Biontech produziert in Afrika

Das Mainzer Unternehmen Biontech will seinen neuartigen mRNA-Impfstoff in modularen Produktionsanlagen aus Containern in Afrika produzieren.

Biontech produziert in Afrika
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Mit mobilen Produktionsanlagen will das Mainzer Unternehmen Biontech die Produktion von Corona-Impfstoff in Afrika voranbringen. Es stellte Mitte Februar im hessischen Marburg die Module für solche Anlagen vor. In Marburg wird bereits in großem Stil der Corona-Impfstoff von Biontech produziert.

Konkret besteht eine solche mobile Produktionsanlage für mRNA-Impfstoffe aus zwei Modulen, die jeweils sechs Container umfassen, wie Biontech erklärte. Beide Module brauchen demnach rund 800 Quadratmeter Platz und bieten Raum für alle nötigen Geräte für den Herstellungsprozess. Anfangs sei eine Produktionskapazität von bis zu 50 Millionen Dosen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs gegen das Coronavirus pro Jahr möglich. Geeignet seien sie auch für mögliche künftige Vakzine gegen Malaria oder Tuberkulose von Biontech, wenn diese entwickelt, zugelassen und genehmigt seien.

Geplant sei, in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Land und der Afrikanischen Union die Fertigungsstätten an Ruanda, Senegal und gegebenenfalls Südafrika zu liefern, teilte Biontech weiter mit. Die erste Anlage soll in der zweiten Jahreshälfte in Afrika eintreffen. Der Produktionsbeginn werde zwölf Monate nach der Lieferung an den Zielort erwartet. Partner in Ghana und Südafrika könnten, so Biontech, die Produktion mit Kapazitäten zur Abfüllung und Verpackung unterstützen.

Bei der Vorstellung der Module in Marburg mit dabei waren unter anderem die Präsidenten von Ruanda, Ghana und Senegal - Paul Kagame, Nana Akufo-Addo und Macky Sall -, der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sowie Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD). Akufo-Addo sprach in einer Mitteilung von einem „bedeutsamen Tag für Mutter Afrika“. Erreicht werden solle eine unabhängige Impfstoffproduktion, „um dem zukünftigen nationalen, regionalen und kontinentalen Bedarf an Gesundheitssicherheit zu begegnen“.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte die Initiative von Biontech laut Mitteilung einen „echten Wegbereiter in unserem globalen Kampf gegen die Pandemie“. WHO-Generaldirektor Tedros begrüßte die Initiative von Biontech „zur Steigerung der Impfstoffproduktion in Afrika“ und „als Ergänzung des WHO-Hubs“ für den Transfer von mRNA-Technologie.

Seine Container-Anlagen will Biontech zunächst selbst betreiben und personell besetzen, „um die sichere und zügige“ Aufnahme der Produktion der Impfstoffe „unter strenger Einhaltung“ der Richtlinien zu unterstützen. Das Wissen solle an lokale Partner weitergegeben werden, „um den unabhängigen Betrieb der Produktionsstätten zu ermöglichen“. Die in den Anlagen hergestellten Impfstoffe seien fürs Inland sowie den Export an andere Staaten der Afrikanischen Union für einen gemeinnützigen Preis bestimmt.

Corona wird auch ein großes Thema auf dem bevorstehenden EU-Afrika-Gipfel sein. Zu diesem kommen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und der Afrikanischen Union am 17. und 18. Februar in Brüssel zusammen. „Wenn wir die Pandemie besiegen wollen, brauchen wir eine globale Impfperspektive“, sagt Han Steutel, Präsident des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen. Viele Originalhersteller von Vakzinen und ihre Produktionspartner arbeiten daran, pro Monat noch mehr Impfdosen ausliefern zu können. „Langfristig ist es aber wichtig, dass Afrika eine eigene Impfstoffversorgung aufbauen kann," so Steutel weiter.

(mit dpa)

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