Mit Pandemien leben lernen

Die Menschen in Deutschland erleben die Pandemie ganz unterschiedlich. Heute stellen wir euch die Perspektive eines Studenten vor.

Emanuele Savagnone aus Italien studiert Komposition in Mannheim.
Emanuele Savagnone aus Italien studiert Komposition in Mannheim. privat

Emanuele Savagnone (23) aus Italien studiert Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Er kam zum ersten Mal 2016 als Erasmus-Student nach Deutschland und kehrte 2018 wieder, um einen Master zu machen, den er 2021 abschließen wird.

Emanuele, wie sieht dein Alltag in der Pandemie aus?
Mein Alltag ist langsam. Ich besuche alle meine Kurse online. Vorher war ich es gewohnt, mich viel mit anderen Studenten auszutauschen und innerhalb Europas relativ viel zu reisen. Selbst nach all diesen Monaten ist es immer noch eine schwierige Zeit und ich denke, es ist besonders deprimierend für junge Menschen, vor allem für Studierende, die wie ich alleine und im Ausland leben. Es ist belastend, fast die ganze Zeit einsam zu sein. Immerhin habe ich das Glück, dass in meinem Gebäude noch andere Studierende wohnen, sodass wir uns zumindest ab und zu treffen konnten. Aber ich verstehe natürlich, dass die Einschränkungen unbedingt nötig sind.

Ohne mein DAAD-Stipendium wäre es noch viel schwieriger gewesen.

Emanuele Savagnone, Musikstudent.

Wie wirkt sich die Pandemie auf deine Studentenjobs aus?
Anfangs habe ich als Chorleiter gearbeitet, was aber in der Pandemie unmöglich ist. Ich bin noch bis Ende Januar DAAD-Stipendiat und habe damit gerechnet, dass mein Job als Chorleiter danach weitergeht. Ohne mein DAAD-Stipendium wäre es noch viel schwieriger gewesen. Aber vor Kurzem habe ich einen Job gefunden, den ich vielleicht anfangen könnte: die Produktion von Lehrvideos für ein Pflegeheim, für die man nur ein Klavier braucht. Ich denke, das wäre eine großartige Chance!

Gibt es Dinge, für die du dankbar bist?
Ja, ich wollte mich schon länger intensiv mit elektronischer Musik befassen. Die lange Zeit zu Hause hat das beschleunigt.

Was macht dir Sorgen, wenn du an die Pandemie denkst?
Ich bin mir sicher, dass die die Corona-Krise eine Narbe in der Gesellschaft hinterlassen wird. Aber die größte Angst ist, dass wir noch jahrelang mit der Pandemie leben werden oder dass sich neue Pandemien ausbreiten.

Hast du Wünsche für die Zukunft?
Ich hoffe, dass die Gesellschaft lernt, mit Pandemien zu leben, weil es in meiner Lebenszeit möglicherweise noch weitere Pandemien geben wird. Ich hoffe auch, dass ich, wenn diese Pandemie zu Ende ist, etwas Zeit zum Entspannen habe.

Wie geht es für dich weiter?
Ich werde in Mannheim meinen Abschluss machen und überlege, dort noch elektronische Musik zu studieren. Ich werde vielleicht mehr digital arbeiten und die Chance nutzen, Videoproduzent im Musikbereich zu werden. Ich hoffe, dass ich auch ein paar neue Ideen haben werde.

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