr Geld für die Zeit nach der Corona-Krise in die Hand nehmen, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa“, schreibt sie in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“. Von der Leyen spricht sich darin für massive Investitionen in den EU-Haushalt aus. Der Haushalt sei in allen Mitgliedsstaaten als Instrument des solidarischen Ausgleichs akzeptiert und müsse der Krise entsprechend angepasst werden.

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04.04.2020: Bayern nimmt Corona-Patienten auf und richtet Hilfskrankenhäuser ein

München (dpa) - Bayern will in der Corona-Krise zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus der französischen Hauptstadt Paris zur Behandlung aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag bei Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. „In der Not helfen Freunde“, schrieb Söder. „Europa muss zusammenstehen.“ Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen und ist dabei, 26 Hilfskrankenhäuser einzurichten. Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen mehr als 100 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen.

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04.04.2020: Müller fordert in Corona-Krise „Weltkrisenstab“

Berlin (dpa) - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dringt auf einen globaleren Ansatz bei der Coronavirus-Bekämpfung. Im Magazin Spiegel sprach er sich für die Schaffung eines „Weltkrisenstabes“ aus. Diese neue Einrichtung könnte UN-Generalsekretär António Guterres leiten. Jetzt schlage „die Stunde der Vereinten Nationen“, sagte Müller. Guterres müsse internationale Hilfsorganisationen in enger Abstimmung mit Institutionen wie Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) koordinieren. Die Pandemie sei ein „globaler Weckruf zur Zusammenarbeit“.

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03.04.2020:

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03.04.2020: Paketmengen inzwischen auf „Vorweihnachtsniveau“

Bonn (dpa) - Der Paket-Dienstleister DHL meldet nach einigen Wochen Corona-Krise mittlerweile steigende Paketzahlen. Zu Beginn der Einschränkungen hatte sich zunächst kein nennenswerter Effekt bemerkbar gemacht. Man sehe nun «eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahres zu dieser Zeit liegt», sagte ein Post-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Über Ostern werde die Menge voraussichtlich weiter steigen. «Der sehr plötzliche Anstieg auf nunmehr schon Vorweihnachtsniveau pro Tag in unserem Netzwerk zeigt uns, dass gerade auch kleine Händler verstärkt auf DHL setzen, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen», sagte Post-&-Paket-Vorstand Tobias Meyer.

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03.04.2020: Maas sagt: Nationales Handeln Grundlage für internationale Hilfe

Berlin (dpa) - Für Bundesaußenminister Heiko Maas stehen nationales und europäisches Handeln in der Coronakrise in keinem Widerspruch zueinander. „Wir müssen national handlungsfähig bleiben, um uns international gegenseitig zu helfen“, sagte der SPD-Politiker am Freitag im ARD-“Morgenmagazin“. „Natürlich müssen wir dafür sorgen, dass die Probleme, die wir in Deutschland haben mit Blick auf das Coronavirus, gelöst werden.“

Zugleich betonte Maas die Wichtigkeit europäischer Solidarität - auch auf wirtschaftlicher Ebene: „Die deutsche Wirtschaft ist eine Exportwirtschaft. Wir sind darauf angewiesen, dass die Situation in anderen Ländern gut ist.“ Die Coronakrise werde in Deutschland Arbeitsplätze kosten. „Aber wenn wir sie international nicht lösen, wird es eine zweite Welle geben, die Arbeitsplätze kostet: Wenn nämlich um uns herum die Länder in Europa immer größere Probleme haben und vor die Hunde gehen würden“, sagte Maas. „Das müssen wir verhindern und das können wir nur gemeinsam in Europa.“

Er verwies in diesem Zusammenhang etwa auf die Möglichkeit, über den Eurorettungsschirm ESM Corona-Folgen in den einzelnen Ländern finanziell abzufedern.

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03.04.2020: Kanzleramt strebt rasche Stichproben mit Anti-Körper-Tests an

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will im Kampf gegen das Coronavirus sofort nach Vorliegen eines zuverlässigen Antikörpertests repräsentative Stichproben in der Bevölkerung machen lassen. Das kündigte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Donnerstagabend im Fernsehen an. Ziel sei ein Überblick, wie groß der Anteil der Menschen in der Bevölkerung ist, die Antikörper gegen das Virus haben. Einen Test auf Antikörper im Blut gebe es schon, er sei „aber noch nicht so genau, wie wir ihn brauchen“, sagte Braun.

Der derzeit vorliegende Test könne „den fatalen Fehler machen, dass er einem suggeriert, man sei schon immun und es stimmt am Ende gar nicht“. Sobald dies behoben ist, solle „eine große Serie von Menschen, die glauben, sie hätten nie etwas mit Corona zu tun gehabt“, freiwillig getestet werden. Dies werde zeigen, wie viele Menschen die Erkrankung „still“ durchmachten und wie groß die Infizierten-Dunkelziffer sei.

 

02.04.2020:

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02.04.2020: Bundespräsident Steinmeier ruft zu Hilfsbereitschaft auf - das Beste in uns zeigen

Berlin (dpa) - Deutschlands Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier hat die Bürger in der Corona-Krise zur Hilfsbereitschaft im Alltag aufgerufen. Zeigen wir einander doch das Beste in uns - zeigen wir Mitmenschlichkeit, zeigen wir Solidarität, sagte er am Donnerstag in einer neuen Videobotschaft. Wenn wir das miteinander schaffen, dann zerfällt unsere Gesellschaft nicht in dieser Krise, sondern im Gegenteil: Dann wächst sie enger zusammen.

Wir sind vielleicht zur Isolation verdammt - aber nicht zur Untätigkeit, sagte der Bundespräsident weiter. Jeder und jede könne helfen. Dies könne ein Einkauf für ältere Nachbarn sein, ein Anruf bei der Familie, eine Gute-Nacht-Geschichte für die Enkel übers Telefon oder Briefe an Verwandte in Pflegeheimen, die man jetzt nicht besuchen dürfe.

Wir können auch unseren Lieblingsläden, die derzeit geschlossen bleiben müssen, Gutscheine abkaufen oder in unseren Lieblingsrestaurants Essen zum Mitnehmen bestellen. Und man könne das Geld für gekaufte Eintrittskarten nicht zurückfordern, um in ihrer Existenz bedrohte Kulturschaffende zu unterstützen, sagte Steinmeier in seiner Ansprache. Ihr Text wurde auf seiner Internetseite auch in englischer, türkischer, russischer und arabischer Sprache veröffentlicht.

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02.04.2020: Bundeswehr: 15.000 Soldaten ab Freitag einsatzbereit zur Amtshilfe

Berlin (dpa) - Zur Bewältigung der Corona-Krise hält die Bundeswehr von diesem Freitag an 15.000 Soldaten bereit zur Unterstützung von Ländern und Kommunen. Die Männer und Frauen seien dann unterschiedlich schnell - beispielsweise binnen 12 bis 72 Stunden - abmarschbereit, sagte ein Sprecher der Bundeswehr am Donnerstag. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte die Bundeswehr auf einen langen Kriseneinsatz eingestellt.

Auch die Bundeswehr leidet nach ihren Worten unter der Knappheit von Schutzausrüstung. „Wir haben auch Vorräte für eine gewisse kurze Frist“, sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. „Ansonsten leiden wir natürlich wie alle im Moment darunter, dass wir noch nicht in einem ausreichenden Maße etwa Schutzmasken nachführen können, dass das Fachpersonal eben auch knapp ist.“

Hilfsgesuche aus den Ländern seien deshalb „immer eine schwierige Abwägung“, weil das entsprechende Material und Personal dann in den eigenen Krankenhäusern fehle, erklärte die Ministerin. Die Bundeswehr hatte etwa vor knapp zwei Wochen damit begonnen, Ausrüstung wie Schutzmasken und Kittel nach Heinsberg in Nordrhein-Westfalen zu liefern. Der von der Corona-Krise besonders stark betroffene Kreis hatte zuvor um Hilfe gebeten.

