Die Zukunft heißt Medizin 4.0

Heilen und Helfen sind die Ziele medizinischen Handelns. Hier lest ihr, wie moderne Technik und Digitalisierung dabei helfen.

Operation mithilfe modernster Technik.
Operation mithilfe modernster Technik. sudok1 - stock.adobe.com

Was ist Medizin 4.0?
Angelehnt an „Industrie 4.0“ bezeichnet der Begriff einen vierten Entwicklungsschritt in der Medizin. Nach der Entstehung der modernen Medizin vor 150 Jahren, der Technisierung etwa durch Röntgengeräte und dann der Digitalisierung halten nun Robotik, Vernetzung und Künstliche Intelligenz Einzug in die Medizin.

Was macht Robotik in der Medizin?
Robotik ist der bekannteste Trend der Medizintechnik. Roboter werden häufig bei Operationen eingesetzt. Sie halten Instrumente oder führen Schnitte aus – immer von Ärztinnen und Ärzten gesteuert. Ein weiterer Bereich sind künstliche Gliedmaßen oder Exoskelette. Auch für Pflege und Diagnostik werden Roboter entwickelt.

Welche Entwicklungen gibt es noch?
Es gibt zwei große Bereiche: Technik und Biotechnologie. Bei ersterer geht es vor allem um Miniaturisierung: Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie und optische Technologien können implantiert werden. In der Biotechnologie, der Zell- und Gewebetechnik, geht es um Molekularisierung, neue Biomaterialien oder organischen Drei-D-Druck.

Wie helfen KI und Augmented Reality (AR)?
Ein Beispiel: Petra heißt ein KI-Roboter, entwickelt von der Darmstädter Firma Merck und Furhat Robotics aus Schweden, der die drei weltweit verbreitetsten Krankheiten Schilddrüsenunterfunktion, Alkoholismus und Prädiabetes erkennen kann. Andere Systeme unterstützen Ärzte bei der Diagnostik, AR, weil sie besondere Einblicke ermöglicht, oder KI, die schnell Röntgenbilder  analysieren kann.

Lässt sich Vernetzung in der Medizin einsetzen?
Das Forschungsprojekt „digitaler Zwilling“ ist ein Beispiel. Er wird am Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (Iccas) in Leipzig mit Unterstützung der Bundesregierung entwickelt. Durch Vernetzung soll das System alle Untersuchungsergebnisse, radiologischen Bilder und andere wichtige Patientendaten Medizinern jederzeit und überall zur Verfügung stellen.

Können Apps Kranken helfen?
Apps helfen schon heute, wie etwa Msense. Die App des Berliner Startups Newsenselab sammelt Daten und analysiert, unter welchen Bedingungen Kopfschmerzen und Migräne auftreten. Bezahlt wird sie von den Krankenkassen. Andere Apps werten die Daten implantierter Sensoren aus und leiten daraus Verhaltensempfehlungen ab.

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