Attraktiv für Investoren

Nicht nur in China ist High-Tech aus Deutschland begehrt. Die Auslandsinvestitionen erreichen ein Rekordniveau. Wir erklären die Vor- und Nachteile.

Direktinvestitionen in Deutschland: Jetzt in chinesischer Hand: Roboterhersteller Kuka.
Jetzt in chinesischer Hand: Roboterhersteller Kuka. dpa

Deutschland ist stark in die Weltwirtschaft integriert und profitiert vom Freihandel. Ein Ausdruck der starken Verflechtung sind die jeweiligen Direktinvestitionen. Die deutschen Direktinvestitionen im Ausland haben sich seit 1990 auf mehr als eine Billion Euro verfünffacht. Und ausländische Investoren haben rund 700 Milliarden Euro in Deutschland angelegt. Das stärkt die deutsche Wirtschaft, schafft und sichert Arbeitsplätze. Aber es gibt auch Nachteile.

Warum gibt es Kritik an Direktinvestitionen in Deutschland?

Politiker und Wirtschaftsvertreter warnen vor einem „Ausverkauf“ der deutschen Wirtschaft und fordern strengere Kontrolle ausländischer Investitionen. Der Hintergrund: Chinesische Unternehmen sichern sich deutsche High-Tech-Unternehmen. Zum Beispiel Kuka, den Roboterhersteller aus Augsburg. Für deutsche Unternehmen ist der Marktzugang in China allerdings stark begrenzt. Führende Politiker fordern daher Gleichbehandlung.

Was macht Deutschland attraktiv für Auslandsinvestitionen?

Deutschland lag 2017 mit 1124 Investitionsprojekten ausländischer Firmen hinter Großbritannien auf Platz zwei im europäischen Standortranking. Das ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (E&Y). Deutschland punktet mit der Qualifikation der Arbeitskräfte, der Verkehrsinfrastruktur sowie mit dem stabilen politischen und rechtlichen Umfeld. Kritisch betrachtet wird die digitale Infrastruktur.

Wie entwickeln sich chinesische Direktinvestitionen in Deutschland?

„Chinesische Investoren haben 2017 eine Rekordsumme in deutsche Unternehmen investiert“, schreibt E&Y in einer Analyse zu Kauf und Zusammenführung von Firmen durch chinesische Investoren. „Das M&A-Volumen erreichte knapp 13,7 Milliarden US-Dollar – im Vorjahr waren es 12,6 Milliarden US-Dollar.“

Die größten Übernahmen waren die des deutschen Energiedienstleisters ista durch die Cheung Kong Property Holding, der Einstieg des chinesischen Mischkonzerns HNA bei der Deutschen Bank und der Kauf der Biotest AG durch die Creat Group. „Das Interesse an deutschen Industrie- und High-Tech-Unternehmen ist ungebrochen“, sagt Yi Sun, Leiterin der China Business Services Deutschland, Österreich und Schweiz bei EY.

Was sind die Vorteile von Auslandsinvestitionen?

Viele aufstrebende Mittelständler stoßen an Wachstumsgrenzen. Sie können von finanzkräftigen Investoren mit Zugang zu neuen Absatzmärkten profitieren.

Wer führt im Ranking der Direktinvestitionen?

Im Ranking der größten Investoren in Deutschland liegt China zusammen mit Frankreich auf dem vierten Platz – hinter den USA, der Schweiz und Großbritannien.

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