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02.04.2020:

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02.04.2020: Merkel: Derzeit keine Aussage möglich zum Ende der Beschränkungen

Berlin (dpa) - In der Corona-Krise stellt Bundeskanzlerin Angela Merkel kein Ende der Einschränkungen in Aussicht. „Ich kann zu dieser Frage, wie lange das noch dauern wird, keine Aussagen machen zum jetzigen Zeitpunkt“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch nach telefonischen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Die Länder hätten die Einschränkungen des öffentlichen Lebens gemeinsam beschlossen und wollten sie auch gemeinsam beenden, wenn es so weit sei.

Die Behandlung schwerer Covid-19-Fälle auf der Intensivstation liege im Durchschnitt bei deutlich über zwei Wochen und dauere damit länger als erwartet. Deshalb müsse es dazu kommen, dass sich die Zahl der Erkrankten erst alle „12, 13, 14 Tage“ verdopple, sagte Merkel. «Wir wollen eine Überforderung vermeiden», sagte sie mit Blick auf das Gesundheitssystem. „Deshalb können wir immer nur von Schritt zu Schritt, von Datum zu Datum vorgehen.“ Die Lage solle am Dienstag nach Ostern erneut bewertet werden.

„Ich glaube, die Menschen im Lande – darauf hoffe ich, und darauf stütze ich auch meine Erwartungen - verstehen das und wollen nicht, dass wir da in eine schwierige Lage kommen. Gerade für die Gruppen, die wir besonders beschützen müssen – nämlich die Älteren, die Behinderten, die Vorerkrankten“, sagte Merkel. „Und dieses Verständnis, dafür danke ich. Das zeichnet unsere Gesellschaft aus. Der Artikel 1 unseres Grundgesetzes heißt ´Die Würde des Menschen ist unantastbar´, und das wird gelebt im Augenblick, und dafür bin ich sehr dankbar, und so müssen wir uns auch weiter verhalten.“

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02.04.2020:  An deutschen Flughäfen fliegt fast niemand mehr

Berlin/Frankfurt (dpa) - An den größeren deutschen Flughäfen gibt es wegen der Corona-Krise kaum noch Starts und Landungen. In der letzten März-Woche (23.-29.3.) ist die Zahl der abgefertigten Passagiere auf nur noch knapp 206 000 gesunken, wie der Flughafenverband ADV am Donnerstag berichtete. Das entspricht noch 5 Prozent des Wertes aus dem Vorjahr. Deutlich geringer fiel der Rückgang bei der Fracht aus, deren Volumen in der genannten Woche nur um 20,4 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

Zur öffentlichen Daseinsvorsorge würden dennoch alle Flughäfen im Betrieb gehalten, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Dringend benötigte Krankentransporte sowie Fracht- und Rückholflüge könnten weiterhin problemlos abgewickelt werden. Beisel mahnte bei der Bundesregierung finanzielle Unterstützung an: „Ein Flughafenbetrieb ohne Einnahmen lässt sich nicht lange durchhalten. Liquiditätshilfen und Kostenübernahmen sind dringend erforderlich.“

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01.04.2020: Von der Leyen kündigt europäischen Plan für Kurzarbeitergeld an

Brüssel (dpa) - In der Corona-Krise könnten die EU-Staaten für Kurzarbeiterhilfen demnächst Geld aus Brüssel bekommen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch eine Initiative namens «Sure» an, die am Donnerstag vorgestellt werden soll. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es nicht um Zuschüsse an die nationalen Arbeitslosenversicherungen, die üblicherweise durch Sozialabgaben von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden. Eric Mamer, den Chefsprecher der EU-Kommission, sprach vielmehr von «Hilfe zur Finanzierung nationaler Kurzarbeiterprogramme». Zur Finanzierung des europäischen Programms könnten nach dpa-Informationen Instrumente der in der Euro-Schulden-Krise aufgelegten Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität EFSF genutzt werden. Die EFSF wurde 2010 als Vorläufer des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM gegründet und konnte eigene Anleihen ausgeben, für die die Eurostaaten anteilig haften.

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01.04.2020: Corona-Krise macht Wettervorhersagen unsicherer

Genf (dpa) - Weil der Flugverkehr wegen der Corona-Krise weitgehend eingestellt ist, werden Wettervorhersagen und Klimabeobachtungen schwieriger. Für die Wettermodelle fehlen Daten, die normalerweise von Sensoren an Flugzeugen stammen. «Wenn noch weniger Wetterdaten von Flugzeugen geliefert werden und dies über einen längeren Zeitraum, dürfte die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen abnehmen», sagte Lars Peter Riishojgaard, Fachgruppenleiter bei der Weltwetterorganisation (WMO), am Mittwoch in Genf.

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31.03.2020: Luft wegen Corona-Ausgangssperren in deutschen Städten sauberer

Brüssel (dpa) - Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat im Zuge der Corona-Ausgangsbeschränkungen bereits deutlich abgenommen. Dies zeigt ein Vergleich von Satellitenbildern aus den vergangenen Tagen mit jenen ein Jahr zuvor, die die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit EPHA am Montag veröffentlichte. Das ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen für Gesundheits- und Umweltschutz.

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31.03.2020: Masken statt Kostüme: Theaterwerkstätten stellen um

Berlin (dpa) - Mehrere Theaterwerkstätten helfen in der Corona-Krise und fertigen während der Bühnenschließung einfache Schutzmasken. Erste Aufträge hat zum Beispiel der Berliner Bühnenservice, der normalerweise für Opernhäuser und das Staatsballett arbeitet. Rund 300 Masken seien für ein Alten- und Pflegeheim genäht worden, sagte Geschäftsführer Rolf D. Suhl der Deutschen Presse-Agentur. Rund 300 weitere sollen für ein zweites Heim entstehen. Auch Arztpraxen, Apotheken und eine Klinikgesellschaft hätten angefragt.

Die Masken werden aus kochfestem Baumwollstoff genäht. Ähnliche Initiativen gibt es auch in anderen deutschen Städten, etwa Mainz und Leipzig. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, fallen seit Längerem die Vorstellungen an Theatern aus. Am Berliner Maxim Gorki Theater nähen 15 Mitarbeiter nun Masken für Mund und Nase, auch am Deutschen Theater in der Hauptstadt gibt es solche Pläne. Am Theater an der Parkaue sind sechs Mitarbeiter damit beschäftigt. „Die Kollegen freuen sich, dass sie einen Beitrag leisten können“, sagte Sprecher Julius Dürrwald.

Stoffmasken schützen vor allem andere Menschen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen.

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30.03.2020:

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02.04.2020: Merkel: Derzeit keine Aussage möglich zum Ende der Beschränkungen

Berlin (dpa) - In der Corona-Krise stellt Bundeskanzlerin Angela Merkel kein Ende der Einschränkungen in Aussicht. „Ich kann zu dieser Frage, wie lange das noch dauern wird, keine Aussagen machen zum jetzigen Zeitpunkt“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch nach telefonischen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Die Länder hätten die Einschränkungen des öffentlichen Lebens gemeinsam beschlossen und wollten sie auch gemeinsam beenden, wenn es so weit sei.

Die Behandlung schwerer Covid-19-Fälle auf der Intensivstation liege im Durchschnitt bei deutlich über zwei Wochen und dauere damit länger als erwartet. Deshalb müsse es dazu kommen, dass sich die Zahl der Erkrankten erst alle „12, 13, 14 Tage“ verdopple, sagte Merkel. «Wir wollen eine Überforderung vermeiden», sagte sie mit Blick auf das Gesundheitssystem. „Deshalb können wir immer nur von Schritt zu Schritt, von Datum zu Datum vorgehen.“ Die Lage solle am Dienstag nach Ostern erneut bewertet werden.

