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Zwischen Familie und Frontlinie: Die Filme des Omer Manor

Omer Manor war bei den „Berlinale Talents“ dabei. Was ihn am Kino fasziniert und weshalb er als israelischer Filmemacher eine besondere Verantwortung spürt. 

Anja LeuschnerAnja Leuschner, 21.02.2026
Omer Manor
Omer Manor © Alon Lutsky

Die Liebe zum dokumentarischen Film begann ganz klein und privat: Als seine Großmutter 99 Jahre alt war, beschloss der Israeli Omer Manor, ihre letzten Lebenstage zu dokumentieren. Eine Erinnerung für die Ewigkeit. Und der Beginn einer Leidenschaft. „Ich bin nie auf eine Filmschule gegangen, sondern habe Psychologie studiert. Aber nachdem ich meine Großmutter mit der Kamera durch ihre letzten Tage begleitet habe, wusste ich: Das möchte ich mit meinem Leben machen“, erzählt Manor.

Nach mittlerweile 17 Jahren in der Filmindustrie ist Manor ein etablierter Cinematograph und Filmemacher. Seine Werke bewegen sich thematisch zwischen Kriegsgebieten und persönlichen Geschichten. „Seit dem 7. Oktober 2023 filme ich ausschließlich in Israel und Palästina, beispielsweise im Westjordanland oder in Rafah. Als Israeli habe ich eine Verantwortung, an diese Orte zu gehen, an die zurzeit so wenig Menschen kommen, vor allem wenn dort täglich Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten geschehen.“ 

2025 feierte seine Dokumentation „Holding Liat“, unter der Regie von Brandon Kramer und gedreht von Omer Manor und Yoni Brook, auf der Berlinale Premiere und wurde dort mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. „Mein Großvater wurde in Deutschland geboren, mich verbindet also eine persönliche Geschichte mit dem Land. Es ist schön, dass der Film hier so gut ankam“, erzählt der Filmemacher. Der Film ist ein Porträt über den Kampf einer Familie, ihre am 7. Oktober entführte Tochter zurückzuholen.

Video Holding Liat Official Trailer MetFilm Distribution Video abspielen

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„Berlinale Talents“: 200 Talente aus 120 Ländern

Ein Jahr nach seiner Filmvorführung auf der Berlinale war Omer Manor zurück in Berlin. Er nahm an dem Programm „Berlinale Talents“ teil, dem Talentförderprogramm des Filmfestivals. Seit 2003 lädt die Berlinale talentierte Filmschaffende zu Vorträgen, Workshops und Networking-Veranstaltungen ein. 3.438 Bewerbungen gingen für die 200 verfügbaren Plätze ein. „Es ist großartig, hier mit so vielen talentierten Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Prägungen zusammenzukommen“, erzählt Manor, der einen Emmy für seinen Beitrag zur Berichterstattung von ABC über den Nahen Osten zu seinen größten Erfolgen zählen darf.