„Inbegriff von Menschlichkeit“

Humanitäre Hilfe unterstützt Menschen in akuter Not. Ein Überblick über Deutschlands Engagement und zentrale Prinzipien.

Inbegriff von Menschlichkeit
ASB/Axel Schmidt

Die Not ist weltweit groß. „Doppelt so viele Menschen sind heute auf humanitäre Hilfe angewiesen wie noch vor drei Jahren“, erklärte Außenministerin Annalena Baerbock zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August. Und sie versicherte, es sei jetzt nicht die Zeit zum Sparen. Das Auswärtige Amt, das innerhalb der Bundesregierung für die humanitäre Hilfe zuständig ist, stellt deshalb im laufenden Jahr 2,77 Milliarden Euro zur Verfügung. Deutschland ist damit wie schon seit Jahren weltweit der zweitgrößte Geber. Die meiste Unterstützung ging 2021 an die Opfer des syrischen Bürgerkriegs, die Menschen in Afghanistan, in Jemen, Somalia und Südsudan sowie in der Demokratischen Republik Kongo.

Humanitäre Prinzipien als Grundlage

Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit sind die zentralen Prinzipien, auf denen auch die deutsche humanitäre Hilfe beruht. Das bedeutet zum Beispiel, dass sich Hilfe allein nach Bedürftigkeit richtet und Hilfsorganisationen neutral agieren. Humanitäre Hilfe leisten unabhängige und damit in der Regel auch nicht-staatliche Partner. Wichtig sind dabei vor allem die Organisationen der Vereinten Nationen sowie die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.

Humanitärer Einsatz seit mehr als 150 Jahren: die IKRK-Bewegung

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung versteht sich als das „größte humanitäre Netzwerk der Welt“. Sie besteht aus dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sowie 190 nationalen Gesellschaften. Die Anfänge der Bewegung liegen mehr als 150 Jahre zurück: Im Februar 1863 trafen sich zum ersten Mal die Gründungsmitglieder des später so genannten IKRK in Genf. In der Schweizer Stadt hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auch heute noch seinen Hauptsitz.

Wichtige Partner: Die UN-Organisationen

Deutschland arbeitet bei der humanitären Hilfe besonders eng mit verschiedenen Organisationen der Vereinten Nationen zusammen, etwa mit dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR, dem Welternährungsprogramm WFP oder dem Kinderhilfswerk Unicef. Deutschland gehört auch zu den größten Unterstützern der Programme. So war die Bundesrepublik 2021 mit einem Beitrag von fast 490 Millionen US-Dollar nach den USA zweitgrößter Geber für das UNHCR. Auch beim Kinderhilfswerk Unicef ist Deutschland zweitgrößter Beitragspartner, der Kernbeitrag lag 2021 bei 70 Millionen Euro. Dazu sagte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weitere projektbezogene Mittel in Höhe von mehr als 550 Millionen Euro zu. Getragen wird die humanitäre Hilfe aber vor allem von hunderttausenden Helferinnen und Helfern, über die Außenministerin Baerbock sagt, sie seien für sie „Inbegriff von Menschlichkeit, Mut und Engagement“.

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