„Ich glaube, die Menschen im Lande – darauf hoffe ich, und darauf stütze ich auch meine Erwartungen - verstehen das und wollen nicht, dass wir da in eine schwierige Lage kommen. Gerade für die Gruppen, die wir besonders beschützen müssen – nämlich die Älteren, die Behinderten, die Vorerkrankten“, sagte Merkel. „Und dieses Verständnis, dafür danke ich. Das zeichnet unsere Gesellschaft aus. Der Artikel 1 unseres Grundgesetzes heißt ´Die Würde des Menschen ist unantastbar´, und das wird gelebt im Augenblick, und dafür bin ich sehr dankbar, und so müssen wir uns auch weiter verhalten.“

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02.04.2020:  An deutschen Flughäfen fliegt fast niemand mehr

Berlin/Frankfurt (dpa) - An den größeren deutschen Flughäfen gibt es wegen der Corona-Krise kaum noch Starts und Landungen. In der letzten März-Woche (23.-29.3.) ist die Zahl der abgefertigten Passagiere auf nur noch knapp 206 000 gesunken, wie der Flughafenverband ADV am Donnerstag berichtete. Das entspricht noch 5 Prozent des Wertes aus dem Vorjahr. Deutlich geringer fiel der Rückgang bei der Fracht aus, deren Volumen in der genannten Woche nur um 20,4 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

Zur öffentlichen Daseinsvorsorge würden dennoch alle Flughäfen im Betrieb gehalten, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Dringend benötigte Krankentransporte sowie Fracht- und Rückholflüge könnten weiterhin problemlos abgewickelt werden. Beisel mahnte bei der Bundesregierung finanzielle Unterstützung an: „Ein Flughafenbetrieb ohne Einnahmen lässt sich nicht lange durchhalten. Liquiditätshilfen und Kostenübernahmen sind dringend erforderlich.“

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01.04.2020: Von der Leyen kündigt europäischen Plan für Kurzarbeitergeld an

Brüssel (dpa) - In der Corona-Krise könnten die EU-Staaten für Kurzarbeiterhilfen demnächst Geld aus Brüssel bekommen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch eine Initiative namens «Sure» an, die am Donnerstag vorgestellt werden soll. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es nicht um Zuschüsse an die nationalen Arbeitslosenversicherungen, die üblicherweise durch Sozialabgaben von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden. Eric Mamer, den Chefsprecher der EU-Kommission, sprach vielmehr von «Hilfe zur Finanzierung nationaler Kurzarbeiterprogramme». Zur Finanzierung des europäischen Programms könnten nach dpa-Informationen Instrumente der in der Euro-Schulden-Krise aufgelegten Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität EFSF genutzt werden. Die EFSF wurde 2010 als Vorläufer des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM gegründet und konnte eigene Anleihen ausgeben, für die die Eurostaaten anteilig haften.

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01.04.2020: Corona-Krise macht Wettervorhersagen unsicherer

Genf (dpa) - Weil der Flugverkehr wegen der Corona-Krise weitgehend eingestellt ist, werden Wettervorhersagen und Klimabeobachtungen schwieriger. Für die Wettermodelle fehlen Daten, die normalerweise von Sensoren an Flugzeugen stammen. «Wenn noch weniger Wetterdaten von Flugzeugen geliefert werden und dies über einen längeren Zeitraum, dürfte die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen abnehmen», sagte Lars Peter Riishojgaard, Fachgruppenleiter bei der Weltwetterorganisation (WMO), am Mittwoch in Genf.

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31.03.2020: Luft wegen Corona-Ausgangssperren in deutschen Städten sauberer

Brüssel (dpa) - Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat im Zuge der Corona-Ausgangsbeschränkungen bereits deutlich abgenommen. Dies zeigt ein Vergleich von Satellitenbildern aus den vergangenen Tagen mit jenen ein Jahr zuvor, die die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit EPHA am Montag veröffentlichte. Das ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen für Gesundheits- und Umweltschutz.

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31.03.2020: Masken statt Kostüme: Theaterwerkstätten stellen um

Berlin (dpa) - Mehrere Theaterwerkstätten helfen in der Corona-Krise und fertigen während der Bühnenschließung einfache Schutzmasken. Erste Aufträge hat zum Beispiel der Berliner Bühnenservice, der normalerweise für Opernhäuser und das Staatsballett arbeitet. Rund 300 Masken seien für ein Alten- und Pflegeheim genäht worden, sagte Geschäftsführer Rolf D. Suhl der Deutschen Presse-Agentur. Rund 300 weitere sollen für ein zweites Heim entstehen. Auch Arztpraxen, Apotheken und eine Klinikgesellschaft hätten angefragt.

Die Masken werden aus kochfestem Baumwollstoff genäht. Ähnliche Initiativen gibt es auch in anderen deutschen Städten, etwa Mainz und Leipzig. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, fallen seit Längerem die Vorstellungen an Theatern aus. Am Berliner Maxim Gorki Theater nähen 15 Mitarbeiter nun Masken für Mund und Nase, auch am Deutschen Theater in der Hauptstadt gibt es solche Pläne. Am Theater an der Parkaue sind sechs Mitarbeiter damit beschäftigt. „Die Kollegen freuen sich, dass sie einen Beitrag leisten können“, sagte Sprecher Julius Dürrwald.

Stoffmasken schützen vor allem andere Menschen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen.

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30.03.2020: Ökonomen warnen vor Rezession, zeigen aber auch Zuversicht

Berlin/Wiesbaden (dpa) - Die «Wirtschaftsweisen» halten eine schwere Rezession in Deutschland durch die massiven Folgen der Coronavirus-Krise für unvermeidbar. Das Gremium ist ein in Deutschland wichtiger Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die deutsche Wirtschaft werde 2020 deutlich schrumpfen, heißt es in einem am Montag vorgelegten Sondergutachten der Fachleute. Wie schlimm es genau kommt, sei derzeit wegen großer Unsicherheiten unklar. «Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung dürfte sein, ob es gelingt, die Ausbreitung des Corona-Virus effektiv zu bekämpfen, sodass die verschiedenen Einschränkungen sozialer und wirtschaftlicher Aktivitäten schnell aufgehoben werden können», schreiben die Ökonomen in ihrem Gutachten. Der Sachverständigenrat als Beratergremium der Bundesregierung legt drei denkbare Szenarien zugrunde. «In allen drei Szenarien beendet die Ausbreitung des Corona-Virus die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung abrupt, sodass eine Rezession im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland nicht zu vermeiden sein wird.» Als derzeit wahrscheinlichste Entwicklung sehen die Ökonomen eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage über den Sommer, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter dem Strich in diesem Jahr um 2,8 Prozent schrumpft. In den beiden ungünstigeren Szenarien wäre aus Sicht der Wirtschaftsweisen ein tieferer Einbruch 2020 denkbar, dem unter Umständen eine nur sehr schleppende Erholung 2021 folgt

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30.03.2020: Bundesregierung nimmt bei Rückholflügen gestrandete EU-Bürger mit

Mit einer beispiellosen Rückholaktion bringt die Bundesregierung weltweit gestrandete Reisende nach Hause. Auch hier denkt die Bundesregierung europäisch: Auf fast allen Rückholflügen wurden auch durch das Coronavirus gestrandete europäische Bürgerinnen und Bürger mitgenommen. Auf jedem von der Bundesregierung gecharterten Flug reisen im Durchschnitt 17 EU-Bürger mit. Insgesamt kamen so schon 1.750 nichtdeutsche EU-Staatsbürger nach Hause. Auch mit weiteren Drittstaaten wird kooperiert. Dabei sprechen sich die EU-Botschaften im Ausland eng ab und koordinieren gemeinsam mit der örtlichen EU-Delegation die Ausreise. In den vergangenen Tagen stand der deutsche Außenminister Heiko Maas mit seinen europäischen Amtskollegen in besonders engem Kontakt, um die Ausreise europäisch voranzubringen und um freie Kapazitäten noch besser zu nutzen.

