Wie unterschiedlich ist Deutschland?

Deutschland ist nicht gleich Deutschland: über Bundesländer, Ost-West-Unterschiede und regionale Klischees.

Buntes Deutschland: Graffito auf einem Reststück der Berliner Mauer
Buntes Deutschland: Graffito auf einem Reststück der Berliner Mauer picture alliance / Eibner-Pressefoto

Deutschland besteht aus ganz unterschiedlichen Regionen: Die Menschen im Süden und Norden, im Westen und Osten sprechen zum Teil landestypische Dialekte, oft werden ihnen auch bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Vom norddeutschen Hamburger erwartet man zum Beispiel eher hanseatische Zurückhaltung, vom Bewohner Bayerns süddeutsche Herzlichkeit – soweit jedenfalls die Klischees. Doch: Warum ist Deutschland überhaupt in einzelne Länder aufgeteilt?

Ein Land aus 16 Ländern

16 Bundesländer bilden die Bundesrepublik Deutschland. Die Geschichte der „Länder“ ist älter als die der 1949 gegründeten Bundesrepublik. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in den Besatzungszonen der Alliierten gegründet und schlossen sich 1949 in Westdeutschland zur Bundesrepublik Deutschland zusammen. 1990 kamen durch die Wiedervereinigung die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hinzu. In vielen Bereichen haben die Bundesländer große Entscheidungsfreiheit, etwa in der Bildungspolitik. Auch in der Corona-Krise liegt die Herausforderung oft darin, dass sich die Bundesregierung und die Regierungen der Länder untereinander abstimmen müssen. Das Institut für Weltwirtschaft Kiel hält in einer aktuellen Studie aber auch fest: „Dezentrale Zuständigkeiten beim Infektionsschutz führen zu einem produktiven Wettbewerb der Bundesländer um geeignete Lösungen, wie die Erfahrungen in der Corona-Krise gezeigt haben.“

Welche Rolle spielen Ost-West-Unterschiede?

Lange nach dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands war von einer „Mauer in den Köpfen“ die Rede. Ost- und Westdeutsche mussten sich erst annähern. 2021 stellte der Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit aber ein weiteres Aufholen der ostdeutschen Länder bei der Wirtschaftskraft und eine „starke Annäherung“ der Lebensverhältnisse in den Ländern in Ost und West in den vergangenen drei Jahrzehnten fest.

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