Die Booster-Company

Das Mainzer Startup Biontech ist in kürzester Zeit zu einem Global Player und Synonym für die Bekämpfung von Corona geworden.

Ugur Sahin und Özlem Türeci, Gründer von Biontech
Ugur Sahin und Özlem Türeci, Gründer von Biontech Federico Gambarini/dpa

Die deutsche Erfolgsgeschichte 2021 trägt den Namen Biontech. Vor der Corona-Pandemie war die Gründung des Wissenschaftlerpaares Özlem Türeci und Ugur Sahin auch in Deutschland ein nur Fachleuten bekanntes Forschungs-Startup, das zu Gentherapien gegen Krebs forschte. Binnen kürzester Frist steckte die Mainzer Firma alle Ressourcen in die Erforschung eines Corona-Impfstoffes und ging dafür eine Kooperation mit dem US-Pharmariesen Pfizer ein. Seit 2007 war das Unternehmen auch vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gefördert worden.

Der Erfolg des in nur wenigen Monaten entwickelten und getesteten mRNA-Impfstoffes sprengte alle Vorstellungen. Er verhindert zu etwa 90 Prozent eine schwere Corona-Erkrankung. Das trieb den Aktienkurs in die Höhe ebenso wie die Erlöse aus dem Verkauf des Impfstoffes und damit auch die Steuereinnahmen der beiden Städte mit den größten Biontech-Niederlassungen, Mainz mit der Zentrale und Marburg mit dem größten Produktionsstandort.

Geld für die Zukunft

Biontech investiert große Summen in die Zukunft. 2022 soll der Bau eines Forschungscampus in Mainz beginnen. Insgesamt will das Unternehmen in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz mehr als eine Milliarde Euro investieren. Aktuell hat Biontech rund 1.800 Beschäftigte in Mainz und 2.800 weltweit. In den nächsten fünf bis acht Jahren solle die Zahl der Beschäftigten in Mainz auf 3.000 bis 4.000 wachsen. Auch die eigenen Produktionsstandtorte in Marburg und Idar-Oberstein sollen weiter ausgebaut werden.

Verbessert wird auch der Corona-Impfstoff stetig. Laut Biontech vergehen etwa 100 Tage von dem Beschluss, ihn an eine neue Virusmutation anzupassen, bis zur Auslieferung der ersten Chargen. Geforscht wird aber auch an neuen Impfstoffen und verstärkt am eigentlich Thema, das Türeci und Sahin seit Jahren verfolgen: an aktiven Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Krankheiten.

Produktion für Afrika

In Afrika will Biontech schon 2022 eine eigene Impfstoffproduktion aufbauen. Baubeginn für eine erste Fabrik ist Mitte des Jahres – sie soll das Zentrum eines Produktions- und Forschungsnetzwerks in Afrika werden. Nicht nur Corona, auch andere schwere Krankheiten sollen dort erforscht werden. Entsprechende Absichtserklärungen wurden mit der ruandischen Regierung und dem Institut Pasteur de Dakar im Senegal unterzeichnet.

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