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29.03.2020: Keine schnelle Normalisierung in Sicht – Sorge ums Gesundheitssystem

Berlin (dpa) - In der Corona-Krise gibt es auch in Deutschland Sorgen, ob die Kapazitäten zur Versorgung schwerkranker Patienten ausreichen. „Wir müssen jedenfalls damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar“, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Es sei nicht auszuschließen, dass es mehr Patienten als Beatmungsplätze gebe. „Ob es so kommt, ist Spekulation“, sagte Wieler.

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29.03.2020: Regierung will schnelleren Nachschub an Schutzmasken und -kitteln

Um den Mangel an Schutzmasken und -kitteln einzudämmen, versucht die Bundesregierung den Ankauf zu beschleunigen. Dafür hat sie ein Verfahren gestartet, in dem Lieferverträge ohne weitere Verhandlungen über den Kaufpreis zustande kommen. Zuerst hatte die Zeitung Welt am Sonntag darüber berichtet. Das sogenannte Open-House-Verfahren sieht vor, dass Anbieter mindestens 25.000 OP-Masken, Schutzkittel oder FFP2-Mundschutze anbieten können und der Bund diese zu einem von ihm selbst festgelegten Preis kauft – das ist einfacher und schneller als das sonst geltende Vergaberecht mit Ausschreibungen.

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29.03.2020: Wirtschaft: Corona-Hilfen erreichen Mittelstand nicht

Handwerk und Reisebranche beklagen eine Förderlücke. „In dieser Extremlage brauchen neben den kleinen Betrieben auch solche mit mehr als zehn Mitarbeitern Soforthilfen“, sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Ähnlich äußerte sich der Deutsche Reiseverband: „Die Bundesregierung muss dringend Maßnahmen für mittelständische Unternehmen bewilligen“, forderte Präsident Norbert Fiebig. Wirtschaftsminister Peter Altmaier stellte weiteren staatlichen Anschub für die Zeit nach der Krise in Aussicht.

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29.03.2020: Bundeswehr zieht Soldaten aus dem Irak wegen Corona teilweise ab

Berlin (dpa) - Wegen der Coronavirus-Pandemie zieht die Bundeswehr einen Teil der im Irak eingesetzten Soldaten zurück nach Deutschland ab. Es sei mit der Verlegung von deutschen Soldaten begonnen worden, die für den Grundbetrieb derzeit nicht zwingend erforderlich seien, teilte das Einsatzführungskommando am Sonntag den Obleuten im Verteidigungsausschuss des Bundestages mit. Die ersten Soldaten seien am Sonntag in Deutschland gelandet.

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28.03.2020: Kanzleramtschef: Keine Lockerungen der Maßnahmen bis 20. April

Berlin (dpa) - Kanzleramtschef Helge Braun hat betont, dass es vor dem 20. April keine Lockerungen der Einschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geben wird. „Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen. Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen“, sagte Braun der Zeitung Tagesspiegel. Wenn in den nächsten Tagen der Erfolg der Maßnahmen quantitativ zu messen sei und man wisse, „wie sehr wir den Infektionsanstieg verlangsamt haben, dann werden wir auf dieser Grundlage rechtzeitig vor dem 20. April eine Strategie für die Zeit danach erarbeiten“. Oberstes Ziel sei es, das Gesundheitswesen nicht zu überfordern.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Samstag mit einer persönlichen Botschaft aus der häuslichen Quarantäne gemeldet und die Menschen in Deutschland um Geduld in der Corona-Krise gebeten. Der Mensch sei „nun mal auf Kontakt und Nähe eingestellt, und darauf freue ich mich dann auch wieder“, sagte die CDU-Politikerin, die nach Kontakt zu einem infizierten Arzt derzeit zu Hause bleibt, in ihrem Wochenend-Podcast. Klar sei aber: „Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält.“ Noch gebe es keinen Grund, die Regeln zu lockern. „Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig.“

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28.03.2020: Bundeswehr fliegt an Covid-19 erkrankte Italiener nach Deutschland

Berlin (dpa) - Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Corona-Krise bringt die Luftwaffe Patienten zur Behandlung nach Deutschland. Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, flog am Samstag von Köln nach Bergamo, um Patienten zur Intensivbehandlung nach Nordrhein-Westfalen zu bringen. Die Maschine kehrte am Mittag mit sechs schwer erkrankten Italienern an Bord nach Köln zurück, sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur.

„In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunde­n zur Seite stehen“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zu dem Einsatz. „Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten.“

Sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich nimmt zudem die Berliner Charité auf, wie eine Sprecherin des Senats am Samstag mitteilte. Die Infizierten werden den Angaben zufolge per Flugzeug von der Uniklinik Straßburg nach Berlin gebracht, um im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt zu werden.

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27.03.2020: Bundesrat segnet Corona-Hilfen ab

Berlin (dpa) - Nach dem deutschen Parlament hat auch die Länderkammer, der Bundesrat, endgültig das milliardenschwere Hilfspaket gegen Folgen der Coronakrise für Unternehmen, Mieter, Selbstständige und Krankenhäuser beschlossen. Die ersten Gelder sollen damit noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen. Das Finanzministerium rechnet mit Kosten für die Hilfsprogramme von mehr als 122 Milliarden Euro. Zugleich kommen wohl 33,5 Milliarden Euro weniger Steuern rein. Deshalb plant Finanzminister Olaf Scholz eine Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro.

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27.03.2020: Fünf Billionen US-Dollar zur Stützung der Wirtschaft eingeplant

Brüssel/Berlin (dpa) - Die Europäische Union und die G20 der führenden Wirtschaftsmächte bereiten umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen vor. Die Staats- und Regierungschefs der EU beschlossen bei einem Videogipfel nach hartem Ringen, binnen zwei Wochen ein neues Modell für einen Rettungsschirm mit Finanzhilfen für verschuldete Staaten auszuarbeiten. Zuvor hatten die Staats- und Regierungschefs der G20 ein gemeinsames Vorgehen in der Krise beschlossen. Insgesamt haben die Mitgliedstaaten und die EU zusammen schon fünf Billionen US-Dollar zur Stützung der Wirtschaft eingeplant.

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26.03.2020: Bosch entwickelt COVID-19-Schnelltest 

Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch hat einen Schnelltest zur Erkennung des Covid-19-Virus entwickelt. Die neue Methode bringt Ergebnisse innerhalb von zweieinhalb Stunden.  Üblicherweise müssen Patienten ein bis zwei Tage auf ein Ergebnis warten. Der neu entwickelte Test soll von April an in Deutschland erhältlich sein, weitere europäische und außereuropäische Märkte sollen folgen. „Der COVID-19-Schnelltest trägt dazu bei, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und Infektionsketten schneller zu durchbrechen“, sagte Bosch-CEO Dr. Volkmar Denner.

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26.03.2020: Bürger einverstanden mit Corona-Maßnahmen

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen das Coronavirus rechnen fast zwei Drittel der Deutschen mit weiteren Einschränkungen der persönlichen Freiheit. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur äußerten 64 Prozent die Erwartung, dass die beschlossenen Maßnahmen zur Vermeidung zwischenmenschlicher Kontakte noch einmal verschärft werden. Nur 20 Prozent glauben nicht daran, 16 Prozent machten keine Angaben. Die Akzeptanz der Maßnahmen ist der Umfrage zufolge riesig.

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25.03.2020: Klopapier und Nudeln: Nachfragexplosion im Handel

Wiesbaden/Köln (dpa) - Die Corona-Krise hat in Deutschland in den vergangenen Wochen die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier, aber auch nach Nudeln und Dosentomaten regelrecht explodieren lassen. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Mittwoch veröffentlichte. Danach kauften die Verbraucher in der vergangenen Woche mehr als vier mal so viel Seife und mehr als drei mal so viel Toilettenpapier wie im Durchschnitt der vorangegangenen sechs Monate. Die Statistiker stützten sich auf eine Auswertung digital verfügbarer Kassendaten.

