Musik für den Frieden

Benefizkonzerte, Anti-Kriegs-Lieder und Live-Auftritte aus ukrainischen Bunkern: So unterstützen deutsche Künstler und Musiker die Ukraine.

Das „Sound of Peace“-Konzert sammelte Spenden für die Ukraine.
Das „Sound of Peace“-Konzert sammelte Spenden für die Ukraine. dpa

Spenden für die Ukraine sammeln

Seit Ausbruch des Krieges organisieren Künstler, Verbände und Orchester deutschlandweit Benefizkonzerte für die Ukraine. Eines der größten fand am 20. März vor dem Brandenburger Tor statt. 50 deutsche Künstler versammelten sich in Berlin, um unter dem Motto „Sound of Peace“ Spenden für die Ukraine zu sammeln. Unter ihnen waren Geiger David Garrett, Popsängerin Sarah Connor und Stimmwunder Zoe Wees. Auch Natalia Klitschko, die Ehefrau von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, sang mit „Better Day“ ein Lied für die Ukraine. Insgesamt wurden bei dem Konzert 12 Millionen Euro Spenden gesammelt.

Udo Lindenberg kennen viele Fans nur als Kult-Sänger – doch er ist auch Maler. Nun wurden einige seiner Gemälde zugunsten der Unicef Nothilfe für Kinder in der Ukraine versteigert. Der Sänger signierte die acht teils meterhohen Banner mit Anti-Kriegs-Motiven vor der Versteigerung.

Musik gegen den Krieg

Der Wind hat gedreht bei Deutschlands erfolgreichster Band, den Scorpions: Die einstige Hymne zum Fall des Eisernen Vorhangs „Wind of Change“ haben die Musiker in eine Solidaritätserklärung für die Ukraine umgeschrieben. Sänger Klaus Meine sagte der Hardrock-Plattform „Loudwire“ über den umgeschriebenen Song: „Er passte so einfach nicht mehr in eine Zeit, in der dieser schreckliche Krieg in der Ukraine wütet. Wir können Russland nicht mehr mit Strophen wie ‚Follow the Moskva – Down to Gorky Park‘ romantisieren. Das geht nicht. Ich wollte ein Statement zur Unterstützung der Ukraine setzen. Jetzt beginnt der Song mit ‚Now listen to my heart – It says Ukraine, waiting for the wind to change’.“ Dieser Song solle als Aufruf zum Frieden verstanden werden.

Auch der Berliner Schauspieler und Sänger Daniel Donskoy stellt sich musikalisch gegen den Krieg in der Ukraine. Er ist auch familiär besonders betroffen. Sein Vater ist Russe, seine Mutter Ukrainerin, er selbst wurde in Moskau geboren. Viele seiner rund 100.000 Instagram-Follower kommen aus Russland. Deshalb veröffentlichte der 32-Jährige Mitte März den russischen Song „Net Vojne“, „Nein zum Krieg“. Darin stellt er sich gegen Putins Kriegspropaganda und klärt die Menschen in Russland über das Kriegsgeschehen in der Ukraine auf.

Ukrainischen Musikern eine Stimme geben

Viele ukrainische Musiker sind derzeit auf der Flucht vor dem Krieg. So auch die ukrainische Band Selo i Ludy, die in Charkiw wie ihre Mitbürger den russischen Bomben- und Raketenangriffen ausgesetzt ist. Um ihnen eine Plattform zu geben, hat das deutsche Moderatorenduo Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ihnen einen Liveauftritt zur besten Sendezeit im deutschen Fernsehen ermöglicht.

Den Auftritt aus einem Bunker schloss die Band mit der Ankündigung: „Wir geben unser Bestes, um zu überleben. Wir geben unser Bestes, die Grenzen der zivilisierten Welt zu schützen. Und unser Land. Ich verspreche euch Deutschen, dass wir eines Tages zu euch kommen und unsere Musik dort live spielen.“

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