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Das Humboldt-Forum

Ein Kurzinterview mit Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und einer der Gründungsintendanten des Forums, über das, was die Besucher der neuen Kulturstätte ab 2019 erwartet.

08.06.2016
© dpa/Daniel Kalker - Berlin Humboldt-Forum

Im Mai 2015, feierte das Humboldt-Forum Richtfest. Es gibt eine große Nachfrage nach Führungen über die Baustelle, die Neugier auf das Kommende ist offenbar da. Welche Botschaft wird das Forum vermitteln?
Mit dem gewaltigen neuen Baukörper des Schlosses in der Mitte Berlins kommt natürlich der Frage nach seiner Nutzung als Humboldt-Forum immer stärkere Bedeutung zu. An der Vision für das ganze Gebäude arbeitet die Gründungsintendanz seit Beginn 2016 und im Herbst werden erste konkretere Überlegungen zu hören sein. Aber klar ist, dass es um die Verflechtungen der Kulturen der Welt gehen wird, und zwar von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Das Humboldt-Forum muss den Menschen Orientierungswissen bieten, gerade weil die Welt sich immer schneller verändert.

Das Humboldt-Forum zeigt Ausstellungen über außereuropäische Kulturen. Inwiefern ist es mehr als die Summe verschiedener Sammlungen?
Im Humboldt-Forum werden zwar die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst präsentiert, doch sie sind im engen Zusammenspiel mit der Museumsinsel zu sehen. Dort zeigen wir die Kunst- und Kulturschätze Europas und des Nahen Ostens, im Humboldt-Forum erweitert sich dieser Überblick um die Kulturen Afrikas, Asiens, Australiens, Ozeaniens und Amerikas. Damit werden Museumsinsel und Humboldt-Forum, die wir als Einheit sehen, zu einem Ort, an dem man die ganze Welt betrachten und verstehen kann. Die Wechselausstellungen im Humboldt-Forum werden darüber hinaus aus dem schier endlosen Fundus der Sammlungen aller Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz schöpfen und viele Phänomene ganzheitlich begreifbar machen können.

Sie sind neben Horst Bredekamp und Neil MacGregor einer von drei Gründungsintendanten. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
Die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos, und sie ist sehr intensiv. Wir drei ergänzen uns sehr gut, weil wir einerseits einander sehr lange und gut kennen, andererseits mit unterschiedlichen persönlichen Erfahrungshintergründen in dieses Projekt gehen. Im Humboldt-Forum geht es darum, sehr unterschiedliche Institutionen wie Museen, Bibliothek, Universität und Stadtmuseum zusammen zu bringen und zu einem Ganzen zu verbinden. Diese Arbeit muss man sich als nie endenden Prozess vorstellen. Da ist es fast naheliegend, die Verantwortung in dieser Phase des Werdens auf verschiedene Schultern zu verteilen.

www.humboldt-forum.de

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