Frauen für den Frieden

Welchen Beitrag Frauen leisten, um Konflikte zu bewältigen – und wie Deutschland sie dabei unterstützt. Vier Fragen und Antworten.

Demonstrantinnen in Belarus
Demonstrantinnen in Belarus dpa

Welche Rolle spielen Frauen in Konflikten?

Lange wurden Frauen vor allem als Opfer gesehen. Dabei leisten sie in vielen Krisengebieten wichtige Arbeit: Frauen verhandeln mit Milizen, schaffen geschützte Räume und ermöglichen humanitäre Korridore. Ohne den mutigen Protest der Frauen, die Tag für Tag auf die Straßen gingen, wäre etwa die friedliche Revolution in Sudan nicht möglich gewesen. Derzeit kämpfen in Belarus viele Frauen für Demokratie. Deutschland setzt sich deshalb während seiner nicht-ständigen Mitgliedschaft im Sicherheitsrat 2019/2020 für die Umsetzung der Agenda „Frauen, Frieden, Sicherheit“ ein.

Was beinhaltet die Agenda?

Mit der Verabschiedung der entsprechenden Resolution vor 20 Jahren stellte der UN-Sicherheitsrat klar, dass die Beteiligung von Frauen an Schaffung und Erhaltung von Frieden unbedingt nötig ist. Sicherheit und Konfliktprävention werden seitdem als Frauen- und damit als Menschenrechte verstanden. Zur Wahrnehmung des deutschen Engagements ist zum Jahrestag der Resolution eine Studie erschienen.

Was kann Deutschland konkret tun?

Auch heute noch sind Frauen viel zu selten Teil formeller Friedensverhandlungen – obwohl Studien belegen, dass ihre Mitwirkung die Chance auf Erfolg steigert. Deutschland unterstützt die Beteiligung von Frauen in politischen Prozessen deshalb zum Beispiel über den Women’s Peace & Humanitarian Fund. Gemeinsam mit Partnern wie medica mondiale oder der Internationalen Organisation für Migration (IOM) trägt die Bundesregierung zur medizinischen und psychosozialen Unterstützung von Frauen bei, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Zudem engagiert sich Deutschland als Mitinitiatorin des African Women Leaders Network.

Wie beurteilen Frauen selbst die Situation?

Die virtuelle Ausstellung Ohne Frauen kein Frieden des Auswärtigen Amts lässt Aktivistinnen zu Wort kommen. Auch ein Dossier der Heinrich-Böll-Stiftung porträtiert Frauen, die sich für Frieden und Sicherheit einsetzen. Ihre Geschichten zeigen eindrucksvoll, was möglich ist. Und wie viel noch getan werden muss.

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