Ein Programm mit drei Vorteilen

In Deutschland fehlen Pflegerinnen und Pfleger, in anderen Ländern gibt es zu viele. Wie das Programm „Triple Win“ allen Seiten hilft.

In Deutschland arbeiten viele Pflegekräfte aus anderen Ländern.
In Deutschland arbeiten viele Pflegekräfte aus anderen Ländern. stock.adobe.com/Andrey Popov

Die Idee

Während in Deutschland Pflegepersonal fehlt, gibt es in anderen Ländern mehr gut ausgebildete Fachkräfte als offene Stellen. Hier setzt das Projekt „Triple Win“ an. Seit 2013 vermittelt es Mitarbeiter an deutsche Kliniken, Krankenhäuser und Seniorenheime. Der Name steht für die drei Seiten, die davon profitieren: erstens die Fachkräfte, für die sich eine neue Berufsperspektive eröffnet. Zweitens deutsche Pflegeeinrichtungen, die qualifizierte Arbeitskräfte bekommen. Drittens sinkt in den Herkunftsländern der Pflegekräfte die Arbeitslosigkeit.

Die Fakten

Das Programm wird umgesetzt von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Es richtet sich an Bewerber aus vier Ländern: Serbien, Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und Tunesien. Rund 1.450 Pflegekräfte hat „Triple Win“ bereits an deutsche Einrichtungen vermittelt. 788 bereiten sich derzeit in ihren Heimatländern auf den Aufenthalt in Deutschland vor.

Wir stellen sicher, dass es durch die Vermittlung von Pflegepersonal nach Deutschland nicht zu einem Brain Drain kommt.

Sonja Luciano, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, zum Projekt „Triple Win“

Der Grundsatz

„Triple Win“ arbeitet nur mit Ländern zusammen, in denen es einen Überschuss an gut ausgebildeten Pflegekräften gibt. Sonja Luciano von der GIZ betont: „Wir orientieren uns am Verhaltenskodex zur Rekrutierung von Gesundheitspersonal der Weltgesundheitsorganisation. So ist sichergestellt, dass es nicht zu einem ‚Brain Drain‘ kommt, damit durch die Vermittlung nach Deutschland kein Pflegenotstand in den Herkunftsländern entsteht.“

Der Ablauf

ZAV und GIZ wählen gemeinsam passende Bewerber aus und vermitteln sie an deutsche Pflegeeinrichtungen. Voraussetzung ist eine dreijährige Ausbildung in der Krankenpflege. In ihrem Heimatland werden die Frauen und Männer mit Sprach- und Integrationskursen auf ihre Zeit in Deutschland vorbereitet. Bei Visa-Angelegenheiten bekommen sie Unterstützung, ebenso bei der Eingewöhnung am neuen Arbeitsplatz.

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