„Gestiegene Verantwortung“

Der Präsident des World Health Summit, Axel Pries, spricht über Deutschlands Engagement für globale Gesundheit.

Präsident des World Health Summit: Professor Axel Pries
Präsident des World Health Summit: Professor Axel Pries WHS

Einmal im Jahr treffen sich beim World Health Summit (WHS) internationale Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Politik, Industrie und Zivilgesellschaft, um sich über die unterschiedlichsten Aspekte der globalen Gesundheit auszutauschen. WHS-Präsident Axel Radlach Pries spricht über die Themen der vom 16. bis 18. Oktober 2022 in Berlin anstehenden Konferenz.

Herr Professor Pries, inwiefern ist Berlin ein besonders geeigneter Ort für den World Health Summit?
Das deutsche Engagement für globale Gesundheit ist ein zentraler Bestandteil einer Politik, die die gestiegene Verantwortung Deutschlands ernst nimmt. Die Bundesregierung hat im Oktober 2020 eine Strategie zur Förderung globaler Gesundheit erarbeitet und die Beiträge zur Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöht. 2020 und 2021 war Deutschland deren größter Geldgeber, sodass die Ansiedlung des neuen WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence in Berlin möglich wurde. Die zunehmende Rolle Berlins für globale Gesundheit beruht allerdings nicht nur auf finanzieller Unterstützung. Berlin ist ein lebendiger internationaler Forschungsstandort und das Zuhause der Charité, des größten Universitätsklinikums Europas. Auch der World Health Summit, eine der weltweit bedeutendsten Konferenzen für globale Gesundheit, findet jährlich in Berlin statt.

Insgesamt steigt die Notwendigkeit, auf neuartige Pandemien vorbereitet zu sein.

WHS-Präsident Axel Pries

Wieso sind Digitalisierung und Klimawandel sowie deren Bezug zur Gesundheit zwei der zentralen Themen?
Gesundheit muss in allen Sektoren und insbesondere bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Das wird besonders an den Auswirkungen der Klimakrise und der Übernutzung des Planeten durch die Menschheit deutlich. Die Zerstörung von tierischen Lebensräumen, die durch den Klimawandel zunimmt, fördert viele der Infektionskrankheiten, die zwischen Mensch und Tier übertragen werden. Außerdem verursacht die Welterwärmung eine Wanderung von Tieren, die Infektionen übertragen können, in kältere Gebiete. Insgesamt steigt damit die Notwendigkeit, auf neuartige Pandemien vorbereitet zu sein. Die Digitalisierung und der weltweite Austausch von Informationen und Lösungsansätzen wiederum ist ein zentraler Aspekt für schnelle und effektive Reaktionen auf gesundheitliche Bedrohungen.

Welche internationalen Kooperationen mit deutscher Beteiligung sind im Bereich der Gesundheitsforschung herausragend?
Es gibt viele sehr erfolgreiche Projekte, so zum Beispiel das European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP). Die Initiative trägt insbesondere bei zur Bewältigung der drei großen armutsbedingten Krankheiten HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose. Sehr relevant ist auch eine Initiative, die Deutschland als größter einzelner Geldgeber unterstützt: Access to Covid-19 Tools (ACT) Accelerator arbeitet daran, die Corona-Pandemie bis 2022 als globalen Notfall zu beenden und die globale Ungleichheit in Bezug auf Covid-19 zu bekämpfen.

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