Humanitäre Krisen weltweit eindämmen

Der Klimawandel verschärft humanitäre Krisen weltweit. Hinrich Thölken erklärt, wie Deutschland hilft, Katastrophen einzudämmen.

Durch den Klimawandel nehmen humanitäre Krisen weltweit zu.
Durch den Klimawandel nehmen humanitäre Krisen weltweit zu. AdobeStock

Durch den Klimawandel verschärfen sich humanitäre Krisen weltweit. Selbst wenn es gelingt die globale Erwärmung zu begrenzen, wird er nachhaltige Veränderungen auf der ganzen Welt mit sich bringen. Botschafter Dr. Hinrich Thölken, Berater für Klima- und Energieaußenpolitik, erklärt, was Deutschland tut, um humanitäre Krisen durch den Klimawandel zu mildern.

Seit 2015 ist Hinrich Thölken ist Beauftragter für Energie, Klima und digitale Transformation beim Auswärtigen Amt.
Seit 2015 ist Hinrich Thölken ist Beauftragter für Energie, Klima und digitale Transformation beim Auswärtigen Amt.
picture alliance / dpa

Herr Thölken, wieso ist der Klimawandel eine Bedrohung für die humanitäre Lage weltweit?
Der Klimawandel hat die Macht Grenzen zu verschieben, territoriale Veränderungen herbeizuführen und die weltweite Ernährungssicherheit zu gefährden.

Einige Teile dieser Welt werden durch den Klimawandel unbewohnbar – und zwar bereits in wenigen Jahren und Jahrzehnten. Das Leben von hunderttausenden von Menschen ist durch den Klimawandel bedroht. In Zukunft werden wir Massenmigrationen aus Afrika und Südostasien erleben, was wiederum zu Krisen in anderen Ländern führen wird.

Was sind die größten Sicherheitsrisiken, die durch den Klimawandel entstehen?
Ein ganz zentraler Faktor ist die Verfügbarkeit von Trinkwasser. Die Nutzung von Flüssen in trockenen Gebieten ist ein Angelegenheit von nationalem Interesse in zahlreichen Ländern. Ein Beispiel sind Spannungen zwischen Ägypten, dem Sudan und Äthiopien, die aufgrund der Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre am Nil aufgetreten sind.

Es gibt noch viele weitere Aspekte, in denen der Klimawandel Auslöser für Konflikte ist und auch in Zukunft sein wird, wenn wir keine präventiven Politik betreiben, die Krisen bereits vor deren Ausbruch erkennt und Vorsorgen trifft, um sie zu verhindern.

Allerdings hat sich die Welt in den vergangenen zwölf Jahren, in denen ich mich intensiv mit dem Klimawandel beschäftige, zwar große Mühe gegeben abstrakte Sicherheitskonzepte zu formulieren. Doch tatsächlich ist bisher wenig passiert.

Was wären konkrete vorsorgenden Maßnahmen?
Deutschland hat Anfang Oktober die „Climate for Peace Initiative“ ins Leben gerufen. Mit ihr wollen wir interdisziplinär und international an konkreten Lösungen arbeiten. Wir wollen den Sprung von der Theorie in die Praxis schaffen. Dafür laden wir Länder ein, der Initiative beizutreten. Das Prinzip ist, dass Staaten sich gegenseitig mit konkreten Vorschlägen unterstützen, um die Folgen des Klimawandels abzufedern.

Mit der Initiative wollen wir Best Practice Beispiele aus einzelnen Ländern sammeln und sie zur Lösung von Problemen in anderen Ländern einsetzen. So möchten wir echte Veränderungen vor Ort schaffen und die Sicherheitsrisiken des Klimawandels verringern.

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