Deutschland gedenkt der Befreiung des KZ Buchenwald
In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar wurde an die Befreiung des NS-Konzentrationslagers am 11. April 1945 und an dessen Opfer erinnert.
Weimar (dpa/d.de) - Am Sonntag ist der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar vor 81 Jahren und der Opfer des NS-Terrors gedacht worden. Hauptredner war der Schauspieler und Entertainer Hape Kerkeling. Er brachte eine persönliche Geschichte nach Buchenwald: Sein Großvater hatte Flugblätter gegen Hitler verteilt und wurde 1942 inhaftiert. „Hier in Buchenwald wurde er gefoltert, gedemütigt und Zeuge unzähliger Morde. Dass er diesen Wahnsinn überlebt hat, ist ein Wunder“, sagte Kerkeling. Er mahnte, die Erinnerung und die Verantwortung aufrecht zu halten.
Erstmals seit Jahrzehnten sprach kein Überlebender bei dem Festakt. Hintergrund waren Einschränkungen des Flugverkehrs aus Israel. Zwei ehemalige Insassen waren vor Ort, meldeten sich aber nicht zu Wort: der 98 Jahre alte Alojzy Maciak aus Polen und der 99-jährige Andrej Moiseenko aus Belarus.
Laut wurde es bei der Rede von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: Zwei Buchenwald-Verbände hatten sich gegen seinen Auftritt ausgesprochen und ihm mangelndes Verständnis für KZ-Überlebende vorgeworfen. Weimer ging auf die Zwischenrufe nicht ein. „Es war ein Tag der Würde, und es ist ein Tag der Erinnerung an die Befreiung“, sagte er.
Zudem hatten linksradikale und propalästinensische Aktivisten der Gruppe „Kufiyas in Buchenwald“ zum Protest aufgerufen. Bei der Gedenkfeier selbst gab es jedoch keine Zwischenfälle.