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25.03.2020: Bundestag unterstützt Corona-Hilfen

Berlin (dpa) - Angesichts der Bedrohung durch die Corona-Pandemie haben im deutschen Parlament alle Fraktion das Maßnahmenpaket der Bundesregierung für Gesundheitsschutz und finanzielle Hilfen unterstützt. Vizekanzler Olaf Scholz sagte am Mittwoch in der Generaldebatte zur Lockerung der Schuldenbremse und zum historisch einmaligen Hilfspaket für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise: «Vor uns liegen harte Wochen. Wir können sie bewältigen, wenn wir solidarisch sind.» Scholz dankte Ärzten, Verkäufern, Busfahrern und anderen, die trotz des Infektionsrisikos das öffentliche Leben am Laufen halten: «Sie leisten Großes in diesen Tagen.» Die Schuldenbremse ist ein in der deutschen Verfassung geregelter Mechanismus, damit sich die Bundesrepublik nicht überschuldet. Die nun nötigen Ausgaben könnten Bund und Länder nicht aus dem laufenden Haushalt oder aus Rücklagen stemmen, betonte der Finanzminister. Deshalb brauche es einen Nachtragshaushalt und eine Nettokreditaufnahme von 156 Milliarden Euro. «Das ist eine gigantische Summe» - beinahe die Hälfte eines regulären jährlichen Bundeshaushalts. «Wir können uns das leisten», betonte Scholz.

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24.03.2020: Deutschland nimmt Corona-Patienten aus dem Ausland auf

Leipzig (dpa) - Eine Gruppe von in Sachsen zu behandelnden Corona-Patienten aus Italien ist in der Nacht zu Dienstag am Flughafen Leipzig-Halle gelandet. Am Montag hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer angekündigt, dass Sachsen Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen will. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. Auch Nordrhein-Westfalen nimmt zehn Corona-Patienten aus dem besonders von dem Virus betroffenen Norditalien auf. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstag in einer Sondersitzung des Landtags.

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24.03.2020: Sportwelt erleichtert: IOC und Japan verlegen Tokio-Spiele auf 2021

Tokio (dpa) - Die Olympia-Macher von Tokio haben sich dem Druck in der Corona-Krise gebeugt und lassen die Sportwelt mit der Verschiebung der Sommerspiele auf 2021 aufatmen. In einer Telefonkonferenz fassten das Internationale Olympische Komitee und die japanischen Gastgeber am Dienstag den längst unausweichlichen Beschluss, die Tokio-Spiele ins nächste Jahr zu verlegen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sei mit dem Vorschlag des IOC «hundertprozentig» einverstanden gewesen», sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Die Sommerspiele sollen auf «ein Datum nach 2020 verlegt werden», aber nicht später als im Sommer 2021 stattfinden, hieß es. «Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung zur Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die gesamte Weltgemeinschaft», sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

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23.03.2020: Erster Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ    

Berlin (dpa) - Beim ersten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. «Das Testergebnis des heutigen Tests ist negativ», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Weitere Tests werden in den nächsten Tagen durchgeführt.

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23.03.2020: Merkel wartet auf Ergebnis des Corona-Tests

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Montag einem Test auf das neuartige Coronavirus unterzogen und wartet nun auf das Ergebnis. «Der Bundeskanzlerin geht es gut», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Merkel habe telefonisch zugeschaltet die Kabinettssitzung geleitet und mache ihre Arbeit vorläufig von Zuhause aus. «Jetzt warten wir das Ergebnis ab und sehen dann, was daraus folgt.» Grundlagen dafür seien die Empfehlungen der Ärzte und des Robert-Koch-Instituts.

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22.03.2020: Kanzlerin Merkel in häuslicher Quarantäne

Berlin (dpa) - Nach der Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel in Berlin wurde bekannt, dass sie sich nun selbst in häusliche Quarantäne begeben muss. Sie sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, teilte ihr Sprecher Steffen Seibert mit. «Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen.»

Merkel hatte zuvor erneut einen dringenden Appell an die Bevölkerung gerichtet, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Familie auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. «Bitte ziehen Sie alle mit», sagte die Kanzlerin. «Zeigen Sie Vernunft und Herz.»

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22.03.2020: Drastische Maßnahmen im Kampf gegen Coronavirus

Berlin (dpa) - Bund und Länder wollen die Ausbreitung des Coronavirus mit weiteren und beispiellosen drastischen Beschränkungen verlangsamen. In der Öffentlichkeit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in ganz Deutschland für zunächst zwei Wochen verboten - ausgenommen werden Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Strafen. Restaurants müssen schließen, ausgenommen ist die Lieferung von Speisen für zu Hause. Friseurläden werden dicht gemacht. Auf diese neuen einschneidenden Maßnahmen einigten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz am Sonntag.

Merkel und die Regierungschefs betonten: «Wir müssen alles dafür tun, um einen unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern und unser Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten.» Die Beschränkungen sollen eine mindestens zwei Wochen gelten. Eine Ausgangssperre, von der in den vergangenen Tagen immer wieder die Rede war, verhängt die Politik ausdrücklich nicht.

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22.03.2020: Supermärkte bauen wegen Corona um

München (dpa) - Abstandsmarkierungen am Boden, Schutzscheiben an den Kassen, bargeldloses Bezahlen sowie Desinfektionsmittel und Handschuhe für Mitarbeiter: Mit vielen Maßnahmen wollen die Supermärkte und Discounter eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und zugleich ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen. Erweiterte Öffnungszeiten, wie sie beispielsweise die neuen Regelungen in Bayern ermöglichen, sind jedoch kaum Thema, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Supermarkt- und Discounterketten ergab - auch das, um die Mitarbeiter zu schonen.

In vielen Filialen würden derzeit Plexiglasscheiben an den Kassen installiert, teilten die jeweiligen Sprecher mit. Dieser Schutz soll die Kassiererinnen und Kassierer vor einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 bewahren. «Als eine von vielen Präventionsmaßnahmen werden kurzfristig zusätzliche Desinfektionsmittel sowie Einmalhandschuhe zum Schutz unserer Mitarbeiter zur Verfügung gestellt», erklärte ein Sprecher. Überall werde den Kunden zudem empfohlen, möglichst ohne Bargeld zu bezahlen, sondern mit Karte - damit es möglichst wenig direkten Kontakt zwischen Menschen gibt.

Damit auch Kunden geschützt werden, lassen die Ketten im Kassenbereich vieler Filialen Fußbodenmarkierungen verkleben, damit die Kunden Abstand halten.

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21.03.2020:  Arzt: Auch Jüngere sollen sich an Regeln halten

München (dpa) - Auf den Intensivstationen in Deutschland werden auch junge mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt. Das habe sich bereits in Italien gezeigt - und „das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt“, sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. „Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation.“ Wendtner hatte in der Schwabinger Klinik Ende Januar bereits die ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten in Deutschland behandelt. „Auch ein junger Patient ist nicht gefeit davor, einen schweren Verlauf zu haben“, warnte der Mediziner. „Das soll wachrütteln, dass man sich an die Hygienevorschriften und Regelungen hält.“

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21.03.2020: Mehr Menschen gehen auf Wochenmärkte

Berlin (dpa) - In Zeiten der Coronavirus-Krise gehen mehr Menschen auf Wochenmärkte. Das Interesse sei gestiegen, berichtete das Unternehmen Deutsche Marktgilde, das eigenen Angaben zufolge Märkte an 125 Standorten ausrichtet. Es gebe dazu allerdings keine konkreten Zahlen. Der Wochenmarkt sei eine Einkaufsmöglichkeit unter freiem Himmel und daher mit wenig Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr verbunden. Wegen der Corona-epidemie seien die Marktleitungen angewiesen worden, die Stände weiter auseinander zu stellen und Imbisse sollten keine Tische mehr aufstellen.

