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Deutschland steht weiter fest an der Seite der Ukraine

Seit vier Jahren tobt der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Deutschlands Hilfe ist umfassend – und bleibt unverzichtbar.

Thomas Holl, 16.02.2026
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l) und Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l) und Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026. © picture alliance/dpa/AFP POOL | Michaela Stache

Es geschah ohne Vorwarnung und Anlass: Am 24. Februar 2022 überfiel Russland die Ukraine mit Panzern, Artillerie, Kampfflugzeugen und zehntausenden Soldaten – ein Angriffskrieg gegen einen demokratischen und souveränen Staat. Wie hart der Krieg insbesondere die ukrainische Zivilbevölkerung trifft, haben die vergangenen Wintermonate erneut eindringlich gezeigt. Fast täglich gibt es massive Drohnen- und Raketenangriffe, vor allem auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Zehntausende Menschen haben die von den Angriffen besonders betroffene Hauptstadt Kyjiw verlassen. 

Laut United Nations Human Rights Monitoring Mission in Ukraine (OHCHR) starben seit Kriegsbeginn bis Ende 2025 mehr als 14.500 Zivilisten durch russische Angriffe und Massaker, darunter mehr als 760 Kinder. Nach Angaben des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington hat der Krieg bis Anfang 2026 insgesamt rund zwei Millionen Tote, Verletzte und Vermisste gefordert. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Vielfältige Unterstützung

Deutschland steht fest an der Seite der Ukraine. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte Ende Januar 2026 im Bundestag, Deutschland müsse seine Sicherheit eigenständig gewährleisten und Abhängigkeiten abbauen. Dazu gehöre auch, „die Ukraine in ihrem Freiheitskampf in Europa weiter zu unterstützen“. Bereits drei Tage nach Kriegsbeginn hatte der damalige Kanzler Olaf Scholz eine „Zeitenwende“ in der deutschen Außen- und Verteidigungspolitik ausgerufen, ein 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr angekündigt und der Ukraine weitreichende Hilfe zugesagt. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte am im Februar 2026 in Brüssel: „Russland hat an seiner Strategie nichts geändert. Deshalb müssen wir unsere Unterstützung auf Jahre anlegen.“

Deutschland unterstützt politisch, finanziell, militärisch und humanitär:

  • Bis Mitte Februar 2026 leistete Deutschland bilaterale zivile Unterstützung in Höhe von insgesamt 39 Milliarden Euro, die militärische Hilfe beläuft sich auf etwa 55 Milliarden Euro.
  • Dazu gehören Panzer, Flugabwehrsysteme, Artillerie, Munition, Ausbildung und Nachschub. Geliefert wurden unter anderem Leopard 2 und Leopard 1 Kampfpanzer, Marder Schützenpanzer, Patriot und IRIS T Systeme.
  • Rund 24.000 ukrainische Soldaten hat die Bundeswehr seit Kriegsbeginn trainiert.
  • Zudem beteiligt sich Deutschland an der europäischen Munitionsinitiative, um die Ukraine kontinuierlich mit Artilleriemunition zu versorgen. 

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Umfassende humanitäre Hilfe

Auch humanitär trägt Deutschland große Verantwortung: 

  • Bis Mitte Januar 2026 kamen mehr als 1,3 Millionen registrierte Flüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland. Geflüchtete erhalten bei Bedarf staatliche Unterstützung, Zugang zu Deutschkursen, Weiterbildungs- und Eingliederungsangeboten sowie Hilfe bei der Arbeitssuche.
  • Innerhalb der Ukraine leistet Deutschland umfangreiche humanitäre Hilfe – von Winterhilfen und Energienothilfen über Minenräumung und medizinische Versorgung bis zur Ausbildung und Ausrüstung von Rettungskräften in Frontnähe.
  • Das dabei federführende Auswärtige Amt stellte bis Ende 2025 über drei Milliarden Euro zur rein humanitären Hilfe bereit.
  • Darüber hinaus engagieren sich auch zahlreiche private Vereine und NGOs in Deutschland für die Menschen in der Ukraine. Sie sammeln Spenden und liefern Hilfsgüter in die Frontgebiete – teils unter hohem Risiko. 

Deutschland übernimmt Schlüsselrolle

Außenminister Johann Wadephul betonte Anfang Februar 2026: „Die Ukraine hat bewiesen, dass sie bestehen kann, wenn der Westen geschlossen bleibt. Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle – militärisch und moralisch.“ Das zeigte auch der Ukraine Gipfel Anfang Januar 2026 in Paris, bei dem Kanzler Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und US-Vertreter eine Fünf Punkte Erklärung zur internationalen Überwachung eines künftigen Waffenstillstands verabschiedeten.

Auch Sicherheitsexperten verweisen auf Deutschlands unverzichtbare Rolle bei der Verteidigung der Ukraine und den Anstrengungen zur Beendigung des Krieges. Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr München sagte im ZDF: „Deutschland ist längst vom Zaungast zum Mitgestalter geworden. Die größte Gefahr ist innenpolitische Ermüdung – sie wäre Russlands größter Erfolg.“ Claudia Major vom German Marshall Fund sagte in der Deutschen Welle: „Das deutsche Sicherheitsverständnis hat sich seit 2022 tiefgreifend verändert. Heute ist Verteidigungsfähigkeit Teil des Friedens.“