20 Prozent mehr Bewerbungen bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr erhält ein Fünftel mehr Bewerbungen als im Vorjahr. Auch die Einstellungen steigen, die Truppenstärke schwankt saisonal.
Berlin (dpa, d.de) – Die Bundeswehr hat im ersten Quartal deutlich mehr Bewerbungen erhalten als im Vorjahreszeitraum. Bis Ende März bewarben sich rund 22.700 Menschen für eine Karriere bei den Streitkräften, ein Plus von etwa 20 Prozent. Auch die Zahl der Neueinstellungen stieg: Mit rund 5.800 Einstellungen wurden zehn Prozent mehr Menschen gewonnen als im Vorjahr.
Die Gesamtstärke der Bundeswehr liegt derzeit bei rund 185.400 Soldatinnen und Soldaten. Das sind etwa 3.300 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Vergleich zum Vormonat ging die Zahl jedoch zurück. Das Verteidigungsministerium verweist auf saisonale Effekte, da im Frühjahr viele planmäßig aus dem Dienst ausscheiden.
Im Jahresvergleich zeigt sich auch beim freiwilligen Wehrdienst ein Anstieg. Rund 12.700 Männer und Frauen leisten aktuell diesen Dienst, ein Plus von 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Hintergrund der verstärkten Personalwerbung ist nach Angaben der Bundeswehr die sicherheitspolitische Lage in Europa. Deutschland soll nach Nato-Vorgaben bis 2035 deutlich mehr Soldatinnen und Soldaten stellen. Ziel sind 260.000 aktive Kräfte sowie eine Reserve von 200.000.
Die Entscheidung für den Wehrdienst bleibt vorerst freiwillig. Männer ab Jahrgang 2008 müssen jedoch verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung erscheinen. Für Frauen ist beides freiwillig. Den Dienst an der Waffe können alle aus Gewissensgründen verweigern.