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„Kann man im Weltall Kinder bekommen?“

Fragen wie diese zum weiblichen Körper in der Schwerelosigkeit treiben die 19-jährige Cosma Heckel an. Sie arbeitet daran, Astronautin zu werden – Kontakt zur NASA hat sie schon. 

Interview: Luca Rehse-Knauff, 02.04.2026
Cosma und ihr Bruder Jesco am Kennedy Space Center der NASA in den USA
Cosma und ihr Bruder Jesco am Kennedy Space Center der NASA in den USA © International Space Education Institute, Ralf Heckel

Cosma, wo erreiche ich dich?

Ich bin gerade in den USA, um den Start der Artemis-2-Mondmission mitzuerleben. Artemis 1 habe ich 2022 schon live gesehen, auch einige gestoppte Startversuche. Deshalb ist es jetzt etwas ganz Besonderes für mich, die Fortsetzung zu sehen – diesmal nicht unbemannt, sondern mit vier Astronauten an Bord.

Wie bist du zur Raumfahrt gekommen?

Ich bin ein Stück weit in das Thema hineingeboren. Mein Vater leitet das gemeinnützige Bildungszentrum „International Space Education Institute (ISEI)“ in Leipzig. Dadurch war ich schon als kleines Kind auf Reisen und bei Projekten dabei. 

Du hast schon reichlich Erfahrungen in der Raumfahrt gesammelt – unter anderem bei der NASA...

Ja, ich war schon früh bei der Rover Challenge dabei, einem internationalen Wettbewerb der NASA, bei dem man Moon Rover baut und über einen Parcours fährt. Insgesamt haben wir bei der Rover Challenge schon drei Mal den Weltmeistertitel geholt, zuletzt 2019. Daneben habe ich am Space Camp in den USA und an anderen Sommercamps teilgenommen. Dadurch habe ich früh erlebt, was alles möglich ist und dass auch große, erstmal unrealistisch klingende Träume erreichbar sein können. 

Es gibt so viele offene Fragen über Planeten, über nicht-menschliches Leben – aber auch zum Beispiel darüber, wie sich der menschliche Körper im All verändert.
Cosma Heckel

Du möchtest Astronautin werden. Warum? 

Mich fasziniert vor allem, wie viel noch unerforscht ist. Ich habe das große Verlangen, nach Antworten zu suchen. Ich sehe das als Herausforderung. Es gibt so viele offene Fragen über Planeten, über nicht-menschliches Leben – aber auch zum Beispiel darüber, wie sich der menschliche Körper im All verändert.

Wie meinst du das?

Neben der Raumfahrt interessiere ich mich für Biologie. Und da frage ich mich: Was machen eigentlich Frauen im Weltall, auf der ISS etwa, wenn sie ihre Menstruation haben? Und kann man im Weltall Kinder bekommen? Ich habe mich in einer Facharbeit intensiv mit dem weiblichen Körper in der Schwerelosigkeit beschäftigt. Dafür habe ich mit Gynäkologinnen und Astronautinnen gesprochen. Man weiß hier noch viel zu wenig – und das treibt mich an.