Narben im Stein

Gedenkstätten in ganz Deutschlands erinnern bis heute an den Zweiten Weltkrieg. Besonders viele könnt ihr in Berlin entdecken.

Die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche wurde 1943 zerstört.
Die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche wurde 1943 zerstört. Adobe Stock

Es wurde gekämpft bis zum bitteren Ende. Die Schlacht um Berlin im Frühjahr 1944 gilt als letztes großes Aufeinandertreffen des Nazi-Regimes mit den Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Obwohl die Stadt in Trümmern lag, ein Drittel aller Straßen und Wohnungen zerstört wurden, gibt es auch heute noch viele Gebäude und Orte der Erinnerung, die aus dieser Zeit stammen.

Narben im Stein

Man nennt sie auch die Wunden Berlins. An vielen Orten der Stadt, wie etwa an der Fassade des Naturkundemuseums, den Bögen unter der S-Bahnstation Friedrichstraße, den Säulen am Pergamonmuseum und der Uferbefestigung der Museumsinsel sind noch heute Einschusslöcher zu sehen, die aus den heftigen Häuserkämpfen in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges stammen.

Die Einschusslöcher an der Villa Parey wurden als Denkmal bei Sanierungsarbeiten erhalten.
Die Einschusslöcher an der Villa Parey wurden als Denkmal erhalten. dpa

Die Turmruine

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gehört zu den wohl markantesten Relikten Berlins aus dem Zweiten Weltkrieg. Die in der Nacht vom 22. zum 23. November 1943 durch einen Bombenangriff schwer zerstörte Kirche wurde als Ruine erhalten und durch einen Neubau des Architekten Egon Eiermann ergänzt. Vom historischen Bauwerk blieb ein rund 70 Meter hoher Turmcorpus bestehen, in dessen Inneren sich heute ein Museum befindet.

Graffitis im Reichstag

Ab Mai 1945 hinterließen russische Soldaten im Berliner Reichstag Hunderte von Inschriften an den Wänden. Lange waren sie hinter dünnen Paneelen verborgen, mit denen die Wände in den 1960er-Jahren verkleidet wurden. Wieder zum Vorschein kamen sie beim Umbau durch den Architekten Norman Fosters Ende der 1990er-Jahre. Sie wurden als „Zeichen der Geschichte“ erhalten.

Deutscher Widerstand

Im sogenannten Bendlerblock, zur NS-Zeit Sitz des Allgemeinen Heeresamtes und heute zweiter Dienstsitz des Bundesverteidigungsministeriums, befindet sich die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Eine Dauerausstellung dokumentiert nicht nur das missglückte Attentat des Oberst von Stauffenberg auf Adolf Hitler im Sommer 1944, sondern den gesamten deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Im Hof des Gebäudekomplexes befindet sich ein Ehrenmal.

Die Statue eines jungen Mannes steht am Ort der Erschießung des Oberst von Stauffenberg und seinen Mitverschwörern.
Die Statue eines jungen Mannes steht am Ort der Erschießung des Oberst von Stauffenberg und seinen Mitverschwörern.
dpa