Wann kommt ein Impfstoff?

Kann ein Impfstoff gegen das Coronavirus bald auf den Markt kommen? Einblicke in deutsche Forschungsprojekte.

Arbeit im Labor von CureVac, Tübingen
Arbeit im Labor von CureVac, Tübingen picture alliance/dpa

Wer forscht an Impfstoffen?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es weltweit mindestens 70 Projekte, die einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln; die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) geht sogar von über 100 Projekten aus. Die Bundesregierung hat im März 2020 145 Millionen Euro zusätzlich für die Forschung zum Coronavirus frei gegeben. Damit wird vor allem die internationale Impfstoff-Initiative CEPI unterstützt.

Wie wird ein Impfstoff entwickelt?

Ein Impfstoffprojekt muss sechs Etappen durchlaufen:
 

  1. Analyse des Virus
  2. Design des Impfstoffs
  3. Erprobung an Tieren
  4. Erprobung mit Freiwilligen
  5. Zulassungsverfahren
  6. Massenproduktion

Nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) dauerte die Entwicklung von Impfstoffen bisher 15 bis 20 Jahre. Neue Technologien und Vorerfahrungen mit Impfstoffprojekten würden jedoch eine enorme Beschleunigung möglich machen.

Wie weit sind deutsche Projekte?

Drei deutsche Unternehmen beziehungsweise Konsortien arbeiten an genbasierten Impfstoffen und sind schon relativ weit:
 

  • Das Mainzer Unternehmen BioNTech will noch im April 2020 die Erprobung mit Freiwilligen beginnen.
  • Das Tübinger Unternehmen CureVac will ab Juni 2020 in die Testphase mit freiwilligen Patienten gehen.
  • Das OpenCorona-Konsortium unter Mitwirkung der Universität Gießen sieht den Eintritt in Phase 4 für das Jahr 2021 vor.

Die genbasierten Impfstoffe haben den Vorteil, dass von ihnen sehr schnell viele Injektionsdosen produziert werden können. Nach Angaben des VFA arbeiten derzeit 7 Unternehmen in Deutschland an der Entwicklung eines Impfstoffs.

Helfen vorhandene Medikamente?

Zahlreiche Medikamente, die schon gegen andere Krankheiten wie Ebola oder Malaria zugelassen  oder erprobt worden sind, werden derzeit in klinischen Studien mit Covid-19-Patienten geprüft. Es liegen auch schon einige positive Einzelfallberichte vor, aber von keinem Medikament sind Wirksamkeit und Verträglichkeit bisher systematisch bestätigt.

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