Zwei Köpfe hinter Biontech

Uğur Şahin und Özlem Türeci haben das Mainzer Pharmaunternehmen gegründet – und nun einen Impfstoff gegen Corona gefunden.

Das Forscherehepaar Özlem Türeci und Uğur Şahin
Das Forscherehepaar Özlem Türeci und Uğur Şahin imago images / Sämmer

Angefangen hat es mit dem Kampf gegen Krebs. 2008 gründeten das Ehepaar Uğur Şahin und Özlem Türeci mit Christoph Huber in Mainz die Firma Biontech, um nach Medikamenten und Technologien für Krebstherapien zu forschen. Jetzt hat Biontech mit seinem US-Partner Pfizer einen Impfstoff entwickelt, der laut ersten Studien einen über 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten soll.

Der 55 Jahre alte Şahin leitet bis heute das Unternehmen als Vorstandschef, die 53-jährige Türeci ist medizinische Geschäftsführerin. Beide sind Humanmediziner, kennengelernt haben sie sich an der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg. Şahin, der in der Türkei geboren wurde und in Köln promovierte, kam mit seinen Eltern nach Deutschland, weil sein Vater Arbeit in einem Automobilwerk gefunden hatte. Am Universitätsklinikum des Saarlandes war er von 1992 bis 2000 als Wissenschaftler und Arzt für Innere Medizin tätig. 1999 habilitierte er in Molekularer Medizin und Immunologie. Die in Deutschland geborene Türeci, Tochter eines Arztes, machte ihren Doktor an der Uni in Homburg. Sie wolle helfen, hat sie einmal in einem Interview als ihren zentralen Antrieb genannt. So ist es geblieben: Sie beschäftigt sich viel lieber mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Forschungen als mit öffentlichen Auftritten.

Diese Daten bringen uns einer möglichen Lösung einen Schritt näher.

Uğur Şahin, Mediziner

Auch Şahin ist mehr zurückhaltender Wissenschaftler als smarter CEO des aktuellen Stars der Weltbörsen. Sachlich und mit sanfter Stimme berichtet er von komplexen Vorgängen in menschlichen Zellen. Das Zwischenergebnis der Studie nannte er einen „Wendepunkt, sowohl für unser Unternehmen als auch für die Innovation in der Wissenschaft. Diese Daten bringen uns einer möglichen Lösung für die aktuelle globale Pandemie einen Schritt näher.“

Der Erfolg ist das Ergebnis des Forschungsprojekts „Lichtgeschwindigkeit“, erklärte Şahin in einem Interview. Es sei darum gegangen, sich auf das Nötige zu konzentrieren und Wartezeiten abzuschaffen. „Damit wir diese Geisteseinstellung im Team und bei allen anderen kreieren konnten, haben wir diesen Begriff Lichtgeschwindigkeit geprägt. Licht steht niemals, ist immer in Bewegung, sodass dieses Projekt ohne Verzögerungen, ohne Wartezeiten mit höchster Priorität durchgeführt wird.“

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