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20.03.2020: Weitreichende Ausgangsbeschränkungen für Bayern     

München (dpa) - Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

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20.03.2020: Regierung holte rund 1500 Deutsche zurück

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat am Mittwoch mit den ersten sieben Charterflügen ihrer Rückholaktion wegen der Coronakrise rund 1500 Deutsche aus Tunesien, Ägypten, Marokko und Aserbaidschan nach Deutschland zurückgebracht. Am Donnerstag sollten nach Angaben des Auswärtigen Amtes zusätzlich von den Philippinen und der Dominikanischen Republik Maschinen mit deutschen Touristen starten, die dort gestrandet sind. Insgesamt sollen mehrere Zehntausend Menschen mit Sonderflügen ausgeflogen werden. Dafür sollen von Lufthansa, Condor und Tui für 50 Millionen Euro 30 bis 40 Maschinen gechartert werden. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte in der ARD, alle Sonderflüge zusammen einschließlich derer von Reiseveranstaltern hätten alleine am Mittwoch 7500 Passagiere transportiert. Die Aktion betrifft im Moment vor allem die Urlaubsländer in Nordafrika. «Wir werden übers Wochenende alleine aus Ägypten wahrscheinlich 20 000 Touristen zurückbringen», sagte der Außenminister.

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19.03.2020: Länderchefs drohen mit Ausgangssperre

Berlin (dpa) - In Deutschland wächst die Sorge, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus nicht schnell genug eindämmen lässt, weil die Bürger ihr Leben nicht konsequent ändern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) drohten am Donnerstag offen mit Ausgangssperren, falls sich die Menschen nicht an die dringend notwendigen Einschränkungen des sozialen Lebens halten.

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19.03.2020: Hopp macht Hoffnung auf Corona-Impfstoff im Herbst    

Berlin (dpa) - Das Tübinger Pharmaunternehmen CureVac kann nach Einschätzung seines Miteigentümers Dietmar Hopp möglicherweise bereits im Herbst einen Impfstoff liefern. «Bei positivem Verlauf könnten wir ungefähr im Frühsommer mit klinischen Tests beginnen», sagte der SAP-Gründer und Mäzen des Fußball-Bundesligisten Hoffenheim der «Bild»-Zeitung (Mittwoch). Weil der Druck enorm hoch sei, sollte es mit der Genehmigung durch die Behörden schneller gehen als in anderen Fällen. «Wir wären also in der Lage, den Impfstoff im Herbst zu liefern», sagte Hopp.

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18.03.2020: Kanzlerin Merkel hält eindringlichen Appell

Berlin (dpa) - Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen - so hat die Bundesregierung ihr Handeln in der Coronakrise immer wieder begründet. Kanzlerin Angela Merkel unternahm nun ebenfalls einen ungewöhnlichen Schritt und sprach am Mittwochabend in einer Fernsehansprache direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern. Kanzlerin Merkel rief alle Menschen in Deutschland in einem bislang einzigartigen Appell zur Solidarität und Disziplin angesichts der Bedrohung durch das Coronavirus auf. «Das ist eine historische Aufgabe, und sie ist nur gemeinsam zu bewältigen», sagte sie. «Ich glaube fest daran, dass wir diese Aufgabe bestehen, wenn wirklich alle Bürgerinnen und Bürger sie als ihre Aufgabe begreifen», betonte Merkel. «Deswegen lassen Sie mich sagen: Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.» Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es keine Herausforderung an unser Land mehr gegeben, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln angekommen wäre, betonte die Kanzlerin. Es gehe darum, das Virus auf seinem Weg durch Deutschland zu verlangsamen. «Und dabei müssen wir, das ist existenziell auf eines setzen: das öffentliche Leben soweit es geht herunterzufahren.» Alle Menschen müssten voneinander Abstand halten und unnötige Begegnungen vermeiden.

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18.03.2020: RKI: Zehn Millionen Infizierte bei Nicht-Einhalten der Maßnahmen

Berlin (dpa) - Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat vor einem Szenario mit zehn Millionen Coronavirus-Infektionen bis in einigen Monaten in Deutschland gewarnt. Dies könne eintreten, wenn die von der Bundesregierung angeordneten Maßnahmen nicht eingehalten würden, sagte Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. «Wir haben einen exponentiellen Verlauf der Epidemie.» Wieler appellierte an die Menschen, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Das Virus werde nur von Mensch zu Mensch übertragen. Inzwischen habe das RKI knapp 8200 bestätigte Fälle bundesweit gemeldet bekommen, gut 1000 mehr als am Vortag.

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17.03.2020: Von der Leyen will Einreisen in die EU auf Minimum beschränken

Brüssel/Paris (dpa) - Im Kampf gegen das Coronavirus will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Einreisen in die Europäische Union für 30 Tage auf ein Minimum beschränken. Ausgenommen würden neben allen EU-Bürgern und ihren Angehörigen Personen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, Diplomaten, Ärzte, Krankenpfleger, Forscher und Experten, sagte von der Leyen am Montag nach einer Videokonferenz mit den Staats- und Regierungschefs sieben führender westlicher Industriestaaten (G7) in Brüssel. Auch Menschen, die wichtige Güter transportierten, und Pendler in Grenzregionen dürften weiter in die EU kommen. An diesem Dienstag soll der weitgehende Einreisestopp von den 27 Staats- und Regierungschefs bei einer Videokonferenz beschlossen werden.

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17.03.2020: Fußball-EM wegen Coronavirus um ein Jahr verschoben

Nyon (dpa) - Die Europäische Fußball-Union hat die EM 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr in den Sommer 2021 verschoben. Die Entscheidung traf das UEFA-Exekutivkomitee nach mehreren Krisensitzungen am Dienstag.

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17.03.2020: Bundesregierung spricht weltweite Reisewarnung aus

Berlin (dpa) - Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Das sagte Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten.

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17.03.2020: VW stoppt Produktion wegen Corona-Risiken

Wolfsburg (dpa) - Die Folgen der Coronavirus-Pandemie schlagen jetzt auch in Deutschland und Europa voll auf die Produktion von Volkswagen durch. Der weltgrößte Autokonzern muss nach ersten Unterbrechungen in China auf dem Heimatmarkt ebenfalls die Fertigung in vielen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Erregers vorübergehend aussetzen. An den allermeisten Standorten solle am Freitag (20. März) die letzte Schicht laufen, hieß es aus dem Betriebsrat in Wolfsburg. In den vergangenen Tagen hatte es auch in deutschen Werken erste bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus gegeben, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

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16.03.2020: Deutschland beschließt drastische Einschränkungen

Berlin (dpa) - Bund und Länder wollen mit drastischen Einschränkungen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland bremsen. Eine Vielzahl von Geschäften soll geschlossen, Gottesdienste sowie Treffen in Vereinen verboten und Spielplätze gesperrt werden, wie aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervorgeht. Ziel sei es, soziale Kontakte im öffentlichen Bereich weiter einzuschränken. Die Maßnahmen sollen ab sofort gelten. Ausdrücklich nicht geschlossen werden sollen Supermärkte, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen - aber auch Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte oder der Großhandel. Für diese Bereiche soll vielmehr die Sonntagsverkaufsverbote bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt werden. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. Geschlossen werden sollen dagegen Bars, Clubs, Diskotheken sowie Kneipen, Theater, Opern, Konzerthäuser und Museen - dies ist in einigen Ländern bereits der Fall oder angekündigt. Dicht machen sollen außerdem Messen, Ausstellungen, Kinos sowie Freizeit- und Tierparks, außerdem Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen sowie Bordelle.Auch der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen solle geschlossen werden. Auch Spielplätze sollen gesperrt werden.

