Kooperation und Wettbewerb

Die „Wirtschaftsweisen“ beraten in Deutschland die Bundesregierung. Hier lernst du eine von ihnen kennen: Veronika Grimm

Veronika Grimm berät die Bunderegierung.
Veronika Grimm berät die Bunderegierung. picture alliance/dpa

Die Bundesregierung wird in vielen wichtigen Gebieten von Fachleuten aus Wissenschaft und Forschung in Deutschland beraten. Wir stellen euch die wichtigsten Persönlichkeiten und Gremien vor. Hier Professorin Veronika Grimm, Mitglied der sogenannten „Wirtschaftsweisen“, des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

„Fußball ist ein super Sport: Du lernst, im Team zu spielen“, sagte Veronika Grimm, Leiterin des Lehrstuhls für Wirtschaftstheorie an der Friedrich-Alexander Universität (FAU) in Nürnberg/Erlangen, in einem Interview: „Dieses Zusammenspiel zwischen Kooperation und Wettbewerb, das ist am Mannschaftssport besonders faszinierend.“ Diese These empfiehlt die auf wirtschaftliche Aspekte von Energie- und Klimapolitik spezialisierte Forscherin abgewandelt auch der Politik. Der Staat, schreibt sie in einem Zeitungsartikel, sei beim Umbau in eine nachhaltige Wirtschaft „weniger als Geldgeber gefragt denn als Wegbereiter, (…) der Voraussetzungen für die Transformation schafft.“ Grimm sagt, „wir setzen leider immer noch zu viel auf staatliche Förderprogramme und zu wenig auf Preismechanismen.“ Denn: „Marktmechanismen wären für eine Koordination aller Akteure viel effektiver.“

Grimm studierte Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Hamburg und Kiel, promovierte an der Humboldt-Universität in Berlin, forschte in Spanien und Belgien und habilitierte sich an der Universität zu Köln. Seit 2020 ist sie eine der fünf „Wirtschaftsweisen“. Sie sind das bekannteste Beratungsgremium der deutschen Regierung.

Praktische Vorschläge für CO2-effizientes Wirtschaften

Grimms Kompetenz erschöpft sich nicht im theoretischen Blick auf die Wirtschaft, sie macht ganz konkrete Vorschläge. So etwa die Umstellung der Stahlproduktion auf Eisen-Direktreduktion (DRI), die selbst bei Verwendung von Erdgas anstelle von Koks die Emissionen um zwei Drittel senken werde. Wenn bis 2030 nur ein Drittel aller Hochöfen umgestellt werde, könne so ein Viertel der für die gesamte deutsche Industrie vorgeschriebene CO2-Reduktion erreicht werden. Eine weitere große Chance für die deutsche Industrie sieht sie im Bau von mit Batterien oder Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeuge.

Und wenn die Mutter von drei Kindern gerade nicht lehrt, forscht oder berät? Veronika Grimm läuft gerne lange Strecken, geht Bouldern oder Snowboarden und trainiert die Fußballmannschaft ihrer Tochter.

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