Der Luther-Vertraute Philipp Melanchthon

Er war einer der engsten Vertrauten Martin Luthers: Philipp Melanchthon. Seine Heimatstadt Bretten feiert 2017 ihre Gründung vor 1250 Jahren.

dpa/Sebastian Kahnert - Philipp Melanchthon

2017 dreht sich alles um Martin Luther. Im Jahr 1517, vor 500 Jahren also, machte er seine 95 Thesen publik und legte damit einen der wichtigsten Grundsteine der Reformation. Doch es war nicht Luther allein, der den Wandel brachte. Viele weitere Reformatoren - und Reformatorinnen - hatten Anteil an den Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. Johannes Calvin aus Frankreich, Huldrych Zwingli aus der Schweiz oder Agnes von Mansfeld gehören beispielweise dazu. Eine bedeutende Rolle spielte auch Philipp Melanchthon.

Bekannt ist vor allem sein Ausspruch „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“. Gerichtet war er an seine Studenten an der Universität in Wittenberg. Als ganz junger Gelehrter war er dorthin berufen worden, 1523 wurde er Rektor der Hochschule.

Für eine Reform des Bildungssystems

In Wittenberg wurde er auch zu einem der engsten Vertrauten Martin Luthers. Die beiden Männer teilten den Wunsch nach einem Bruch mit überkommenen Strukturen. Schon als Dozent an der Universität hatte Melanchthon eine Reform des Bildungssystems gefordert. Gemeinsam mit Luther verfasste er reformatorische Schriften, neue Gottesdienstordnungen und Lehrpläne und arbeitete an der Bibelübersetzung.

Melanchthon stammte aus Bretten im Südwesten Deutschlands. Geboren wurde er dort 1497 als Philipp Schwarzerdt. Seine Heimatstadt feiert 2017 ebenfalls ein Jubiläum: Sie wird 1250 Jahre alt. Die Feierlichkeiten erinnern natürlich auch an den berühmten Sohn der Stadt.

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