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16.03.2020: Robert Koch-Institut: Bitte keine Corona-Partys

Berlin (dpa) - Der Club hat dicht, also steigt die Party zu Hause? Von solchen Überlegungen hat das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Coronavirus-Ausbreitung vehement abgeraten. Nach Hause einzuladen oder zu anderen Festen zu gehen, sei im Sinne der Eindämmungsbestrebungen nicht sinnvoll, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montag in Berlin. «Ich sage das deshalb, weil es inzwischen offenbar bereits sogenannte Corona-Partys gibt, wenn die Clubs geschlossen wurden.» Er appellierte: «Bitte tun Sie das nicht. Bleiben Sie möglichst zu Hause, und schränken Sie ihr Gesellschaftsleben so weit wie möglich ein.» Dem Institut wurden inzwischen mehr als 4800 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2 gemeldet.

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16.03.2020: Diskussion um deutsche Impfstoff-Firma

Berlin/Tübingen (dpa) - In der Coronavirus-Krise gibt es zwischen Deutschland und den USA nach einem Zeitungsbericht Auseinandersetzungen um die Tübinger Impfstoff-Firma CureVac. US-Präsident Donald Trump versuche, deutsche Wissenschaftler mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken oder das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin.

Nach Angaben der Firma käme ein solcher Deal für sie nicht in Frage: „Wir wollen einen Impfstoff für die ganze Welt entwickeln und nicht für einzelne Staaten, sagte der Geschäftsführer Christof Hettich. Mehrheitseigner und SAP-Gründer Dietmar Hopp lehnte einen Verkauf ebenfalls ab. Die Bundesregierung signalisierte ebenfalls, dass sie einem mögliche Verkauf ablehnend gegenübersteht.

Forscher in Deutschland arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus. Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, schloss nicht aus, dass vielleicht schon im Jahr 2021 erste Bevölkerungsgruppen durch eine Impfung geschützt werden könnten.

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16.03.2020: Bayern ruft wegen Corona-Krise Katastrophenfall aus

München (dpa) - Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, dass der Freistaat den Katastrophenfall ausrufen wird. Man werde das tun, weil man eine einheitliche Strategie unter einer einheitlichen Führung brauche, sagte Söder am Sonntagabend im BR Fernsehen.

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls sind in erster Linie organisatorische Fragen verbunden. Diese seien notwendig, damit das Land im Kampf gegen das Coronavirus entsprechende Maßnahmen ergreifen könne, hieß es in Regierungskreisen. Der Katastrophenfall soll zunächst für 14 Tage gelten.

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogeriemärkte, Banken und Tankstellen sollen geöffnet bleiben. Bei der Lebensmittelversorgung werde man sogar noch weitere Einkaufsmöglichkeiten schaffen, die über das bisherige Ladenschlussgesetz hinausgingen, sagte Söder.

Neben den bekannten Schritten wie einer Schließung aller nicht systemrelevanten Geschäfte soll dann auch die Bundeswehr mit ihren Krankenhäusern in die Krisenpläne einbezogen werden. Das Gesundheitsministerium soll - so berichtet die Zeitung - zudem sämtliche Beatmungsgeräte im Land erfassen und ein Notfallkonzept entwickeln, wie sich sogenannte temporäre Krankenhäuser einrichten lassen. Sie sollen demnach in Messe-, Sport- und Konzerthallen entstehen, falls die Zahl der Erkrankten drastisch steigt.

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15.03.2020: Strenge Kontrollen an mehreren deutschen Grenzen und Einreiseverbote

Berlin/Wien/Paris (dpa) - Die sich rapide ausbreitende Coronavirus-Pandemie legt zunehmend das öffentliche Leben in Deutschland lahm. Von Montag an werden Schulen und Kitas geschlossen sein, Kinder müssen dann zumeist zuhause betreut werden. Und wie andere Länder auch hat nun Deutschland beschlossen, an den Grenzen strenger zu kontrollieren. Viele Bundesländer untersagen außerdem größere Veranstaltungen und die Bahn will den Regionalverkehr reduzieren.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat umfassende Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Dänemark und Luxemburg angekündigt. „Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können“, sagte Seehofer am Sonntagabend in Berlin. Die Entscheidung werde am Montag, 16. März 2020, von 8 Uhr an greifen.

„Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen“, sagte Seehofer zu den Restriktionen. Das Gleiche gelte auch für Ausländer mit Aufenthaltsberechtigung und Wohnsitz in Deutschland, erklärte Staatssekretär Hans-Georg Engelke. Ausgenommen seien auch der Warenverkehr und der Verkehr von Pendlern.

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15.03.2020: Deutschland und USA: Diskussion um Tübinger Impfstoff-Firma

Berlin (dpa) – Forscher in Deutschland arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus. Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, schloss nicht aus, dass vielleicht schon im Jahr 2021 erste Bevölkerungsgruppen durch eine Impfung geschützt werden könnten.

Nun gibt es einem Bericht der Zeitung Welt am Sonntag zufolge Auseinandersetzungen um ein Tübinger Unternehmen, das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet. US-Präsident Donald Trump versuche, deutsche Wissenschaftler mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken oder das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur auf Äußerungen, die ein Ministeriumssprecher bereits gegenüber der Welt am Sonntag gemacht habe. „Die Bundesregierung ist sehr daran interessiert, dass Impf- und Wirkstoffe gegen das neuartige Corona-Virus auch in Deutschland und in Europa entwickelt werden“, zitierte die Zeitung den Sprecher. „Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac.“

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15.03.2020: Kramp-Karrenbauer: Bundeswehr bereit für Amtshilfe in Corona-Krise

Berlin (dpa) - Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr in der sich ausweitenden Corona-Epidemie gewährleistet. „Wir planen auf allen Ebenen so, dass wir alle kritischen Bereiche sicher abdecken könnten - auch das, was an Amtshilfe auf uns zukommt“, sagte die CDU-Chefin der Zeitung Welt am Sonntag. „Wir haben gerade auch unsere Reservisten aufgerufen, sich zu melden, um in den Bundeswehrkrankenhäusern und der Sanität mit zu unterstützen. Was immer jetzt gebraucht wird.“

Kramp-Karrenbauer erklärte, dass es in den Reihen der Bundeswehr bis Freitagabend 120 begründete Fälle von Coronavirus-Verdacht und 18 bestätigte Erkrankte gab. Zum Schutz der Menschen verringerte die Bundeswehr teils den Betrieb.

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder forderte, die Bundeswehr mehr für den Kampf gegen die Corona-Epidemie einzusetzen. „Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden. Sie muss mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern mithelfen“, sagte der bayerische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das ist angesichts dieser Krise unabdingbar.“

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14.03.2020: Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschnachrichten

Berlin (dpa) - Das Bundesgesundheitsministerium hat die Bevölkerung vor Falschnachrichten und Panikmache in der Corona-Krise gewarnt. "Achtung Fake News", schrieb das Ministerium am Samstag auf Twitter. "Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen."

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14.03.2020: Empfehlung des Gesundheitsministeriums: Reiserückkehrer in Quarantäne

Ein Sprecherin äußerte sich auch zur Aussage von Minister Jens Spahn, wonach sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz selbst für zwei Wochen in Quarantäne begeben sollten. Dabei handele es sich um eine Empfehlung, erklärte eine Sprecherin.

"Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", hatten Spahn und sein Ministerium am Freitagabend jeweils auf Twitter geschrieben. Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht".

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13.3.2020: Fußball-Bundesliga stellt Spielbetrieb vorerst ein

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Fußball-Bundesliga hat den Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie nun doch sofort unterbrochen und wird an diesem Wochenende nicht mehr spielen. Dies teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Freitagnachmittag mit. «Angesichts der Dynamik des heutigen Tages» habe man beschlossen, «den ursprünglich heute beginnenden 26. Spieltag in beiden Ligen zu verlegen». Am Vormittag hatte es zunächst geheißen, man werde den Spielbetrieb ab kommendem Dienstag bis zum 2. April unterbrechen. Bei dieser Unterbrechung soll es zunächst auch bleiben, allerdings schon ab heute.

