Dringend notwendige Hilfe

Die globale Ernährungskrise spitzt sich dramatisch zu. Deutschland setzt den Kampf gegen den Hunger ganz oben auf die Agenda.

Getreideernte in der Ukraine
Getreideernte in der Ukraine picture alliance / abaca

Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock warnt vor „der schlimmsten weltweiten Ernährungskrise unserer Generation“. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) sieht die Welt „am Rand der größten humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verschärft die globale Hungerkrise seit Monaten zusätzlich – Deutschland und seine Partner reagieren darauf mit milliardenschweren Hilfsprogrammen.

Warum hat sich die Ernährungskrise so dramatisch zugespitzt?

Das WFP schätzt, dass 2022 weltweit 345 Millionen Menschen unter Hunger leiden – 200 Millionen Menschen mehr als noch vor zwei Jahren. Die Klimakrise, damit verbundene Dürren und Überschwemmungen, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und nun der Krieg in der Ukraine  sorgen für diese dramatische Verschärfung. Die Ukraine zählte gerade für den globalen Süden zu den wichtigsten Weizenlieferanten. Überdies treibt die geringere Produktion die Preise nach oben.

Was unternehmen Deutschland und andere Staaten konkret zur Ernährungssicherung?

Deutschland setzt sich seit Jahren für die globale Ernährungssicherung ein. Die Bundesrepublik ist das zweitgrößte Geberland des WFP – im Jahr 2021 stellte Deutschland dem Welternährungsprogramm  rund 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. In ihrer G7-Präsidentschaft setzt die Bundesregierung das Thema ganz oben auf die Agenda. Ein zentrales Ergebnis des G7-Gipfels auf Schloss Elmau waren zusätzliche 4,5 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung des Bündnisses für globale Ernährungssicherheit. Deutschland beteiligt sich mit 450 Millionen Euro. Insgesamt wird Deutschland 2022 rund 4 Milliarden Euro in humanitäre Nahrungsmittelhilfe und krisenfeste Ernährungssysteme investieren.

Wie sieht das langfristige Engagement Deutschlands aus?

Ein zentrales Ziel der 2015 vereinbarten Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist es, den Hunger weltweit zu beenden und Ernährungssicherheit zu erreichen. Deutschland setzt sich dabei insbesondere für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, fördert wird aber auch die Agrarforschung. Rund zwei Milliarden Euro jährlich investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung. Rund ein Drittel davon fließen in die Initiative „EINEWELT ohne Hunger“, die besonders betroffene Länder unterstützt.

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