Kuriositäten im Karneval

Besonderheiten im Karneval - ein Glossar für die „tollen Tage“ in Deutschland.

Karneval in Deutschland
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Karneval, Fastnacht, Fasching

Die Bezeichnungen können für Verwirrung sorgen. In Nordrhein-Westfalen nennt man die närrische Zeit Karneval. In Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg wird dagegen Fastnacht oder Fas(se)nacht gefeiert, während die sogenannte fünfte Jahrszeit vor allem in Bayern und Sachsen als Fasching bekannt ist.

Weiberfastnacht, Weiberfasching oder Unsinniger Donnerstag

Am Donnerstag vor Aschermittwoch haben zumindest in den Narrenhochburgen wie Köln oder München die Frauen die Fäden in der Hand, schließlich soll in dieser Zeit alles anders sein als sonst. Die Rathäuser werden symbolisch von den Frauen gestürmt und die Bürgermeister überreichen die Stadtschlüssel als Zeichen der Kapitulation. Und Männern, die im Anzug unterwegs sind, kann es an diesem Tag passieren, dass ihnen von den Frauen der Schlips abgeschnitten und so symbolisch ein Teil der Macht geraubt wird. Kenner tragen an diesem Tag nicht ihr Lieblingsstück.

Kamelle

„Kamelle, Kamelle“ rufen die Kölner, wenn „de Zoch kütt“ – der Karnevalszug kommt. Gemeint sind kleine, klebrige Bonbons, die traditionell von den Festwagen ins Publikum geworfen werden. Inzwischen werden sie zunehmend von Schokowaffeln, Kaustangen, Popkorn oder Gummibärchen verdrängt. „Kamelle“ ist eine Abwandlung von „Karamelle“, angelehnt an den karamellisierten Zucker bei der klassischen Bonbonmacherei. Der Ursprung dieses exzessiven Verteilens von Süßigkeiten könnte in der bevorstehenden Fastenzeit liegen: Zuvor wollen alle noch einmal naschen.

Die Bütt

Die Bütt (rheinisch für Bütte, Bottich oder auch Zuber) ist ein fassförmiges Stehpult. Darin steht der Büttenredner und hält seine bissig-ironische Karnevalsrede. Für die Bezeichnung gibt es gleich mehrere Erklärungsversuche: vom leeren Weinfass, das Anlass zur Bitterkeit gibt, über den Vergleich mit dem Spötter Diogenes, der in seiner legendären Tonne hauste, bis hin zum Bottich, in dem schmutzige Wäsche gewaschen wird.

Karnevalsorden

Ursprünglich waren sie gedacht als Persiflage auf militärischen Prunk. Sie werden an Förderer der Karnevalsgesellschaften und Künstler verliehen. Bekannt ist der „Orden wider den tierischen Ernst“, der vom Aachener Karnevalsverein an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vergeben wird.

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