Aus Hilfe ist Freundschaft geworden

Die Zahl der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit geht zurück, doch das Engagement läuft weiter.

Geflüchtete und Helfende in einem Treffpunkt in Leipzig
Geflüchtete und Helfende in einem Treffpunkt in Leipzig picture alliance / ZB

Sie heißen „Willkommen in Ehrenfeld“, „Charlottenburg hilft“ oder „Projekt Ankommen“: Als 2015 Hunderttausende Geflüchtete nach Deutschland kamen, taten sich Menschen in ganz Deutschland spontan zu Initiativen zusammen. Ihr Anliegen: die Schutzsuchenden zu unterstützen – zunächst mit Grundlegendem wie Essen und Kleidung, bald auch mit Deutsch-Unterricht und bei Behördengängen.

Die Hilfsbereitschaft im „Flüchtlingssommer“ 2015 war enorm. Was ist fünf Jahre später aus dem ehrenamtlichen Einsatz geworden?

„Das zivilgesellschaftliche Engagement für geflüchtete Menschen hat sich etabliert“, sagt Sebastian Beck vom Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung (vhw). Der Verband hat 2020 eine Studie dazu herausgegeben. Fast jede zweite Initiative, die dafür befragt wurde, sieht sich selbst als „stabil“. Zwar hätten sich viele Ehrenamtliche zurückgezogen, ein fester Kern sei aber geblieben.

Wie hat sich das Engagement verändert?

Die Ehrenamtlichen haben sich von „spontanen Nothelfern zu professionellen, teils spezialisierten Nachbarschafts- und Integrationsakteuren entwickelt“, heißt es in der vhw-Studie. Gleichzeitig haben viele Menschen ihr Engagement dahingehend verändert, dass sie nicht mehr in den offiziellen Strukturen einer Initiative arbeiten, sondern geflüchtete Familien privat begleiten. Oft sind zwischen Geflüchteten und Helferinnen und Helfern Freundschaften entstanden.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Ehrenamtlichen?

Etwa jede vierte in der vhw-Studie befragte Initiative berichtet von Hindernissen durch bürokratische Abläufe. Eine weitere Herausforderung sei die Finanzierung. Dennoch bewerten zwei Drittel der Befragten die Zusammenarbeit mit ihrer jeweiligen Kommune als unterstützend. „Wir haben recht schnell Ansprechpartner gefunden, die unsere Arbeit positiv begleitet haben“, heißt es etwa von „Willkommen in Westend“ aus Berlin.

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