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12.3.2020: Panikverkäufe drücken Dax unter 10 000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Der Dax büßte gleich zum Handelsstart mehr als 500 Punkte ein und sackte unter 10.000 Punkte. Die bereits strapazierten Nerven der Anleger liegen blank. In nicht einmal einer Handelswoche hat er nun bereits 16 Prozent eingebüßt.

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11.3.2020: Erster Geisterspieltag, erster Fußball-Profi positiv auf Coronavirus getestet

Berlin (dpa) - Das Coronavirus hat nun auch den ersten Fußballprofi in Deutschland erwischt und sorgt zudem für den ersten kompletten Geisterspieltag in der Bundesliga-Geschichte. Zweitligist Hannover gab am Mittwoch die Infektion von 96-Spieler Timo Hübers mit Sars-CoV-2 bekannt. Der 23-Jährige befinde sich in häuslicher Quarantäne, er habe aber seit seiner Infektion bei einer Veranstaltung in Hildesheim keinen Kontakt mit Mannschaftskollegen gehabt. Klar ist seit Mittwoch auch, dass der 26. Bundesliga-Spieltag komplett in leeren Stadien ausgetragen wird, nachdem als letzte Begegnung auch RB Leipzig gegen SC Freiburg zum Geisterspiel erklärt wurde.

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10.3.2020: Erste „Drive-In“-Teststationen für Coronavirus in Betrieb

Im Landkreis Esslingen können Einwohner künftig mit dem Auto vorfahren, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Dafür gibt es nun «Drive-In»-Stationen.

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9.3.2020: Spahn: Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern absagen

Berlin (dpa) - Angesichts zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. «Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden», sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Von solchen Absagen betroffen könnten unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte sein.

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6.3.2020: EU-Gesundheitsminister beraten über Virus - 400 Fälle bundesweit

Brüssel/Berlin (dpa) - Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus kommen die EU-Gesundheitsminister zu einem weiteren Sondertreffen in Brüssel zusammen. Ziel der Beratungen, an denen am Freitag auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilnimmt, ist eine enge Koordinierung. Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC in Europa rund 4200 Infektionen registriert. Besonders betroffen ist Italien mit laut Zivilschutz 148 Toten und mehr als 3800 Infizierten. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher Infektionen bei 400 Menschen nachgewiesen.     

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5.3.2020: Indien schränkt Medikamentenexport ein, auch Deutschland betroffen

Berlin (dpa) - Als Belastung für das Gesundheitssystem in Deutschland könnte sich die Entscheidung Indiens herausstellen, den Export von 26 Medikamenten und Wirkstoffen einzuschränken. Aus dem Land kommen viele Nachahmerpräparate. Die Grundstoffe für deren Produktion kämen aus China und wegen der Epidemie würden sie inzwischen nicht mehr geliefert, sagte der Vorsitzende der indischen Exportförderungsbehörde für Arzneimittel, Dinesh Dua. Auch Deutschland sei als größter Abnehmer indischer Generika in der EU von den Exportbeschränkungen betreffen. 

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4.3.2020: Hannover Messe wegen Coronavirus verschoben

Hannover (dpa) - Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Das Branchentreffen mit rund 6000 Ausstellern, das vom 20. bis 24. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant war, soll jetzt vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Dies teilte die Deutsche Messe AG am Mittwoch mit.

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4.3.2020: Bundesregierung verhängt Exportverbot für Schutzausrüstung

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen das neue Coronavirus zieht der Bund den Nachschub dringend benötigter medizinischer Schutzkleidung an sich und unterbindet Ausfuhren in andere Länder. Das Bundesgesundheitsministerium beschafft solche Ausrüstung nun zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden, wie nach Beratungen des Krisenstabs der Regierung am Mittwoch in Berlin mitgeteilt wurde.

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4.3.2020: Chinas Automarkt bricht ein, deutsche Hersteller stark betroffen

Peking (dpa) - Der chinesische Automarkt ist im Februar aufgrund der Folgen des Ausbruchs mit dem neuartigen Coronavirus regelrecht zusammengebrochen. Nach vorläufigen Daten des Branchenverbands PCA (China Passenger Car Association) vom Mittwoch sank der Absatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 80 Prozent und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Für die ersten beiden Monaten des Jahres summiert sich das Minus auf 41 Prozent. Das wegen des Ausbruchs der Lungenkrankheit Covid-19 verlängerte Neujahrsfest sowie länger geschlossene Autohändler führten zusammen mit der Zurückhaltung von Käufern zu einer Verschärfung der Flaute am größten Automarkt der Welt, der auch für die deutschen Konzerne Volkswagen, Daimler und BMW der mit Abstand bedeutendste Einzelmarkt ist.

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3.3.20: Coronavirus in fast allen Bundesländern entdeckt

Berlin (dpa) - In fast allen Bundesländern gibt es seit Montagabend nachgewiesene Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Insgesamt stieg die Zahl der erfassten Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus in Deutschland auf rund 170. Doch nicht jeder Infizierte erkrankt auch. Die große Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen.

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3.3.20: Leipziger Buchmesse wegen Coronavirus-Ausbreitung abgesagt

Leipzig (dpa)Die Leipziger Buchmesse ist wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt worden. Die Stadt Leipzig und die Messeleitung haben die Entscheidung am Dienstag gemeinsam getroffen, wie Stadtsprecher Matthias Hasberg sagte. Es sei eine Maßnahme zur Prävention. Die Frühlingsschau der Buchbranche hätte vom 12. bis 15. März stattfinden sollen. Bundesweit sind wegen der steigenden Zahl von Infektionen bereits mehrere große Messen abgesagt oder verschoben worden, darunter die Tourismusbörse ITB in Berlin, die Pro Wein in Düsseldorf und die Internationale Handwerksmesse in München. Zur Leipziger Buchmesse und ihrem Lesefestival waren voriges Jahr 286 000 Besucher gekommen.

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2.3.20: Erster Corona-Fall in Berlin

Berlin (dpa) - Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus ist bundesweit deutlich gestiegen. Bis Sonntagabend waren es mehr als 130 bestätigte Infektionen, darunter der erste Fall in der deutschen Hauptstadt Berlin. Montagmittag war von 150 Fällen die Rede. Bekannte Infektionen gibt es nun in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Im Saarland und in den neuen Bundesländern wurden bis Sonntagnachmittag keine Coronavirus-Infektionen nachgewiesen - am späten Abend wurde dann der Fall in Berlin gemeldet. In Nordrhein-Westfalen wurden bislang mehr als 70 bestätigte Infektionen mitgeteilt, in Bayern insgesamt 22 und in Baden-Württemberg 20. In einigen deutschen Supermärkten kam es zu Hamsterkäufen - auch in Ländern, in denen noch keine Infektion bestätigt wurde. Kunden griffen vermehrt zu langlebigen Lebensmitteln und Getränken. Auch Regale mit Reinigungstüchern oder Desinfektionsmitteln waren leer. Nach Einschätzung des Handels drohen aber keine Engpässe. Mehrere Veranstaltungen sind abgesagt oder werden verschoben, darunter die weltgrößte Reisemesse ITB in Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der am Montag vor die Presse trat, hält eine Schließung von Grenzen wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland weiter nicht für nötig. Auch die Absage von Großveranstaltungen oder die Schließung von Unternehmen sei nicht generell ratsam, sagte Spahn in Berlin. Dies sei weiter nicht verhältnismäßig und angemessen. Grenzschließungen hätten massive Auswirkungen. Auch gegen eine Einstellung von Direktflügen zwischen China und Deutschland wandte sich Spahn. Ein solcher Schritt könne dazu führen, dass bis zu rund 30 000 Deutsche aus China ausgeflogen werden müssten. Unterdessen hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die Bewertung des neuen Coronavirus für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland leicht heraufgesetzt. Die Risikoeinschätzung sei auf «mäßig» gestellt worden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin. Bisher wurde sie als «gering bis mäßig» eingestuft.